primäre membranöse Glomerulonephritis

Erkrankungen der Niere, Harnwege, Blase, Prostata

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kk9979
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primäre membranöse Glomerulonephritis

Beitrag von kk9979 »

Sehr geehrter Dr. Jäckel,

ich hatte als Teenager das erste Mal ein nephrotisches Syndrom aufgrund membranöser GN. Das wurde konservativ mit ACE-Hemmer behandelt. Dann hatte ich eine Spontanremission. Nun habe ich, 20 Jahre später, ein Rezidiv mit einer Proteinurie von 32500 mg/g Krea und bekomme diesmal Rituximab.

Da es ja nun doch nochmal nach so langer Zeit aufgetreten ist, wie ernst zu nehmen ist die Erkrankung nun? Ich hatte wegen anderer Symptome ein Zentrum für Seltene Erkrankungen angeschrieben. Die schrieben, dass die membranöse GN eine schwere Erkrankung wäre. Das hat mich leicht irritiert, denn ich hatte jetzt beim Hausarzt immer den Eindruck, dass es eher was harmloses ist. Habe ich mich da getäuscht?

Gibt es dafür schlechte Prognosen?

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jaeckel
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Re: primäre membranöse Glomerulonephritis

Beitrag von jaeckel »

Harmlos ist eine Glomerulonephritis mit einer erheblichen Proteinurie definitiv nicht. Sie muss, wie Sie ja wissen und wir hier mehrmals festgestellt haben, nephrologisch betreut und behandelt werden. Das ist bei Ihnen gewährleistet.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
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kk9979
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Re: primäre membranöse Glomerulonephritis

Beitrag von kk9979 »

Sehr geehrter Dr. Jäckel,

in Anbetracht der nun wieder steigenden Fallzahlen mit Covid19 mache ich mir momentan Gedanken....Wenn ich nun meine vorgesehenen Infusionen mit Rituximab erhalten habe und die Halbwertzeit wohl bei 30 Tagen liegen soll. Dann müsste nach diesem Zeitraum der Pegel des Wirkstoff am höchsten sein oder ist das falsch?

Der Nephrologe sagt immer, dass 2x 1 g eine niedrige Dosis sind. Ist so eine Dosis auch niedrig genug, damit man eine eventuelle Corona-Infektion überstehen kann? Mir kommt dabei die Rolle der B-Zellen in den Sinn.

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jaeckel
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Re: primäre membranöse Glomerulonephritis

Beitrag von jaeckel »

Wir haben das Thema bereits ausführlich abgehandelt und von allen Seiten beleuchtet. Sie sind in fachärztlicher Behandlung. Bitte lassen Sie uns nicht im Kreis drehen.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
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kk9979
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Re: primäre membranöse Glomerulonephritis

Beitrag von kk9979 »

Sehr geehrter Dr. Jäckel,

ich habe mal eine Frage bzgl. des Rezidivs der membranösen GN bei mir. Vor der Behandlung mit Rituximab hatte ich eine Proteinurie von 32500 und einen Pla2R-Antikörper von 1:80 (also positiv). Nun ist die Proteinurie auf 1500 gesunken und der PLa2R ins Negative gegangen.

Ich würde gern mal ihre Meinung bezüglich Sport wissen, denn hier finde ich keine klaren Aussagen. Mein alter Nephrologe, der jetzt in Rente gegangen ist, sagte mir, dass ich nur spazieren gehen soll. Kein Lauftraining und kein Walken usw. Mein neuer Nephrologe hat beim Thema Sport nichts gegenteiliges gesagt.

Wenn ich jetzt an den Blutdruck denke, müsste doch Ausdauersport gut sein. Darf man nun Sport machen oder lieber nicht? Ich würde gern wieder mit Lauftraining beginnen, auch wenn es nur 2 km sind. Persönlich fühle ich mich immer noch müde und schlapp, so wie vor der Therapie auch. Da hatte mir ein Zentrum f. Seltene Erkrankung bescheinigt, dass es ein Fatique Syndrom aufgrund der Immunreaktion der membran. GN wäre. Trotzdem würde ich irgendwie mit was beginne wollen ohne mich zu überfordern.

Spricht da was generell gegen Sport?

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jaeckel
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Re: primäre membranöse Glomerulonephritis

Beitrag von jaeckel »

kk9979 hat geschrieben:
19.09.20, 15:47
Spricht da was generell gegen Sport?
Nein, belasten Sie sich aber nur so hoch, wie Sie beschwerdfrei sind.
Alles Gute!

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kk9979
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Re: primäre membranöse Glomerulonephritis

Beitrag von kk9979 »

Sehr geehrter Dr. Jäckel,

wie sie bereits wissen habe ich zur Behandlung der membranösen GN Rituximab erhalten. Nun ist mir Folgendes passiert: ich war im Pflegeheim meinen Vater besuchen (mit FFP2-Mundschutz und beim Betreten und Verlassen des Zimmers Hände desinfizieren). Als ich wieder gegangen bin, teilte mir die Pflegefachkraft mit, dass mein Vater wohl noch unter Clostridium difficile leiden würde und nochmals ein Stuhltest gemacht werden soll, um zu schauen, ob die Medikamente angeschlagen haben. Dann wurde mir gesagt, dass alle mit Schutzanzug das Zimmer betreten.

Da ich von alledem nichts wusste, war ich wie o.g. nur mit Mundschutz bei meinem Vater. Auf welchen Wege kann man sich denn mit diesem Clostridium difficile anstecken - Schmierinfektion? Muss ich mir jetzt Sorgen machen, dass ich durch das Immunsuppressivum mir auch sowas geholt habe und vielleicht dann schlimmen Durchfall bekomme? Welche Komplikationen könnte durch diesen Keim auftreten - meine Vater ist ja mit seinen 82 Jahren und 20% Herzleistung geschwächt und ich selbst habe ja ein "künstlich" herabgesenktes Immunsystem? Ist er denn noch ansteckend, wenn er dafür schon Medikamente bekommen hat?

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Re: primäre membranöse Glomerulonephritis

Beitrag von jaeckel »

Der größte Risikofaktor ist eine massive Störung der Darmflora durch eine Antibiotikatherapie. Meist ist es also eine sog. endogene Infektion.
Alles Gute!

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Re: primäre membranöse Glomerulonephritis

Beitrag von kk9979 »

Sehr geehrter Dr. Jäckel,

ich habe mal eine Frage bzgl. der Antigentests auf Corona, die in ca. 15 Minuten ein Ergebnis anzeigen. Ich habe davon gehört und stelle mir nun die Frage, ob so ein Antigen-Test z.b. in meinem Fall (Therapie mit Rituximab) denn ein reales Ergebnis anzeigen würde.

Oder kann es sein, dass dieser Test unter dieser Therapie falsch negative Ergebnisse anzeigt?

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Re: primäre membranöse Glomerulonephritis

Beitrag von jaeckel »

Nein, der Test sollte verwendbar sein. Das Antigen (Virusmaterial) wäre ja auch bei Ihnen im Infektionsfall im Rachen vorhanden.
Alles Gute!

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Re: primäre membranöse Glomerulonephritis

Beitrag von kk9979 »

Sehr geehrter Dr. Jäckel,

ich habe mal eine Frage bezüglich der Grippeimpfung. Ich weiß nun nicht wirklich, was ich nun machen soll. Ich habe ja Anfang August die letzte Rituximab-Infusion erhalten. Der Arzt sagte mir, dass eine Impfung jetzt nicht wirklich was bringen würde. Also war ich noch nicht zum Impfen. Nun hatte mir ein Arzt gesagt, ich könnte mich impfen lassen.

Was ist denn nun richtig: jetzt impfen lassen und es könnte eventuell sein, dass die Impfung nicht wirkt oder lieber warten und später impfen (vor der nächsten Infusion)? Aber ich denke, dass es dann keine Impfdosen mehr geben wird.

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Re: primäre membranöse Glomerulonephritis

Beitrag von jaeckel »

Die Indikation und den Zeitpunkt sollte ein(e) Spezialist(in) festlegen. Man braucht dazu einen genauen Status des Immunsystems z.B. anhand der sog. CD4/CD8-Ratio.
Alles Gute!

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Re: primäre membranöse Glomerulonephritis

Beitrag von kk9979 »

Sehr geehrter Dr. Jäckel,

seit einigen Tagen habe ich nun folgendes Problem. Jede Nacht wache ich auf und bin schweißgebadet. So dass ich den Pyjama wechseln muss. Anfangs habe ich noch gedacht, dass die Decke zu warm ist und habe mir eine dünnere genommen. Aber das Problem bleibt. Hinzukommt, dass ich "komischerweise" nur morgens schlimme Schwäche habe. Ich habe das Gefühl, dass mir beim Laufen die Beine "klappern" bzw. ich absolute Schwäche in den Beinen habe. Über den Tag ist es mit den Beinen dann etwas besser.

Was könnte das zu bedeuten haben mit dem Nachtschweiß? Könnte das was mit dem Rituximab zu tun haben bzw. dass irgendwelche Blutwerte vielleicht nicht stimmen? Oder eher ein Problem mit der Schilddrüse (Endokrinologin sah im Ultraschall das Bild einer Hashimoto Thyreoiditis, Werte waren aber zuletzt im Normbereich und daher nehme ich auch kein L-Thyroxin)?

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Re: primäre membranöse Glomerulonephritis

Beitrag von jaeckel »

Sprechen Sie mir Ihrem Nephrologen darüber. Ein klinische Untersuchung, Kontrolle der Blutwerte sowie eine Urinprobe könnte sinnvoll sein, wenn man den V.a. einen Infekt bei Immunsuppression hätte.
Alles Gute!

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