Ab wann aufsuchen Schmerztherapeut

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Firefly
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Ab wann aufsuchen Schmerztherapeut

Beitrag von Firefly »

Hallo,

ab wann sollte man eigtl. einen Schmerztherapeuten aufsuchen? Hängt das von der Dauer der bestehenden Schmerzen ab? oder wo die Schmerzen in welcher Intensitä sind? Ob es eine Diagnose gibt oder nicht? oder sollte so eine Entscheidung nur von einem Haus-,/Facharzt getroffen werden?

Ich frage, weil ich schon länger als ein Jahr (ist das schon lange genug?) Schmerzen in/an der Scheide und vor allem im linken Unterbauch habe (ist das z.B. überhaupt ein Bereich, wo man Schmerztherapie machen könnte?). Es gab schon eine Diagnose, weil man mehrere "Knubbel" rausoperiert hatte und das waren Venensteine und Venenerweiterungen (was wohl an der Stelle ursächlich für die Schmerzen war und die gingen danach auch weg). An anderer Stelle sind die Schmerzen noch da. In der Gefäßchirugie wurde abgeklärt ob ich ein Beckenvenenstauungssyndrom habe, weil das z.B. ursächlich hätte sein können für die Schmerzen und auch die andere Diagnose. Nach dem MRT wurde dann die Aussage getroffen, sie finden aktuell nichts was sie behandeln könnten, was aber nicht heißt das nichts da wäre (Somit weiß ich nicht ob es doch eine körperliche Diagnose sein könnte). Wenn die Schmerzen anhalten (noch ein Jahr) oder stärker werden dürfte ich mich dort nochmal vorstellen. Von Frauenärten wurde gesagt, dass es psychosomatisch sein könnte (gerade weil ich als Kind sexuell missbraucht wurde und da Schmerzen öfters vorkommen würden). Würde dann, wenn es psychosomatische Beschwerden wäre, dass eine Schmerztherapie ausschließen? An sich habe ich schon zwei Jahre Traumatherapie gemacht und die auch erfolgreich, zumindest kann ich ein "normales" Leben führen. Ich will damit eine psychische Ursache nicht ausschließen, fände sie aber aufgrund des Therapieerfolges etwas unverständlich.


An sich stehe ich jetzt also da und habe schon seit über einem Jahr Schmerzen aber nicht wirklich eine Ursache und auch die Aussage das die Schmerzen noch ein Jahr anhalten müssten, dass weiter geschaut werden würde.Ich habe auch etwas die Sorge, dass ich iwann ein Schmerzgedächtnis ausbildet. Nochmal ein Jahr mit Schmerzen fände ich nicht so toll und deshalb kam mir die Idee mit einem Schmerztherapeuten und wenn es nur wäre um zu lernen, wie mit dem Schmerz umgehen und damit erstmal zu leben. Ich bin mir aber unsicher ob ich da mit dem Hintergrund überhaupt hin dürfte oder ob das gar nichts für einen Schmerztherapeuten ist, deshalb auch die vielen Fragen, ab wann man da hin darf? Welche Voraussetzungen sozusagen gegeben sein müssen.

Viele Grüße
Chandra
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Re: Ab wann aufsuchen Schmerztherapeut

Beitrag von Chandra »

Hallo Firefly,

Ich habe leider gerade erst Deinen Beitrag gelesen, deshalb die verspätete Antwort. Fachärzte für spezielle Schmerztherapie sind insbesondere für chronische Schmerzpatienten zuständig. Von "chronisch" spricht man bereits ab einer Dauer von 6 Monaten, je nach Quelle sogar 3 Monaten. Ein wesentliches Merkmal chronischer Schmerzen ist, dass die eigentliche Schmerzursache, falls überhaupt eine gefunden wird, in den Hintergrund rückt und gar nicht mehr so wichtig ist. Der Schmerz selbst ist das Belastende und weit nicht mehr nur ein Symptom, sondern eine eigenständige Erkrankung. Chronischer Schmerz ist somit auch im ICD eine eigenständige Diagnose.

Um Deine Frage direkt zu beantworten: Ja, Du dürftest Dich sicher bei einem Schmerztherapeuten vorstellen und Du brauchst dafür keine Schmerzursache kennen - das tun sehr viele Patienten nicht, die dort aufschlagen. ;-)

Über die Geschichte mit der psychosomatischen Ursache kann ich gerade nicht weit genug ausholen. In aller Kürze: Ohne aus der Ferne beurteilen zu wollen, ob es bei Dir psychosomatische Anteile gibt oder nicht, ist dies auf jeden Fall trotz einer erfolgreichen Psychotherapie möglich! Da auch nach ausgiebiger Diagnostik kein medizinischer Faktor gefunden wurde, der Deine Beschwerden vollständig erklärt, ist dies auch nicht unwahrscheinlich. Es hält sich irgendwie sehr nachhaltig das Gerücht, man müsse psychische Beschwerden wie Angst oder Depressionen haben, um psychosomatische Erkrankungen zu entwickeln - dem ist nicht so!

Ich wünsche Dir alles Gute und frohe Feiertage!
Liebe Grüße
Chandra
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