Handschuhe als Schutz vor ??

Moderator: DMF-Team

Kusi
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Handschuhe als Schutz vor ??

Beitrag von Kusi »

Hallo,

als PDL habe ich eine Frage an die Leute aus dem RD :?:

Mit erschrecken muss ich feststellen :shock: das egal was für eine Fahrt ansteht, jeder Handschuhe anzieht beim RD. Egal ob der KTW eine Fahrt zum HA/ FA macht oder ob es eine EW ist.

Im Notfall bei Exkrementen sicherlich verständlich, bei frischen Wunden oder bei VU auch. Jedoch nicht bei einem Bewohner aus dem Pflegeheim wo nicht einmal die Hautbeschaffenheit verändert ist.

Egal ist dabei auch die Ankunft im Haus. Bekommen wir einen Bewohner zurück haben alle Handschuhe an.

:shock: Wieso :?: :?: :?:

Gibt es dort eine Regelung ??

P.S. habe selbst Ehrenamtliche Tätigkeit beim RD hinter mir. Bei uns war es nie der fall mit Handschuhen.
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Thomas H.
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Beitrag von Thomas H. »

Hallo Kusi,

im Gegenteil zur Pflege kennen wir (Rettungsdienstler) unsere Patienten nicht.

Jeder kann aus eigenen Erfahrungen berichten, in denen infektiöse Erkrankungen
verschwiegen wurden. Sicher ist bei vielen dieser Erkankungen der Schutz der
Handschuhe äußerst ungenügend, aber immerhin ein Anfang.

Des Weiteren ist es bei Beförderungen nicht selten, dass sich Patienten übergeben
müssen.

Alles in Allem finde ich es sogar lobenswert, dass sich die Kollegen konsequent schützen.

Gruß

Glaxina
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Beitrag von Glaxina »

Hallo Kusi,

Thomas hat völlig Recht mit seiner Ansicht. Ich denke auch, es ist Sicherheit für "beide " Seiten. Selbst -und Patientschutz sollten schon beachtet werden.
MfG Glaxina

Jupp
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Beitrag von Jupp »

Hallo,

das sehe ich etwas differenzeirter. Kein Mensch (zumindest die allerwenigsten) ziehen sich Handschuhe an, bevor sie einem Fremden (oder Bekannten) die Hand geben, eine Türklinke anfassen oder sich im Bus an einem Griff festhalten. Nur mal als Beispiele.

Ich erlebe im Klinikalltag desöfteren, dass Patienten etwas irritiert sind, wenn RD-Personal sich beim geringsten Kontakt mit einem "sauberen" Patienten Handschuhe anziehen. Ich denke da mal an den 50jährigen, bisher gesunden Infarkt-Patienten, der zur Coro in ein anderes Haus verlegt werden soll.
Dieser Mann soll plötzlich, obwohl noch nie vorher ernsthaft erkrankt, potenzieller Träger und vor allem Überträger von Keimen sein, die allein schon durch einen leichten Haut-zu-Haut-Kontakt (Mithelfen beim Übersteigen auf die RD-Trage) auf den RD-Mitarbeiter übersiedelt, und zwar in bedrohlichem Maße?
Klar kann man nie wissen, was der Gegenüber alles mit sich herumschleppt. Aber hinter allem und jedem ungefiltert eine potenzielle Bedrohung zu sehen, und vor allem dies nur wöhrend der Arbeitszeit, mutet doch schon etwas bedenklich an.
Vielmehr sollte man seine Mitarbeiter schulen, einen gesunden Blick für den Patienten zu entwickeln. Gibt es Anzeichen oder Hinweise, dass der Patient evtl. potenzieller Träger von Keimen o.ä. ist? Dann natürlich lieber einmal zuviel Handschuhe an als zuwenig.
Aber völlig unreflektierter Gebrauch von Handschuhe lehne ich ab, nicht nur aus Kostengründen (Kleinvieh macht auch Mist) sondern auch aus Rücksicht auf den Patienten, der sich ja dann doch irgendwie als Aussätziger vorkommen kann (eigene Erfahrung als Patient).

Selbstverständlich sollte der Gebrauch von Handschuhen bei zu erwartendem Kontakt mit Ausscheidungen, Blut, bei Unfällen, Infektionskrankheiten, "unsauberen" Patienten ..... obligat sein.

Kusi
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Beitrag von Kusi »

Hallo,

ich sehe es wie Jupp, natrülich gibt es bestimmt Situationen wo keiner von ausgehen kann nicht doch irgend welche Keime ab zubekommen. Jedoch stellt sich mir die Frage, Hat der Bewohner, der Patient wirklich einen Hautdefekt etc. reichen dann Handschuhe überhaupt aus ? Allein beim Verdacht auf MRSA / ORSA rufen wir einen Infektionstransport und weisen darauf hin.

Ich weiß nicht ob es beim RD nicht auch Hygienefachkräfte gibt die dieses schulen. Was nützen mir die besten Handschuhe wenn der RD`ler sie nach Übergabe des Bewohners an uns in seine Hosentasche steckt ??? :shock: :?:

Mit meinen Fragen möchte ich nur zur Diskussion anregen und den Blickwinkel zu verändern um zu verstehen " Wieso Handschuhe getragen werden. "

:arrow: P.S. zum Übergeben während der Fahrt, musste ich erst an den Fahrstil denken. :D
LG Kusi
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Marc02
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Beitrag von Marc02 »

Wenn man schon Handschuhe anhat, muß man keine mehr anziehen wenn man welche braucht. :D

Also ich ziehe lieber auch bei gesunden Pat. Handschuhe an, um z.B. beim "Umsteigen" helfen zu können. Es kommt nicht selten vor, dass man dabei in die schwitzigen Achseln greift. Und daneben zu stehen und nur anzudeuten, man helfe mit finde ich blöd.

Mit Schuhe an/ausziehen ist es genauso.

*knoxville*
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Beitrag von *knoxville* »

Hallo Kusi,

während meiner Ausbildung im rettungsdienst wurde uns konsequent eingetrichtert, vor dem Verlassen des FZG. Handschuhe anzuziehen. Vor allem mit der Begründung, dass man nie weiss, was einen erwartet und man dann plötzlich da steht und keine hat bzw. erst mal umständlich ungepuderte Einmalhandschuhe über seine schwitzigen Hände zieht um sie dann doch frustriert wegzwerfen. Dies setze ich so auch um, ziehe sie dann je nach Situation wieder aus.
in der Klinik sehe ich das jedoch genauso wie Du, ich kenne meinen Patienten und ziehe Handschuhe auch nur dann an, wenn ich entsprechend mit kontaminiertem Material in Berührung komme.
Aber, ohne jemandem persönlich nahe treten zu wollen, bei so manchem Bewohner eines Heims ziehe ich Handschuhe nicht als Infektionsschutz, sondern wegen des persönlichen Wohlbefindens an.

LG Marc

Thomas H.
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Beitrag von Thomas H. »

Hallo Forum,

leider habe selbst ich, in relativ wenigen Jahren Berufserfahrung es erlebt, mehrmals
unwissend (hoch-)infektiöse Patienten von einer "qualifizierten" Einrichtung transportiert
zu haben. (z.B. Meningitis, offene TPC) Eine Übergabe findet häufig speziell bei
Krankentransporten leider kaum statt.

Ich perschönlich habe auch nicht bei jedem Transport handschuhe an. Objektiv
betrachtet ist dies aber nicht OK.

Im Rettungsdienst/Krankentransport haben wir täglich mit mehreren Patienten zu tun,
die uns gänzlich unbekannt sind. Übergaben erfolgen kaum bis gar nicht. Häufig ist mit
auch in Pflegeeinrichtungen mit wenig qualifizierten Personal konfrontiert, und auch nicht
selten kommt hierzu noch eine mangelnde Möglichkeit sich deutsch zu verständigen (bitte
nicht falsch verstehen). Daraus resultiert, eine vielleicht auch überzogene, Vorsicht.

Warum nach dem Transport die kontaminierten Handschuhe in die Hosentasche gesteckt
werden hat sicher verschiedenste Gründe. Häufig sind z.B. einfach fehlende
Abwurfmöglichkeiten der Grund. Dies weiter auszuführen, würde hier zu weit gehen.

Hoffe meine Einschätzung ein bisschen verdeutlicht zu haben.

Gruß

Kusi
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Beitrag von Kusi »

Guten Morgen,

vielen Danke für die zahlreichen Antworten.

In der Notfall - Rettung sehe ich Handschuhe als sehr zweckmäßig an. Hier kann und wird niemand wissen was auf einen wartet.

Kontaminierte Handschuhe würde ich nie in die Hosentasche stecken, lieber lasse ich diese liegen. Was bringt es mir mit einer kontaminierten Hose meine Schicht zu ende zu fahren. :?:

Lieber einmal Handschuhe zu viel an, als einmal zu wenig.Dieses ist auch mein Motto.

Als PDL im Seniorenzentrum habe ich schon öfters die Kollegen aus dem RD gefragt wieso Sie Handschuhe tragen, wirklich Nachvollziehbare Aussagen habe ich dabei nie bekommen. Bis eines Tages ein neuer Bewohner gebracht wurde mit dem Hinweis MRSA. :shock: Siehe da, die RD' ler ohne Vollschutz etc. lediglich Handschuhe.

Habe gefragt wo der Overgament Anzug ist. Die beiden lachten und meinten nur " Hygieneanforderungen sind uns bekannt, im richtigen Umgang benötigen wir diese Anzüge nicht." Die MRSA - Besiedlung ist innerhalb der Wunde unter dem Verband.

Da habe ich große :shock: bekommen.

LG Kusi
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ZDL
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Beitrag von ZDL »

Ich spreche hier zwar nur aus meiner 9-monatigen Erfahrung als Zivildienstleistender im Rettungsdienst und Krankentransport. Dennoch habe ich mich immer wieder gewundert, wie "leichtfertig" einige Mitarbeiter in der Pflege, aber auch einige Kollegen mit diesem Thema umgegangen sind.
In meinem Rettungsdienstbereich waren Handschuhe "bei jedem Patientenkontakt" vorgeschrieben- Ich habe jedenfalls versucht, mich daran zu halten. Bei Notfalleinsätzen ist das selbstverständlich - schließlich hat man schnell eine benutze Kanüle in der Hand.
Bei Krankentransporten hatte ich wenigstens immer ein Paar Handschuhe in der Tasche. Natürlich hatte man immer ein komisches Gefühl, wenn man (scheinbar) gesunde Patienten mit Handschuhen begrüßt. Dennoch bin ich der Meinung, dass der Eigenschutz hier eindeutig Vorang hat! Denn ich als RD'ler kann die Situation sehr schlecht einschätzen und wie bereits meine Vorredner sagten, kenne ich den Patienten meistens nicht.
Deshalb gehört bei mir das Tragen von Handschuhen einfach dazu.
Gerade in der Kranken- und Altenpflege habe ich häufig gesehen, dass hier nur selten Handschuhe getragen werden. Ich denke, bei direkten Arbeiten am Patienten, wie z.B. Waschen oder Umlagern, sollten Handschuhe einfach dazu gehören - dann wundern sich die Patienten auch nicht, wenn die RD'ler mit Handschuhen das Zimmer betreten :wink:

Kusi
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Beitrag von Kusi »

Hallo ZDL,

Ich denke, bei direkten Arbeiten am Patienten, wie z.B. Waschen oder Umlagern, sollten Handschuhe einfach dazu gehören - dann wundern sich die Patienten auch nicht, wenn die RD'ler mit Handschuhen das Zimmer betreten

Diese Aussage finde ich sehr wage, wieso sollte ich zum Waschen Handschuhe tragen, sofern keine Keime, Hautdefekte etc. vorliegen ? Im Breich Intimpflege oder bei Fusspilz etc. OK, kein Problem.

Bei einer Begrüßung gebe ich auch die Hand und ziehe mir vorher keine Handschuh zum Eigenschutz an..!!! Im Cafe desinfiziere auch nicht Tisch und Stuhl wo vorher jemand gesessen hat. Ich glaube empirischen Kentnissen zu folge ist es ein Mode Trend Handschuhe zu tragen. Die Kosten für Gesundheitssystem / Einrichtung / Organisation nicht beachtet gibt es doch eigentlich nirgend wo eine Handlungsrichtline !?

Desinfektionsplan ausgenommen, dort steht es explizit drin enthalten wengen der Chemischen Mittelchen.

Selbst aus meiner aktiven Krankehaus Zeit ( Notaufnahme / OP / Septischen Chirurgie/ IPS ) habe ich nicht bei jedem Patientenkontakt Handschuhe getragen.

PH - Wert der Haut/ Hände, rückfettung und zerstörung der physiologischen Hautschicht, all dieses sind Themen die oft außeracht gelassen werden.

Schutz ja, aber bitte mit dem gefühl der Notwendigkeit ist mein Motto.

LG Kusi
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ZDL
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Beitrag von ZDL »

Hallo Kursi,

ich stelle mir nur gerade die Frage, wie man "Keime" und "Hautdefekte" erkennen soll. Das ist das Problem. Und deswegen werden halt im KRANKENtransport häufig Handschuhe getragen - auch bei scheinbar gesunden Patienten.

Angenommen ich trage bei 99 Patienten Handschuhe und erst der 100. Patient hat eine infektiöse Krankheit, dann war dies sicherlich eine sinnvolle Maßnahme !!!

Und es kommt nicht selten vor, dass man nach einem Transport erfährt, dass der Patient eine infektiöse Krankheit hat....

In der Pflege könnte ich es verstehen, dass man bei bestimmten Tätigkeiten keine Handschuhe trägt - da gebe ich dir Recht.
Aber gerade bei Arbeiten, bei denen man in Kontakt mit Körperflüssigkeiten kommt, sollten Handschuhe ohne Diskussion zum Standart gehören !!!

Und wie gesagt, in meinem Rettungsdienstbereich ist das Tragen von Handschuhen vorgeschrieben. Unabhängig davon, ob der Patient "gesund", infektiös oder sonstwas ist!

LG, ZDL

supermattze
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Beitrag von supermattze »

leider ist es beim umlagern von patienten oft nötig diesen unter die achseln zu greifen bzw. mit der hand unter dem rücken stützend. leider sind diese regionen sehr oft verschwitzt bzw. warm und feucht, was mir persönlich schon als indikation für handschuhe reicht.

leider ist die notwendige vorsicht im ungang mit infektionskrankheiten von allen seiten nicht gegeben. sowohl pflegepersonal im KH und AH als auch der Rettungsdienst als schnittstelle zwischen beidem sieht diese infektionen als "pippifax" an und denkt nicht an die folgen. Vor allem bei MRSA wird hier oft geschlampt. z.b. wurde ich im Krankenhaus beim anziehen der Schutzkleidung von der Patientin mit "holen sich mich?" aus dem gang begrüßt. oder im pflegeheim wo MRSA befallene patienten (befall im nasen/rachenraum) mit nicht befallenen patienten im selben raum liegen. dies führt dazu das ich auch bei fast allen anderen patienten handschuhe trage.

VK-Retter
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In dubio pro Handschuhe..

Beitrag von VK-Retter »

Also mir ist der Unterschied zwischen Klinik und RD/KT auch schon aufgefallen...
Im RD und KT ist das Handschuhtragen aus den og Gründen obligatorisch...
..hat man allerdings einen "gesunden" Patienten und erwartet man keine dramatische Verschlechterung des Allgemeinzustandes, so zieht man die Handschuhe auch schon mal aus...
Man geht also auf Nummer sicher, da man nicht weiß was einen erwartet und kann sich dann von Situation zu Situation auch noch umentscheiden...

(Was ich allerdings erlebt habe, es macht einen Unterscheid ob man die Handschuehe beim Herantreten an den Patienten schon wie selbstverständlich anhat oder o man sich die Handschue erst im Gesichtsfeld des Pat. anzieht.. letzteres irritiert den Patienten deutlich mehr.)

In der Pflege war ich als RD'ler zunächst schockiert.. die Handschuhtragemoral ist hier wirklich niedrig...
Klar, beim Waschen und Betten hat man Handschuhe an.. wenn man mit Körperpflüssigkeiten in Kontakt kommt generell auch..
Gerade das Fachpersonal wir heir aber Opfer der Gewohnheit.. da wird dann auch mal ohne Handschuhe ein Zugang gelegt/Blut agbenommen oder halt die Viggo gezogen..

FInde ich persönlich nicht so prickelnd und daher trage ich auch immer zwei Paar Handschuhe in meinem Kasack mit mir spazieren...
den bei mir heißt es nicht nur Eigenschutz, donern ich denke auch ab und an an die bedrohliche Zahl der sekundären Krankenhausinfektionen...
denn es ist nicht ungewöhnlich aus einem septischen Zimmer in ein "sauberes" zu gehen.. und wenn ich beide Patienten aufasse oder sogar 'nen WV mache?

Man sollte also nict nur an sich denken, sondern auch daran, dass man mehr als einen Patienten hat und das diese nicht alle gleich (schwer) krank/verletzt sind...
Quid pro quo?

detzwen
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Beitrag von detzwen »

Hallo,

die Hauptantwort wurde ja bereits gegeben. Im Rettungsdienst und Krankentransport weiß man selten, was einen erwartet. Wenn wir einen neuen Patienten bekommen, besteht keine Möglichkeit, sich vorher mal schnell die Akte anzuschauen oder die Kollegin zu fragen, welche den Patienten schon seit Tagen betreut.
Leider ist es auch so, dass man selbst im Krankenhaus oder fachlichen Einrichtungen wie Seniorenheimen nicht immer darauf vertrauen kann, dass man vollständige Informationen zu Patienten erhält. Oftmals beschränkt sich die Übergabe in Krh. auf ein "Zimmer 15,Fenster" und man fragt mal nach, warum da ein Wagen mit Hygieneartikeln vor der Tür steht. "Ach ja, MRSA, aber nur an der Wunde.." und in Altenheimen leider oft noch schlimmer.
Und so manche Schwester scheint auf den "Ich brauch das Bett, ein MRSA ist eine I-Fahrt, also dauert es länger..na dann vergess ich ihn halt" Zug aufzuspringen.

Und mit den Infektionskrankheiten ist es so eine Sache, ich verweise mal auf die "Kondome Schützen" Kampagne... man sieht nicht immer, was sich unter dem Boss-Anzug verbirgt.

Desweiteren fehlt uns oft halt auch die erfahrung mit diesem Patienten, da kommt dann im Nebensatz oder im Auto erst raus, das der DK undicht ist oder eine latente Übelkeit besteht..

Ich verstehe auch, dass gerade in der Pflege, wo es ja oftmals auch um einen "Hautkontakt" als medizinisches Mittel geht der Handschuh auf kontroversen stösst.

"Auf unserer Station doch nicht".. , sagen leider viele, doch die Überraschungen der letzten Berufsjahre, die mittlerweile schon keine richtigen Überraschungen sind, (man gewöhnt sich ja an alles), sprechen dagegen.

Solange der Rettungsdienst vom Pflegepersonal noch als "Transporter" im Sinne von Spediteuren behandelt wird, und solange es so manch fragwürdigen Umgang mit Infektionskrankheiten gibt, wird (hoffentlich) der Rettungsdienst mit gutem Beispiel voran gehen und primär erstmal auf alles vorbereitet sein. "Abrüsten" kann man dann immernoch.

Gruß

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