z.K Dr. Gahbler

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Reflux
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z.K Dr. Gahbler

Beitrag von Reflux » 12.02.15, 20:34

Lieber Herr Dr. Gahbler,

wir kennen uns seit Jahren. Ich möchte mich hier ein wenig selbst loben. Ich bin weder Mediziner noch Jurist. Doch nach 19 Jahren Referendarzeit habe ich einiges gelernt. Nehmen sie diesen Input mit etwas Humor. Auch mit Bezug auch die Nicks!

Klaro ging das Schreiben heute seriös and das Sozialgericht.

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Max Reflux
Obstipationsweg 0
0815 Oberammergrau

Sozialgericht Hintertupfingen
Konrad-Der-Alte-Allee 1949

180 Hintertupfingen


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Oberammergrau, 12.02.2015

Reflux . / . LWL
- 60.80.120. OEG -
- 120.110.180 HuK -

K L A G E S C H R I F T

Ich beantrage den Bescheid / Schreiben vom 27.11.2014 in der Fassung des Widerspruchsbescheides vom 02.02.2015 aufzuheben und den LWL, Münsterlingen zu verurteilen.

Ein Betrag in Höhe von Euro 175,35 ist zu zahlen.

Begründung:

Ich habe nach dem OEG einen GdS 50 v.H. (incl. 10 v.H. nach § 30 Abs. 2 BVG). Entsprechend erhalte ich seit dem 08.05.1996 Leistungen nach dem BVG.

Anerkannte Leidensbezeichnung:

„Chronisches komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) im Gesichtsbereich links und reaktive depressive Episoden nach Schnittverletzung der linken Halsseite mit Narbenbildung“

Seit 2007 litt ich unter einer linksseitigen Gesichtsrose / Herpes Zoster. Mit Bezug auf meine anerkannte Leidensbezeichnung habe ich mich am 23.04.2014 gegen diese Erkrankung zwingend, notwendig impfen lasen. Der Impfstoff heißt Zostavax. Die Impfung wurde eingeleitet um zusätzliche, gravierende, schmerzvolle Folgeschäden durch Herpesviren bedingte Nervenzerstörungen in meinem Gesicht zu vermeiden. Die Impfung hat ihr gutes bewirkt.

Die Impfkommission erlaubt der GKV diese außervertragliche Leistung (IGEL) nicht. Bei Betriebskrankenkassen und privaten Krankenkassen ist der Impfstoff zugelassen. Es bestehen keine Risiken dabei.

Da die GKV nicht bereit war, dafür die Kosten zu übernehmen, habe ich dazu den LWL angeschrieben. Nach dem BVG hat dieser für solche Ausnahmen einen gesonderten Geldtopf. Dem Amtsarzt des LWL in Münsterlingen erschließt sich aber nicht der Zusammenhang zwischen meiner anerkannten CRPS II Gesichtsschmerzerkrankung und der dringlich, notwendigen Herpes Zoster Impfung. Beide Erkrankungen ähneln sich frapide.

Seit 1996 bin ich in schmerztherapeutischer Behandlung. Dem bedeutet, dass ich seit 19 Jahren Opioide oder Morphine einnehmen muss. Typische Medikationen sind hier z.B. Tramadol, Tilidin oder Oxycodon.

Dazu gehören auch Medikamente zur Sedierung aus der Reihe der Benzodiazepine w. z. B. Diazepam oder Neuroleptika w. z. B. Fluspirilen. Auch sind bei mir Medikamente aus der Reihe der Antikonvulsiva hilfreich w. z. B. Carbamazepin. Ebenfall sind Antidepressiva wie Amitriptylin hilfreich und können Schmerzspitzen dämpfen.

Die Medikationen zur Schmerztherapie werden oft gewechselt. Die Medikamente verlieren mit der Zeit ihre Wirkung. Auch hat sich durch die notwendige Schmerztherapie bei mir eine erhöhte, paradoxe Schmerzempfindung am ganzen Körper ergeben. Dem ist hier ganz normal. Der Körper stellt hierbei seine eigenen Abwehrmechanismen / Endorphine ein. Abgesehen davon leide ich dadurch an starker, leidensvoller Obstipation.

Die moderne Schmerztherapie ist eine schwierige, medizinische Kunst.

Es ist mir unverständlich, dass sich dem Amtsarzt des LWL diese Zusammenhänge nicht erschließen.

In dem Widerspruchsbescheid vom 02.02.2015 gibt es hier betreffend wichtige Fehler. Der darin genannte Bescheid vom 05.02.2004 bezieht sich auf die Zeit von vor der Anerkennung des GdS 50 v.H. im Herbst 2004 und ist somit verbraucht. Das Datum zum Abhilfebescheid wäre hier auch der 12.04.2000. Aber auch dieser ist ebenfalls seit Herbst 2004 verbraucht.

Der Bescheid vom 05.02.2004 wurde durch den LWL nie aufgehoben. Und ich habe gegen diesen hier auch keinen Wiederspruch geführt, da dieser wie gesagt des längstens verbrauch ist. Auch hat dieser Bescheid mit der hiesigen Angelegenheit gar nichts zu tun. Die Frist zur Wiederspruchsführung dazu ist längstens verstrichen. Hier werden Zusammenhänge verdreht!

Allerdings wurde dieser Bescheid durch das Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie mit Schreiben vom 20. August 2004 durch Abhilfeprüfung aufgehoben.

Nach langwierigen Auseinandersetzungen mit der Behörde gilt der Bescheid vom 11.05.2007 mit dem obigen GdS bzw. Leidensbezeichnung.

Leider hat der LWL auch dabei vergessen, das genannte CRPS mit römisch II zu konkretisieren.

Ich gehe davon aus, dass die Fehler trotz mehrfacher, schriftlicher Ermahnungen nie korrigiert wurden. Die Akte ist völlig durcheinander!

Es fehlt ein, der Abhilfebescheid aus dem Jahre (Herbst) 2004 mit der veralteten Leidensbezeichnung aus dem Jahre 2000 und dem GdS 50 v.H. welcher damit im Herbst 2004 rückwirkend seit 1996 anerkannt wurde.

Die Leidensbezeichnung in Abhilfebescheid von 2000 lautete:

„Sympathische Reflexdystrophie mit chronischem Gesichtsschmerzsyndrom und reaktiven depressiven Episoden. Reizlose Narbe an der linken Halsseite.“

mit einer damalig, zeitlich begrenzten GdS 40 v.H. (ohne § 30 Abs. 2 BVG)

Im Kontext handelt es sich um das gleiche Leiden.

In der vorbezeichnenden Angelegenheit gab es auch keinen Bescheid. Lediglich ein Schreiben der HuK-Abteilung des LWL in Münsterlingen. Gegen dieses Schreiben habe ich am 04.12.2014 schriftlich Widerspruch erhoben.

Trotz der hier im Zusammenhang stehenden Herpes-Impfung, besteht der LWL nun auf eine Zahlung dieser durch meine Grundrente. Die erbrachte Leistung ist keine ärztliche (IGEL) Leistung welche durch meine Grundrente abgegolten wird. Die in Anspruch genommene ärztliche (IGEL) Leistung bezieht sich explizit auf meine nach dem OEG bzw. BVG anerkannten Leiden.

Zur Vereinfachung des Verfahrens befreie ich folgende Ärzte mit Bezug auf die Klage / Begründung von der Schweigepflicht:

Frau Dr. med. Lise Liebevoll, Leidstr. 1, 0815 Oberammergrau

Herrn Dr. med. Fred Friedvoll, Ehrlichweg 1, 0815 Oberammergrau

Zusätzlich beantrage ich hiermit (nach den entsprechenden, gutachtehrlichen Anhaltspunkten) ein Gutachten durch einen unbefangenen, mir fremden Neurologen in Oberammergrau.

Der Reflux

Anlage

Winfried Gahbler
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Re: z.K Dr. Gahbler

Beitrag von Winfried Gahbler » 13.02.15, 21:06

Hallo Reflux,

vielen Dank für Ihre Beitrag - er passt ja auch gut in die 5. Jahreszeit, die hier seit gestern tobt :D .
Ich kann Ihnen nur wünschen an einen Gutachter zu geraten, der wirklich Kenntnisse von chronischen Schmerzerkrankungen hat und nicht nur sagt: "Sie können alle Glieder bewegen, also können Sie vollschichtig arbeiten!" bzw. für die Schmerzen keine Prozente anerkennen will.
Genügend Energie und die erforderliche Unterstützung wünsche ich Ihnen. Aber ich denke, Sie wissen, mit was Sie rechnen müssen.
Gute Besserung und alles Gute wünsche ich Ihnen
MfG W.Gahbler
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Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Berufsordnung für Ärzte:
1. Der voranstehende Beitrag ist eine allgemeine Stellungnahme, die, ausgehend von Ihrer Anfrage mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst wurde.
2. Bitte wenden Sie Sich unabhängig davon persönlich zur Beratung, Untersuchung und Behandlung an eine Ärztin oder einen Arzt Ihres Vertrauens!
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aus der Gemeinschaftspraxis
Dr.W.Gahbler/F.Becker/Dr.K.Sieben/R.Simon
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Reflux
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Re: z.K Dr. Gahbler

Beitrag von Reflux » 13.02.15, 21:22

Na... Es geht ja nur um die IGEL - Leistung. Ist ja keine Neufeststellung usw.

Reflux
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Re: z.K Dr. Gahbler

Beitrag von Reflux » 17.02.15, 18:04

Lieber Herr Dr. Gabler,

hä... hä...

Heute bekam ich vom LWL per gelben Brief eine Korrektur des falsch ausgestelltem Widerspruchbescheides von Anfang Februar 2015.

Zu spät!

Meine Klage zur Herpesimpfung im Gesicht ist des längstens per Einschreiben beim Sozialgericht eingetroffen.

Die sind da beim LWL echt doof!

Evtl.!

Denken sie bei bestimmten Patienten immer daran das BVG anzukreuzen. Dem bedeutet auch dabei kein Budget für sie.

BVG... Ich bin doch nicht blöd!

LG.

Der Reflux

BVG = Bundesversorgungsgesetz, Kriegsfürsorge, Opferentschädigungsgesetz

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