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Zu Hause sterben

Verfasst: 14.08.15, 11:21
von BlueSahara
Guten Tag

Mein Mann hat Lungenkrebs im Endstadium und verweigert Chemo etc, als lebensverlängernde Maßnahme. Auch sonst möchte er damit nichts zu tun haben. Ich stehe absolut hinter ihm und pflege ihn zu Hause wie es eben geht. Meine Frage ist aber folgende:

Wenn er stirbt - wen muss ich danach anrufen? Er hat keine Patientenverfügung o.ä - ermittelt dann die Polizei gegen mich? Wegen unterlassener Hilfeleistung oder sowas?
Mein Mann will unter keinen Umständen in ein Krankenhaus, oder Hospiz - er will zu Hause sterben.

Aber was passiert mit mir nach seinem Tod? Also rechtlich gesehen...

Danke
Gruß
Blue

Re: Zu Hause sterben

Verfasst: 14.08.15, 11:38
von Susi62
Hallo,
Als erstes einmal viel Kraft für die kommende Zeit. :kopfstreichel:
Ich würde das mal mit dem Hausarzt besprechen. Vielleicht kann man ja eine
Einigung finden eine Patientenverfügung im Beisein des Arztes zu machen ???
Zu der Frage was du tun musst --- den Hausarzt informieren.
Der kommt dann vorbei und stellt den Totenschein aus. (War bei meinem Onkel so)
Würde dort auch mal nachfragen was zu tun ist wenn es Nachts passiert.
Danach ruft man im allgemeinen den Bestatter an.
Zu deiner anderen Frage : Warum sollte die Polizei gegen dich ermitteln??? :roll:
Das wird sicher nur geschehen wenn der Verdacht eines Tötungsdeliktes besteht.
Alles,alles Gute
susi62

Re: Zu Hause sterben

Verfasst: 14.08.15, 14:19
von BlueSahara
Danke für deine schnelle Antwort..und Danke ♥

Ich weiß nicht...dachte halt, weil es weiß ja nur der Hausarzt usw das er sterben wird. Die Polizei könnte ja "was" denken. Aber gut wenn dem nicht so ist, das hilft mir.
Ja stimmt - das mit der Patientenverfügung mit dem HA reden..daran habe ich gar nicht gedacht :oops:

Dir wünsche ich auch alles Beste (deine Signatur)

Liebe Grüße
Blue

Re: Zu Hause sterben

Verfasst: 14.08.15, 17:41
von Birnenbaum
Hallo,

erstmal wünsche ich Euch viel Kraft in der kommenden Zeit.

Schaut mal, ob Ihr nicht eine Palliativ Unterstützung für zu Hause bekommt. Da kommt dann ein Arzt und ein Pfleger (auch mehrmals) täglich und nach Bedarf vorbei. Er kann dann dem Patienten etwas geben, was ihm die Schmerzen nimmt (falls er welche hat).

Diese kannst du dann auch anrufen, wenn er gestorben ist. Ggfs. rufen sie dann auch einen (Amts-?) Arzt an um eine 2. Leichenschau durchzuführen und einen Leichenschauschein ausstellen. Wenn durch Arztbriefe bekannt ist, dass er austherapiert ist und/oder er auch keine lebensverlängere Maßnahmen will (der Palliativ-Arzt fragt ihn auch noch), dann kannst du nach dem Ausstellen des Leichenschauscheins (auf dem angekreuzt ist: Natürlicher Tod) ein Bestattungsunternehmen beauftragen, damit der Leichnam abgeholt wird.

Die Polizei kommt nur, wenn der Arzt auf dem Leichenschauschein "unnatürlicher Tod" ankreuzt und dann die Behörden anruft. Das wird aber in einem solchen Falle nicht passieren. Das ist ja offensichtlich.

Wenn möglich: Schaut, dass Ihr eine Palliativ-Unterstützung bekommt. Die Mitarbeiter können Euch auch seelisch etwas unterstützen.

Soweit möglich: Alles Gute !

Birnenbaum

Re: Zu Hause sterben

Verfasst: 14.08.15, 20:38
von dora
Würde dort auch mal nachfragen was zu tun ist wenn es Nachts passiert.
Danach ruft man im allgemeinen den Bestatter an.
der kommt erst wenn der Arzt da war und freigegeben hat.
Die Polizei kommt nur, wenn der Arzt auf dem Leichenschauschein "unnatürlicher Tod" ankreuzt und dann die Behörden anruft. Das wird aber in einem solchen Falle nicht passieren. Das ist ja offensichtlich.
wenn es am Wochene nde passiert und ein Notarzt kommt, dann ist das manchmal nicht automatisch so als ob da der Hausarzt kommt.

Ich wünsche euch für die kommende Zeit viel Kraft :kopfstreichel:

Re: Zu Hause sterben

Verfasst: 15.08.15, 05:27
von kardamom
Ihr habt ein Recht auf "Spezialisierte ambulante Palliativversorgung", bitte mal
googlen, der Hausarzt sollte da informiert sein und ist euer erster Ansprechpartner.
Alles Gute und viel Kraft!

Re: Zu Hause sterben

Verfasst: 15.08.15, 14:36
von BlueSahara
Danke euch für eure Antworten - und für eure :kopfstreichel: ist echt eine harte Zeit...aber der Tod gehört nun mal zum Leben.

Das ist mir eine große Hilfe. Am Dienstag sind wir bei unseren HA und da werde ich das auf jeden Fall mal ansprechen, wie das Vorgehen so ist.

Das mit der ambulanten Palliativpflege habe ich schon mal gelesen, aber mich nicht weiter damit beschäftigt. Denke es wird Zeit sich darum zu kümmern.
Zur Zeit hat er nicht wirklich Schmerzen. Zwar schon, aber "normale" Schmerzmittel helfen da noch, also nichts mit Morphium oder so. Aber das kann sich ja schnell ändern eventuell.

Denke, ich werde es auch nicht schaffen, so ganz alleine. Emotional und pflegerisch. Gut das es Unterstützungen gibt und ich ihn nicht "weg geben" muss zum Sterben. Ich will bei ihm sein, wenn es soweit ist....zu Hause.

Danke euch ♥
Gruß
Blue