Hausarbeit: Tagesablauf auf der Intensivstation/Intensivpfle

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desesperada
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Hausarbeit: Tagesablauf auf der Intensivstation/Intensivpfle

Beitrag von desesperada » 13.12.09, 21:37

Hallo zusammen,

meine Freundin hat im September ihr Medizinstudium angefangen und muss direkt zu Beginn eine Hausarbeit um Thema „Tagesablauf auf der Intensivstation“ schreiben.
Dazu gehört vor allem der Pflegeaspekt und alle Maßnahmen die täglich durchgeführt werden.
Wie läuft die Körperhygiene ab?
Wie werden die Patienten ernährt und wo landen Urin und Stuhl? Läuft bei einem Intensivpatienten eine normale Verdauung ab?
Ich hoffe, dass wir hier Informationen bekommen, da die Beiträge bei den Suchmaschinen immer nur sehr allgemeine Informationen geben oder Informationen die von einem Laien nicht zu verstehen sind.

Liebe Grüße =)

FireFight19222
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Beitrag von FireFight19222 » 15.12.09, 16:24

Servus desesperada

Werd dir mal aus meinem Stationsalltag erzählen, jedoch darf ich dir vorraus schicken dass dies Stationsspezifisch ist und evtl. sich von anderen Intensivstationen unterscheidet. desweiteren erheb ich nicht den anspruch auf vollständigkeit :lol: .
(Versuch wenig Fachbegriffe zu benutzen :roll: )

Basis:
Medizinische Intensivstation 16 Betten (12 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit, 4 Überwachungsbetten auch mit Beatmungsmöglichkeit Invasiv und Nichtinvasiv) , sowie 2 Eingriffsräume zur Versorgung von Notfallpatienten.

Als Beispiel beschreib ich dir denTagesablauf eines (Invasiv) beatmeten Patienten mit Kreislaufunterstützenden Medikamenten, künstliches Koma, kontiniuierliches Nierenersatzverfahren (Dialyse). (unterteile das Beispiel in die jeweiligen Dienstzeiten / die Uhrzeiten sind Variabel).


6:00 Übergabe der gesamten Patienten von Nachtdienst zum Frühdienst am Stationstützpunkt.
6:20 Übergabe (detaliert) im Zimmer von Nachtdienst zum Frühdienst.
6:30 Übernahme des Patienten (Kontroller Zu- und Abgänge, Alarmeinstellungen (Alarme/Grenzen am Überwachungsmonitor, Beatmungsgerät, Dialysemaschine), Laufgeschwindigkeit der einzelnen Medikamente, Blutentnahme,...)
6:45 Dokumentation der Massnahmen und der Vitalparameter (Überwachungsmonitor, Beatmungsgerät, Dialysemaschine, Urin-und Stuhlausscheidung)
7:00 Richten und Verabreichen von angeordneten Medikamenten
Ab 8:00 Körperpflege des Patienten (Augenpflege, Nasenpflege, Mundpflege,...), Verbandswechsel aller Katheter und evtl. bestehender Wunden, drehen des Patienten im Bett (2-3Std. je nach Hautzustand)
Stündlich Dokumentation der Vitalparameter (siehe 6:45)
13:00 Übergabe an den Spätdienst

Spätdienst führt das selbe durch wie der Frühdienst (siehe 6:30-7:00) jedoch zeitlich flexibel
Drehen des Patienten im Bett (2-3Std. je nach Hautzustand)
Medikamenten gabe, Blutentnahme,...

Nachtdienst führt selbe Tätigkeiten durch wie Spätdienst jedoch Nachtruhe beachten.

Zu deiner frage mit Urin und Stuhlgang an meinem Beispiel:
Der urin läuft über einen Blasenkatheter in einen Beutel mit ml-Angabe, der Stuhlgang landet einfach im Bett ausser der Patient hat ein Stuhlableitendes-System (ähnlich dem Blasenkatheter)

Zur Ernährung:
Hier gibt es 2 Arten der Ernährung

- Ernährung über eine Vene
Spezielle Infusionslösungen mit Zucker, Eiweiße und Fett werden kontinuierlich über einen speziellen Katheter in die Vene appliziert.

-Ernährung über den Magen-Darm-Trakt
Ähnlich der Astonautenkost werden den Patienten über einen Schlauch der durch die Nase bis in den Magen reicht die Sondenkost (mit Zucker, Eiweiße und Fett) verabreicht.

Zur Verdauung:
Theoretisch haben die Patienten eine normale Verdauung, jedoch durch den Stress des Patienten, verschiedene Medikamente und durch eine schlechte Herz-Kreislauffunktion kommt es oft zu Verstopfung, Durchfälle oder Erbrechen

Hoffe ich konnte dir weiterhelfen, bei unklarheiten oder fragen einfach melden.


Lg Firefight19222

Tiney89
noch neu hier
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Beitrag von Tiney89 » 15.12.09, 20:31

Guten Abend ,

damit ich nicht über den Account von meiner Freundin schreiben muss, hab ich mich jetzt selbst hier angemeldet.
Vielen Dank an FireFight19222 für die ausführliche Antwort :) . Damit kann ich mir zumindest schonmal ein grobes Bild machen.
Ich wollte eigentlich mein Pflegepraktikum auf der Intensivstation machen aber bin dann letzten Endes in einer Werkstatt für geistig Behinderte gelandet. Dort hatte ich überwiegend mit füttern und wickeln zutun.
Hab noch ein paar Fragen zur Lagerung:
Wie genau werden die Patienten gelagert? Kann man überhaupt jeden Patienten z.B. in Seitenlage drehen? Ich denke da vor allem an Patienten mit Frakturen oder auch intubierte Patienten... Wäre es möglich, dass sich dann der Bruch oder auch der Tubus verschiebt?

Lg, Tiney

FireFight19222
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Beitrag von FireFight19222 » 17.12.09, 14:38

Tag zusammen,...


Was meinst du wie genau werden die Patienten gelagert???

Ist die Fraktur des Patienten operativ versorgt. spricht nichts gegen eine Lagerung, Ist der Patient jedoch so schwer verletzt und hat mehrere frakturen kommen oft speziallbetten in einsatz (Rotationsbetten, ....)

Ein Endotrachealtubus ist keine kontraindikation zur lagerung, selbstverständlich muss man bei der lagerung darauf achten dass man ihn nicht raus zieht. Desweiteren sollte der Tubus auch gut fixiert sein.

Kontraindikationen zur Lagerung sind schwere Herz-Kreislauf Verhältnisse oder Patienten die bei der Lagerung mit dem Herz-Kreislauf oder Atmung einbrechen.

Lg FireFight19222

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