IntensivDokumentation - ärztliche Anweisungen verwalten

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Gunnar Piltz
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IntensivDokumentation - ärztliche Anweisungen verwalten

Beitrag von Gunnar Piltz » 26.09.07, 16:51

Pressemeldung vom 26.09.2007

IntensivDokumentation - ärztliche Anweisungen einfach verwalten

Der tägliche Dokumentationsaufwand in der Intensivmedizin entzieht Medizinern und Pflegepersonal wertvolle Zeit, die für die Behandlung schwerstkranker Menschen nicht zur Verfügung steht. Unterlagen, die immer noch handschriftlich erstellt werden, sind jeden Tag aufs Neue fester Bestandteil der kostenintensiven Arbeitszeit. Hinzu kommt, dass oftmals handschriftliche Angaben nicht zweifelsfrei lesbar sind und dies zu Kommunikationsdefiziten im Intensivstationsteam führen kann.

Die Firma Intermundia GmbH hat in engem Kontakt mit Intensivmedizinern eine Software entwickelt, welche die Arbeit auf der Intensivstation erleichtert und den Dokumentationsaufwand minimiert. Mit der Software "IntensivDokumentation" wird es dem Arzt erspart, Anordnungen und Anweisungen täglich neu zu schreiben. Er kann auf gewohnte Vorlagen zurückgreifen, ohne dabei in seinem Gestaltungsspielraum beeinträchtigt zu sein.

IntensivDokumentation ist eine Softwarelösung, um die Arbeit auf der Intensivstation zu erleichtern.

Für jeden Patienten auf einer Intensivstation muss der Arzt täglich neue Anweisungen zur Diagnostik und Therapie erstellen. Gerade handschriftlich fixierten Anordnungen für Medikamentengaben, Infusionsprogramme und Spritzenpumpen nehmen täglich kostbare Zeit in Anspruch. Hinzu kommen aufwändige Korrespondenzen bei der Verlegung eines Patienten oder bei der Beantragung z.B. einer Gerichtsvollmacht.

Mit IntensivDokumentation wird es dem Arzt erspart, die Anweisungen täglich neu schreiben zu müssen.

Die Software ist so konzipiert, dass die Dokumentation bei Aufnahme des Patienten auf die Intensivstation, einmalig angelegt wird. Dazu werden Stammdaten, Diagnosen und die Therapie des Patienten dokumentiert und die zu verabreichenden Medikamente, Infusionen und Spritzenpumpen aus einer stationsspezifischen Liste übernommen. Sind alle Informationen eingegeben und abgespeichert, kann eine vollständige Intensivkurve auf Grundlage dieser Informationen im DIN A4-Format ausgedruckt werden.

Der Vorteil: Am nächsten Tag kann auf die Angaben des Vortages zurückgegriffen werden, so dass nur die tagesaktuellen Änderungen in den Anordnungen bearbeitet werden müssen, ehe die Kurve einfach wieder ausgedruckt wird. Hilfreich bei der täglichen Aktualisierung sind die Tageszähler bei den Medikamenten.

Auch die Erstellung der oft benötigten Korrespondenzen wird deutlich vereinfacht. Die Briefe werden bereits mit allen Informationen des Patienten in einer Vorlage aufbereitet und können nach individueller Korrektur durch den Arzt sofort ausgedruckt werden. So ist z.B. der Verlegungsbericht bereits mit allen wichtigen Informationen des Patienten vorbereitet und kann innerhalb kürzester Zeit erstellt werden.

Um sich den Individualitäten der unterschiedlichen Intensivstationen anzupassen, werden alle Vorlagen und Ausdrucke, Medikamenten- und andere Listen sowie die Programmoberfläche und das Layout auf die jeweiligen Anforderungen der Intensivstation zugeschnitten. Dennoch sind jederzeit freie Eingaben möglich.

Die Bedienung der Software ist denkbar einfach. Die selbsterklärende und übersichtlich gehaltene Benutzeroberfläche ist ohne eine aufwändige Einarbeitung für alle Teammitglieder zu verstehen.

Damit werden nicht nur die Ärzte von zeitaufwändiger Arbeit befreit, sondern auch die Zusammenarbeit auf der Station unterstützt. Denn die Ausdrucke sind übersichtlich gestaltet und alle Angaben sind klar zu erkennen.

Weitere Informationen zu der Software und eine kostenlose Demo-Version finden Sie unter www.intensiv-dokumentation.de.

Zudem möchten wir Sie gerne zu einem Meinungsaustausch bei www.AnInt.de – Das Portal für Anästhesie- & Intensivpflege unter www.medizin-forum.de/phpbb/viewtopic.ph ... tner=anint einladen.

Kontakt:

Intermundia GmbH
Münzstraße 19
D-10178 Berlin
Telefon +49(30) 275 89 577
Fax +49(30) 275 89 578
E-Mail: kontakt@intensiv-dokumentation.de
Internet: www.intensiv-dokumentation.de

gomer05
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Beitrag von gomer05 » 29.09.07, 13:20

Guten Tag,

mit Erstaunen habe ich die Präsentation der „IntensivDokumentation“ zu Kenntnis genommen. Ich selbst bin Krankenpfleger und Administrator für ein auf unserer Intensivstation betriebenes Patient-Data-Management-System.
Aus meiner nun über vierjährigen Erfahrung mit einem PDMS kann ich sagen, dass die hier vorgestellte Lösung im Alltag wohl kaum einen signifikanten Nutzen bringt. Zwar sind Anordnungen nun immer lesbar und standardisierter, da man sich aus einer vorkonfigurierten Liste bedient; dies allerdings ist lediglich eine Minimalanforderung, die der Komplexität einer modernen Dokumentation kaum gerecht werden dürfte.
Die meiste Zeit bis zu einer Anordnung verbringt der Arzt mit der Sammlung von Informationen. Vitaldaten, Laborwerte, Röntgenbefunde und vieles mehr müssen gesichtet und interpretiert werden, bevor sie sich in einer Anordnung niederschlagen. Die hier vorgestellte Lösung ist kein Datenpool, aus dem diese Informationen bereit gestellt werden können und damit Prozesszeiten verkürzt werden.
Darüber hinaus produziert man ein Stück Papier, welches möglicherweise schon eine Stunde nach dem Ausdruck seine Aktualität verloren hat – nämlich dann, wenn sich der Zustand des Patienten verändert (und das soll in der Intensivmedizin ja vereinzelt mal vorkommen ...). Aktualisieren heißt also neu drucken ....
Ein weiterer Schwerpunkt liegt heute in der Erhebung abrechnungsrelevanter Daten (OPS 8-980.x, sonderentgeltfähige Medikamente, Beatmungszeiten, DRG etc.). Hier kann ein elektronisches System enorm Hilfe leisten – Papier nicht.
Zudem stört mich in der Präsentation die alleinige Ausrichtung auf die Zielgruppe „Arzt“. Intensivmedizin bildet eine große Schnittmenge verschiedener Berufsgruppen – dies sollte sich auch in der Dokumentation widerspiegeln.
Mein Fazit: Die vorgestellte Lösung ist ein besseres Word-Dokument, die wir vor der Installation unseres PDMS in ähnlicher Form selbst schon hatten. Kann jeder.

spaint
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Beitrag von spaint » 30.09.07, 20:50

Hallo gomer05,

diese Einwände sind uns bewußt, denn sie vergleichen die fast ideale digitale Patientenakte mit einem Programm, das davon einen Teilbereich abdeckt.

Dieses Programm ist eine Hilfe in Krankenhäusern, die keine komplette IT-Lösung haben und auch nicht in naher Zukunft haben werden und für einzelne Problembereiche unterschiedliche Softwarelösungen nutzen.

Sicherlich ist es ein Kritikpunkt, dass hier der Focus bei den Ärzten liegt. Aber je nach Arbeitsmaterial eines Teams, kann das gesamte Team davon profitieren.

Hier noch eine Anmerkung zum ausgedruckten Papier: da wir hier keine elektronische Patientenakte haben, ist der Ausdruck auf Papier notwendig - für die Archivierung. Und so werden auch die Aktualisierungen am Patientenbett schnell und einfach handschriftlich hinzugefügt. Die Kurve muss nicht neu ausgedruckt werden. Die Änderungen werden dann einfach für den nächsten Tag übernommen. Diese handschriftlichen Ergänzungen sind auch gewollt, schließlich haben diese Krankenhäuser nur einen oder zwei PCs auf der Station und gar nicht die Möglichkeit, die Akte elektronisch am Patient zu führen.

Sinnvoll ist die Erweiterung auf abrechnungsrelevante OPS Daten. Das ist längerfristig geplant.

Und es ist weit mehr als ein Word-Dokument: der Ausdruck ist eine übersichtliche Anordnung aus einer Vielzahl von stationspezifischen Werten. Zusätzlich werden aus den im Laufe der Zeit gesammelten Informationen die Briefvorlagen erstellt - ein mühsames Zusammenstellen entfällt.

Das Fazit ist, daß hier schnell und kostengünstig die tägliche Arbeit erleichtert wird in Krankenhäusern, die nicht eine elektronische Patientenakte aufbauen können.

gomer05
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Beitrag von gomer05 » 01.10.07, 09:52

Hallo spaint,

soweit, so gut. Ich hätte mit dem vorgestellten Programm keinerlei Probleme, wenn es quasi in privater Initiative im stillen Kämmerlein einer Intensivstation entstanden und als solches zum Beispiel in diesem Forum vorgestellt worden wäre.
Da dieses Produkt aber gewerblich vertrieben wird (oder werden soll), ist eine kritischere Betrachtung notwendig.
Ein unbestreitbarer Vorteil einer EDV-gestützten Dokumentation ergibt sich sicherlich aus der Lesbarkeit, ein weiterer aus der Fortschreibung einmal getätigter Anordnungen. Darin sind wir uns einig. Dieses Anforderungsprofil erfüllt aber tatsächlich auch ein Word-Dokument. Listen aller Art lassen sich so ebenfalls einbinden – hier räume ich der Software lediglich einen Komfortvorteil ein.
Hinsichtlich der teilautomatisierten Arztbriefschreibung können Sie mich gerne noch überzeugen. Im Moment gehe ich aber davon aus, dass sich eine Doppeldokumentation von zuvor bereits eingegebenen Stammdaten, Medikamenten oder anderen zuvor bereits getätigten Eingaben über die simple „Kopieren und Einfügen“-Funktion auch bei der Arztbriefschreibung vermeiden läßt.
Beim Layout und der Bedienerfreundlichkeit ist das Programm einer „selbst gebastelten“ Lösung sicher überlegen. Aber um welchen Preis ?
Sie gehen richtig davon aus, dass PDM-Systeme derzeit noch wenig verbreitet sind, da die Kliniken die vordergründig hohen Investitionskosten scheuen. Gleichzeitig scheint aber klar zu sein, dass langfristig kein Weg daran vorbei führt. Ich verstehe das Produkt demnach als „Zwischenlösung“. Nun aber muß sich jede wirtschaftlich orientierte Abteilung fragen, ob sich das lohnt – eine Entscheidung, die sich ausschließlich am Preis festmacht (als Privatperson frage ich mich auch alle zwei Jahre, ob es sich lohnt, in mein altes Auto noch mal zu investieren, um es über den TÜV zu bringen...).
Um nicht mißverstanden zu werden: Ich will die vorgestellte Lösung nicht kleinreden und gleichzeitig Werbung für PDM-Systeme machen – davon habe ich nichts.
Ich warne aber davor, allzu kurzfristig zu denken.

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Beitrag von gomer05 » 10.10.07, 16:35

Nanu ?!
Keine weiteren Beiträge ? Woran liegt's ?

Filirator
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Beitrag von Filirator » 15.10.07, 16:06

Wieso gibts keine Preisangabe?

Geheim?

Filirator

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Beitrag von gomer05 » 21.10.07, 09:09

Es ist schon merkwürdig, daß einerseits zu einem Meinungsaustausch in diesem Forum aufgerufen wird, sich der Hersteller dann aber so vornehm zurückhält.
Gibt es das System vielleicht schon nicht mehr ?
Ich habe schon einige Dokumentationssysteme kommen und auch wieder gehen sehen ...

spaint
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Beitrag von spaint » 21.10.07, 15:25

Das Programm hat eine bestimmte Zielgruppe, nämlich Häuser, die sich mit diesem Thema schon selbst beschäftigt haben und hier interessiert sind an einzelnen Lösungen. Eine allgemeine Diskussion über pro und cons von Investitonen etc. halte ich an dieser Stelle nicht für sinnvoll.
Zum Thema gewerblich: ich sehe hier kein Problem, denn wir gehen kooperativ auf Krankenhäuser zu. Und da wir es mit Ärzten entwickelt haben, ist der Ansatz "stilles Kämmerlein" gar nicht so verkehrt :D
Preisangabe: Wir bieten neben der Lizenz auch sinnvolle Hilfe bei der Einrichtung und der Einführung auf Station an. Also Preise individuell nach Aufwand und Anfrage.

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Beitrag von gomer05 » 22.10.07, 13:04

Ich stosse hier ganz sicher keine allgemeine Diskussion über Investitionen aller Art in Krankenhäusern an. Ich stelle lediglich fest, dass über kurz oder lang jedes Haus in eine EDV-gestützte Dokumentation investieren muss, wenn es den immer weiter zunehmenden Anforderungen gewachsen sein will. Dies ist Konsens. Genau mit diesem Argument präsentieren Sie sich ja auch am Markt.

Nun kann man das Dokumentationsumfeld auf einer Intensivstation dadurch effizienter gestalten, indem man die sich immer wiederholenden täglichen Eingaben ein Stück weit einfacher gestaltet, der Dateninput also schneller geht. Damit stellen Sie diejenigen zufrieden (bei Ihrem System leider nur die Ärzte), die dies tun.
Der größeren Berufsgruppe auf einer Station, nämlich den Pflegekräften, nutzt dies nur indirekt, indem Anordnungen nun immer lesbar sind (und Rückfragen seltener nötig sind). Eine ähnliches Dokumentationstool für Pflegekräfte - und damit eine Effizienzsteigerung in dieser Berufsgruppe - bietet Ihr System nicht.

Darüber hinaus gibt es - gerne unterschätzt - noch eine dritte Berufsgruppe, die ein an einer strukturierten Datensammlung Interesse hat: das Controlling. Diesen Leuten ist es in der Regel herzlich egal, wie komfortabel die Daten in ein System hineinkommen. Entscheidend ist, was hinten herauskommt, namentlich alle abrechnungsrelavanten Details. Hier bieten Sie nichts an.

Ich stelle also noch einmal fest: Ihr System sorgt bei einem kleinen Teil des therapeutischen Teams für einen gewissen Benefit. Der größere Teil darf staunend zusehen. Und der Controller träumt weiter von Daten, die es ihm ermöglichen, für sein Haus Geld zu erwirtschaften.

Ich gebe zu, mein Fazit etwas provokant formuliert zu haben. In Ihrem letzten Statement haben Sie aber die Entwicklungsgeschichte ("mit Ärzten im stillen Kämmerlein") für alle diejenigen provozierend dargelegt, die tagtäglich über den eigenen Tellerrand hinausschauen, sich tatsächlich berufsgruppenübergreifend als therapeutisches Team verstehen und keine Politik der Abgrenzung betreiben.

Ich bin gespannt, ob Sie damit Erfolg haben.

gomer05
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Beitrag von gomer05 » 06.11.07, 09:57

Auf wie vielen Stationen läuft das Programm denn bereits ?
Gibt es Rückmeldungen der dortigen Anwender ?

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