Tramadol als Schmerzpatientin absetzen?????

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PetzyHamBurg1
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Tramadol als Schmerzpatientin absetzen?????

Beitrag von PetzyHamBurg1 » 02.11.18, 19:51

Hallo!
Ich bin ein wenig am verzweifeln.....
Seit meinem 3. Lebensjahr leide ich unter chronischen Kopfschmerzen kombiniert mit Migräneanfällen, welche in gewissen Abständen auftreten.
Mit 16 wurde bei mir eine schwere Endometriose festgestellt, welche nicht mehr in eine Kategorie eingestuft werden konnte, da es wohl unfassbar viele Herden waren.
Von da an gingen Hormonbehandlungen und unzählige Bauchspiegelungen los. In regelmäßigen Abständen wurde ich operiert.
Meine Kopfschmerzen haben sich immer weiter intensiviert.
Mit 16 wurden viele Schmerzmittel bei mir ausgetestet. Tramadol war das einzigste, welches mir geholfen hat und relativ gut verträglich ist.
Viele andere Medikamente, wie Präparate mit Acetylsalicylsäure, Novalgin, voltaren etc. Schlugen mir sehr schnell auf dem Magen. Sie verursachten überwiegend Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Einige haben einen unangenehmen Juckreiz ausgelöst.
Wenn meine Schmerzanfälle sehr schwer werden bzw wenn sich eine hohe Schmerzperiode anmeldet, nehme ich das tramadol zusammen mit Ibuprofen oder Paracetamol. Ibuprofen oder Paracetamol wirken allerdings nicht alleine. Leider nur in Kombination mit tramadol. Ich versuche speziell ibuprofen und Paracetamol gering zu halten, um meine Organe nicht stärker zu belasten.
Da die Ärzte damals alle, ohne Ausnahme, behauptet haben, ich würde durch die heftige Endometriose nie Kinder kriegen können, hat mich das natürlich nach einigen Jahren belastet.
Als ich 2004 in die künstlichen Wechseljahre geschickt wurde, musste ich einige Monate nach der Therapie feststellen, dass ich schwanger bin.
Die Ärzte können sich bis heute nicht erklären, wie das passiert ist. Ich hingegen war überrascht und überglücklich. Im 2. Monat, Ende 2004, habe ich eine Fehlgeburt erleiden müssen.
2006 wurde ich gewollt wieder schwanger und habe alle Schmerz Medikamente von jetzt auf gleich abgesetzt. Das war eine sehr schwierige Prozedur. Habe es aber geschafft.
2 Monate nach der Geburt habe ich allerdings wieder auf tramadol zurückgegriffen. Ich nehme es täglich. Mein Arzt schreibt mir monatlich 100ml auf. Mit dem tramadol hab ich meine Schmerzen unter Kontrolle. Nun hat meine Arzt eine Nachfolgerin. Sie hat mir vor einigen Tagen das letzte Mal die Tropfen verschrieben. Sie möchte die Behandlung nicht weiterführen. Also hab ich einem Termin bei einem Schmerztherapeuten ausgemacht. Leider sind die wohl alle überlastet und den frühesten Termin habe ich erst im Dezember und das auch nur, weil ich bitte bitte gemacht habe. Ich hoffe, ich erwische sofort einen vernünftigen Arzt. Ich möchte nicht 100 Ärzte ausprobieren und meine Geschichte immer wieder komplett runterleihern möchte. Ist ja auch nicht gerade ein angenehmes Thema für mich.
Ausserdem habe ich Angst, an Ärzten zu geraten, die mich nicht ernst nehmen.
Meine damaligen schmerztherapeuten haben diese tramadol Therapie übrigens befürwortet und unterstützt
Ich habe viele Dinge ausprobiert..... Osteo, - Physio-, und Homöopathie, Heilhypnose, Rehaspotz, Akupressur, Akupunktur und die ganzen Arztbesuche nicht zu vergessen.
Die Halswirbelsaule ist offenbar für meine Schmerzen verantwortlich und die hormonschübe tun ihr übriges dazu
Da ich den Termin beim Schmerztherapeuten erst im Dezember habe, bin ich etwas überfordert, da die Ärztin mir kein weiteres Rezept ausstellen möchte. Ich habe unendlich viele Schmerztherapeuten angefragt, in der Hoffnung, dass ich irgendwo schneller einen Termin bekommen kann. Aber leider vergebens..... I'm November brauch ich mein nächstes Rezept und werde es von ihr nicht bekommen.
Da ich einen extrem starken Wunsch habe, nämlich ein 2. Kind zu bekommen, würde ich das tramadol gerne zurückstufen. Ein kalter Entzug kommt nicht infrage und ein stationären entzug will ich unter keinen Umständen. Ich muss in der Nähe meiner Familie bleiben, da ich sonst kaputt gehen werde.
Meine Angst ist natürlich, dass die Schmerzen extrem sein werden und ich psychisch ja auch irgendwie abhängig bin. Ein Leben ohne Medikamente kenne ich nicht. Da mein Kinderwunsch so enorm ist, habe ich einen starken Willen entwickelt.
Beim ersten Gespräch mit der Ärztin hatte ich ja bereits, bevor sie mir das erste Rezept verordnet hat, angesprochen, dass ich vom tramadol runterkomme. Sie meinte, dass die selber nicht dafür zuständig sei.
Zu welchem Arzt kann ich gehen, um eine Runterdosierung zu erzielen bzw bei Entzugserscheinung ggf mit anderen Medikamenten zu behandeln? Mein Hausarzt war der einzigste, welcher mir zugehört hat und dem ich blind vertraut habe. Ich möchte nicht wieder zum Versuchskaninchen werden. Das war ich schon viel zu oft.
Ich wäre so dankbar, wenn ihr mir einen Tipp für die weitere Vorgehensweise geben könntet. Wer und wie kann mir helfen? Gibt es gewisse Anlaufstellen?
Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen, da ich mich momentan einfach im Stich gelassen fühle.
Nach sovielen Jahren, weiss ich nicht, wie ich die überbrückung bis zum Schmerztherapeut überstehen soll. Das macht mir echt Angst.
Danke im Voraus

cerebellum
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Re: Tramadol als Schmerzpatientin absetzen?????

Beitrag von cerebellum » 05.11.18, 21:03

Hallo,

wieso schreibt dir dein Arzt keine Tramadol Tabl. auf?
Das dein Arzt nicht mehr Tramadol als Tropfen ausschreibt,
kann ich sehr gut verstehen, da es ein hohes Abhängigkeitspotenzial hat.
Tramadol Tropfen werden halt gerne missbräuchlich verwendet.
100ml im Monat, ist auch nicht gerade wenig.

Allerdings sollte keiner so starke Schmerzen haben, und dann nicht behandelt
werden. Was schlägt dein Arzt denn vor? Alternative?

Ansonsten versuche deinen Arzt zu wechseln. Das geht ja gar nicht, dich bewußt
in den Entzug zu schicken, ohne jegliche Hilfe.

Ich wünsche dir alles Gute!
cere

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