Sonderrechte im Ausland warnehmen!?

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detzwen
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Beitrag von detzwen »

Es gibt bestimmte Gründe die einen Transport Luftunterstützt nicht möglich machen und die dazu zwingen, den Patienten in eben diese Klinik zu verlegen.
Ich werde aber bestimmt nicht hier Patientenakten einkopieren.

Fakt ist, das scheinbar einige Leute zu Dingen Komentare abgeben, weil sie von der eigentlichen Fragestellung keine Ahnung haben.
Wer darüber diskutieren mag, ob eine bodengebunde Verlegung über eine große Strecke Sinn macht oder nicht, kann dies ja gerne tun, ich würde bitten, einen eigenen Thread zu eröffnen und hier bitte nur noch zu dem Aspekt "Sonderrechtsnutzung durch deutsche Intensiv-Verleger im europäischen Ausland, nationale Gesetze und internationale Übereinkünfte" Stellung zu nehmen und evtl. auch fundierte Quellen zu nennen. Und nein: Machen wir immer so ist genausowenig eine fundierte Antwort wie "Mein Fahrdienstleiter sagt".

Danke + Gruß

detzwen

Dr. Ch. Erbschwendtner
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Beitrag von Dr. Ch. Erbschwendtner »

Hallo Detzwen !

Es liegt in der Natur einer Diskussion, daß sie sich nicht immer nur in der Richtung entwickelt, wie es der Fragesteller der ersten Frage will. Daher ist so eine Entwicklung, wie auch in dieser Diskussio,n durchaus interessant und gewünscht. Auch kritische Antworten bzw. Anregungen können neue Aspekte einbringen. Es ist nicht Ziel dieses Forums nur Antworten auf eine Frage zuzulassen, sondern eine rege Diskussion mit entsprechendem fachlichen Austausch ist das Ziel.

Daher finde ich Ihr letztes Posting :
Verfasst am: 28.09.06, 23:41 Titel:

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Es gibt bestimmte Gründe die einen Transport Luftunterstützt nicht möglich machen und die dazu zwingen, den Patienten in eben diese Klinik zu verlegen.
Ich werde aber bestimmt nicht hier Patientenakten einkopieren.

Fakt ist, das scheinbar einige Leute zu Dingen Komentare abgeben, weil sie von der eigentlichen Fragestellung keine Ahnung haben.
Wer darüber diskutieren mag, ob eine bodengebunde Verlegung über eine große Strecke Sinn macht oder nicht, kann dies ja gerne tun, ich würde bitten, einen eigenen Thread zu eröffnen und hier bitte nur noch zu dem Aspekt "Sonderrechtsnutzung durch deutsche Intensiv-Verleger im europäischen Ausland, nationale Gesetze und internationale Übereinkünfte" Stellung zu nehmen und evtl. auch fundierte Quellen zu nennen. Und nein: Machen wir immer so ist genausowenig eine fundierte Antwort wie "Mein Fahrdienstleiter sagt".

Danke + Gruß

detzwen
doch in Summe als sehr unhöflich den anderen Teilnehmern gegenüber. Ich verstehe, daß Sie zu einzelnen Punkten nicht Stellung nehmen wollen (Patientenakte), auf der anderen Seite ist das kritische Hinterfragen einer solchen Langstreckenintensivverlegung durchaus legitim, Ihr Agument, das ist so und nicht zu ändern, ist eben genau so wenig eine fundierte Aussage.

Hochachtungsvoll

Erbschwendtner
Dr.Ch. Erbschwendtner
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DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin

detzwen
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Beitrag von detzwen »

Ich bitte um entschuldigung, falls ich irgendjemandem beleidigt haben sollte oder er sich durch mich angegriffen fühlte. Dies lag nicht in meiner Absicht.
Ich habe jetzt mehrere Stunden damit verbracht die rechtliche Situation von dringlichen, nicht flugfähigen Verlegungen in bestimmten EU und nicht EU Staaten zu klären und um es plastischer zu gestalten auch das aktuelle konkrete Beispiel gewählt.

Leider ist es mir trotz (Zeit)intensiver Recherche nur gelungen, für ein Land, nämlich Italien (die sehr bemüht waren) eine Auskunft zu erhalten.

Es kam hierbei immer wieder zu Diskussionen, warum ein Patient nicht geflogen werden kann oder soll, und auch die Argumente mit "nächstes Krankenhaus" und "Blaulichtgeil?" habe ich hierzu immer wieder gehört. Viele Kluge Ratschläge, leider halt wenig, was bei der eigentlichen Thematik (und es verwundert mich weiterhin, das sich keiner der regelmässig "Ausserhalb Deutschlands" operierenden Rückholer/Verleger damit scheinbar je befasst hat) hilfreich war, so dass bei mir ein auch für ein Forum harscher Ton angeschlagen wurde, da ich mit diesem Transport einigen Stress hatte.

Wie gesagt, ich entschuldige mich für den Ton meiner Aussage.

Ach ja, zur Information: Der Patient wurde von uns heute morgen für nicht mehr transportfähig erklärt, der Zustand hatte sich im laufe der Nacht deutlich verschlechtert.
Er wird vermutlich im laufe der nächsten Stunden versterben.

Italien erklärte übrigens telefonisch, das ein dringender Transport durchaus möglich ist, allerdings muss vorher über die Botschaft eine Anmeldung und Genehmigung erfolgen.
Tip: Konsulat in Frankfurt anrufen.

Die anderen Länder gaben bisher keine offizielle Stellungnaheme ab.

Danke allen, die mir mit Tips geholfen haben!

Gruß detzwen

RABert
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Beitrag von RABert »

Hallo!

Ich bin in den letzten drei Jahren ca. 60 bodengebundene Auslandsrückholer gefahren, hauptsächlich im Auftrag des ADAC. Vom PKW des Patienten bis zum NAW bin ich alles gefahren. Desweiteren habe ich mich eine Weile mit der Disposition an einer MHD-Dienststelle befasst und mich im MHD-Servicecenter in Köln beworben, wodurch ich einige Einblicke in den Rückholdienst bekommen habe.

Fakt ist, dass der Malteser Hilfsdienst vor ca. zwei Jahren eine Mitteilung einer österreichischen Behörde weitergeleitet hat, wo mitgeteilt wurde, dass Sonderrechtsfahrten grundsätzlich anzumelden sind. Ich kenn den genauen Wortlaut nicht mehr und weiß auch nicht mit welcher Frist wo anzumelden. Die Rechtslage in Italien ist mir nicht bekannt. In Ungarn muss angeblich ein KTW/RTW immer mit Sonderrechten fahren, wenn er einen Patienten geladen hat. Ob das auch für ausländische Fahrzeuge gilt, weiß ich nicht, ich habe das jedenfalls nie gemacht. Für alle anderen Länder kann ich keine Auskunft geben, vielleicht wissen die Damen und Herren vom MHD-Servicecenter in Köln mehr. Die Nummer kann gerne bei mir erfragt werden.

Nun zum anderen Punkt der Diskussion: Repatriierungen werden bis 1100 km beim ADAC/MHD grundsätzlich bodengebunden durchgeführt. Selbstverständlich gibt es Transportstrecken von 500 km, die auch mal geflogen werden, bin aber auch schon 1200 km mit Patienten gefahren, da die An-und Abfahrt zum/vom Flughafen jeweils weit mehr als eine Stunde zuzüglich Umsteigen gewesen wäre. Die wenigsten Patienten fliegen ja mit den gelben Ambulanzjets, der auf jedem Regionalflugplatz landen kann. In der Regel reicht ein Strechter, der dann in nahezu jeder Linienmaschine befestigt werden kann. Dabei fliegt auch meistens nur ein RA mit.

Zur Frage warum Patienten, welche kreislaufinstabil werden könnten, mit dem KTW gefahren werden, gibt es beim MHD eine einfache Regel: Wenn auch nur der Verdacht besteht, dass eine ärztliche Maßnahme erforderlich werden könnte, wird dieser sofort mitgeschickt. Ich habe da schon so einige Bagatellsachen gefahren, da hätte es genauso eine Ringer mit Tramal/MCP/Novalgin getan, anstatt einen Doc für mehr als 400 € durch die Gegend zu kutschieren...

So nebenbei bin ich auch noch ne Weile an einer Rettungswache an der deutsch-österreichischen Grenze im Rettungsdienst gefahren. Grenzüberschreitende Einsätze kommen unsererseits vielleicht fünfmal im Jahr vor, die "Rettung" kommt dagegen mehrere Male im Monat zu uns. Dabei gibt es überhaupt keine Diskussion zum Gebrauch der Sonderrechte. Wenn sie benötigt werden, schalten wir sie an. Nagut, vielleicht hat sich auch noch niemand über die rechtlichen Hintergründe informiert. Aber auch notfallmäßige Patiententransporte dürfen durchgeführt werden, von unserer Rettungswache ist das nächste deutsche Klinikum ca. 30 km entfernt, das auf österreichischer Seite ca. 5 km.
Hoffe einen Hauch von Licht ins Dunkel gebracht zu haben :idea:

Beste Grüße aus dem Süden
Da werden Sie geholfen!

René Wandel
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Einsätze im Ausland

Beitrag von René Wandel »

Hallo User,

ich muß sagen das RD-Einsätze ins Ausland (Polen in diesem Fall) bei uns in letzter Zeit gang und gebe ist. Früher war es so das wir die Patienten vom polnischen RD an der Grenze übernommen haben. Aber seit diesen Sommer haben wir vermehrt RD Einsätze direkt in Polen (Swinemünde) auf Anforderung (z.B. niedergelassener polnischer Arzt) bekommen.

Einsatzbeschreibung: Fahrt nach Swinemünde Promenade X, Patient Verdacht Herzinfarkt

Und dann geht es Los......es handelt sich immer um deutsche Patienten! An der Grenze lassen wir uns dann einen Grenzbeamten aufsteigen um dann auch mit Sondersignal zum Einsatzort zu gelangen!

Aus rechtlichen Gründen fahre ich persönlich ohne Sondersignal wenn kein Beamter an Bord ist.

An einem Abkommen wird so wie ich weiß noch verhandelt. Aber ein Abkommen über Grenzüberschreitender Hilfe existiert schon. Ich denke die Details werden noch verhandelt.....Versicherung, Rechtslage etc.

Seit diesem Sommer versuchen wir nun Nägel mit Köpfen zu machen um uns rechtlich abzusichern.....denn bei den Einsätzen sind wir nicht in Deutschland!
René Wandel
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Ravespooky
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Beitrag von Ravespooky »

swagman13 hat geschrieben: Bleibt das Problem der unterschiedlichen Signalanlagen, wie da verfahren werden soll, wissen wir noch nicht...
Die "Pinsch Bamag Topas"-Balken bekommt man mit entsprechender Konfiguration; im Kreis Borken ist ein RTW regulär eingebunden in den RD auf niederländischer Seite. Bei Grenzübertritt wird das entsprechende Signal dann aktiviert.

FLindi
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Beitrag von FLindi »

Auch wenn dieses Thema schon ein wenig her ist, hier ist ein aktueller Fall aus dem Grenzgebiet Deutschland - Frankreich:

https://skverlag.de/index.php?id=174&ba ... _news=1439

Izzy
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Beitrag von Izzy »

Ich dachte immer dass der Amtsschimmel eine deutsche Erfindung sei... *kopfschüttel*
Hier ist das Internet zu Ende. Bitte Alt+F4 drücken.

FLindi
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Beitrag von FLindi »

Die Eurokratie ist halt auch nicht immer zu verstehen. :? Glücklicherweise haben hier ja auch schon von sehr unbürokratischen guten Beispielen gepostet. :D

Aber wenigstens haben solche Geschehnisse manchmal auch zur Folge, dass unsere Politiker mal wieder miteinander reden:
http://www.jrk.deepweb.de/presse/conten ... swahl=1254

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