i.m. Injektionen

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Lydi
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i.m. Injektionen

Beitrag von Lydi » 07.01.10, 19:12

Hallo Leute,

wenn man einer Person eine i.m. Spritze setzt, ist es notwendig das man aspieriert. Das weiß jeder, solche injektionen verabreicht.
Ich habe gelernt, was aber auch schon 20 Jahre her ist, trifft man nach der Aspiration ein Blutgefäß muß neu gestochen werden.
Jetzt hatte ich ein Gespräch mit einem Arzt, der mir erzählte, selbst wenn man ein Blutgefäß trifft, muß man nicht unbedingt neu stechen sondern kann auch so injizieren. Es würde sich nur ein kl. Hämatom bilden, was auch nach einigen Tagen verschwindet. Es wäre eine ganz normale Begleiterscheinung bei so einen tiefen Einstich. Erneutes Stechen würde nur unnötig den Pat. quälen.
Nur dann frage ich mich wozu aspiereiren? Gut, bei einer s.c. Injektion hat man mittlerweile auch das Aspiereieren abgesetzt ebenso die vorherige Desinfektion der Haut. Bei einer i.m. Spritze desinfiziere ich weiterhin.
Aber die Sache mit dem Blutgefäß........
Nunh bin ich ein wenig verunsichert. Praktiziere ich veraltet oder hat sich Herr Diktor geirrt?
Sicher, aspiereieren schadet nie aber nur mal interessenhalber, sollte man erneut stechen oder einfach injezieren?
GLg Lydia
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Beitrag von Adromir » 07.01.10, 20:21

Der Dock hat sich geirrt. Die Aspiration soll ja sicher stellen, daß nicht aus versehen in eine Aterie oder eine Vene injiziert. Wer mal gesehen hat, was fieses passieren kann, wenn ein öliges i.m.- Medikament versehntlich in eine Aterie gespritzt wird, wird da vermehrt drauf achten.

Leider muss man sagen, daß einige Ärzte (ich habe bis jetzt leider noch keinen erlebt) eine i.m. Injektion nach medizinischem Standard nicht beherrschen

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Beitrag von Lydi » 10.01.10, 19:14

Hallo Adromir

ich bin fast 20 jahre in meinem Beruf und habe auch nur mit dem Kopf geschüttelt als ich das von dem Arzt hörte. Aber trotzdem dachte ich mir, die Medizin hat sich so nach oben entwickelt, wer weiß.......
Leider muss man sagen, daß einige Ärzte (ich habe bis jetzt leider noch keinen erlebt) eine i.m. Injektion nach medizinischem Standard nicht beherrschen
Und viele andere Sachen auch. :wink: Aber Gott sei Dank sind es nicht viele.
Nichts für Ungut an alle Ärzte hier, ihr leistet tolle Arbeit! Und das meine ich ernst.

GLG Lydia
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Beitrag von Adromir » 10.01.10, 21:30

Ich habe während meiner paar Semester Medizin mal nen Bild gesehen, was passieren kann, wenn man bei einer versuchten intraglutealen Injektion ein sehr fetthaltiges Medikament aus versehen intraarteriell injiziert. Das Bild der komplett nekrotischen und fast komplett zerstörten Gesäßhälfte wird mir wohl nicht aus dem Kopf gehen.. Deswegen verweigere ich mittlerweile jede i.m. Injektion an mir selbst, bei denen nicht nac Standard vorgegangen wird, sondern anscheinend ein Vertreter der "Quadrantenmethode" unterwegs ist. Meine Freundin hat auch eine schöne Narbe, aufgrund einer schlecht gesetzten i.m. Injektion. Da wars aber ne Sprechstundenhilfe, die die Injektion durchgeführt hat.

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Beitrag von Lydi » 11.01.10, 19:27

Hallo

ich arbeite in der ambulanten Pflege und bekomme auch einiges zu Gesicht was man so nicht vorfindet. Da sieht man u.a. Dekubitusse, die breit x tief sind und aufs übelste riechen. Von den offenen Beinen ganz zu schweigen. Teilweise durch schlechte Pflege zu Hause aber auch leider teilweise durch zu vieles ausprobieren eines Arztes.
Ich selbst setze eine i.m. Injektion auch nach akribischer Vorschrift und nicht einfach nur so rein. Bevor ich hier die Frage stellte, googelte ich erst ein wenig rum in der Hoffnung irgendeinen wissenschaftlichen Bericht zu finden.
Ich war maßlos entsetzt wieviel Laienanweisungen zur i.m. Injektionsgabe man im Netz findet. Das ist m.E. schon kriminell. Aber da kann man nichts machen.
Ich bin am überlegen ob ich dem besagten Doc bei meinem nächsten Gespräch mal etwas über intraarterielle Injektion erzähle. :wink: Aber ich glaube, das bringt nichts. da bete ich lieber für die Patienten die von ihm gespritzt werden. :?

GLG Lydia
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Beitrag von Adromir » 11.01.10, 23:00

leider sind manche Ärzte nicht sonderlich "lernwillig".
Ich hab ne Zeitlang auf einer allgemeinmedizinischen Station, mit dem Schwerpunkt Diabetologie gearbeitet. Was da teilweise an Wundversorgung von den Ärzten bei diabetischen Ulcera verordnet wurde, war schon Haarsträubend. Leider muss man sagen, daß das Wissen des Pflegepersonals auch mehr als dürftig war.

Wer die Wundversorgung eines Ulcus mit einfachen Mullkompressen und 10% NaCl- Lösung zur Spülung anordnet, gehört meiner Meinung nach geprügelt...

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