Freiwillige Registrierung als Krankenschwester

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adabei
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Beitrag von adabei » 18.05.07, 15:37

Hallo!

derpfleger hat geschrieben: ...zum Thema freiwillige Registrierung wird auch die Idee vertreten, eine kostenlose Erstregistrierung würde den Registrierungsgrad der beruflich Pflegenden deutlich erhöhen. Ich würde allerdings weiter gehen, und auch eine deutliche Kostensenkung bei der Re-Registrierung fordern.


Die kostenlose Registrierung wäre schon mal ein erster guter Schritt, um mehr Mitglieder zu bekommen. Ich konnte mich letztes Jahr glücklicherweise während der DIVI kostenlos registrieren lassen.
Die weitere Registrierungsgebühr finde ich aber schon für zu hoch und schreckt die meisten auch ab. Denn man muss oft schon für die Fortbildungen bezahlen und seine Freizeit opfern.
Aber je mehr Pflegekräfte sich registrieren würden, umso geringer könnte die Re-Registrierungsgebühr vielleicht einmal ausfallen.

derpfleger
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Deutscher Pflegerat drückt sich vor Antworten...

Beitrag von derpfleger » 25.05.07, 22:29

So nu mal Butter bei die Fische, DPR!
Jetzt ist genug Zeit verstrichen, um auf die ausstehenden Fragen zu antworten. Woran liegt die Verzögerung? Schlechtes Gewissen? Gelder veruntreut? Was ist los mit dem DPR?????

@Gunnar: hat sich bei dir jemand gemeldet?

Ich habe selbst am 07.05.07 eine mail an den DPR geschickt mit folgendem Inhalt:
Sehr geehrte Damen und Herren,

zum Thema "Freiwillige Registrierung für beruflich Pflegende" hätte ich einige Fragen:

1. Wieviele der zur Zeit ca. 1.3 Millionen beruflich Pflegenden sind zur Zeit bereits freiwillig registriert?
2. Gibt es einen einsehbaren Geschäftsbericht der Registrierungsstelle, der Aufschluss über die Verwendung der Gebühren für die freiwillige Registrierung gibt?
3. Wie steht der deutsche Pflegerat zu der Überlegung, die Ziele der freiwilligen Registrierung (zu diesem frühen Zeitpunkt hauptsächlich die Sammlung von verlässlichen Daten)durch eine kostenfreie freiwillige Registrierung schneller erreichen zu können, als dies bisher geschehen ist?
Ein Positionspapier der BAPP, Bundesinitiative ambulante Psychiatrische Pflege e.V. ( http://www.bapp.info/texte/SN-FreiwRegistr.pdf ) unterstützt diese Überlegung.

In der von Ihnen vorgestellten Rahmenberufsordnung steht unter 6.Fortbildung:"...verpflichten sich professionell Pflegende zu einer freiwilligen
Registrierung (solange dies nicht vom Gesetzgeber geregelt ist)."
Unter der Annahme, eine gesetzliche Regelung würde die Registrierung verpflichtend vorschreiben, bzw. die Bildung einer Pflegekammer mit Pflichtmitgliedschaft wäre erreicht, ergibt sich für mich noch folgende Frage:
4.Wie hoch würde aller Wahrscheinlichkeit nach die Gebühr für die Registrierung, bzw. der Beitrag an eine Pflegekammer ausfallen? Gibt es vergleichbare Zahlen aus anderen Ländern (zB Grossbritannien)?

Über Antworten auf diese Fragen würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Am 11.05.07 bekomme ich folgende Antwort:
Sehr geehrter Herr XXX

Täglich erhalten wir viele Anfragen.

Wir müssen darauf hinweisen, dass die gesamte Organisation des Deutschen Pflegerates ehrenamtlich arbeitet.

Um der Bedeutung Ihrer Anfrage gerecht zu werden haben wir einen unserer Mitgliedsverbände gebeten, Ihnen die fachliche Beantwortung Ihrer Anfrage innerhalb von zwei Wochen zukommen zu lassen.

Daher leiten wir Ihr Schreiben an den Mitgliedsverband weiter, der Ihr Anliegen am kompetentesten bearbeiten kann.


OK, die 2-Wochen-Frist für meine Anfrage ist nun rum, nur die Antwort bleiben sie mir immer noch schuldig.

Sollte sich tatsächlich niemand melden, ist das Thema Freiwillige Registrierung damit für mich durch und wird auch nicht weiterempfohlen (sondern davon abgeraten).

So long,
derpfleger

PS: intereesanterweise stelle ich gerade fest, dass die Webseite des DPR aktuell down ist...

Elisabeth D
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Beitrag von Elisabeth D » 26.05.07, 08:52

Tolle Antwort:
Um der Bedeutung Ihrer Anfrage gerecht zu werden haben wir einen unserer Mitgliedsverbände gebeten, Ihnen die fachliche Beantwortung Ihrer Anfrage innerhalb von zwei Wochen zukommen zu lassen.

Man traut sich offenbar nicht mal den Verband konkret zu benennen. Eigenartiges Geschäftsgebahren.
Zur ehrenamtlichen Tätigkeit: werden die Mitarbeiter des DPR nicht durch die angeschlossenen Verbände finanziert?

Elisabeth

Gunnar Piltz
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Beitrag von Gunnar Piltz » 26.05.07, 10:05

Hallo Miteinander !!!

derpfleger hat geschrieben:@Gunnar: hat sich bei dir jemand gemeldet?

Leider habe auch ich bisher keine Antwort vom Deutschen Pflegerat erhalten, nehme aber diese Nachfrage hier erneut zum Anlass, mich nochmals an den DPR zu wenden:

Gunnar Piltz an Deutschen Pflegerat hat geschrieben:Sehr geehrte Damen und Herren,

in unserem Portal für die Anästhesie- und Intensivpflege (www.AnInt.de) gibt es derzeitig eine rege Diskussion über den Sinn und Nutzen der Freiwilligen Registrierung. Ein wesentliches Argument der Kritiker sind dabei die Gebühren, welche bei den Registrierungsverfahren von der Registrierungsstelle erhoben werden. Mit der Bitte um Stellungnahme bzw. Beteiligung an diesem Austausch von Seiten des Trägers der Freiwilligen Registrierung, hatte ich mich bereits Ende letzten Monats an die Unabhängige Registrierungsstelle gewandt. Man teilte mir in einer Mail mit, die Anfrage an den zuständigen Deutschen Pflegerat weitergeleitet zu haben.

Da ich in einem solchen Austausch innerhalb beteiligter Berufsgruppen durchaus Chancen sehe, wie Sie mit Ihrer Darstellung und Argumentation eine Vielzahl von beruflich Pflegenden erreichen können, bitte ich Sie nun erneut um eine Stellungnahme bzw. um eine Beteiligung an dieser interessanten Diskussion. Vielleicht könnte sich einer Ihrer Mitarbeiter/-innen zum Nutzen der Freiwilligen Registrierung und im Interesse einer sachlichen Diskussion aktiv an diesem Austausch beteiligen und mit fundierten Transparenzinformationen auf Fragen und Kritik eingehen. Falls Sie zu einer aktiven Teilnahme im Forum keine Möglichkeit sehen, wäre ich an einer Stellungnahme, die ich dann gerne in das Forum weiterleiten werden, interessiert.

Sie finden uns im Netz unter: http://www.AnInt.de

und die derzeitig laufende Diskussion unter:

http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewt ... tner=anint

Gerne richte ich Ihnen bei Bedarf einen Account für die Schreibrechte auf unserem Forensystem ein, falls es bei der kostenlosen und einfachen Registrierung Probleme geben sollte.

Herzliche Grüße
Gunnar Piltz
(AnInt.de)


Falls ich eine Antwort via Mail erhalten sollte, stelle ich diese hier natürlich ein.

Herzliche Grüße
Gunnar Piltz
DMF-Moderator

derpfleger
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Antwort des DPR:

Beitrag von derpfleger » 29.05.07, 11:54

Hallo Mitlesende,
der DPR hat nun auf meine Mailanfrage geantwortet, hier der Wortlaut:
Sehr geehrter Herr XXX,

vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an der Freiwilligen
Registrierung für beruflich Pflegende.

Wir bitten um Verständnis, dass wir und auch der Pflegerat derzeit noch
nicht so personell ausgestattet sind, dass wir auf alle individuellen
Fragen ausführlich antworten können.
Gern senden wir Ihnen aber im Mailanhang unsere Informationen (Power
Point Präsentation zur Darstellung der Freiwilligen Registrierung und
sonstige Veröffentlichungen zu, in denen auch auf einige Ihrer
Fragestellungen eingegangen wird.
Ansonsten werden die Fragen die an uns geleitet werden und über diese
Informationen hinausgehen an den Deutschen Pflegerat weitergeleitet, der
dieses dann sobald als möglich gebündelt diskutiert und in die
Weiterentwicklung des Projektes einbezieht .
Zur Zeit sind 4300 beruflich Pflegende bei uns registriert.
Der Deutsche Pflegerat als Träger des Projektes erhält
selbstverständlich einen regelmäßigen Bericht zum Verlauf des Projektes
und zur Verwendung der Gebühren.
Die Freiwillige Registrierung ist eine Selbstverwaltungsaufgabe der
Pflegenden und muss über eigene Gebühren finanziert werden. Neben den
umfangreichen administrativen Aufgaben wie Erfassung der Daten,
Fertigung der individuellen Registrierungsunterlagen, Materialkosten,
Porto etc. ist gleichzeitig der Aufbau eines Prüfinstruments für die
Überwachung der Fortbildungspunkte notwendig.
Darüber hinaus muss das Projekt weiterentwickelt, die Berufsgruppe
informiert werden und es sind Fragen zu beantworten, wie z.B. Ihre. Das
alles bindet Arbeitskraft und kostet Geld.
Leider ist für die Gebühren auch noch die Mehrwertsteuer (19
%)abzuführen, sodass es derzeit noch sehr schwer ist, eine Kostendeckung
für das Projekt zu erreichen.
Nur durch viel ehrenamtliches Engagement und die Unterstützung der
Pflegeverbände ist dies Arbeit möglich.

Dies erklärt auch, dass bei allen besten Wünschen der Berufsgruppe alles
kostenfrei anzubieten, hier dann Aktivitäten nicht möglich wären, weil
leider zumindest das Material und Porto etc. selbst durch ehrenamtliche
Arbeit nicht bezahlt werden kann und weil auch der Organisationsgrad in
den Verbänden nicht so hoch ist, das diese aus ihren Mitgliedsbeiträgen
alles bezahlen werden könnte.

Übrigens unterläge die Finanzierung kammerähnlichen Zwängen, würde dies
auch Kosten verursachen, welche dann sicher entsprechend höher sein
würden, da hier die Aufgaben noch vielfältiger wären.

Wir hoffen so einen Teil Ihrer Fragen beantwortet zu haben und bitten
Sie herzlich weiter für das Projekt zu werben und sich selbst auch
registrieren zu lassen.

Viel Erfolg bei Ihren Vorhaben und

viele Grüße aus Potsdam


Im Anhang an die mail waren noch verschiedene PowerPoint-Präsentationen und PDFs.
Insbesondere eine Übersicht über andere europäische Länder bzgl. Registrierung und deren Kosten wäre interessant. Mal sehen, ob wir für die Veröffentlichung dieser Daten hier im Board eine Genehmigung bekommen.

Gruß derpfleger

Surrogat

Registrierung

Beitrag von Surrogat » 30.05.07, 07:47

Hallo miteinander,

Zur Zeit sind 4300 beruflich Pflegende bei uns registriert.


...schluck, und ich dachte, meine 12xxx er Registrierungsnummer sagt etwas über die tatsächliche Anzahl der registrierten Pflegekräfte aus :shock:

Gruss,

Surrogat

derpfleger
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Re: Registrierung

Beitrag von derpfleger » 30.05.07, 10:21

Surrogat hat geschrieben:...schluck, und ich dachte, meine 12xxx er Registrierungsnummer sagt etwas über die tatsächliche Anzahl der registrierten Pflegekräfte aus :shock:

Ja, diese Zahl ist in der Tat ziemlich traurig.
Auch bei den kürzlich erfolgten Streiks des Pflegepersonals hat sich gezeigt, wie schwer man diese Berufsgruppe mobilisieren kann.
Wenn das mit der freiwilligen Registrierung vorankommen soll, muß man wohl oder übel alle nur denkbaren Hürden abbauen. Auch wenn es, wie in dem Antwortschreiben zu lesen ist, momentan nur schwer zu finanzieren ist, bleibe ich bei meiner Meinung, daß die größte Hürde die Kosten sind.

Gruß derpfleger

Elisabeth D
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Beitrag von Elisabeth D » 30.05.07, 15:20

Ich stelle mal die These dagegen, dass selbst wenn es umsonst ist sich nicht mal 10% der Pflegenden dafür interssieren werden. Berufspolitik- wie Politik allgemein- interessiert Pflegekräfte nur sehr wenig. Viele Jahre hat man sich bemüht Pflege auf wissenschaftliche Füße zu stellen aber selbst 2007 ist das Hauptkriterium in die Pflege zu gehen: Nächstenliebe. Und diese Einstellung besagt alles.

Gibt nur zwei wege zur Registrierung: Pflichtregistrierung in einer Kammer ... oder du gibts jeder Pflegekraft für die Registrierung 50 € jährlich (besser noch monatlich) dazu.

Elisabeth

derpfleger
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Beitrag von derpfleger » 30.05.07, 19:54

Elisabeth D hat geschrieben:... oder du gibts jeder Pflegekraft für die Registrierung 50 € jährlich (besser noch monatlich) dazu.

Tja, das wäre doch mal eine Herausforderung für die Gewerkschaft :-).
Solange das Ganze nur eine Selbstbeweihräucherung ohnehin schon engagierter Pflegekräfte bleibt, schliesse ich mich deinen Mutmassungen an.
Es muß schon ein Mehrwert zu erkennen sein, damit man sich registriert.
Aber das darf sich ja auch langsam entwickeln. Mit 10% Registrierten hätte man doch schon eine Menge erreicht, damit kann man sich schon etwas Gehör verschaffen. Und dann muß eben der Mehrwert erkennbar werden. ZB eben auch durch Gehaltsdifferenzen zwischen registriert und nicht-registriert. Wenn sich das Fortbilden bezahlt macht, dann wird es sich auch durchsetzen. Dann sollte allerdings das Mehr auf dem Gehaltszettel nicht gänzlich durch den Beitrag zu einer Registrierungsstelle/Pflegekammer aufgebraucht werden, sonst wirds wieder zur Farce...

Naja, wird wohl noch lange eine Randerscheinung bleiben.

Gruß derpfleger

derpfleger
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Beitrag von derpfleger » 30.05.07, 21:36

Eine Übersicht über andere europäische Länder bzgl. Registrierung und deren Kosten kann man sich zb hier in diesem PDF-Dokument ansehen.
Die Verscheidenen Länder haben sehr unterschiedliche Verfahren und es entstehen auch sehr unterschiedliche Kosten.
Im europäischen Vergleich wären wir mit den Kosten, wie sie bisher von der Registrierungstelle eingezogen werden, durchaus noch nicht Spitzenreiter.

Schauts euch mal an.

Gruß derpfleger

Elisabeth D
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Beitrag von Elisabeth D » 31.05.07, 06:32

derpfleger hat geschrieben: Und dann muß eben der Mehrwert erkennbar werden. ZB eben auch durch Gehaltsdifferenzen zwischen registriert und nicht-registriert. Wenn sich das Fortbilden bezahlt macht, dann wird es sich auch durchsetzen.


*g* Du glaubst doch nicht im Ernst das auch nur irgendwer daran Interesse hätte? Momentan ist man stolz darauf für erfahrene KPHs wieder frisch 3jährig examniertes Personal einstellen zu dürfen... zu geringeren Löhnen als eine erfahrene KPH kosten würde- Verdi sei dank.

Solange es keine definierten Vorbehaltsaufgaben mit genauer Beschreibung der dazugehörigen Fachkompetenz gibt wird sich nichts ändern und solche Registrierungen sind sinnentleerte Worthülsen... wie es übrigens viele in der Pflege gibt.

Elisabeth

derpfleger
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Beitrag von derpfleger » 31.05.07, 12:52

@Elisabeth D:
Die Lohnentwicklung der letzten Zeit scheint dir recht zu geben. Es wird wohl nicht auf mehr Lohn sondern eher auf weniger Lohnverlust hinauslaufen.

Aber der Weg über freiwillige Registrierung hin zu definierten Vorbehaltsaufgaben erscheint mir logischer, als der Weg über reines Jammern hin zu definierten Vorbehaltsaufgaben.
Insofern erscheint mir deine pauschale Ablehnung wenig hilfreich. Das klingt in meinen Ohren schon vollkommen resigniert.

Gruß derpfleger

Gunnar Piltz
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Beitrag von Gunnar Piltz » 02.06.07, 17:07

Hallo Miteinander,

auch ich habe eben ein Antwortschreiben auf meine hier bereits eingestellte Anfrage vom DPR erhalten. Leider sah man sich wohl nicht in der Lage, aktiv in diese Diskussion mit einzusteigen. :cry:

Antwortschreiben vom 01.06.07 hat geschrieben:Per E-Mail an Herrn
Gunnar Piltz, AnInt.de-Redaktion

Sehr geehrter Herr Piltz,

hier erhalten Sie eine kurze Antwort auf Ihre Fragen:

Zur Zeit sind 4300 beruflich Pflegende bei uns registriert.

Der Deutsche Pflegerat als Träger des Projektes erhält einen regelmäßigen Bericht zum Verlauf des Projektes und zur Verwendung der Gebühren.

Die Freiwillige Registrierung ist eine Selbstverwaltungsaufgabe der Pflegenden und muss über eigene Gebühren finanziert werden. Neben den umfangreichen administrativen Aufgaben wie
  • Erfassung der Daten
  • Fertigung der individuellen Registrierungsunterlagen
  • Materialkosten
  • Porto etc.
ist gleichzeitig der Aufbau eines Prüfinstruments für die Überwachung der Fortbildungspunkte notwendig.

Darüber hinaus muss das Projekt weiterentwickelt, die Berufsgruppe informiert werden und es sind Fragen zu beantworten, wie z.B. Ihre.
Das alles bindet Arbeitskraft und kostet Geld. Leider ist für die Gebühren auch noch die Mehrwertsteuer (19 %)abzuführen, sodass es derzeit noch sehr schwer ist, eine Kostendeckung für das Projekt zu erreichen.

Nur durch viel ehrenamtliches Engagement und die Unterstützung der Pflegeverbände ist diese Arbeit möglich.

Dies erklärt auch, dass bei allen besten Wünschen der Berufsgruppe, alles kostenfrei anzubieten, hier dann Aktivitäten nicht möglich wären, weil leider zumindest das Material und Porto etc. selbst durch ehrenamtliche Arbeit nicht bezahlt werden kann und weil auch der Organisationsgrad in den Verbänden nicht so hoch ist, das diese aus ihren Mitgliedsbeiträgen alles bezahlt werden könnte.

Übrigens: unterläge die Finanzierung kammerähnlichen Zwängen, würde dies auch Kosten verursachen, welche dann sicher entsprechend höher sein würden, da hier die Aufgaben noch vielfältiger wären.

Mit freundlichen Grüßen
Deutscher Pflegerat
(Präsidium)


Herzliche Grüße
Gunnar Piltz
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Beitrag von derpfleger » 02.06.07, 22:36

Wow, der Text kommt mir irgendwie bekannt vor :-)
Naja, die Fragestellung war ja auch nahezu identisch.

Schade, ich hätte gerne noch ein paar erhellende Zusatzinformationen gelesen...

Gruß derpfleger

alex88
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freiwillige Registrierung

Beitrag von alex88 » 02.01.08, 23:07

Hallo,
ich habe mir die bisherigen Beiträge zu dem Thema durchgelesen und finde, dass im Vergleich zum europäischen Ausland die Registrierung in Deutschland mit derzeit 4300 Mitgliedern wie die schwachen Bemühungen eines Kleintierzüchterverbandes bei der Werbung für mehr Mitglieder wirken.
Alles wirkt sehr unprofessionell und ehrenamtlich, dazu passt auch die verschnupfte und einsilbige Antwort des DPR.
Meiner Meinung nach kann das Ganze nur funktionieren, wenn es eine verbindliche gesetzliche Regelung gibt. Mit einer Registrierung muss ein automatischer Gehaltssprung verbunden sein- ähnlich z.B. der Fachweiterbildungszulage dann wäre auch die Kostendiskussion irrellevant. Außerdem wäre eine einheitliche Registrierungspflicht eine objektive Basis für Entscheidungen in der Bewerbungssituation, Gehaltsverhandlungen und Aufstiegschancen. Warum schaffen das unsere europäischen Nachbarn bzw. woran scheitert es bei uns?
Letze Frage: hätte jemand ein Problem 60 € alle zwei Jahre zu investieren, wenn er dafür monatlich z.B. 50 € mehr bekommt - weil er Verantwortungsbewusstsein und Leistungsbereitschaft durch ständige, dokumentierte Fort- und Weiterbildung beweißt - wohl kaum. Hier ist meiner Meinung nach einfach der Gesetzgeber gefragt - aber wo nicht genügend Interesse und Resonanz besteht, wird auch nicht gehandelt.
Sind wir halt mal wieder selber schuld! :?
alex88

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