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UMGANG MIT PATIENTEN??????

14.06.07, 13:45

:shock: Mit erschrecken haben wir gestern bei uns in einer kostenlosen Kleinanzeigenzeitung diese Anzeige gelesen!


DRINGEND BETROFFENE GESUCHT,
DIE VON SANITÄTERN EINES SOZIALEN
RETTUNGSDIENSTES/KRANKENTRANSPORTES
KÖRPERLICH GENÖTIGT UND BELEIDIGT WURDEN
TEL. : 017........

Jetzt sitzt natürlich der Schreck tief, weil wir hier in Stadt und Landkreis erstmal alle über ein Kamm gezogen werden. Wir wissen noch nicht was vorgefallen ist oder wer beschuldigt wird! Da es ja bei uns mehrere Organisationen gibt....
Ist euch so etwas auch schon passiert, das es Beschwerden gab?
Wie geht bei euch der Chef damit um?
Es ist Schade das dies nicht mit der Besatzung geklärt wird die es betrifft, und jetzt alle durch den Kakao gezogen werden!

14.06.07, 17:04

Hallo Eagle,

der Umgang mit Beschwerden im Gesundheitswesen,
und insbesondere im Rettungsdienst ist häufig sehr frag-
würdig. Hier scheint ein sehr unzufriedenernKunde nicht

nur seinen Unmut äußern zu wollen, sondern für mich sieht
das nach einer Klagevorbereitung aus.

Grundsätzlich muss man sagen, dass eine Beschwerde ein
äußerst positive Erscheinung für ein Unternehmen sein kann,
da sie als eine von extern eingegebener Verbesserungsvor-
schlag ist. Die Beschwerde stellt den Kundenwunsch dar,
dessen Befriedigung das Ziel jeder Dienstleistung sein muss.

Warum schaltet nun jemand eine solche Anzeige?
Im Regelfall wird sich ein unzufriedener Kunde/Patient erst an
das Unternehmen wenden um seine Beschwerde los zu werden.
Wird ihm nun das Gefühl vermittelt dass seine Beschwerde
grundlos ist, oder er damit eigentlich nur stört, hat er zwei Möglich-
keiten:

1. Er nimmt die Dienstleistung des Unternehmens nicht mehr in
Anspruch und verbreitet einen negativen Ruf (Exit-Voice-Theorie)

2. Er wendet sich an die nächst höhre Instanz, handelt es sich bei der
eingetretenen Störung um eine rechtliche, hat er auch die Option eine
Klage anzustreben (zivil- und/oder strafrechtliche Gerichtsbarkeit).

Wie schon erwähnt wirkt die Annonce für mich wie eine Vorbereitung
auf ein Gerichtsverfahren (sprich es werden weitere Geschädigte/Zeugen
gesucht).

Sinnlose Anschuldigungen von Seiten der Vorgesetzten sind vollkommen
sinnlos und kontraproduktiv, da im Falle eines Rechtsstreites das Unter-
nehmen auf die gute Mitarbeit der Angestellten angewiesen ist. Anschuld-
igungen, gerechtfertigt oder auch nicht, sollten solange unterbleiben bis
eine solcher Rechtsstreit wirklich abgeschloßen ist.

An Stelle des Vorgesetzten RDL oder WL würde ich schleunigst mit der ent-
sprechenden Person Kontakt aufnehmen, da auf diese Art und Weise neben
dem Rechtsstreit auch eine (bereits z.T. entstandene) negative PR vermieden
werden kann.

Um es nocheinmal kurz zusammen zu fassen: Als Vorgesetzter würde ich
Kontakt zu dem Entsprechenden Beschwerdeführer aufnehmen, mich bis zu
einer Entscheidung vor meine Mannschaft stellen, und erst wenn ein klares
Fehlverhalten (grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz) nachgewiesen ist, würde
ich mir die entsprechenden arbeitsrechtlichen Schritte vorbehalten.

Gruß
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