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Cannabisblütentherapie

Verfasst: 09.02.19, 15:01
von bedsitter
Hallo!

Seit 2017 ist es möglich für chronische Schmerzpatienten Cannabisblüten zu verordnen.

Wer von Euch hat längere Erfahrungen mit dieser Therapie gemacht und mit welcher Art Schmerzen?
Weiß einer auch die Unterschiede von Cannabisblüten und einem Mittel wie Sativex zu bennenen?
Wirkt es anders, warum und auf welche Inhaltsstoffe könnte man es zurückführen?
Wie kombiniert sich die Therapie mit Opioiden oder anderen Schmerzmitteln für starke und stärkste Schmerzen?
Hat jemand schon einmal Erleichterung erfahren bei Nervenschmerzen?

Auch ich habe eine Bewilligung durch die Krankenkasse für Cannabisblüten erreicht.
Leider existiert kein Kontakt mehr zum antragstellenden Arzt, so das die Versorgung nicht gegeben ist.
Die neue Arztsuche gestaltet sich schwierig.
Bis dato ist noch nicht jeder BTM-verordnungsfähige Arzt bereit dieses Pharmazeutikum zu verschreiben.
Vllt. kann mir jemand mit einer PM sagen, ob er einen verordnungsfähigen Arzt im Kreis Wesel oder im Ruhrgebiet kennt.

Danke im Voraus für Antworten!

LG
bedsitter

Re: Cannabisblütentherapie

Verfasst: 15.02.20, 14:06
von hewi
Hallo!
Ich bin chronischer Schmerzpatient seit 1985.
Ich hatte damals 2 Bandscheibenvorfälle in L4/5 und L5/S1 mit Lähmungserscheinungen im linken Unterschenkel, Fußheber war fast ganz weg.Der Vorfall ging in den Wirbelkanal und konnte Neurochirurgisch nicht korrigiert werden. Daher 11 Monate später erneute OP, diesmal Orthopädische OP. Wo und in welcher Klinik möchte ich nicht bekannt geben.
Hier sollte wegen einer Instabilität ein poröses Metallimplantat in die WS eingesetzt werden. Die OP hat absolut nicht so geklappt wie es sollte. Ich war nicht nach wenigen Tagen schmerzfrei, sondern bekam morphinhaltige Mittel um die Schmerzen erträglich zu machen.
Nach mehr als 2 Wochen Klinikaufenthalt wurde ich mit dem Rettungswagen liegend in eine Rehaklinik gefahren. Dort sagte man mir ich wäre überhaupt nicht Rehafähig.
Dementsprechend half mir die Reha auch nicht und ich kam als Schmerzpatient nach Hause.
Der Fußheber war noch immer fast vollständig weg.
Danach verbrachte ich 7,5 Jahre an Unterarmgehstützen (Krücken). Bis an beiden Händen die Capaltunnel nicht mehr mitmachten und ich keine Messer oder Gabel mehr halten konnte. Also folgte OP, die beiden OPs waren richtig gut und nach langer Zeit konnte ich beide Hände wieder voll gebrauchen.
Einige Jahre später war meine Hüfte kaputt, angeblich so früh wegen einer Instabilität in der LWS.
Bei einem MRT wurde festgestellt dass die Verblockung nicht geklappt hat. Zwischen dem L5 und dem S1 ist ein Spalt zu sehen. Außerdem stehen die Metallimplantate über den Wirbelköroer hinaus und drücken permanent auf die Nervenwurzeln. Daher meine ständigen Schmerzen.
In diesen Jahren verordnete man mir viel zu viele Diclofenac und Ibuprofen Präparate. Als folge davon ist eine Niereninsuffizienz Grad 3 entstanden. Ich brauchte auch eine Darm OP weil mein Darm damit auch nicht klar kam. Es wurde bei mir auch eine toxische Leberfibrose festgestellt.
Also keine dieser Mittel mehr nehmen, was dann. Umstellung auf Novaminprodukte. Hierdurch habe ich später andere Probleme bekommen. Meine Leukozyten waren unter 2.
Somit also diese Schmerzmittel auch nicht mehr. Nun waren Tramadol haltige Mittel die erste Wahl.
Aber damit hat so mancher Arzt auch seine Probleme.
Letztes Jahr ging es mir so schlecht dass ich nach Wiesbaden in das Schmerzzentrum gehen musste. Nach Monaten bekam ich vom Schmerz- und Palliativzentrum in Simmern nach fast drei Jahren endlich einen Termin. So lange muss man halt warten.
Mittlerweile ist meine HWS auch sehr stark degenerativ und auch sonst betroffen.
Hier habe ich Drona..... Tropfen (Cannabisprodukt) verordnet bekommen. Die erste Verordnung musste ich selbst zahlen. Fast 250 Euro für ein winziges Fläschchen.
Bis der Antrag bei meiner Kasse durch war hatte ich drei Verordnungen schon selbst bezahlt. Mit viel Glück und Energie bekam ich 2 Verordnungen erstattet.
Ich komme mit 2 mal 100 mg Trama... und morgens und abends Drona..... zur Zeit ganz gut zurecht. Meine Blutwerte haben sich wieder einigermaßen erholt. Ausser den Nierenwerten.
Gott sei Dank fand ich einen sehr, sehr guten Schmerztherapeuten (Arzt) der mir regelmäßig meine Tropfen verordnet. Auch bekomme ich von ihm Osteopathie. Obwohl er bei dem Verband registriert ist weigert sich meine Kasse die Kosten zu übernehmen. Also jeden Monat 80 Euro für die Osteopathie zahlen.

Das alles nur um einigermaßen Leben zu können. Ganz schön teuer dieses Leben. Das kennst du wahrscheinlich auch.

Hat jemand Erfahrung wie man die Kasse dazu kriegt die Kosten für Osteopathie zu bezahlen.
Was kann ich noch machen um mein Leben besser zu meistern.
Vor wenigen Wochen musste ich zum MRT weil mein linkes Knie schmerzt. Der Orthopäde meinte: Hattest du bisher keine Schmerzen? Als ich ihm sagte welche Medikation ich habe sagte er: Da kann man sowas auch erst merken wenn es zu spät ist.
Da kann man das Leben schon mal leid werden.
LG
hewi