Gehalt falsch verhandelt???

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strandsommer73
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Gehalt falsch verhandelt???

Beitrag von strandsommer73 » 07.02.08, 21:32

Hallo Zusammen !
Hatte heute ein Vorstellungsgespräch in einer Klinik und musste dort meine Gehaltsvorstellung kundtun...
Hab ich so noch nicht erlebt da ich bis dato nach Tarif bezahlt worden bin.
Ich bin Fachschwester für Anästhesie und Intensiv und sollte nach Ihren Vorstellungen am besten nächste Woche in Volzeit anfangen...ist ja eigentlich recht okay..
Bin aber in einem Arbeitsverhältnis wo ich gerne die Kündigungsfrist einhalten möchte.
Auf die Gehaltsfrage sagte ich dass ich 1700 € Netto haben möchte ,das was auch jetzt auch bekomme.
Ja darüber liesse sich reden.
Der Knaller ist aber es gibt kein Urlaubs - oder Weihnachtsgeld und ich habe 27 statt 30 Tage Urlaub.
Das habe ich natürlich nicht drauf geschlagen :-(
Sind jetzt so verblieben dass ich auf 400 € Basis dort anfange nächste Woche und ich sagte ich hätte gerne 12 €
Kommt mir jetzt im Nachhinein vielleicht etwas wenig vor da die Verwaltungschefin gleich gesagt hat ja klar sie sind ja Fachkraft ...ggggrrrr....
Mist ,kann ich das Ruder noch irgendwie rum reissen ?
Was meint ihr?
Oder ist das doof so im Nachhinein..ach jetzt will ich aber 15 €
Sie brauchen echt dringend Leute und ich wäre neben dem Stationspfleger die einzigste Fachkraft.
Eine ist wohl noch in der Anästhesie die rüber kommt wenns mal brennt...
Soll ich nachpokern???
Danke für Infos..vielleicht ist das Gehalt ja auch realistisch ??
Viele Grüsse
M.

Gunnar Piltz
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Beitrag von Gunnar Piltz » 09.02.08, 14:43

Hallo M.,

in dem Wissen, dass dort Fachkräfte dringend gesucht werden und außertariflich bezahlt wird, hätte ich meine Gehaltsvorstellung deutlich anders formuliert. Bei den nun ausgehandelten Konditionen verzichten Sie auf Gehalt und auf Urlaub. Das würde ich dringend nachverhandeln oder aber auf diese Stelle verzichten. Zudem würde ich mir den Arbeitsvertrag dort sehr genau durchlesen, damit es nachher keine bösen Überraschungen (Kündigungsschutz, Krankheitsfall, Überstunden, Dienstplanung ...) gibt.

Mit 12 Euro / Stunde als Nebenverdienst verkaufen Sie sich (abhängig von der Region) als Fachkraft deutlich unter Wert. Ihr bisheriger Netto-Stundensatz dürfte ohne Zulagen zwischen 14-15 Euro pro Stunde liegen. Wenn Sie auf das Geld durch den Nebenverdienst nicht dringend angewiesen sind, würde ich das auch auf jeden Fall nachverhandeln.

Herzliche Grüße
Gunnar Piltz
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strandsommer73
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Hab noch was rausgeschlagen...

Beitrag von strandsommer73 » 14.02.08, 21:27

Hallo
Dachte ich mir schon dass das so ausgehtg :-)
Hat mir auch keine Ruhe gelassen und habe jetzt 15 € verhandelt.
Fange nun dort auf 400 Euro Basis an uns schaue erst mal wie es so ist. ( Bekomme aber keinen Urlaub !!)
Falls ich mich dazu entscheiden sollte eine Vollzeit Stelle anzunehmen dann werde ich mich GRÜNDLICH auf das Gespräch welches sich um das Gehalt dreht vorbereiten :wink:
Ich kann mit den vereinbarten 15 € jetzt wieder gut schlafen und nehme die Gelegenheit wahr mir den Laden mal anzuschauen !
Danke für die Antwort
Gruss

Gunnar Piltz
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Beitrag von Gunnar Piltz » 15.02.08, 15:47

Hallo M.,

dann haben sich die Nachverhandlungen also doch gelohnt - schön!
strandsommer73 hat geschrieben:Fange nun dort auf 400 Euro Basis an uns schaue erst mal wie es so ist. ( Bekomme aber keinen Urlaub !!)
Ein bezahlter Urlaubsanspruch wäre bei einem 400-Euro-Job auch sehr ungewöhnlich, da Sie als Pauschalkraft ja wahrscheinlich anhand Ihrer monatlich geleisteten Arbeitsstunden vergütet werden und keinen festen Monatslohn von 400 Euro unabhängig Ihrer Arbeitsleistung beziehen.
strandsommer73 hat geschrieben:Falls ich mich dazu entscheiden sollte eine Vollzeit Stelle anzunehmen dann werde ich mich GRÜNDLICH auf das Gespräch welches sich um das Gehalt dreht vorbereiten :wink:
Hier empfiehlt es sich im Vorfeld mal einige Rechenbeispiele anzustellen. Dabei können Sie sich sicherlich am bisherigen Brutto-Jahres-Einkommen (auf dem Lohnzettel oder bei Anfrage in der Personalabteilung) orientieren, da dort auch die gesamten Zuschläge und Sonderzahlungen inbegriffen sind. Zudem gibt es im Internet Lohn- und Gehaltsrechner zu Hauf, an denen man sich eine Vorstellung machen kann, was vom Bruttolohn nachher auch im Geldbeutel ankommt.

Hier gibt es zum Beispiel einen Netto-Brutto-Rechner, mit dem man berechnen kann, welches Bruttogehalt notwendig ist, um ein gewünschtes Nettogehalt zu erzielen.

Unabhängig solcher Berechnungen ist aber vor allem der Arbeitsvertrag enorm wichtig. Werden hier außertarifliche Vereinbarung getroffen, sind vor allem Konditionen wie Lohnerhöhungen, Sonderzahlungen, Stundenarbeitszeit, Überstundenvergütung, Wochenend- und Feiertagsarbeit, Leistungen im Krankheitsfall, Dienstplanung, Kündigungsschutz, Rentenfürsorge etc. genau zu prüfen. Nehmen Sie dabei ggf. auch professionelle Beratung (zum Beispiel der Gewerkschaft) in Anspruch.

Herzliche Grüße
Gunnar Piltz
DMF-Moderator

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