Koniotomie - Trachealschnitte

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VMann
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Beitrag von VMann » 29.04.05, 18:10

Hallo Andreas!

also...

zuerstmal... das schaf kriegt die kehle durchgebissen.. es stirbt an der verletzung der halsschlagadern und der folgenden minderdurchblutung im hirn und dem blutverlust.

unterschiede zwischen koniotomie und tracheotomie kenn ich nicht. aber vom namen her würde ich fast sagen das die koniotomie am ligamentum konicum durchgeführt wird und die tracheotomie an einer beliebigen :?: stelle der trachea ansetzt. aber ich kann das nicht mit bestimmtheit sagen.. nur ne vermutung.

http://info.multimedica.de/public/html/ ... 00604.html

so bitte schön! :D aber googel das nächste mal doch selber *g

gruß Johannes

asbmichel
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koniotomie

Beitrag von asbmichel » 29.04.05, 19:59

Also ich versuch es mal
Koniotomie wird am besagtem Punkt durchgeführt mittels eines speziell im RD vorgehaltenen "Bestecks" in Form einer Koniotomienadel, die ein großes Lumen hat und das Atmen wieder möglich macht bzw. erleichtert.
Die Tracheotomie ist eine operartive Eröffnung der Luftröhre nach vorheriger längerfristiger Intubation mit dem einbringen einer speziellen Trachaelkanüle zum Zwecke der Atmung über dieselbe. Dabei gibt es zwei Stellen, wo dies durchgeführt wird - a) über dem Schildknorpel b) unter demselben.
Wesentliche Unterschiede bei den beiden Techniken sind:
Bei der Koniotomie wird der Schnitt unter Notfallbedingungen waagerecht angesetzt und die Kanüle eingelegt.
Bei der Tracheotomie verläuft der Schnitt senkrecht und wird unter OP Bedingungen vorgenommen.

Siehe auch "Pscherembel" oder andere med. Wörterbücher - auch im Net einsehbar.

Hoffe geholfen zu haben.
Hab das glücklicherweise noch nie mitmachen müssen!!!
mfg
asbmichel
Ich sah meinen Beruf als Berufung an und war stolz darauf, solange ich ihn ausüben konnte.

Ani
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Beitrag von Ani » 29.04.05, 22:19

Soll das hier 'ne Bastelanleitung für den Schulsanitätsdienst werden??

Das Ligamentum cricothyreoideum liegt zwischen dem Ring- und Schildknorpel.
Alles klar? Nein?? Dann bitte ein Anatomiebuch zur Hand nehmen und die Strukturen am eigenen Hals ertasten. Dann klärt sich Deine Frage.

Und nicht vergessen: Geschichten vom verschluckten Kaugummi, dem Küchenmesser und dem Kugelschreiber gehören in's Reich der unermeßlichen Phantasie...! :roll:


Irritierte Grüße

Ani
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Joachim Wagener
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Beitrag von Joachim Wagener » 29.04.05, 22:20

(...)Koniotomie wird am besagtem Punkt durchgeführt mittels eines speziell im RD vorgehaltenen "Bestecks" (...)

Hallo zusammen;

Leider kann ich hier nur bedingt zustimmen...
Die Koniotomie kann man auch zur Gänze ohne Besteck durchführen; ein Skalpell als einziges Instrument neben einem einführbaren Schläuchlein würde reichen...
(...)Die Tracheotomie ist eine operartive Eröffnung der Luftröhre(...)

Stimmt!
(...) nach vorheriger längerfristiger Intubation(...)

Stimmt nicht immer...
(...)Dabei gibt es zwei Stellen, wo dies durchgeführt wird - a) über dem Schildknorpel b) unter demselben. (...)

Stimmt NICHT.
Tracheotomie über dem Schildknorpel ist nicht möglich.
Die beiden Techniken unterscheiden sich nach Dringlichkeit, Technik und geplanter Dauer der geschaffenen Luftröhrenöfffnung.
Die notfallmäßige, lebensrettende Tracheotomie ist eine exotische Ausnahme geworden, die die meisten Kollegen noch nie erleben mussten. Vielfach ist die konventionelle Tracheotomie bei den Patienten der Intensivstationen abgelöst worden durch die sog. Dilatationstracheotomie; diese Maßnahme kann auch auf der Intensivstation durchgeführt werden, ohne dass der Patient in den OP gebracht werden muß.
Selbst die lebensrettende Koniotomie ist mit den modernen Techniken des Airway-Managements so selten geworden, dass sie fast in die (Praxis-) Vergessenheit geraten ist.
Joachim Wagener

Ani
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Beitrag von Ani » 01.05.05, 10:49

Okay, dann klär' ich Dich mal auf...

(Fast) jeder Rettungs- oder Sanitätsdienstmitarbeiter hat von jemandem gehört, der jemanden kennt, der wiederherum jemanden kennt, der einem Patienten, der (meistens) ein Kaugummi verschluckt hat, mit einem Küchenmesser ein Loch in die Trachea gemacht hat und eine Kugelschreiberhülle als Tubus benutzt hat... und somit dem armen Menschen das Leben gerettet hat.
Wenn das wahr wäre, müßte diese Situation deutschlandweit mit einer gewissen Regelmäßigkeit vorkommen...

Eine ähnlich Geschichte aus diesem Bereich der rettungsdienstlichen Mythen ist der berühmte, penisverschlingende Vaginalkrampf (meistens im Kino)... der taucht regelmäßig in diversen Foren in veränderter Form auf.


Kleiner Buchtipp und Klassiker zu diesem Thema (mehr für den Alltag):

"Die Spinne in der Yuccapalme", von Rolf Wilhelm Bredlich (Beck'sche Reihe)



Und nimm' Dir meine ironischen Antworten nicht so zu Herzen... :wink:


Einen sonnigen Mai-Gruß,

Ani
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Beitrag von Ani » 01.05.05, 14:40

*Ironie-Modus aus* :wink:


Zu Deinen Fragen:

- theoretisch ja

- ja

- wenn man es nicht schafft, den Fremdkörper 'rauszubekommen, kann mit versuchen, am Fremdkörper "vorbei" zu beatmen... mit hoher Beatmungsfrequenz und kleinen Beatmungshüben (bei einer Atemspende sicher ziemlichschwierig).
Als Notarzt würde ich ggf. versuchen, den Fremdkörper mit einem Tubus tiefer (in einen Hauptbronchus) zu schieben


Gruß,

Ani
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virus
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Beitrag von virus » 01.05.05, 18:52

>Der Sportlehrer, der dann seinem Schutzling den 'Hals aufschneidet' wird dann wahrscheinlich eine Koniotomie vornehmen; nur ohne 'Nadel' ?


*grins* Ich hoffe doch, dass der Sportlehrer seine Finger davon lässt! Das könnte ein wunderbares Blutbad geben und einen Arbeitslosen mehr! *grins* :D

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Beitrag von Ani » 01.05.05, 21:08

Andreas, geh' doch einfach mal in eine medizinische Buchhandlung und schau' Dir folgende Bücher an:

a) Anatomieatlas

b) Lehrbuch für Chirurgie


Damit dürftest Du alle noch offenen Fragen beantwortet bekommen. Einen Teil der Fragen hast Du Dir bereits selbst beantwortet...

Irgendwie find ich's gruselig... :shock:


Schaudernde Grüße,

Ani
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Beitrag von virus » 01.05.05, 22:25

@ andreas:

Okay, das mit dem blutbad war vielleicht schlimm formuliert. Jedoch sollte auch etwas Ironie in meine Ausführung einfließen.

Zu Blutungen kann es aber trotzdem kommen. Es können umliegende Blutgefäße, Stimmbandnerven und die gut durchbluteten Schilddrüsen zerstört werden. Und ob dieser Sportleher das ligamentum conicum findet, würde ich in Anbetracht seines Arbeitsplatzes mal arg bezweifeln *ggg*

Bambi
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Beitrag von Bambi » 02.05.05, 07:36

Andreas14 hat geschrieben:Der Sportlehrer, der dann seinem Schutzling den 'Hals aufschneidet' wird dann wahrscheinlich eine Koniotomie vornehmen; nur ohne 'Nadel' ?

NEIN!!!
Der Sportlehrer würde seinen Schützling eher enthaupten (Tschuldigung, etwas übertrieben).
Eine Koniotomie würde ich (fast) niemals ausführen!
1. Man kann den Fremdkörper mittels eines Schlages zwischen die Schulterblätter entfernen.
2. Man kann versuchen den Fremdkörper mittels einer Magill-Zange und einem Laryngoskop zu entfernen.
3. Man kann ein Heimlich-Mannöver ausführen.
4. Durch Überdruckbeatmung (ob nun intubiert oder nicht) kann man den Fremdkörper dann eigentlich immer über die "Verzweigung" des Hauptbronchus schieben und dann zumindest eine Seite belüften.
5. Wenn das alles nicht funktioniert würde ich eventuell eine Koniotomie versuchen, da der Patient dann eh schon fast ex ist (1-4 dauert eine Weile). Das dürfte aber nie vorkommen, da spätestens der Punkt 4 immer funktionieren sollte.
Gruß Bambi

Erik Eichhorn
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Beitrag von Erik Eichhorn » 02.05.05, 08:15

Lieber Andreas, liebe Rett-Med User,

wir bilden auf Rett-Med keine Sanitäter aus und auch keine kleinen Ärzte.

Nicht nur Ani schaudert es beim Lesen dieses Threads. Ich denke die meisten Fragen sind hinreichend erörtert wurden, deswegen sperre ich jetzt zu.
Erik Eichhorn
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