Beruf MEDIZINISCHER FACHANGESTELLTER ! WER HAT ERFAHRUNG ?

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Primavera
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Beruf MEDIZINISCHER FACHANGESTELLTER ! WER HAT ERFAHRUNG ?

Beitrag von Primavera » 05.09.09, 13:02

Hallo,
mein Sohn (in Kürze 13), hat sich sozusagen "in den Kopf gesetzt" ,medizinischer Fachangstellter zu werden.
Da er "nur" eine Hauptschule besucht, denke ich, wird es schwierig werden, einen
Ausbildungsplatz für ihn zu bekommen.
Meine Frage an andere Personen, die in diesem oder ähnlichen Beruf tätig sind: Wie ist es mit vorwiegend Damen zusammen zu arbeiten ?
Macht Euch der Beruf Spaß ? Und welche Schulbildung ist von Nöten ?
Ich, seine Mutter, habe selbst "nur" Hauptschule, bin medizinische Fachangestellte mit
Röntgenschein, mir gefällt es sehr gut, ich weiß aber nicht, ob ich meinem Sohn dazu raten soll oder nicht und was meinen Sie, wie stehen seine Chance "nur" mit Quali ?
Danke für alle Antworten
PRIMAVERA

der Matze
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Re: Beruf MEDIZINISCHER FACHANGESTELLTER ! WER HAT ERFAHRUNG

Beitrag von der Matze » 05.09.09, 13:22

Guten Tag Primavera,
Primavera hat geschrieben:[...]Meine Frage an andere Personen, die in diesem oder ähnlichen Beruf tätig sind: Wie ist es mit vorwiegend Damen zusammen zu arbeiten ?[...]
Hängt sehr vom Team ab. Kann sehr spaßig sein, aber auch sehr anstrengend.
Primavera hat geschrieben:Macht Euch der Beruf Spaß ?
Noch, ja. Aber mit den Jahren merkt man, wie sehr man ausgenutzt wird, und wie schlecht man im Vergleich zur geleisteten Arbeit bezahlt wird.

Primavera hat geschrieben:Und welche Schulbildung ist von Nöten ?
Als ich meine Ausbildung gemacht habe, lag die Zugangsvoraussetzung bei einem guten Realschulabschluss und einem Mindestalter von 17 Jahren. Inzwischen kann man (leider!) den Beruf mit einem Hauptschulabschluss und 16 Jahren erlernen.
Warum "leider"? Ich spreche schlichtweg Jugendlichen mit 16 Jahren die (Sozial)Kompetenz ab, sich adäquat um andere, ihnen mehr oder minder schutzlich ausgelieferte, Menschen zu kümmern. Zudem hat meine Erfahrung gezeigt, dass selbst Realschüler oftmals nicht die nötige Allgemeinbildung haben um sich Sachverhalte eigenständig zu erarbeiten, oder für andere verständlich zu präsentieren.
Ich hoffe, dass das Gesetzt das in diesem Jahr verabschiedet wurde, sehr schnell wieder rückgängig gemacht wird. Das Land braucht mehr Pflegekräfte, keine Frage, aber das schafft man nicht indem man Kinder in diesen Beruf steckt, und landesweit schlechte Arbeitsbedingungen bietet.


Zwei Fragen habe ich aber auch:

1. Warum setzt er nicht den Realschulabschluss drauf? und
2. Warum ist dieser Thread im Forum "Kardiologie"? ;-)


Mit freundlichem Gruß,
der Matze,
(dieser Benutzer ist nicht mehr im DMF aktiv)

Info: Koma und Aufwachen auf der Intensivstation

Dr.med.Holger Fischer
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Ausbildung Medizin. Fachangestellte/er

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 05.09.09, 14:14

Guten Tag,
iim Forum "Kardiologie "hat der Beitrag tatsächlich nichts zu suchen,daher verschiebe ich ihn in das Forum " Pflege". Das Forum " Ausbildung " bezieht sich nicht auf das Thema,daher habe ich das Pflegeforum gewählt.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Primavera
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??

Beitrag von Primavera » 05.09.09, 14:23

Ein etwas freundlicherer Umgangston wäre wohl schöner als floskelhafte Aussagen !
"nichts zu suchen " (nicht nett)

Seth
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Beitrag von Seth » 05.09.09, 18:06

Hallo Primavera.

Ich finde eigentlich an der Aussage "nichts zu suchen" nicht unbedingt was schlimmes...und wäre es ohne Kommentar verschoben worden, wäre es bestimmt auch nicht besser gewesen ;)

Jetzt zum Thema.

Ich bin auch Med. Fachangestellte, bzw. bei uns nannte sich das ja noch Arzthelferin. Das erste männliche Exemplar hab ich in ner kleineren Klinik gesehen, der fühlte sich eigentlich ganz wohl und schien keinerlei Probleme zu haben, es war aber auch ein sehr harmonisches Team.

Jetzt in der Ambulanz gibts zwei Krankenpfleger die zwischen den ganzen Damen auch gut zurechtkommen, wiederum ein sehr harmonisches Team und keinerlei Probleme haben (außer manchmal die Patienten :wink: )

Ich könnte mir aber vorstellen, dass sich der Berufswunsch nochmals ändert...

Liebe Grüßle
19.11.93-22.06.10...Seelenhunde sterben nicht, sie wechseln nur die Seiten.

Peter Estner
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Beitrag von Peter Estner » 06.09.09, 10:52

Hallo Primavera,
es ist ja schon einiges geschrieben worden, darum kurz noch eine Anregung die mir so durch den Kopf geht. Meine Tochter hatte sich in dem Alter gewünscht, Erzieherin zu werden und da haben wir gemeinsam mit ihr eine Praktikumsstelle gesucht. Sie hat viele Eindrücke gewonnen darüber, was der Beruf beinhaltet. Vielleicht ist es ja möglich, ein Praktikumsplatz hierfür zu finden.
Das muss ja nicht gleich sein, auch über das BIZ (Berufsinformationszentrum) bekommen Sie direkte Hilfe, da war ich mit meinem Sohn, als er die Schule beendet hatte, aber noch keine Lehrstelle gefunden hat. Ich war überrascht, wieviele Möglichkeiten sich da noch aufgetan haben, worüber ich nichts wusste.
Sie haben auch gefragt, wie es in einem Frauenberuf so ist? Seit nunmehr über zwanzig Jahren bin ich in diesem Beruf und es ist nie für mich ein Problem gewesen. Die Frage hat sich nie gestellt, es war immer ganz normal, dass auch Männer in dem Beruf arbeiten. Die Patienten sind ja auch gemischt, ebenso Ärzte oder wie auch immer, also hier gibt es in der heutigen Zeit überhaupt kein Problem mehr, das kommt immer auf einen selbst an. Es macht mir nach wie vor Spass in der Pflege zu arbeiten, ich habe es nie bereut.
Zum Schluss habe ich noch das Anliegen, wegen dem Hauptschulabschluss meine Gedanken zu äußern. "Nur" Hauptschulabschluss ist in sich ja schon eine Abwertung, das sollte nicht sein. Ihr Sohn ist erst 13 und da steht ja der Abschluss noch gar nicht fest, vielleicht entwickelt er sich ja noch und möchte mehr erreichen, wichtig meines Erachtens ist, das er einen Abschluss macht. Also Quali oder M-Zweig, klar unseren Kindern ist nicht bewusst, wie wichtig ein Abschluss ist, wie wichtig gute Noten sind und wie schwierig es ist eine Arbeit zu bekommen, die einem dann auch Spass macht, in dem Alter kann hierüber die Motivation noch nicht erfolgen. Das wäre zu vernünftig, stehen doch jetzt ganz andere Probleme an, die in der Pupertät uns alle mehr interessiert haben. Darum ist es aus meiner Sicht wichtig, die Kinder dahin gehend zu motivieren, ihnen aufzuzeigen wie gut sie sind. Was sie schon alles geschafft haben und was sie doch schon alles können. Das "Nur" Hauptschule ist so ein Hinweis das wir ganz allgemein unsere Kinder zu wenig loben. Ihnen vielleicht auch zu wenig zutrauen, weil sie sich gerade von einer Seite zeigen, die wir oftmals anders beurteilen.
Ich merke ich schweife gerade ab, aber da ich auch mit meinen Kindern oft darüber diskutiere, sehe ich Parallelen und wünsche Ihnen bei dieser Gelegenheit viel Geduld, Ausdauer und Energie, ich bin sicher, dass Sie Ihren Sohn gut unterstützen. Danke und bis bald,
viele Grüße
Peter Estner

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