Auflistung der Kompetenzen einer exam.Krankenpflegehelferin?

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katinka-25
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Auflistung der Kompetenzen einer exam.Krankenpflegehelferin?

Beitrag von katinka-25 » 15.08.07, 21:30


Hallo!
Ich habe eine Frage, zu der ich mich im Internet schon doof und dämlich gesucht habe! Und zwar bin ich seid 2003 tätig als exam. KPH. Ich arbeite in einem Altenzentrum und nun werden meine Fachkompetenzen angezweifelt. Nicht, dass ich etwas nicht richtig gemacht habe, aber auf einmal wollen meine Chefs einen rechtlichen Nachweis darüber, was ich machen darf. Also ich habe in meiner Ausbildung gelernt, und es war auch Bestandteil meines Examens, dass ich Vitalzeichen messen, s.c. Injektionen, Verbände jeglicher Art, natürlich jede Art von Pflege, Sondenhygiene und auch Medikamente stellen und verabreichen können muß. Was ich in diesem Altenheim nicht darf ist jeglicher Umgang mit Medikamenten, ich darf sie den älteren Menschen in den Mund geben, aber ich darf keine Tropfen oder Tabletten stellen und auch nicht an den Medikamentenschrank! Und jetzt meinen die auch noch, mir alle anderen Tätigkeiten verbieten zu müssen, obwohl ich das doch rechtlich darf und auch machen möchte. Gibt es keine Auflistung, der genauen Tätigkeiten einer exam. KPH, die rechtens ist und dir mir meine Tätigkeiten bestätigen?
Lieben Gruß
Katharina

Peter Estner
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Beitrag von Peter Estner » 15.08.07, 23:22

Liebe Katinka,
vielen Dank für Ihre Nachfrage und ich hoffe ich kann Ihnen ein bisschen weiterhelfen. Vorab ist es schon einmal festzuhalten, dass diese Diskussion nicht neu ist, sondern schon so lange anhält, seit es den Beruf Examinierte(r) Krankenpflegehelferin/-helfer gibt. Die gleiche Problematik der Kompetenzen besteht auch bei den examinierten Gesundheits- u. Krankenpfleger/innen gegenüber den Ärzten, ich erinnere einmal nur daran, ob das Blutabnehmen unserer Berufsgruppe erlaubt ist oder nicht.
Aber konkret nun auf Ihre Fragen:
Lt. offizieller Stellenbeschreibung sind Sie der Gruppenleitung und dem dreijährig examinierten Pflegepersonal unterstellt, d. h. zum einen: Sicherstellung einer patientenorientierten Pflege (Ganzheitspflege) in der Pflegegruppe. Zum anderen die Gewährleistung einer fachgerechten Durchführung ärztlicher Anordnungen im diagnostischen und therapeutischen Bereich, unter ständiger Aufsicht von examinierten Krankenschwestern/-pflegern.
Betriebsbezogene Aufgaben, wie Durchführung der Grundpflege, Eintragen und Abzeichnen der Pflegedokumentation, Teilnahme an Pflegevisiten, sachgerechte Pflege, Betreuung und Gesundheitserziehung der Patienten unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse. Ausübung von Krankenbeobachtung und Prophylaxen, Mitwirkung bei der ordnungsgemäßen Ausführung der ärztlichen Anordnungen von Diagnostik und Therapie unter Einhaltung der Abgrenzung zwischen ärztlichen und pflegerischen Tätigkeiten. Mithilfe und Vorbereitung bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen. Mitwirkung bei Aufnahme, Verlegung und Entlassung von Patienten. (Quelle: Seel, 1995) Damit ist gemeint, Verbandswechsel ist im Grunde eine ärztliche Tätigkeit, er müsste den Verbandswechsel an Sie delegieren, dann können Sie ihn durchführen. Hier werden von Haus zu Haus Unterschiede gemacht, dies bedeutet einfach, dass es hausbezogene Absprachen gibt.

Sie finden in der Stellenbeschreibung explizit keinen Verbandswechsel und auch keine Medikamentenvergabe, dies setzt immer eine Deligation des Arztes an eine Pflegekraft voraus, sie muss ausdrücklich auf die Person übertragen werden. Es gibt Häuser wo dies sogar gemacht wird, dass der Arzt sich überzeugt davon, ob Sie fehlerfrei s.c. Injektionen durchführen können, bzw. ob Sie wissen, was bestimmte Medikamente bewirken. Dies kommt einer Prüfung gleich werden Sie jetzt denken, aber die Verantwortung trägt der Arzt. Gleich ob Sie im Krankenhaus oder im Altenheim arbeiten.

Für Sie mag dies unlogisch sein, weil Sie ein Examen abgeschlossen haben, aber von juristischer Seite haben Sie keinen Rückhalt, wenn Ihnen auch nur der kleinste Fehler bei der Medikamentengabe unterläuft, als Beispiel.

Hoffe Sie sind von meiner Antwort nicht zu sehr enttäuscht, ich denke aber in der Stellenbeschreibung stecken noch so viele pflegerische Möglichkeiten, die Sie dem Patienten bieten können, das er froh ist, dass Sie sich um ihn kümmern und versorgen. Die Pflege ganzheitlich gesehen, dem Menschen finden hinter der zu pflegenden Person ist doch viel mehr wert, als ein paar Pillen zu stellen und zu verteilen.

Sollte Ihnen das Stellen der Medikamente und das s.c. Spritzen dennoch so wichtig sein, was ich verstehe, dann bleibt Ihnen wohl nichts anderes übrig, als sich nachzuqualifizieren zur exam. Gesundheits- u. Krankenpflegerin.
Warum nicht, Sie haben dann die Kompetenzen, die Sie in Ihrer Frage gestellt haben.

Ich wünsche Ihnen alles Gute auf Ihrem Weg,
viele Grüße
Peter Estner

katinka-25
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Beitrag von katinka-25 » 16.08.07, 21:28

Hallo!
Vielen Dank für Ihre Antwort. Sie hat mir schon sehr geholfen, auch wenn es nicht das ist, was ich hören wollte :wink: aber immerhin darf ich ja schon sehr viel machen mit meiner Ausbildung. Mir kommt es natürlich auch vor allem auf das Wohl der Menschen an, aber es ist halt manchmal traurig, dass man sich anhören muß, dass man sich mit der ein oder anderen Tätigkeit wohl vertan hat, was die fachliche Kompetenz betrifft, obwohl man selber weiß, das man es sehr wohl kann....es gibt immer so unsensible Menschen!
Liebe Grüße Katharina :D

frecherLiebling
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Beitrag von frecherLiebling » 13.01.09, 14:59

Hallo,


ich gebe da mal meine Erfahrungen die ich so gesehen habe dazu:

eine KPH darf mehr wie eine APH

eine KPH hat in den meisten Betrieben die ex. Krankenschwester als Vorgesetzte.

Auch von Bundesland zu Bundesland ist die Ausbildung zur KPH unterschiedlich, deswegen finde ich solche "Standartstellenbeschreibungen" nicht toll.

Explizit fällt mir ein Fall ein, wo eine PTA in einem Altenzentrum als APH gearbeitet hat, diese durfte lediglich den Menschen dort bei der Grundpflege helfen und ihnen das Essen reichen.
Man bedenke dabei, dass diese Person auch einen BTM Ausgabeschein hat, im Altenzentrum durfte sie aber nicht mal Medikamente stellen.

Faktisch sehe ich die KPH Ausbildung, als stark komprimierte Krankenplegeausbildung und OHNE KPH würde so manchen Krankenhaus nicht laufen. Aber halt der rein juristische Faktor steht dort im Wege.

Lösung:
Rein rechtlich spricht nix dagegen, wenn man in seinem Betrieb eine Sachkundebeurteilung ablegt, sich zum Beispiel von der PDL in Dinge einweisen lässt, die man als KPH nicht darf und diese als kleine Prüfung Hausintern sich bescheinigen lässt das man die entsprechenden Kompetenzen dazu hat.

Anders geht es auch noch, es gibt speziell für Pflegehilfskräft einen Kursus, welcher mit einer Prüfung abschliest, der es erlaubt, das auch diese später die sog. Behandlungspflegen durchführen dürfen.
Im oben genannten Beispiel hat das die Frau gemacht und darf nun auch Behandlungspflegen machen, auser Dekubitalversorgung dritten Grades und BTM Ausgaben.

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