gehaltseinbußen durch arbeitszeitgesetzänderung?

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Ronnie Klippel
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gehaltseinbußen durch arbeitszeitgesetzänderung?

Beitrag von Ronnie Klippel » 23.05.07, 18:31

hallo,
in unserer operativen funktionsabteilung ist das chaos ausgebrochen.ab juni wird das neue arbeitszeitgesetz umgesetzt.jetzt haben viele mitarbeiter angst erhebliche gehaltseinbußen hinnehmen zu müssen.bezahlt werden nur noch rufbereitschaften nach der alten stufe b,ein bereitschaftsdienst wird in freizeit ausgeglichen.d.h. man geht nach einem bd morgens heim.da keiner gerne geld verliert wird jetzt schon heftig diskutiert u. gestritten nach dem motto:"warum hat der o. die ne rufbereitschaft mehr als ich?"
mich würde interessieren ,wie andere häuser im öffentlichen dienst, in ihren abteilungen die geschichte umgesetzt haben,damit die mitarbeiter zufrieden sind.
gruß aus der schönen pfalz ronnie

D.V.
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Beitrag von D.V. » 04.06.07, 21:35

Hallo Ronnie
Ich arbeite in einem kleinen Haus mit BD-Stufe B und wir haben unseren Dienst im Januar umgestellt.Wir arbeiten nun in max 24h-Diensten.
Werktags reguläre AZ von 9:30-18:00
danach BD Stufe B bis morgens 7:30 ergibt 15 h AZ und damit den nötigen freien Tag
Freitag und Sonntag Dienste haben wir zu einem Paar verknüpft :
Freitag : reguläre AZ von 9:30-18:00 = 8 h AZ
danach BD bis morgens 8:10 = 14:10 h BD = 7:05 h AZ
von diesen 7:05 h werden 4 h ausbezahlt und 3:30h in Freizeit gewährt
Sonntag BD von 8:00 bis Montag 7:30 =23:30 h
werden zu 4h Freizeit und 7:45 h ausbezahlt
So hat man den Montag frei und in Kr 6 203,75€ bruttoverdient
Samstags haben wir von 8-12 Uhr 4 h AZ, die als Freizeit gewährt wird und dann bis zum nächsten Morgen 20 h BD, die als 173,40 € ausbezahlt werden.
Nach diesem Modell darf man in 4 Wochen 3 Werktagsdienste und einen Wochenendtag oder Feiertag-Dienst machen, um nicht über die 48h Grenze zu kommen.
Eine gute Hilfe ist unter dieser Adresse zu finden:www.diag-mav.org/arhilfen/arzeit/bereitschaftsdienst-arbeitshilfe.htm
Die finanzielle Einbuße zu vorher waren bei uns jetzt etwa 300 € brutto, aber das heimgehen nach dem Dienst hat sich als guttuend herausgestellt und wir streiten uns immer noch nicht um die paar Kröten am Wochenende.

ich hoffe geholfen zu haben
Dirk ,
der Saarländer aus der Eifel

Filirator
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wieviele Stellen?

Beitrag von Filirator » 06.07.07, 09:45

Hallo Dirk,

da interessiert es mich doch wie ihr dieses Rechenkunststück bewerkstelligt? Wieviele Planstellen bei wievielen OP-Sälen und welcher Auslastung (Narkosen/Jahr) habt ihr?

Wann fängt der BD an zu arbeiten (macht er die ganze Schichtlänge + BD mit oder kommt er erst zum Dienst?)

Bei maximal 4 Diensten im Monat + Urlaub/Krankheit braucht ihr ja ordentlich Personal für dieses kleine Haus?

So viele Fragen hat

Filirator

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wieviele Stellen?

Beitrag von Filirator » 06.07.07, 09:51

Hallo Dirk,

da interessiert es mich doch wie ihr dieses Rechenkunststück bewerkstelligt? Wieviele Planstellen bei wievielen OP-Sälen und welcher Auslastung (Narkosen/Jahr) habt ihr?

Wann fängt der BD an zu arbeiten (macht er die ganze Schichtlänge + BD mit oder kommt er erst zum Dienst?)

und wer arbeitet von 7:30 bis 9:30?

Wieso rechnet bihr im BD nur die Hälfte an tatsächlicher Arbeitszeit (Bereitschaftsdienst ist Arbeitszeit!)

Wieso plant ihr mit maximal 48 Stunden - und nicht mit einer opt-out-Lösung?

Bei maximal 4 Diensten im Monat + Urlaub/Krankheit braucht ihr ja ordentlich Personal für dieses kleine Haus?

So viele Fragen hat

Filirator

D.V.
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Beitrag von D.V. » 20.07.07, 20:45

Hallo Filirator
Hier die Beantwortung deiner Fragen
1. Wir sind 14 Mitarbeiter auf 10 Planstellen und betreiben 4 OP-Säle, AWR, Eigenblut und Schmerztherapie mit 5000 OP´s im Jahr Restliche Zahlen könnte ich nur schätzen.
2. Normale Arbeitszeit von 7:30-16:00 Uhr, der Diensthabende arbeitet von 9:30-18:00 Uhr normal ( mit Überhangsaal ) und hat dann BD der Stufe B bis nächsten Morgen 7:30
3. Bei der Berechnung muß man unterscheiden zwischen der tariflichen Arbeitszeit ( 38,5 h-Woche) und der EUGh-Zeit ( 48 h-Woche). Die 15 h beziehen sich auf die tarifliche AZ, EUGh-bezogen sind das natürlich 21,5 h ( Pause abgezogen ).
4. Opt-out haben wir nicht gewählt, weil diese Regelung beschränkt ist bis zum 31.07.2009 und dann generell nur noch 48 h erlaubt sind. Dann wäre also noch mal Umbau der Arbeitszeiten nötig. So haben wir jetzt einen Schnitt gemacht und haben nicht nochmal diese Unruhe in der Abteilung.
5. Wenn 0,5-Teilzeitkräfte 3 Dienste machen und alle an einem Strang ziehen bekommt man das hin !

Ich hoffe, jetzt ist alles Klar

Dirk

geolinn
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Beitrag von geolinn » 14.08.07, 23:38

Hallo Kollegen/innen
dieses Thema ist so wichtig für mich , daß ich gerne andere Modelle kennen lernen möchte. Teilt doch bitte eure Erfahrungen oder und Sorgen mit.
Gruß
Geolinn

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