O2 bei Krampfanfäälen

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nebel
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O2 bei Krampfanfäälen

Beitrag von nebel » 04.01.07, 17:50

Hallo liebe Leser,
ich wende mich an euch mit einer Frage aus dem Rettungsdienstforum, weil dort leider keiner eine klare Aussage dies bezüglich finde kann.

Es geht um die Problematik der Sauerstoffapplikation bei Patienten, die bedroht sind einen Krampfanfall zu bekommen oder einen Krampfanfall hatten.

In einigen Büchern steht geschrieben, dass Sauerstoff die Krampfschwelle senkt und deswegen kontraindiziert ist.
In meiner Ausbildung wurde gesagt, dass diese Aussage "veraltet" ist und dass solchen Patienten Sauerstoff zu applizieren ist, weil durch die Muskelkontraktionen sehr viel Sauerstoff verbraucht wird.

Die Frage ist nun: Was ist in solchen Fällen richtig?

Ich danke jedem, der mir Antwort auf diese Frage geben kann

doniel
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Beitrag von doniel » 15.01.07, 21:30

hallo.

nach studium diverser fachliteratur tendiere ich dazu zu sagen,daß eine sauerstoffgabe sinnvoll ist.eine hypoxie ist in jedem fall schädlicher.vorsicht allerdings bei neugeborenen!
genauso sollte bei schweren asthmaanfällen in der akutphase hochdosiert sauerstoff gegeben werden (ateminsuff.durch zu hohe o2spiegel ist zwar theoretisch möglich,praktisch jedoch nie vorgekommen).

nebel
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Beitrag von nebel » 17.01.07, 18:54

Hallo
Vielen Dank für die Antwort, doniel.
Habe mal mit unserer Notärztin drüber gesprochen und sie meinte, dass sie noch nie etwas von dieser These "kein Sauerstoff bei Verdacht auf Krampfanfall" gehört hat und sogar in ihrem schlauen Buch eine Sauerstoff-Gabe indiziert ist.
Naja, viele andere Meinungen, Beiträge gibt es ja bisher nicht zu dieser Frage.
Denke, dass ich Sauerstoff geben würde.

michl
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Beitrag von michl » 17.01.07, 22:32

:?

Meine neuersten Infos sind, dass bei Epianfällen die Sauerstoffgabe kontraindiziert ist:

1. die Anfallsdauer wird verlängert
2. ein beendeter Anfall wird reaktiviert bis hin zum Status
3. Neurone gehen unter, da sie wohl in dieser Phase mit einem erhöhten O2 Angebot besonders sensibel reagieren (Hypermetabolismus, O2 toxiziatät, etc.)
(kl baltimore, srg. 2005, et al, Scient. NY)

mfg

nebel
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Beitrag von nebel » 20.01.07, 11:41

Oh man :( , warum gibt es zu diesem Thema keine klare Aussage...sehr schade.
Beim letzten Krampfanfall habe ich Sauerstoff weggelassen (SpO2: 98%), aber was ist nun richtig ?

Werden wir je eine klare Antwort auf diese Frage finden?

Johanna die Wilde
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Beitrag von Johanna die Wilde » 08.07.07, 19:17

Hallo,

also ich würde dahingehend tendieren, bei einem Krampfanfall (wenn möglich) permanente SpO2-Überwachung, und aufgrund der Werte dann den Arzt entscheiden lassen, bzw. selbst entscheiden ob O2-Gabe oder nicht.

LG
Johanna

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Beitrag von nebel » 13.07.07, 15:27

aber auf welcher Entscheidungsgrundlage möchten Sie das entscheiden, Johanna?

wenn ein Patient eine periphere Zyanose aufweist..ok...und die Krampfschwelle nicht herabgesetzt wirde....bin ich für O2, klar.
aber wenn die Tatsachen von michl stimmen, würde ich mit der Gabe von Sauerstoff etwas warten (Zyanose ausgeschlossen).

Und genau das sollte hier doch diskutiert werden :)

Dr. A. Flaccus
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Beitrag von Dr. A. Flaccus » 13.07.07, 20:06

Guten Abend!

Wenn man sich über Sauerstoffgabe unterhält, muß man auch wissen, was de facto in der Lunge ankommt:

- über Nasensonde: max. 25 - 30%
- Ambubeutel mit ass. Beatmung ohne Reservoir: max 40 %
- Gesichtmaske ohne Reservoir: kaum mehr als Nasensonde
- Gesichtsmaske mit Reservoir (je nach Dichtigkeit): 30 - 40 %

Dazu atmet der krampfende/postiktale Pat. oft nicht ausreichend -> ich glaube über relevante Sauerstoff-Konzentrationen brauchen wir uns da keine Gedanken zu machen.

Im Zweifel wird lieber einmal zuviel Sauerstoff gegeben, als zuwenig.

Gruß

Dr. A. Flaccus
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
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