Schmerzen ohne Befund, es geht einfach nicht mehr!

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mfhw2014
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Schmerzen ohne Befund, es geht einfach nicht mehr!

Beitrag von mfhw2014 » 09.07.14, 20:55

Guten Tag,

die Ist-Situation und der "Krankheits"verlauf sieht wie folgt aus, ich weiß einfach nicht mehr wie mein leben noch weiter gehen soll:

- Männlich, 29 Jahre alt, 175cm, 69kg, Sportliche Figur, Privat-Vollversichert, Beruf: seit 10 Jahren Unternehmer (Enterpreneur), überwiegend sitzender Job (ca. 10-12 Std. pro Tag / 1 x pro Stunde 10 Minuten Bewegungspause, Nichtraucher, Familiestand: verheiratet mit zwei Kindern)
- Beschwerden seit 3 Jahren, besondere Ereignisse vor Beginn der Beschwerden: nein
- Operation: als Kind alle 4 Weißheitszähne und Mandelentfernung mit Trauma (Beschädigung von Gefäßen beim Ausscharben, ist komplikationslos verheilt)
- Krankheiten: Als Kind Asthma und Neurodamitis, in der Pubertät vollständig verschwunden und nie wieder aufgetaucht. Ebstein-Barvirus mit komplexen Verlauf und starken Schwellungen, 2 Wöchiger Klinikaufhentalt, ohne Folgen ausgeheilt.
- Allergien: Penecilin, Gräser, Katzen und Nager

Krankheitsverlauf:
Vor ca. 3 Jahren kam es zu ausschließlich linksseitigen Schmerzen unter dem Schulterblatt von der BWS ausstrahlend über das Schulterblatt in den Brustkrob. Es ist ein stark drückendes, vernichtender Schmerz, dieser sich seit 3 Jahren stetig steigerte. Dazu kam es zu unklarem häufigen trockenem aufstoßen von Luft unabhängig von der Tageszeit und den Mahlzeiten, bei diesem nach und nach eine Säureproblematik hinzukam. Im Laufe der Zeit kamen Atemprobleme hinzu, diese nur in Ruhe und im Sitzen auftreten, bei Bewegung werden Beschwerden besser. Mittlerweile muss ich solange ich wach bin permanent unmengen von Luft aufstoßen, die Muskelatur ist so verhärtet, das sich im Schulterblattbereich ein "Buckel" bildet und ich den Arm seitswärts nicht mehr heben kann.

Untersuchungen und Befunde:
Magenspiegelung: Labor unauffällig, jedoch starke Rötungen und Reizungen der Schleimhaut, keine Histernie oder ähnliches. Diagnose Reflux, Medikation: 2 x 40 mg Pantropazol über 6 Monate. Beschwerdebild: absolut unverändert
Rheumatologe: alle Untersuchungen ohne Befund
CT/MRT: Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Lendenwirbelsäule, Schultern, Schulterblatt, Kopf, Lungen, Thorax, Gehirn: Alles ohne Befund, keine Veränderungen / Erkrankungen erkennbar
Blutbild: Boreliose, HIV, Hepatitis, Schilddrüse, Großes Blutbild alles ohne Befund, d.h. Werte sind in Ordnung
Kartiologe: Herzdoppelsono, Langzeit-EKG, Belastungs-EKG, Ruhe-EKG, Bluttest. Befund: Ruhepuls zwischen 70 - 85 Schläge (Tachykardie), ansonsten alles absolut altertypisch und ohne Befund.
Spiegelungen: Bronchoskopie ohne Befund, Darmspiegelung ohne Befund

Behandlung:
Nahrungsumstellung: keine Besserung
Anti-Pilz Behandlung: keine Besserung
Physiotherapie: 10, teils sehr renomierte Physiotherapeuten quer in Deutschland verteilt haben es aufgegeben, weil keine Behandlung auf die Lockerung der Muskelatur anspricht
Ostoepathie: 4 verschiedene, auch hier Aufgabe da kein Behandlungsansprechverhalten vorhanden
Schmerztherapie: zunächst Etoricoxib [bitte keine Handelsnamen verwenden, der Moderator - s. Mediquette]+ Antidepressiva, danach Tramadol, danach Tilidin und nun eingestellt auf 3 x Tapentadol [bitte keine Handelsnamen verwenden, der Moderator - s. Mediquette] Retard 100mg täglich (Schmerzskala im Durchschnitt von 1-10 trotz Medikation: 8, Spitzen 10 sodass ich bei diesen Schmerzdurchbrüchen die teils über eine Stunde anhalten an meine Familie denken muss um nicht vor lauter Verzweifelung eine Dummheit zu begehen)
Sonstige Therapien: Elektrotherapie, Wärmebehandlung, Kältebehandlung, Naturheilverfahren, Bachblüten usw. usw., mit Messgeräten unterstützer Muskelaufbauprozess des Rückens (alle Maßnahmen ohne nichtmals kurzfristiger Besserung)

Ich kämpfe gegen etwas, das mir mein Leben nimmt, jeden Tag ein Stück mehr und trotz der mindestens 30 Spezialisten diese ich besucht habe gibt es nichtmal einen Befund, noch einen Namen für diese "Erkrankung" mit solch gravierenden Systembeschwerden.

Trotz Opiottherapie kaum Besserung der Schmerzen. Gibt es hier einen Experten, der vlt. noch eine Idee hat, einen Kollegene kennt der die Zeit und Interesse daran hat, sich mit dieser komplexen Thematik zu beschäftigen oder einen Schmerztherapeuten der noch Ideen hat diesen Schmerzkreislauf zu durchbrechen und trotzdem noch am Alltag beruflich teilnehmen zu können. Über jede Information bin ich unglaublich dankbar. Viele Grüße Marc

Kleines Mädchen
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Re: Schmerzen ohne Befund, es geht einfach nicht mehr!

Beitrag von Kleines Mädchen » 10.07.14, 02:22

Wurde bei der Physiotherapie, nur gelockert oder auch mal gedeht? Hab seit kurzen einen neuen Physiotherapeuten der festgestellt hat, das bei mir alle Muskeln verkürzt sind. Vorher hat das keiner festgestellt (bin schon seit 10 Jahre in Behandlung), er meinte meine Probleme mit der Verdaaung und auch noch weitere, können davon kommen. Merke selber wie nach nur 2 Behandlungen sich besserung eingstellt hat, das wurde durch ein Woche ende zwar wieder zugenichte gemacht, weil ich es einfach übertrieben hatte, jedoch hat die eine Stunde danach schon wieder sehr viel gebracht.
Das wäre noch ein Ansatz den man probieren könnte, weiter Physiotherapie der auf den ganzen Körper schaut und nicht nur auf die Problemstelle.
Osteopathen muss man zwar selber zahlen, doch für die Gesundheit sollte es nicht zu teuer sein.

Alexxa
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Re: Schmerzen ohne Befund, es geht einfach nicht mehr!

Beitrag von Alexxa » 29.07.14, 10:10

Hallo Marc,

deine Situation kann ich sehr gut nachvollziehen. Habe auch schon mehr als ein Jahr immer wieder starke atemabhängige Schmerzen, die aber schubweise auftreten, auch "ohne Befund", alle Mögliche Blutwerte und Tests waren in Ordnung. Viele Behandlungen(auch manuelle Therapie usw) wurden durchgeführt, ohne Linderung. War auch im Krankenhaus wegen meinen Atembeschwerden und Schmerzen, aber die haben mich nach Hause geschickt, ich sei zu jung und soll solche Probleme nicht haben (bin 30 Jahre alt.)
Außer Schmerzmitteln zu verschrieben, was für mich keine Option ist, kann man nichts machen. Aber ich wünsche mir so sehr, dass es irgendwann wieder aufhört zu schmerzen und ich mich auf mein Leben wieder konzentrieren kann.
Ich versuche nicht aufzugeben und wünsche dir auch stark zubleiben. Ich drücke für dich die Daumen

Viele Grüße
Alexxa

onkelandi
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Re: Schmerzen ohne Befund, es geht einfach nicht mehr!

Beitrag von onkelandi » 29.07.14, 14:14

Hallo,

auch mir kommt das ziemlich bekannt vor. Bei mir sind es dann ebenfalls wie Schmerzattacken, jedoch kommen diese eher anfallsartig und sind nicht dauerhaft vorhanden. Bei mir hat das nach einer Fundoplicatio angefangen, und ich vermute, dass eine Nervus Phrenicus Reizung oder was auch immer mein Begleiter ist. Am kommenden Donnerstag gehe ich zur Durchleuchtungsuntersuchung um zu schauen, wie sich mein Zwerchfell verhält.

Warst du beim Neurologen und wurde dann mal eine Nervenmessung oder was auch immer gemacht?

Nanu
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Re: Schmerzen ohne Befund, es geht einfach nicht mehr!

Beitrag von Nanu » 17.08.14, 10:39

Hallo,
mich überrascht, wie intensiv man Dich untersucht hat und dass Du nicht erwähnst, dass man teilw. etwas Psychisches vermutet. Ich werde regelmäßig ins Blaue hinein für psychisch Krank gehalten.

Mir fällt leider nicht mehr viel ein. Ich finde "Fälle" wie Dich interessant...
Hat man Dich schon mal chiropraktisch behandelt? Diese recht brutalen Manipulationen bewirken meist (irgend etwas). In der BWS sind die Impulse ja gering. In der HWS würde ich es wg. der Schlaganfallgefahr ablehnen.

Dann fällt mir ein, dass man eine Muskelrelaxanz in den Buckel injizieren könnte.

Der Umstand, dass Opioide fast keinen Effekt haben, könnte dafür sprechen, dass es neuropathische Schmerzen sind - also ziemlich unmittelbar ein Nerv die Ursache ist, zb abgeklemmt wird.
Sollte es neuropath. schein, müssten andere Schmerzmittel helfen. Andererseits sind Tramadol, Tilidin, Tapentadol sehr schwache Opioide... Morphin, Oxycodon wären die nächst potenteren.

Das Problem mit der Luft könnte vegetativer Natur sein. Das veg. Nervensystem reagiert einfach auf Stress. Und den hast Du sicher...
Ganz abgesehen davon, kann auch das veg. physisch beschädigt werden. Doch Du erwähnst keinen Unfall.

Skoliose in der BWS? Lanjähriges Tennisspielen (einseitige Belastung).

Letztes Mittel der Wahl: Aufschneiden und nachschauen.
Es gibt im Netz immer wieder berichte von bzw. über Patienten, bei denen erstaunliches gefunden wird.

Auch das beste MRT kann nicht alles abbilden.

Alles Gute!

Melina123
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Re: Schmerzen ohne Befund, es geht einfach nicht mehr!

Beitrag von Melina123 » 16.09.18, 01:20

Sehr geehrter mfhw2014,

Ich bin weiblich 27 Jahre alt und Beruf Gesundheits und Krankenpflegerin. Erkrankungen Hashimoto-gut eingestellt.
Ich hatte am 13.01.2017 einen Verkehrsunfall mit Totalschaden und Airbagsauslösung. Man hat mir die Vorfahrt genommen. Ich bin auf einer Landstraße geradeaus gefahren. Mein Unfallgegner kam von rechts, hatte ein Stop Schild, ist ohne zu halten auf die Straße gefahren. Bin frontal in das Auto rein gefahren. Ich war kurz bewusstlos und wurde Notfallmäßig ins Krankenhaus eingeliefert, jedoch mit Prellungen ambulant entlassen.
Am nächsten Tag 14.01.2017 schmerzen am ganzen Körper. Starke Beschwerden an der HWS+BWS, dann weitere Beschwerden die über Tage/Wochen und Monate hinzukamen wie starke Kraftlosigkeit/Schwäche im linken Arm/ Kribbeln, Schwindel und Druck im Kopf. Versuche zu arbeiten gestartet, jedoch 3 mal gescheitert.

Momentane Beschwerden Links in Ruhe und Bewegung
-HWS leicht eingeschränkt
-Schmerzen und Kraftlosigkeit/Schwäche im linken Arm (z.b auch beim Haare flechten, etwas leichtes tragen)
-beim ausstrecken meines Armes wahnsinniges starkes ziehen am Schulterblatt/Bws
-Schmerzen im Schulterblatt/Bws durchgehend >>Kann lange kein Bh tragen (Druckgefühl/ziehendes Vernichtungsgefühl)
-neige immer wieder zu Muskelverhärtung trotz Therapien.
-der schmerz ist irgendwie tief von innen von außen kaum tastbar.
-am Schulterblatt/BWS fühlt es sich wie ein Einklemmungs Gefühl an oder als währe da eine Nadel drin.
-ich habe das Gefühl der Schmerz kommt von meinem Schulterblatt/BWS und wandert Richtung HWS und mein linken Arm.

Therapien die ich gemacht habe: Labor o.B, Physio, Reha, Osteopathie, Eingerenkt, Wärmetherapie, Psychische Beratung, Akupunktur,
Röntgen Hemithorax-o.B, Infusionstherapie mit Schmerzmittel Tramadol, Aspirin, Vitamin B12, Medikament (Ibuprofen, Methocarbamol [bitte keine Handelsnamen verwenden - der Moderator], Tramadol, Pregabalin [bitte keine Handelsnamen verwenden . der Moderator] auch schon hoch dosiert) War beim Neurologen, Nerventest o.B, MR- Neurografie des Plexus Brachialis o.B,
Meine Mrt Befunde Schulter, Schulterblatt, HWS, BWS o.B
außer HWS-Streckstellung sichtbar.
Vor meinem Unfall hatte ich keinerlei Beschwerden und war eine fitte junge Frau. Nie Rückenprobleme oder irgendwas gehabt.

Ich muss sagen der Schmerz ist an der BWS/Schulterblatt so intensiv, dass ich es manchmal kaum aushalte, irgendwas ist da. Ich bin nicht verrückt, nur man sieht es nicht.

Wie ich mir etwas selbest helfen kann mit den schmerzen:

Indem ich mein Schulterblatt/BWS massiere Bzw etwas versuche zu lockern und dort alles hin und her bewege mit den Fingern. Ist schwer zu beschreiben. Ich muss das machen, anders halte ich den Schmerz nicht aus.
Sobald ich das mache fühlt sich es so schön befreit an.
Leider nur für paar Sekunden/Minuten! :( Irgendwie geht das wieder alles in die gleiche Position zurück und wieder dieser Schmerz.. Ich merke auch das dadurch meine Lunge irgendwie wie verklebt ist und wenn ich mein linke Seite hin und her massiere wird die Lunge automatisch freier, leider auch nur kurz. Ich habe kein Atemnot.

Ich bedanke mich voraus für Ihre Hilfe und bitte um Verständnis für meine Situation. Hoffe sehr Sie können mir weiter helfen. Bin schon verzweifelt, das zieht sich schon sehr lange und beeinträchtigt mich und mein Umfeld wirklich sehr.


Mit freundlichen Grüßen
Dije

Muppet
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Re: Schmerzen ohne Befund, es geht einfach nicht mehr!

Beitrag von Muppet » 16.09.18, 07:31

Hallo
Anmerkung: ein Puls von 70-85 ist kein Tachykardie - das geht bei 100 los.

Ich habe auch Rückenprobleme. Sport lindert es. Ich werde auch wöchentlich eingerenkt. Eine Seite meines Körpers ist viel stärker als die andere. Schmerzmittel die ich für Migräne nehme, lindern es nicht.

Gruss
Muppet

Anästhesieschwester
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Re: Schmerzen ohne Befund, es geht einfach nicht mehr!

Beitrag von Anästhesieschwester » 16.09.18, 09:11

Hallo,

kann mich Muppet nur anschließen - Chirotherapeut ausprobieren. Blockaden von Wirbeln / Wirbel-Rippen-Gelenken / Sternum-Rippen-Gelenken muss man nicht auf dem Röntgenbild sehen, erfahrene Chirotherapeuten können sie aber sehr wohl ertasten und entsprechend lösen.


Gruß
Die Anästhesieschwester

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