Angst vor Leberversagen

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medfor
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Angst vor Leberversagen

Beitrag von medfor »

Hallo,

ich (weiblich, 51Jahre) leide seit über einem Jahr an Interstitieller Cystitis mit chronischen starken Blasen- und Harnröhrenschmerzen. Ich habe in dieser Zeit mehrere Versuche gestartet, ein Schmerzmittel zu finden, das mir hilft und das ich vertrage.
Mehrere mehrwöchige Versuche mit verschiedenen Medikamenten brachten kaum Linderung, aber deutliche Leberwerterhöhungen-

Es war sowohl bei Opioiden als auch bei Antikonvulsiva und Antidepressiva so, dass meine Leberwerte bereits nach 4 Wochen Einnahme extrem stark angestiegen sind. Meine Gamma-GT war fast bei 10 (Referenzwert 0,68) Auch ASAT und ALAT waren deutlich erhöht.

Ich trinke keinen Alkohol, ernähre mich relativ gesund, rauche nicht.

Ich bin verzweifelt, weil ich nicht weiß, ob ich diese hohen Werte einfach akzeptieren soll/kann und weiter einnehmen soll oder ob ich mir damit meine Leber kaputt mache?

Ich war beim Ultraschall Leber und es gab bisher keine besonders auffälligen Befunde (leichte Fettleber).

Meine Frage: Kann man bei so deutlich erhöhten Leberwerten die Medikamente weiter einnehmen?

Danke fürs Lesen und evtl. Antworten.

Winfried Gahbler
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Re: Angst vor Leberversagen

Beitrag von Winfried Gahbler »

Hallo medfor,

die von Ihnen beschriebenen Erhöhungen der Leberwerte sind sicher auffällig und man sollte darauf reagieren, aber ein "Leberversagen" droht deswegen ganz sicher nicht! Insbesondere da ja im Ultraschall kein auffälliger Befund zu sehen war.
Wenn die Erhöhung durch die Einnahme von Medikamenten bedingt ist, - und das kommt bei verschiedenen Medikamenten individuell unterschiedlich immer wieder vor -, sollte man diese Medikamente durch andere ersetzen. Bei der von Ihnen genannten Medikamentenkombination würd ich mir zuerst die Antikonvulsiva ansehen, in zweiter Linie die Antidepressiva. Opioide machen selten erhöhte Leberwerte.
Besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, wie sie vorgehen sollen/wollen.
Gute Besserung und alles Gute wünsche ich Ihnen
MfG W.Gahbler
----------------------

Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Berufsordnung für Ärzte:
1. Der voranstehende Beitrag ist eine allgemeine Stellungnahme, die, ausgehend von Ihrer Anfrage mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst wurde.
2. Bitte wenden Sie Sich unabhängig davon persönlich zur Beratung, Untersuchung und Behandlung an eine Ärztin oder einen Arzt Ihres Vertrauens!
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aus der Gemeinschaftspraxis
Dr.W.Gahbler/F.Becker/Dr.K.Sieben/R.Simon
http://www.schmerzkreis.net

medfor
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Re: Angst vor Leberversagen

Beitrag von medfor »

Sehr geehrter Herr Gahbler,

Vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort. Ich möchte Sie gern noch einmal fragen, meine Frage war evtl. nicht präzise ausgedrückt.

Meine Leberwerte stiegen bei jedem einzelnen der Medikamente an. Ich nahm sie NICHT zusammen ein, sondern nacheinander auf der Suche nach Schmerzlinderung UND Leberwertstabilität.

Also einige Wochen Antidepressiva-> erhöhte Leberwerte
einige Wochen Opioide->erhöhte Leberwerte;
einige Wochen Antikonvulsiva->erhöhte Leberwerte

Ich habe in der letzten Zeit dann einige verschiedene Opioide versucht, doch auf jedes einzelne Medikament reagierte ich innerhalb weniger Wochen mit bis zu 15facher Erhöhung der Gamma-GT. (Ohne Medikamente ist sie allerdings auch leicht erhöht bei mir, in etwa auf das Zwei- bis Dreifach des Referenzwertes)

Sowohl mein Hausarzt als auch mein Schmerzarzt rieten mir von einer weiteren Einnahme eher ab. Doch meine Schmerzen sind oft schwer aushaltbar.
Deshalb meine Frage: Wenn im Ultraschall keine bedeutsame Veränderung zu sehen ist, kann ich dann bei einer Gamma-GT von etwa 10 (bei Referenz 0,68) weiter Medikamente einnehmen? Mir als Laie fällt es schwer, diese Erhöhung irgendwie einzuordnen.

Freundliche Grüße. medfor

Winfried Gahbler
DMF-Moderator
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Registriert: 15.09.04, 15:24

Re: Angst vor Leberversagen

Beitrag von Winfried Gahbler »

Hallo medfor,

ein Anstieg von Leberwerten ist grundsätzlich nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Und da gibt es auch keine "Zahl", die als harmlos anzusehen ist. Man muss das immer im Zusammenhang sehen: Welches Medikament in welcher Dosis hat das bewirkt?, Was geschieht, wenn man das Medikament wieder absetzt?, Welche Lebererkrankung liegt dem Geschehen zugrunde? Denn eine gesunde Leber zeigt keinen Ansteig der Werte nach der Gabe eines Opioid für wenige Tage.
All das besprechen Sie bitte mit Ihre behandelnden Arzt. Er muss dann auch entscheiden, ob und welche weiteren Untersuchungen erforderlich sind. All das ist über das www nicht möglich.
Nochmals gute Besserung und alles Gute wünsche ich Ihnen
MfG W.Gahbler
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medfor
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Re: Angst vor Leberversagen

Beitrag von medfor »

Danke für die freundliche Antwort. medfor

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