Freiwillige Registrierung als Krankenschwester

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Kati12
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Freiwillige Registrierung als Krankenschwester

Beitrag von Kati12 » 02.04.07, 03:49

Hallo!
Ich wollte gerne wissen, wie ihr zum Thema "registriertes Pflegepersonal" steht!
Deutschland ist wohl eines der wenigen Länder, wo Krankenpflegepersonal nicht registriert wird und wenn, dann auf freiwilliger Basis!
Wer ist registriert und was hat ihn/ sie dazu bewogen?
Wird Fachpflegepersonal gesondert registriert?
Vor- und Nachteile der Registrierung? Ist es überhaupt sinnvoll!
Ich freue mich schon auf interessante Rückmeldungen
Gruß
Kati12

bearly
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Beitrag von bearly » 03.04.07, 10:27

vor etwa zwei jahren habe ich mich registrieren lassen und habe nun auch fleissig punkte gesammelt-sei es auf intensicvsymposien, fortbildungen oder rettungsdienstfortbildungen, sowie natürlich auch bei unterrichten, die ich durchgeführt habe-jetzt, im september glaucb ich steht dir re-zertifizierung *grins-böses wortspiel* an....hatte damals bei uns im haus gefragt, ob das haus nicht die kosten der freiwilligen registrierung tragen würde *eigentlich doch selbstverständlich* jedoch wurde dies abgelehnt....
guckst du am besten unter unserem aller pflegerischen berufsverband www.dbfk.de denk ich, dort gibts nen link zur registrierung!

sinnvolle sache!
bearly

Christian
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Beitrag von Christian » 03.04.07, 15:02

bearly hat geschrieben:vor etwa zwei jahren habe ich mich registrieren lassen und habe nun auch fleissig punkte gesammelt-sei es auf intensicvsymposien, fortbildungen oder rettungsdienstfortbildungen, sowie natürlich auch bei unterrichten, die ich durchgeführt habe-jetzt, im september glaucb ich steht dir re-zertifizierung *grins-böses wortspiel* an....hatte damals bei uns im haus gefragt, ob das haus nicht die kosten der freiwilligen registrierung tragen würde *eigentlich doch selbstverständlich* jedoch wurde dies abgelehnt....
guckst du am besten unter unserem aller pflegerischen berufsverband www.dbfk.de denk ich, dort gibts nen link zur registrierung!

sinnvolle sache!


der link direkt ist hier http://www.freiwillige-registrierung.de/

jonso
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Beitrag von jonso » 09.04.07, 18:36

Aber was ist denn, außer dem Mehr an Wissen durch die Fortbildungen, der eigene Vorteil der freiwilligen Registrierung? Zu Fortbildungen kann ich doch auch so hingehen und habe nicht den Stress, nach 2 Jahren 40 Punkte auf meinem Konto haben zu müssen, um dann wieder, nach Bezahlung von 60 €, die Re-Zertifizierung zu erlangen. Wenn das Ganze, anstatt auf freiwilliger Basis, gesetzlich festgeschrieben wäre, wäre das bestimmt keine schlechte Sache und würde zu mehr Qualität führen. Aber so? Ich meine, die Interessierten und Engagierten unter dem Pflegepersonal kümmern sich auch so um Fortbildung.

waerter1509
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Ein Zwang ist immer schlecht

Beitrag von waerter1509 » 25.04.07, 08:38

Ich habe mich nicht registrieren lassen. Die Kosten finde ich erschreckend hoch. Für die Re-Zertifizierung 60€ zu bezahlen sehe ich nicht ein.
In unserem Haus überlegt man, ein Fortbildungspunktesystem einzuführen für besuchte Fortbildungen. MitartbeiterInnen, die sonst sich auch vor FO drücken, werden dann gehen und die FO 'absitzen'. Damit wird dann nur auch dem Papier etwas erreicht.

Surrogat

Freiwilllige Registrierung

Beitrag von Surrogat » 29.04.07, 12:50

Hallo miteinander,

gehöre zu der immer noch verschwindend geringen Zahl freiwillig registrierter Pflegekräfte (2006: ca. 13000 Mitglieder bei ca. 1,3 Millionen Pflegekräften).

Hier die Punkte die meine Überlegung begleitet haben:

- Finanzieller Aufwand bei nicht sofort erkennbarer Leistung

Es sind immerhin insgesamt 75 Euro, plus einen gewissen Aufwand zum Sammeln der Daten die ich verschicken möchte.
Ähnlich wie bei einer Versicherung kann ich nicht sofort (und hier dachte ich in Jahren) einen Effekt feststellen - höchstens das ich einem neuen Arbeitgeber im Einstellunggespräch nachweisen könnte, das "Fortbildungsbereitschaft" nicht einfach eine leere Phrase für mich darstellt.
Letztendlich habe ich die finanziellen Punkte ignoriert – 75 € in zwei Jahren?…Das raucht so mancher bequem in vier Wochen weg bzw. bringe ich in guten Zeiten (also ab 01.05. wieder) in zwei Monaten zum örtlichen Kinokonzern.


- Datenschutz

Eine weitere Organisation die eine nicht geringe Menge an detailierten Daten über meinem beruflichen Werdegang und aktuellen Status erhält und dazu noch nicht einmal eine staatliche Stelle ist.
Naja, erstens gibt es die Datenschutzerklärung der sich eine Organisation die aus der Initiative diverser Verbände entstanden ist verpflichtet fühlen muss (ich weiss, Papier ist geduldig).
Zweitens sind die notwendigen Daten zwar detailliert, aber nicht wirklich kritisch – die meisten Personen würden die gleiche Menge unbesehen und ohne Murren abgeben, wenn es sich um ein Gewinnspiel handeln würde.


- Schriftliche und nachweisbare Dokumentation der persönlichen Fortbildungsleistungen

Nun, dafür brauche ich, dank der inzwischen nahezu bei jeder Fortbildungsstelle herrschenden Praxis detaillierte Teilnahmebescheinigungen auszugeben, keine externe Organisation, sondern lediglich einen Ordner, Interesse und etwas Ordnungsinn.[
Andere benötigen vieleicht ein wenig "Zwang" um den Überblick nicht zu verlieren....


- Zensus der beruflich Pflegenden

Nun das ist einer der Punkte die mich letztendlich von der Notwendigkeit überzeugt haben.
Zwar existiert von 2005 eine ungefähre Statistik bzgl. der Aufteilung in KP’s, KPH’s, AP’s und APHK’s – allerdings ohne irgendeine Form der genauen Spezifizierung.
Über eine Million beruflich Pflegender, und man kann nicht wirklich konkrete Aussagen vor Politik und Bevölkerung machen um bestimmte Argumentationswege zu gehen.
Die meisten Daten die ich kennen, werden von pflegefernen Organisationen erhoben, sind kurzfristige Umfragen oder enthalten nicht Kerninformationen die von Seiten der Verbände und Gewerkschaften für eine stimmige Vertretung unserer Interessen gebraucht werden.
Z.B. wollen wir alle auf breiter Fläche mehr Geld, verständlich – wenn aber alle(!) mehr Geld fordern, muss ich den AG’s auch ganz klar, belegbar und öffentlich mitteilen können, das „die Pflege“ an sich z.B. auf sehr hohem Fortbildungsnniveau steht und dieses weiter ausbaut.
Vermutung sind kontraproduktiv - Fakten müssen her.
Weiterhin ist es im Sinne der hoffentlich vom Grossteil gehegten Wunsch eine Bundespflegekammer mit allen Rechten und Pflichten zu gründen sinnvoll, so viele Kräfte wie möglich unter einen Hut zu bringen – wiederum sind wir in der Realität sehr zersplittert (so viele von uns überhaupt organisiert sind) und die Datenlage uneins. Dies liegt u.a. daran, das vielen Pflegekräften knapp 20 oder mehr Euro pro Monat als Mitgliedbeitrag zu einer Standesorganisation oder Gewerkschaft zu viel sind - 75 € in zwei Jahren könnte die Beritschaft fördern sich zu organisieren.


- Aktive Öffentlichkeitsarbeit

Es ist schon schwer genug, im derzeit herrschenden Reform- und Katastrophendschungel irgendwie medial in Erscheinung zu treten – mit einer Organisation die sich klar „Qualitätssicherung“ und „Verbraucherschutz“ auf die Fahne geschrieben hat kann dies im Bezug auf den nicht gerade positiven Enthüllungsjournalismus der unseren Bereich betrifft, leichter und eingängiger gelingen als wenn, Pflegewissenschaftler mögen mir bitte verzeihen, in den Nachrichten erneut über eine zwar völlig korrekte, für Otto-Normalbürger jedoch nicht sehr eingängige wissenschaftlich fundierte Pflegeerkenntnis gesprochen wird.
Der Bürger mag es einfach, eingängig und verständlich…und vor allem muss man ihm häufig neue Trends und Fakten aus der gleichen Ecke melden, damit sich eine Idee festsetzt.


- Everybody else is doing it, so why can’t we…?

Es ist schon so, das eine direkte Pflichtregistrierung von Pflegekräfte im Rahmen eines landesweiten Qualitätsmanagements in vielen, gerade anglo-amerikanischen Ländern, stattfindet.
Die Argumentationslinie dafür ist ähnlich wie bei uns: Zensus, Qualitätsmanagement, aktive Organisation, Öffentlichkeitsarbeit.
Soweit ich das für Länder wie die USA und Neuseeland sagen kann (alles reines Hörensagen natürlich )scheint es als funktioniere das System dort sehr gut und, aufgrund einer offensiven langjährigen Öffentlichkeitsarbeit und gezielter Organisation, stehen Pflegekräfte erstens auf der sozialen & gesellschaftlspolitischen Leiter sehr viel weiter oben und zweitens schlägt sich das, Einsatzfreude und Kompetenz vorausgesetzt, auch im Gehalt nieder.



Alles in allem haben die positiven Punkte und das Verlangen etwas aktiv für die Entwicklung unseres Berufsstandes zu tun, gerade in der derzeitig herrschenden Diskussion die von Stellenkürzungen und Klinikschliessungen dominiert wird, überwogen.
Wir müssen langfristig eine breite Front bilden die auf einer gemeinsamen Basis steht und uns an den Möglichkeiten orientieren, die uns ausländische Pflegesysteme im Positiven aufzeigen - und ähnlich wie in der Umweltpolitik mangekt es uns an Zeit und Alternativen.
Für mich ist die http://www.freiwillige-registrierung.de dazu ein Mittel; Mitgliedschaft und aktive Tätigkeit in einer Berufsorganisation und online-Foren ebenso, denn zumindest für mich gilt: Wer sich nicht organisiert, wird ignoriert!

Gruss,

Surrogat

derpfleger
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Beitrag von derpfleger » 30.04.07, 12:11

Ich finde die Kostendiskussion müßte die Registrierungsstelle offensiv angehen. 75 Euro in 2 Jahren, bei, wie v. Surrogat angeführt, z.Zt. 13000 Mitgliedern. Das macht doch schon jetzt einen Jahresetat von 487500 Euro. Und dafür existiert eine Webseite, die man bequem in 2h erstellen kann, und eine Datenbank, wo die ganzen gesammelten Daten gespeichert werden. Das dürfte sich alles in allem mit 2000Euro/J dicke finanzieren lassen. Was geschieht also momentan mit dem ganzen Geld? Ich habe nicht den Eindruck, daß sich diese Registrierungsstelle besonders Mühe gibt, für ihre Sache zu werben. Wieviel Funktionäre werden schon jetzt also damit kugelrund gefüttert? Und wie soll sich das erst entwickeln, wenn es eine Pflegekammer mit Zwangsmitgliedschaft aller 1.3 Mio Pflegekräfte gibt? Das wäre selbst bei einem Monatsbeitrag von 10Euro ein sattes Sümmchen. Und wenn erst mal eine Kammer eingerichtet ist, in der alle Pflegekräfte Zwangsmitglieder sind, dann muß sich kein Funktionär mehr besonders anstrengen, das Geld fliesst dann ganz automatisch.
Die freiwillige Registrierung, wie sie jetzt besteht, wäre sicher einer Pflegekammer vorzuziehen. Dann gibt es kein Zurücklehnen im gemachten Nest für verantwortliche Funktionäre, dann muß man sich kontinuierlich um seine Mitglieder bemühen, muß gute Arbeit leisten.
Ich würde mich freuen, wenn hier eine Transparenz hergestellt werden würde, so daß für alle nachvollziehbar wird, was mit dem Geld geschieht. Dann kann ich auch entscheiden, ob sich eine solche Organisation lohnt, ob sich diese Organisation wirklich für meine Belange einsetzt.
Solange es sich aber - wie zur Zeit - nur um eine Datensammlung handelt, sollten die Kosten deutlich nach unten korrigiert werden. Da müssen es nicht 75 Euro in 2 Jahren sein, da reichen auch locker 5 oder 10 Euro in 2 Jahren. Das würde sicher viel mehr Zulauf bedeuten. Auch im Hinblick darauf, daß durch das Punktesammeln selbst wiederum Kosten entstehen. Für eine Fahrt zu einem Kongress können das schnell mal ein paar 100 Euro sein, meine letzte Fortbildung vor 2 Wochen hat mich 30 Euro gekostet, wäre ich externer Teilnehmer gewesen, sogar 200 Euro.
@Surrogat: wieviel gibst du so durchschnittlich aus in den 2 Jahren, um auf die 40 Punkte zu kommen?

Also: solange nicht nachvollziehbar wird, wofür man sein Geld abgibt, solange wird die freiwillige Registrierung weiter vor sich hindümpeln und kaum neue Mitglieder werben (und schon gar nicht eine Pflegekammer attraktiv machen).

Und: mit meinem Beitrag will ich nicht den Sinn und Nutzen der freiwilligen Registrierung an sich in Frage stellen. Ich halte das prinzipiell für den richtigen Weg. Aber ich bin eben nicht bereit, irgendwo einen Glaspalast zu finanzieren, ich will wissen, wo mein Geld landet.

Gruß derpfleger
Zuletzt geändert von derpfleger am 08.05.07, 14:07, insgesamt 2-mal geändert.

Surrogat

Beitrag von Surrogat » 30.04.07, 15:57

derpfleger hat geschrieben:.
@Surrogat: wieviel gibst du so durchschnittlich aus in den 2 Jahren, um auf die 40 Punkte zu kommen?


Hmmm, ich denke wenn es nur um die 40 Punkte ginge wäre mein finanzieller Aufwand dank breitgefächerter innerbetrieblicher Weiterbildungsmöglichkeiten (für Mitarbeiter meist kostenlos), sowie externer, über Firmen gesponsorter Fortbildungen recht gering...so um die 0,00 € würde ich sagen - gutes Zeitmanagement vorausgesetzt.
Allerdings legt mein AG spätestens seit der Zertifizierung auch verstärkten Wert auf den Fortbildungsstatus seiner Mitarbeiter; ohne z.B. den in einigen Kliniken schon üblichen Druck der Gehaltskürzung bei unentschuldigtem Fehlen während Pflichtfortbildungen nutzen zu müssen.
In anderen Kliniken und bei div. privaten Organisationen legt man wohl nicht soviel Wert auf diesen Bereich - hauptsache der MA "schafft ordentlich was weg"....

Da ich das Thema "ständige Fortbildung" vieleicht ein wenig ernster nehme als viele Kollegen sind es allerdings eher 300 - 500 €/Jahr (Mitgliedschaft beim DBfK, Fahrt- und Übernachtungskosten, Seminargebühren, Fachliteratur/zeitschriften).
Mag nach viel klingen - in anderen Bereichen, z.B. der Softwareindustrie, sind Fort- und Weiterbildungen sehr viel teurer und werden nicht nahezu selbstverständlich vom AG mittels "Verpflichtjngsverträgen" abgedeckt.
In der freien Wirtschaft würde auch niemand auf die Idee kommen eine Organisation für die Förderung des Fortbildungswillens ins Leben zu rufen - spätestens die nächste Gehaltsverhandlung/Weiterbeschäftigung hat sicher auch den Punkt "Weiterbildung" zum Thema.

Bzgl. der Transparenz der Registrierungsgebühren muss ich dir allerdings recht geben - wenn man allerdings bedenkt wie teuer schon die simpelsten staatlichen Verwaltungsakte sind, wären 75 €/ 2 Jahre immer noch ein Schnäppchen...und beim Bund wissen wir das wir einen "Wasserkopf" mitfinanzieren.

Werbung für die freiwillige Registrierung gibt es gerade im Netz (und da meine ich nicht Mund-zu-Mund-Propaganda) genug; viele Seminare führen inzwischen explizit die zu erhaltenden Punkte an.

Gruss,

Surrogat

Gunnar Piltz
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Beitrag von Gunnar Piltz » 30.04.07, 17:01

Hallo Miteinander,

gerne greife ich die Kritik an der mangelnden, transparenten Darstellung bei der Verwendung erhobener Gebühren auf und versuche mal eine Stellungnahme oder jemand von der Registrierungsstelle hier zur Diskussion ins Forum zu bekommen.

Gunnar Piltz hat geschrieben:Sehr geehrte Frau Wagner,

in unserem Portal für die Anästhesie- und Intensivpflege (www.AnInt.de) gibt es derzeitig eine rege Diskussion über den Sinn und Nutzen der Freiwilligen Registrierung. Ein wesentliches Argument der Kritiker sind dabei die Gebühren, welche bei den Registrierungsverfahren von der Registrierungsstelle erhoben werden. Vielleicht könnte sich einer Ihrer Mitarbeiter/-innen zum Nutzen der Registrierungsstelle an diesem Austausch innerhalb beteiligter Berufsgruppen beteiligen und mit fundierten Transparenzinformationen auf Fragen und Kritik eingehen. Hier sehe ich durchaus Chancen, wie Sie mit Ihrer Darstellung und Argumentation eine Vielzahl von beruflich Pflegenden erreichen und von der Registrierung überzeugen können.
Falls Sie zu einer aktiven Beteiligung an diesem Austausch keine Möglichkeit sehen, wäre ich im Interesse einer sachlichen Diskussion an einer Stellungnahme (die ich dann gerne in das Forum weiterleiten werde) interessiert.

Sie finden uns im Netz unter: http://www.AnInt.de

und die derzeitig laufende Diskussion unter:

http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewt ... tner=anint

Herzliche Grüße
Gunnar Piltz
(AnInt.de)


Herzliche Grüße
Gunnar Piltz
DMF-Moderator

Surrogat

Freiwillige Registrierung

Beitrag von Surrogat » 30.04.07, 18:34

Sehr gute Reaktion auf die aktuelle Diskussion :D

Ich hoffe, wir hören bald etwas von der Registrierungsstelle.

Gruss,

Surrogat

derpfleger
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Beitrag von derpfleger » 30.04.07, 23:18

@ Gunnar: Ist eine gute Idee, ich hoffe, daß auch eine Rückmeldung erfolgt.

Das Thema Geld möchte ich gerne noch etwas vertiefen, denn bei einer spontanen Umfrage im Kollegenkreis ist der Geldaspekt bei weitem am häufigsten genannt worden, wenn es darum ging, das Ganze von vorne herein abzulehnen:

1. Mein persönliches Problem, und damit stehe ich nicht ganz alleine: wir kommen mit dem Gehalt gerade eben so über die Runden. Monate, in denen größere Beträge, zB Versicherungen abgebucht werden, schlagen immer voll ins Minus. Um das Konto auszugleichen, müssen wir in den Folgemonaten sparsamer sein. Geld zu sparen haut schon lange nicht mehr hin, im Gegenteil, es muß sogar die Altersvorsorge gekürzt werden.
In dieser Situation ist ein Posten von 75 Euro eben nicht mal eben ein Klacks, sondern ein durchaus relevanter Posten. Das macht zwar im Monat gerade eben mal 3.12 Euro, der Betrag wird aber sicherlich auf einmal fällig und dadurch wirds schon zum Problem. Warum sollte ich mir also einen zusätzlichen Minusposten besorgen, wenn ich keinen direkten Nutzen davon habe?

2.
Surrogat: ...ohne z.B. den in einigen Kliniken schon üblichen Druck der Gehaltskürzung bei unentschuldigtem Fehlen während Pflichtfortbildungen...

Hier sehe ich den ersten Ansatz für die freiwllige Registrierungsstelle: Es muß erreicht werden, daß man als registrierte Pflegekraft in eine höhere Gehaltsgruppe eingruppiert wird, ansonsten dient das Ganze nur als verkappte Lohnkürzung für die Arbeitgeberseite.

3. Und nochmal zum Thema "was machen die mit dem Geld?":
Das erste Ziel der freiwilligen Registrierungsstelle sollte doch wohl sein, so viele Pflegekräfte wie möglich zu sammeln.
Es gibt aus der freien Wirtschaft 2 gute Beispiele, wie so etwas gut oder schlecht gemacht wurde (und wird):
Gut: Ein Handy bekommt man für lau, Geld wird mit den Verträgen und deren langer Laufzeit verdient. Die Hersteller können ihre Produkte eigentlich nur auf diesem Weg unter die Leute bringen, aber das funktioniert auch erstaunlich gut. Heutzutage hat schliesslich jeder ein Handy. Also: geringe Vorabinvestition und berechenbare laufende Kosten.
Schlecht: Premiere wollte bereits vor zig Jahren den Fernsehmarkt aufmischen mit dem werbefreien Bezahlfernsehen. Dazu haben sie teure SetTop-Boxen (oder wie die Dinger auch immer heissen mögen) auf den Markt gebracht: Niemand wusste so recht, was er damit anfangen sollte, schliesslich hatte jeder bereits genug Sender empfangen und die Boxen wurden für viel Geld angeboten. Ich erinnere mich wage an mehrere hundert DM damals. Das Ende vom Lied: kaum einer hat sich die Dinger zugelegt, Premiere ging fast Pleite, dümpelt jetzt als Randerscheinung auf dem Fernsehmarkt daher und wird das interaktive Fernsehen ans Internet verlieren um schliesslich ganz in der Versenkung zu verschwinden.

Premiere hat denselben Fehler begangen, wie jetzt die freiwillige Registrierung: ein hohe Anfangsinvestition wird verlangt, für einen ungewissen, zumindest aktuell sogar fehlenden Nutzen, bei weiter bleibenden hohen Folgekosten.
Premiere hätte annodazumal die SetTop-Boxen umsonst auf den Markt werfen sollen, dann hätte jeder sich so ein Ding ins Haus geholt und heute wären sie unschlagbarer Marktführer.
Die freiwillige Registrierungsstelle sollte daraus lernen: macht das Ganze umsonst, holt so den überwiegenden Teil der Pflegekräfte an Bord, um zunächst einmal die begehrten Daten zu sammeln, und erweitert die Dienstleistung irgendwann derart, daß man einen Mehrwert /Nutzen erkennen kann, den man auch gerne bezahlt. Wenn die Registrierungsstelle erst mal nahezu alle Pflegekräfte in sich vereint, kann sie auch entsprechend als Eine Stimme für alle Pflegekräfte sprechen. Dann wird das eine starke Organisation und erst dann macht es Sinn das Ganze auch zu bezahlen. Dann wird auch jeder erkennen, das es notwendig ist, einen gewissen (kleinen) Betrag dafür zu geben. Ich für meinen Teil könnte mir dann zB die Mitgliedschaft bei Verdi sparen und das Geld lieber dort investieren.

Bin gespannt, ob sich jemand von der freiwilligen Registrierung meldet.

Gruß derpfleger

PS: mein Arbeitgeber ist in Sachen Fortbildung ein bißchen seltsam: eigentlich wird jeder Fortbildungsantrag abgelehnt mit der Begründung, es liege nicht im dienstlichen Interesse. Wer sich also bei uns fortbildet, macht dies in seiner Freizeit und auf eigene Rechnung. Motivationsfördernd ist so etwas gewiss nicht....
Zuletzt geändert von derpfleger am 08.05.07, 14:12, insgesamt 1-mal geändert.

derpfleger
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Beitrag von derpfleger » 30.04.07, 23:46

Nur falls sich jemand von der freiwilligen Registrierung melden sollte und sich über falsche Zahlen mokiert:

ich lese auf der Webseite der freiwilligen Regsitrierung, daß die Erstregistrierung 15 Euro kostet, nach 2 Jahren die Folgeregistrierung 60Euro.
Das habe ich durchaus verstanden, mag meine Zahlenbeispiele vordergründig etwas relativieren.
Aber: es ist unerheblich, ob alle 2 jahre 75 Euro fällig werden, oder eben "nur" 60 Euro (nachdem einen die ersten 2 Jahre 15 Euro gekostet haben), Fakt ist, es ist nicht nachvollziehbar, wofür man das Geld bezahlen sollte, und Fakt ist, es ist das allergrößte Hemmnis für die Pflegenden, sich registrieren zu lassen.
Ich bleibe dabei: machen Sie diese Sache (zunächst) umsonst. Sammeln Sie so die Pflegenden ein. Verlangen Sie erst einen Mitgliedsbeitrag, wenn jeder den Wert der Sache erkennen kann.
Halten Sie bis dahin die Kosten niedrig.

Gruß derpfleger

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Beitrag von Elisabeth D » 01.05.07, 10:52

Diese Registrierung hat für mich keinen erkennbaren Wert. Die geforderten Weiterbildungen sind nicht zertifiziert. Das Niveau kann also von ultramies bis ausgezeichnet schwanken.
Wofür soll ich mich weiterbilden- was ist sinnvoll? Es gibt keine Vorbehaltsaufgaben die einen Fachnachweis erfordern. Derzeit kann Pflege mit und ohne Weiterbildung arbeiten... über die Qualität kann man keine Aussagen machen.

Was bringt eine Registrierung? Es werden Zahlen erhoben. Diese Zahlen kann man z.B. im Statistsichen Bundesamt oder beim Gesundheitsministerium abfordern. Der Prozentsatz an Fachweiterbildungen ist in den Qualitätsberichten der Einrichtungen nachzulesen... sofern Wert darauf gelegt wird.

Einziger Sinn der Registrierung der Pflegekräfte ist der Zugriff von Pflegekräften auf die Gesundheitskarte. Das würde aber eine Pflichtregistrierung erfordern. Gegner können hier schon einsteigen: braucht überhaupt jeder diesen Zugang?

Alles in allem: eine unausgegorene Sache - am Schreibtisch konzipiert mit wenig Praxisnähe.

Elisabeth

Gunnar Piltz
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Zwischenstand ...

Beitrag von Gunnar Piltz » 07.05.07, 20:24

Hallo Miteinander,

wie hier bereits geschrieben, hatte ich mich per Mail mit der Bitte um Beteiligung an diesem Austausch an die Freiwillige Registrierungsstelle gewandt und bekam heute folgende Antwort:

Mail an AnInt.de-Redaktion hat geschrieben:Sehr geehrter Herr Piltz,

vielen Dank für Ihre Mailanfrage mit Ihren Hinweisen und Anregungen zu den aktuellen Diskussionen auf Ihrer Internetseite.
Gern leiten wir Ihre Anfrage an den Deutschen Pflegerat, der seit April 2006 Träger der Freiwilligen Registrierung für beruflich Pflegende ist, sofort weiter.
Das übliche Verfahren ist, dass alle Anfragen, Hinweise und Anregungen, welche über die bestehenden Regeln hinausgehen, gebündelt an den DPR zur Bearbeitung weitergeleitet werden, und er dieses in die Diskussionen zur Weiterentwicklung des Projektes einbeziehen kann.
Sicher ist für Ihre Anfrage eine schnellere Antwort erforderlich, wir möchten Sie jedoch um etwas Geduld bitten. Wir werden versuchen hierzu eine zügige Rückmeldung zu erhalten.

Im voraus vielen Dank für Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen

...


Es bleibt also weiterhin abzuwarten, ob und wie sich der Deutsche Pflegerat hier beteiligen wird.

Herzliche Grüße
Gunnar Piltz
DMF-Moderator

derpfleger
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Beitrag von derpfleger » 08.05.07, 11:00

Gunnar Piltz hat geschrieben:...Es bleibt also weiterhin abzuwarten, ob und wie sich der Deutsche Pflegerat hier beteiligen wird.

Wenn sich der DPR nicht äußern sollte, wäre das ja auch schon sehr vielsagend. Bin mal gespannt.

Interessant finde ich, daß ich mit meinem Bauchgefühl gar nicht so alleine stehe:
In einem Positionspapier der BAPP, Bundesinitiative ambulante Psychiatrische Pflege e.V. zum Thema freiwillige Registrierung wird auch die Idee vertreten, eine kostenlose Erstregistrierung würde den Registrierungsgrad der beruflich Pflegenden deutlich erhöhen. Ich würde allerdings weiter gehen, und auch eine deutliche Kostensenkung bei der Re-Registrierung fordern.
Auch meine Zweifel bzgl. des Einrichtens einer Pflegekammer teilt der BAPP in einem weiteren Positionspapier.

In der Satzung des Deutschen Pflegerates lese ich:
§2:
2. Der Verein ist selbstlos tätig und verfolgt nicht in erster Linie
eigenwirtschaftliche Zwecke.
3. Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet
werden. Die Mitglieder des Vereins erhalten keine Zuwendungen aus den
Mitteln des Vereins.

Und weiter:
§ 10 Kassenprüfer
1. Die Kassenprüfer nach § 8, Abs. 8, Punkt g, prüfen die Kassen- und
Rechnungsführung jährlich. Eine Wiederwahl ist möglich.
2. Sie haben der Mitgliederversammlung einen Prüfbericht vorzulegen.


Also, die Daten liegen vor, bleibt abzuwarten, ob sich der DPR auch gegenüber uns hier im Forum dazu äußert. Falls nein, sollte sich jeder mal bei seinem Verband o.ä. erkundigen (soweit dieser Mitglied im DPR ist), dort sollte der jeweilige Prüfbericht auf jeden Fall bekannt sein.

Wenn die Informationen hinter verschlossenen Türen bleiben, wird das Ganze noch lange eine einsame Veranstaltung mit vergleichsweise mageren Registriertenzahlen bleiben.

@Elisabeth:
Deine Argumente sind richtig und wichtig. Ich hoffe, der DPR äußert sich dazu detailliert.
Genaue statistische Zahlen sind über offizielle Stellen ( zB hier oder hier ) allerdings nicht wirklich zu erhalten, das ist doch alles eher sehr allgemein. Insofern sehe ich durchaus einen Sinn, genauere Zahlen durch die freiwillige Registrierung zu ermitteln. Ich verstehe nur nicht, warum man dann nicht alles daran setzt die Registrierung so zu gestalten, daß niemand ein gutes Argument findet, sich dagegen zu sträuben. Wenn dann erst mal ein hoher Organisationsgrad erreicht ist, und damit ein Qualifizierungsnachweis geführt werden kann, kann auch die Diskussion über Vorbehaltsaufgaben ernsthaft geführt werden.

Gruß derpfleger

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