Aktuelle Zeit: 21.05.18, 23:49

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 25 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Mein größter Fehler
BeitragVerfasst: 13.11.04, 22:05 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 15.09.04, 15:25
Beiträge: 864
Liebe KollegInnen,

    :?: würde man im Internet über seine größten beruflichen Fehler offen berichten?
    :?: Würde man über die Folgen seiner Fehler sprechen; offen mitteilen, welche Folgen den Patienten trafen?
    :?: Würde man andere dazu einladen, Kommentare dazu abzugeben?


Wer sich mit "so etwas" beschäftigen möchte und zudem über Basiskenntnisse der englischen Sprache verfügt, wird im British Medical Journal fündig: ein Besuch lohnt sich!

M. f. G;

_________________
Joachim Wagener


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 14.11.04, 01:27 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 15.09.04, 15:25
Beiträge: 864
Liebe KollegInnen,

fehlerhafter Link im Kopfbeitrag ist berichtigt!

:oops: Pardon!

Schönen Sonntag;

_________________
Joachim Wagener


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 15.11.04, 09:12 
Dann legen Sie doch mal vor, Herr Wagner!!

Was war ihr größter und folgenschwerster Fehler?


Nach oben
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 15.11.04, 20:28 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 15.09.04, 15:25
Beiträge: 864
Hallo Gast,
liebe KollegInnen,


Gast hat geschrieben:
Dann legen Sie doch mal vor, Herr Wagner!!

Was war ihr größter und folgenschwerster Fehler?


:?: Warum sollte ich einer solchen Aufforderung folgen, wenn der Verfasser selber anonym bleiben will??

Zunächst war der Thread als Hinweis auf den Artikel im British Medical Journal gedacht und nicht als Startschuss...

:idea: Vorschlag: Wir besprechen hier solche Irrtümer und Fehler, billigen aber dem, der sich solcherart outet, Anonymität zu. Jeder Kommentar zu diesen Schilderungen sollte aber namentlich erfolgen.

Das wäre ein absolutes Neuland in der A&I-Foren-Szene, aber vielleicht ein ungemein lehrreiches Stück gemeinsamer Arbeit.

Gespannt:

_________________
Joachim Wagener


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 15.11.04, 22:15 
es gibt keine großen Fehler, es gibt Fehler oder es gibt die Erfahrung. Jeder "fehler" den macht im Berufsalltag ist eine Erfahrung, die dem Patienten schützt, und den man an anderen Mitarbeitern unbedingt weitergeben sollte. Ich denke, das Wort "Fehler ist negativ besetzt und somit hat diese Frage keinen positiven Sinn.
Ich würde die Frage folgendermaßen stellen: Welche Erfahrungen habt ihr bei einer von euch verursachten Komplikation erfahren:
z.B Wärmflasche zu lange am Körper belassen
Früher die Haut mit Eisen und Fönen belastet
Medikamente zu schnell injiziert.
Angehörige im Stress falsch angesprochen.
Das sind Erfahrungen, die für jeden Wervoll sind.
Ich habe diese Erfahrungen in meinem Berufsleben schon alle gemacht

Gruß Berny


Nach oben
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Hi
BeitragVerfasst: 16.11.04, 08:35 
Hallo.
Ich denke man kann/muss leider doch manchmal von Fehler sprechen. In den Fällen, wo es darum geht, dass man etwas getan oder unterlasen hat weil man es nicht besser wusste, ist es bestimmt manchmal ratsam dies als Erfahrung zu betrachten. Obwohl man natürlich auch hier die Frage stellen muss, ob man genug Rat eingeholt hat, sich nicht selbst überschätzt hat usw.
Tragischer wird es wenn Fehler durch Routine oder Stress und der daraus evtl. resultierenden kurzzeitigen Geistesabwesenheit oder Unkonzentriertheit passieren.
Auch so können die folgenschwersten Fehler auftreten und man könnte sich wahrscheinlich nur noch damit trösten, dass man nicht vorsätzlich gehandelt hat und ja auch nur ein Mensch ist, dem Fehler passieren.
Gott bewahre uns!
Gruß Jörg :?


Nach oben
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 17.11.04, 16:33 
Hallo Herr Wagner!

Das ist eine gute Initiative! Gerne will ich gerne mitmachen und gemeinsam mit den anderen Mitgliedern das absolute Neuland betreten!

Also mein größter Fehler war, überhaupt Krankenpfleger zu werden.

Wenn ich meinen Schwager sehe, der in der Volksbank arbeiitet, werde ich echt neidisch. Guter Verdienst bei Arbeitszeiten von Montag bis Freitag, meistens 9.00 bis 17.00 Uhr. Manchmal geht er aber auch schon eine Stunde früher nach Hause und kann das auch noch mit Fahrrad machen.

K. Hanke


Nach oben
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 17.11.04, 21:47 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 17.09.04, 00:31
Beiträge: 1766
Wohnort: Schleswig-Holstein
Hallo Herr Hanke !

K.Hanke hat geschrieben:
Also mein größter Fehler war, überhaupt Krankenpfleger zu werden.


Das finde ich aber sehr schade! Es muß Sie doch was dazu bewogen haben, diesen Beruf zu erlernen und auch weiterhin auszuüben. Natürlich kann unsere Profession nicht die beste Bezahlung und auch nicht die geregelsten Arbeitszeiten aufweisen, aber aus diesen Gründen entscheidet man sich doch auch nicht für den Pflegeberuf. Für mich wäre es eine absolute Horrorvorstellung von 9.00 - 17.00 in einem Büro oder einer Filiale zu sitzen und mich mit der Bürokratie oder dem Geld anderer Leute herumzuschlagen.
Viele Kollegen entscheiden sich nach der Ausbildung oder nach kurzer Arbeitszeit aus dem aktiven Pflegeberuf wieder auszusteigen und was völlig anderes zu machen. Diese Option bleibt doch auch Ihnen offen. Bevor man desillusioniert, gar frustriert etwas macht, was einem keinen Spaß bringt, sollte man das sicherlich in Erwägung ziehen! Die Bedingungen werden auch in den nächsten Jahren mit Sicherheit nicht besser und die Bezahlung wird sich auch nicht nach oben korrigieren lassen. Und das sich die Pflege in ein Arbeitszeitschema von 9.00 - 17.00 Uhr pressen läßt war und ist wohl auch ausgeschloßen. Wenn Sie Ihre berufliche Tätigkeit nur über diese Bedingungen definieren wollen oder können, ist hier eine Veränderung wohl nur anzuraten.
Ich für meinen Teil bin gerne Krankenpfleger und habe mich auch bewußt für diesen Beruf entschieden. Falls ich dennoch irgendwann zu der Überzeugung gelangen sollte, meine Berufswahl als Fehler einzuschätzen, würde ich was daran ändern.

Herzliche Grüße

_________________
Gunnar Piltz
DMF-Moderator


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 18.11.04, 11:24 
Na dann will ich mal...
Hallo zusammen! Ich hab da eine (für mich jedenfalls) lehrreiche Geschichte zu diesem spannenden Thema.
Junge Frau nach HTX- Übernahmesituation nach OP(problemloser Verlauf) auf die ICU-Drainagen fördern, Volumen läuft sowie auch Katecholamine über MLK/Schleuse (u.a. Supra 20mg Perf. auf 10ml/h).
Die Pat. wird hämodynamisch stabil aufgenommen. Noch während des "Umkabelns" kommt es zum RR-Abfall der durch Vol.Gabe nicht aufzuhalten ist. Nach rel. kurzer Zeit wird die Pat. asystol und reanimationspflichtig. Mir fällt auf, dass der MLK sehr weit aus der Schleuse herausragt und teile dies dem OA mit. Dieser bittet mich den MLK ca. 5cm vorzuschieben...was ich auch tue.
Wie durch Geisterhand...steigt der Druck plötzlich wieder und auch die Frequenz.

RR syst. von 0 auf 80 auf 130 auf 160 auf 200 auf 250 auf 300irgendwas...
Die re. Pupille der Patienten entrundet und reagiert nicht mehr auf Licht...
Nach ca. 1-2 min. ist der RR ohne weiteres Zutun wieder im Normbereich und auch die re. Pupille normalisiert sich wieder.
Epikrise: Der weitere Verlauf gestaltet sich problemlos.

Was war passiert?
Wärend des Transportes war der MLK 5cm weit aus der Schleuse herausgerutscht. Wegen des "Verhüters" war eine reposition problemlos machbar und wurde ja auch von mir durchgeführt...
Das Supra hing am proximalen Schenkel des MLK! Die meisten werden ja sicher schon wissen woran`s lag: Das proximale Auge des MLK war in die Schleuse gerutscht. Damals hatten wir noch keine sehr empfindlichen Druckalarme an den Perfusoren, so dass sich innerhalb der Schleuse, über die Perf. Leitung bis zum Perf. ein erheblicher Druckgradient gebildet hatte. Durch das Vorschieben wurde das Auge "befreit" und der Druck entlud sich in Form eines Bolus Supra in die Pat. mit den geschilderten Folgen.
Auch wenn ich zu der Zeit noch in der WB war hätte ich daran denken müssen. Mir war damals auch klar, dass die Pat. einen akuten Supramangel hatte nur ging das Denken nach der Anordnung eben nicht so weit zunächst einmal den Druck aus der Leitung zu lassen. Peinlich peinlich :roll:
Merke: Denke immer selber an alles und führe nicht einfach Anordnungen aus!
Übrigens ist mir in den Jahren danach kein ähnlicher Fehler mehr unterlaufen.


Nach oben
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 18.11.04, 11:42 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 23.09.04, 04:31
Beiträge: 27
Wohnort: Emsland
Liebe Leute! Wenn man sich das hier so durchliest könnte man meinen es handelt sich um eine Art Casting für eine schlechte RTL - Sendung, " Deutschlands schlechte Intensivpfleger"!
Es ist zweifelsohne unbestreitbar das wir ( wie jeder andere auch ) Fehler machen, aber ich sehe überhaupt gar keinen Sinn darin diese hier im Forum preiszugeben. Die ( gravierenden ) Fehler die man mal gemacht hat, wiederholen sich in der Regel nicht. Wenn jemand ein Fehler unterlaufen ist, mit dem er/sie nicht klar kommt, muss soetwas in anderer Form verarbeitet werden, aber sich nicht in diesem Thread!

_________________
Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln!


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 18.11.04, 23:52 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 15.09.04, 15:25
Beiträge: 864
Hallo Emskopp,
liebe KollegInnen;

Emskopp hat geschrieben:
Liebe Leute! Wenn man sich das hier so durchliest könnte man meinen es handelt sich um eine Art Casting für eine schlechte RTL - Sendung, " Deutschlands schlechte Intensivpfleger"!


:!: Bin anderer Meinung: Wenn auch nur ein einziger Kollege denkt: "Das hätte mir auch passieren können; aber jetzt bin ich ja gewarnt..", hätte dieser Thread eine gute Wirkung; und hier sind wir ja schliesslich fast "unter uns".

Emskopp hat geschrieben:
Es ist zweifelsohne unbestreitbar das wir ( wie jeder andere auch ) Fehler machen, aber ich sehe überhaupt gar keinen Sinn darin diese hier im Forum preiszugeben. !

:!: Wieder anderer Meinung: s. oben!

Emskopp hat geschrieben:
Die ( gravierenden ) Fehler die man mal gemacht hat, wiederholen sich in der Regel nicht.

:cry: Doch, aber leider bei anderen Kollegen und bei anderen Patienten; vielleicht können wir die ein oder andere Wiederholung ja verhindern!

Liebe Grüße aus der regenstürmischen Nacht:

_________________
Joachim Wagener


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 19.11.04, 15:42 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 23.09.04, 04:31
Beiträge: 27
Wohnort: Emsland
Moin, moin!
Man ist vielleicht gewarnt, aber mehr auch nicht! " Aus Fehlern lernt man" heisst es so schön - und da ist auch gewiss was dran. Die Fehler die ich mal gemacht habe ( oder Sprechen wir lieber von Erfahrungen; Fehler hört sich so übel an ), die Teile ich natürlich meinen Kollegen und insbesondere den mir anvertrauten Fachweiterbildungsteilnehmern und neuen Kollegen mit. Ich denke, daß macht jeder. Aber wirklich verinnerlichen wird man einige Dinge erst dann, wenn sie einem selber widerfahren sind! Leider! Aber so ist es nun mal.

_________________
Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln!


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 20.11.04, 00:17 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 17.09.04, 00:31
Beiträge: 1766
Wohnort: Schleswig-Holstein
Hallo Emskopp !

Das Thema ist doch, wie konstruktiv ich mit meinen Fehlern umgehen kann und was ich und andere daraus lernen können! Das Forum bietet eine anonyme Auseinandersetzung mit eben diesen Themen und kann doch auch Grundlage einer sachlich geführten Diskussion sein! Man wird ja hier nicht an den Pranger gestellt, sondern stellt sich Problemen, die anderen genauso wiederfahren könnten!

Zitat:
...die Teile ich natürlich meinen Kollegen und insbesondere den mir anvertrauten Fachweiterbildungsteilnehmern und neuen Kollegen mit. Ich denke, daß macht jeder.

Und Sie gehen doch anscheinend sehr konstruktiv mit Ihren Erfahrungen um und können auch über Fehler in Ihrem Umfeld sprechen. Ein Forum bietet nun mal Raum für Informationen und Gedankenaustausch und nichts anderes soll auch in diesem Thread hier praktiziert werden. Fehler werden erklärt und gelesen und natürlich auch, in gewisser Weise, verinnerlicht. Vielleicht hilft das ja dem einen oder anderen Kollegen nach dem Motto: "Aus den Fehlern der Anderen lernen"!

Und da sicherlich sowieso gleich die Frage nach meinem großen Fehler kommen wird, werde ich auch gleich mal etwas aus meinem Repertoir zum besten geben. Ich glaube, daß ich als Anfänger ziemlich viele Fehler gemacht habe und ich mich in dieser Situation häufig auch völlig allein gelassen fühlte. Aber wie das eben alles so ist, wenn man gerade neu im Intensiv-Bereich anfängt und schon nach 8 Wochen meint, alles perfekt zu beherrschen und es voll im Griff hat. Dieses Schlüsselerlebnis werde ich wohl nie vergessen und holte mich aus der Selbstüberschätzungsphase schlagartig heraus.
Ich betreute einen 40jährigen alkoholkranken Menschen, der zur postoperativen Überwachung bei uns lag. Der Patient hatte in der Anamnese ein schweres Krampfleiden aufzuweisen und war in der Vormedikation bereits auf Phenytoin eingestellt. Der Stationsarzt gab mir die schriftliche Anweisung, 1Amp. Phenytoin i.v. zu geben, was ich auch ohne jeglichen Vorbehalt tat. Es gab ja keine, in der Kurve beschriebene Applikationsweise mit einer entsprechenden Verdünnung und so tat ich, wie mir aufgetragen und spritzte das Zeug zügig in den peripheren Zugang. Ich drehte mich kurz zum Nachbarpatienten um, als hinter mir mein alkoholkranker Pat. einen fürchterlichen Krampfanfall bekam und gleichzeitig der Monitor hektisch rot das blinken kriegte. Der Patient verdrehte die Augen, wurde blau und blieb regungslos liegen. Mir blieb die Spucke weg und ich stand völlig hilflos und genauso regungslos in meinem Zimmer und starrte auf den Patienten. "Hilfe holen, Hilfe schreien ach ... und wie ging das noch mit der Sprechanlage - warum kommt denn keiner - ach falsche Taste an der Sprechanlage gedrückt - oh Gott...ich habe ihn umgebracht - und nun - ach und Hiilllfffeeee! Mein Gott - was soll ich tun - mal gucken ob er noch lebt!" Wie hilflos man doch als Youngster in solch einer Situation reagiert! Es dauerte sicherlich nur Sekunden, aber für mich vergingen Stunden und so stand ich da völlig traumatisiert, hilf- und ahnungslos. Erst das wegschubsen einer zur Hilfe eilenden Kollegin erweckte mich wieder zum leben. "Hol den Notfallwagen, aber schnell" - Als ich mit dem Notfallwagen ins Zimmer zurückgelangte, waren sie und der herbeigeilte Arzt schon am reanimieren und der Patient reagierte prompt auf die Anwesenheit des Arztes mit einem strahlend schönen Sinusrhythmus. Nachfolgend konnte die Zeit vom einsetzen der Asystolie (durch die Bolusgabe Phenytoin) und dem wiederkehrenden Rhythmus auf etwas über 1 Minute im Speicher des Monitors registriert werden und der Patient konnte nach einer zusätzlichen Nacht auf der Intensivstation (die er im Delirium tremenz durchlebte) ohne einen davongetragenen Schaden die Station wieder verlassen.
Das Ereignis wurde übrigens nicht, wie vielleicht vermutet, unter den Tisch gekehrt, sondern es folgten klärende und klare Worte von der Stationsleitung und dem lt. Oberarzt. Mein Fehlverhalten im Umgang mit unbekannten Medikamenten ist mir schmerzlich bewußt geworden und mein Selbstvertrauen auf unter Null gefahren und gefahren worden. Rückblickend war das meine schrecklichste und zugleich lehrreichste Erfahrung, die mir bis heute auch die Bedeutung und die Gefahren unserer Tätigkeit bewußt werden läßt! Sich nicht zu sicher werden, sich immer wieder auch selbst zu kontrollieren und zu hinterfragen, seine Grenzen kennen und nach Hilfe und Rat fragen zu können sind Eigenschaften, die ich aus diesem wirklich "großen Fehler" für mich habe mitnehmen können. Und genau das gebe ich heute auch an neue Kollegen auf meiner Station weiter und begleite sie gerne ein Stück auf dem Weg in diesen, für sie neuen Bereich. Auch wenn das schon viele Jahre zurück liegt, kommt es mir wie gestern vor. Heute kann ich diese Situation für mich besser einschätzen und kann auch einen positiven Schluß für mich ziehen.

Herzliche Grüße

_________________
Gunnar Piltz
DMF-Moderator


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 20.11.04, 12:20 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 29.09.04, 14:41
Beiträge: 1081
Wohnort: Hannover
Gunnar Piltz hat geschrieben:
Das Thema ist doch, wie konstruktiv ich mit meinen Fehlern umgehen kann und was ich und andere daraus lernen können!


Ich muß ihnen voll zu dieser Äußerung zustimmen, auch mir sind Fehler unterlaufen, ich stand zu diesen Fehlern, habe mich rund um dieses Thema genauestens informiert und was am wichtigsten ist, "habe daraus gelernt und zudem andere Kollegen davor bewahrt denselben Fehler zu machen, also Fazit "wer Fehler begeht sollte sie offen zugeben und dazu stehen und jeder sollte daraus lernen können, denn " d a s " nenn ich w a h r e G r ö ß e!!!! Also auch das ist eine Form des Lernens!!!!


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 24.11.04, 00:40 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 15.09.04, 15:25
Beiträge: 864
Hallo Correctly,
liebe KollegInnen,

corectly hat geschrieben:
[...Also auch das ist eine Form des Lernens..!

:idea: Im Zusammenhang besonders mit Fehlern von Berufsanfängern im AnInt-Bereich haben wir für/bei uns das Drei-Stufen-Modell entwickelt:

Zitat:
    1.) Der Kollege kommt zu uns und denkt: "Das schaffe ich NIEMALS". Der Kollege leidet auch subjektiv in dieser Phase, manchmal leidet er auch furchtbar...
    Seine Fehler liegen eher im Bereich von Unterlassen und Verzögern. Aber wirklich-schrecklichen Schaden richtet er in dieser Phase nur selten an.

    2.) Die Phase des "DAS IST DOCH GAR NICHT SO SCHLIMM HIER": Hier passieren die wirklich dramatischen Fehler; Schlampereien, die dem Patienten bösen Schaden zufügen, die auch von den KollegInnen nur schwer aufzufangen sind...

    3.) Die Phase des "MAN KANN ES SCHAFFEN, ABER ES KANN HIER GEFÄHRLICH SEIN": der Mitarbeiter lernt, sich immer mehr auf sein Gefühl zu verlassen und auf seine innere, warnende, "auf die Bauch-Stimme" zu hören...

Vielleicht sollten wir, wenn noch mehr Kollegen (anonym) ihre Erlebnisse und Folgerungen mitteilen möchten, nach diesem Schema ordnen!

M. f. G;

_________________
Joachim Wagener


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 25 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Karma functions powered by Karma MOD © 2007, 2009 m157y

Datenschutzrichtlinie
© Deutsches Medizin Forum 1995-2018. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de. Plazieren Sie Ihre Werbung wirkungsvoll! Hier finden Sie unsere Mediadaten!