träger lösungen für katecholamine?

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todde82
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träger lösungen für katecholamine?

Beitrag von todde82 » 06.09.08, 15:24

MOIN!
ich kenn es von meiner station so, das wir zu den katecholamine immer eine trägerlösung (NaCl 0.9% bzw Glukose 5%) am schenkel mit 10ml/h mitlaufen lassen.
warum das so gemacht wird konnte man mir nur so begründen das bei niedrigen flussraten der katecholamine diese so schneller "ankommen". aber wie ist das denn dann wenn die flussraten über 10ml/h liegen? was macht eine trägerlösung sonst noch für sinn?

wie handhabt ihr das auf euren stationen?
kann mir da jemand weiterhelfen?

Birgit Höveler
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Beitrag von Birgit Höveler » 06.09.08, 21:07

Hallo todde82,

Bei Erwachsenen Patienten, die eine Flussgeschwindigkeit der Katecholamine von mehr als 1,5ml/h haben, macht eine Trägerlösung wenig Sinn.
In der Anflutungsphase der Katecholamine wird ein dem Lumen entsprechender Bonus verabreicht.
Je nach Hersteller und Anzahl der Lumen unterschiedlich ca. 0.5 ml .
Ein weiteres Katecholaminpräperat sollte bei einem Bonus natürlich nicht an diesem Lumen infundiert werden (RR hoch) .
1,5ml reichen zum offen halten der Lumina aus.

Bei der Verabreichung von Trägerinfusionen kommt es zu unnötig häufigen Wechsel der Spritzen. Bei einer Laufgeschwindigkeit von 10ml/h sind alle 5 Stunden RR Schwankungen vorprogrammiert.
Man könnte die Trägerlösung nun auch überlappend anhängen, macht aber trotzdem wenig Sinn. Ein weiterer Punkt, der auch gegen eine Trägerlösung spricht ist das unnötig häufige diskonnektieren der Spritzen zum Wechsel. ( Hygiene)

Neugeborenen und Säuglinge, auch sie bekommen Multilumenkatheter gelegt, Aussehen, Funktion und Handhabung der Katheter sind gleich, nur die Frenchgröße und Länge sind entsprechend der kindlichen Verhältnissen angepasst.

Bei dieser Patientengruppe macht eine Trägerlösung Sinn, die Flussgeschwindigkeit ist oftmals sehr gering, so dass die Lösung zum offen halten des Lumens nicht unbedingt ausreicht.
Gerade wenn es sich um die Reduktion der Katecholamine handelt kommt es häufig zu Flussraten von weniger als 0,5ml/h.
Die Trägerlösung wird dann entsprechend eingestellt, meistens in einem Bereich zwischen 0,5ml/h - 1,5ml/h.

Um Blutdruckschwankungen zu verhindern sollte generell ein Wechsel der Katecholamine überlappend geschehen. Bei Katheter wechsel sollten die Katecholamine auch überlappend über beide Katheter verabreicht werden. Voraussetzung ist eine strenge Beobachtung um die Anflutung der Medikamente im neuen Katheter sofort zu bemerken und entsprechend sofort die Katecholamingabe am alten Katheter zu beenden.
Birgit Höveler
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todde82
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Beitrag von todde82 » 07.09.08, 15:27

Danke für die schnelle antwort! :idea: :idea: unter diesen gesichtspunkten hatte ich das ganze noch gar nicht betrachtet.klingt logisch!

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