Urologische Frage

Erkrankungen der Niere, Harnwege, Blase, Prostata

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Medizinfragen
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Urologische Frage

Beitrag von Medizinfragen » 21.02.19, 10:13

Hallo,

ich habe eine Frage und zwar habe ich im Urin in Schüben immer wieder massive Ammorphe Salze., einen hohen Urin PH bis 8, sowie Bakterien ohne Leukozythen. Danach habe ich immer wenig Urinmenge, so 400ml, wenn ich mehr wie 1 Liter trinke fällt nur der hkt runter, der Harn ist auch sehr trüb.

Meine Vermutung ist, dass die ausgefallenen Salze die Niere Schädigen und/oder die Bakterien.

1. Was genau sind "amporphe Salze" bei welchen Krankheiten sind diese vermehrt vorhanden?
2. Die Bakterien im Urin, können die von der Blase kommen? Also dass die Bakterien sich nicht in der Niere, oder Harnleiter, angesiedelt haben, sondern "nur" in der Blase?

Weitere Fragen, zwar nicht zum Thema passend aber dennoch wichtig.

1.) Kann ein deutscher Arzt eigentlich auch Überweisungen austellen für reg Urinproben usw? Komme aus AT.
2.) Kennt hier jemand einen Arzt mit dem man auch online seinen Fall besprechen/beschreiben kann? Meine HÄ hat nie Zeit und ich bin ungern beim Arzt wegen meiner Immund/Autoimmunkrankheit, da ich da immer Krank werde. Zudem bin ich wegen meiner Muskelproblematik nicht sehr mobil... jetzt hätte ich gerne einen Ansprechpartner, am besten per Mail oder über eine Plattform die es in AT gibt, do dass man das mit den Medikamenten und den Überweisungen auch so machen kann, sowie Befundbesprechungen .

jaeckel
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Re: Urologische Frage

Beitrag von jaeckel » 23.02.19, 09:14

Hallo Medizinfragen,

grundsätzlich deutet ein trüber Urin mit "ammorphen Salzen" auf eine zu geringe Trinkmenge kleiner 1,5 bis 2 Liter/24 Std.hin.
Das medizinisch sinnvolle Vorgehen bei V.a. Harnwegsinfekt:
  1. Schritt: Anamnese
    Hier sind neben den genauen Beschwerden insbesondere mögliche Ursachen und sogenannte prädisponierende Risikofaktoren für Harnwegsinfekte zu erfragen.
  2. Schritt: körperliche Untersuchung
    Dies dient der Eingrenzung und der sogenannten Differenzialdiagnose, da viele Erkrankungen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt, den Urin und die Nierenfunktion haben können. Hierbei ist insbesondere die Abgrenzung wichtig, ob eine Nierenbeteiligung vorliegt oder nicht.
  3. Schritt: ggf. Laboruntersuchungen (Blut/Urin etc.)
    • Die vollständige korrekte Urinuntersuchung (mod. nach Herold: Innere Medizin)
    • korrekte Gewinnung der Harnprobe
      Spreizen der Labien, sorgfältige Reinigung des Meatus urethrae der Frau bzw. der Glans Penis des Mannes mit Wasser, danach Gewinnung von Mittelstrahlurin, danach erfolgt eine sofortige Aufarbeitung oder ein rascher Transport per Kühlkette oder Verwendung von Spezialmedien.
      Harnproben sollten vor Antibiotikatherapie gewonnen werden!
      Ansonsten sind Fehldiagnosen und überflüssige Therapie vorprogrammiert.
    • 4 wichtige unterschiedliche Urinuntersuchungen:
      1. Urinstatus (Streifentest)
      2. Harnsediment (Der Urin wird zentrifugiert und anschließend sorgfältig mikroskopiert)
      3. Bestimmung der Keimzahl (signifikant erhöht?)
      4. Urinkultur und Antibiogramm (Resistenzprüfung)
    • Nach Kass gilt, dass im frisch aufgearbeiteten Mittelstrahlurin eine Keimzahl von über 100 000 und mehr pro ml Urin ein Hinweis auf eine echte Bakteriurie ist (möglichst 2 x bestimmen), während bei Harnkontaminationen niedrigere Keimzahlen gefunden werden.
    • Ist das erfüllt, ist eine Keimdiffierenzierung durch Urinkultur anzustreben.
  4. Schritt: ev. ergänzende apparative Untersuchungen (z.B. Ultraschall, Röntgen usw.)
Dieses Vorgehen führt in den allermeisten Fällen zu Ergebnissen, die Ihr Arzt zu einer Diagnose und sinnvollen Therapie verdichten kann. Zur Therapie gehören
  • die sog. kausale Therapie (Beseitgung ggf. auslösender Ursachen)
  • symptomatische Therapie bzw. Allgemeinmaßnahmen und im Bedarfsfall
  • eine leitliniengerechte Antibiotikatherapie.
Ergibt die Anamnese Hinweise auf eine sexuell übertragbare Erkrankung, ist selbstverständlich das schrittweise Vorgehen und auch die Therapie entsprechend anzupassen.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)

Medizinfragen
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Re: Urologische Frage

Beitrag von Medizinfragen » 28.02.19, 23:29

Sehr geehrter Herr Dr Jäcke,

danke, ich sehe, dass Sie Facharzt für die wichtigen Fachgebiete der Nierenheilkunde sind.

Mir gehts gerade nicht gut, insofern bitte ich Rechtschreibfehler usw zu entschuldigen.

Ich hatte sowohl eine respiratorische Azidose metabolisch kompensiert, als auch eine Alklose, jedoch vermutlich resporiratisch. (Bei mir komtm das Blut sehr schlecht raus, da "hyerviskos" und somit ist die BGA verfälscht).

Ich habe primär folgende Symptome:

Muskelschwund (chronisch progrediente Muskelatrophie)
Osteopenie an der Grenze zur Osteoporose
Immer wieder generalisierte starke Muskelkrampfe/ Neuromyotonie? Dystonie und Spastik passt mmn nicht.
Episodisch erhöhte GPT und Nierenwerte. Sehr oft das Blut hämolytisch.
VA autoimmune Kollagensynthesestörung, ein paar AK gegen die Schilddrüse, AK am oberen Bereich bei Lupus.

Auffällig ist, dass Calcium gerne mal am oberen Ref ist, Kalium eher unten, bzw sogar unter der Norm. Weiter steigt die Tonuserhöung, durch Zucker. Zucker lässt ja Insulin ausschütten, somit zieht es Kalium aus den Zellen. Ist das korrekt? Ev eine kaliumvermittelte Ionenkanalkrankheit, aber das ist auch weit hergeholt.

Der Zucker sackt auch zeitweiße ab, ich habe dazu ein Messgerät das dauernd misst, in der Nacht so auf 40, am Tag ist er meist auf 100plus, bis zu 140, werden die Muskeln steifer, steigert er.

Ich würde gerne eine Azidose oder Alkalose oder einen Wechsel der beiden ausschließen. Nur wie mache ich das?

Eine BGA, die durch Hyperventilieren verfälscht ist, ist ja wenig hilfreich. Zudem muss dann immer der Arzt die BGA machen. Wie wird auf der Intensiv denn bei sowas vorgegangen? Dazu kommen hoch dosierte Benzos, so 15mg Praxiden 3x, plus 15-25 Tropfen Diaze 2-3 mal, und Apnoe sind bekannt. Jetzt stellt sich die Frage, ob es zu episodischen respiratorischen oder metabolischen Entgleisungen kommt.

Ich würde folgendes machen:

Kapillar Kalium, das scheint es zu geben: https://www.joanneum.at/fileadmin/UNTER ... ringer.pdf Ist wohl aber noch nicht auf dem Markt?

Dann kann ich den Zucker reg messen, und den O2 sowie pCO2 mittels Tsoca, sobald ich mir die Sensoren leisten kann.

Mit diesen Werten müsste sich doch eine Azidose/ Alkalose, zusammen mit dem Puls ausschließen lassen und in metabolisch oder respiratorisch einteilen lassen, oder?

Wie wird das auf der Intensiv gemacht?

Weiter schreiben geht gerade nicht. Ich versuche den Sachverhalt noch genauer dazustellen.

MFG und danke schonmal!

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