Diagnostikleuchte

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Florian0758
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Diagnostikleuchte

Beitrag von Florian0758 » 27.08.12, 21:20

Hallo zusammen,

ich bin im Sanitäts- und Rettungsdienst ehrenamtlich aktiv.
Am Gürtel trage ich eine Maglite (mini). Diese benutze ich im Notfall auch zur Pupillenkontrolle.
Jedoch bin ich mir nicht ganz sicher, ob diese sich dazu auch eignet.
Wie beurteilt ihr das: Kann ich eine Maglite als Pupillenleuchte verwenden oder sollte ich mir zur Pupillenkontrolle besser eine Diagnostikleuchte zulegen?

Danke :)


Florian

Zorro Zunder
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Re: Diagnostikleuchte

Beitrag von Zorro Zunder » 27.08.12, 22:04

Hallo,
die Maglite tut es auf jeden Fall.
Hatte sie auch am Anfang, nur unpraktisch fand ich den Einschaltmechanismus mit Drehschalter.
Das erfordert in der Regel eine zweihändige Bedienung, find ich unelegant. Dazu hat die Maglite mini eine mittelprächtige Leuchtkraft und keinen besonders gut fokusierenden Lichtstrahl.
Wie gesagt, Kritik auf hohem Niveau, besser im Hinblick auf die angesprochenen Punkte sind die meisten Diagnostiklampen. Verarbeitungsqualität ist bei der Maglite natürlich premium.
Lange Rede, kurzer Sinn: Bleib bei der Maglite.
--Notarzt--
Arzt in WB Innere Medizin/Kardiologie

DaniRA
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Re: Diagnostikleuchte

Beitrag von DaniRA » 29.08.12, 08:26

Moin!
Das sehe ich vollkommen anders. In meinen Augen(was für ein Wortspiel :D ) ist so eine Magelite nicht dazu geeignet jemand in das Auge zu leuchten! Die dürfte viel zu stark sein!
Grüsse

Ani
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Re: Diagnostikleuchte

Beitrag von Ani » 29.08.12, 12:52

DaniRA hat geschrieben: Die dürfte viel zu stark sein!

Was passiert dann?
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fa7x110
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Re: Diagnostikleuchte

Beitrag von fa7x110 » 01.09.12, 05:37

Ist sie zu stark, bist du zu schwach.

Man muss halt nur aufpassen das man das Licht nur in ein Auge zur Zeit leuchtet, sonst ist es doch egal. Ist ja kein Laser Pointer.
mfg Marcus

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Ani
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Re: Diagnostikleuchte

Beitrag von Ani » 01.09.12, 14:32

Helles Licht ist erstmal unproblematisch. Außer, daß es blendet.
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Re: Diagnostikleuchte

Beitrag von fa7x110 » 02.09.12, 02:15

Das meinte ich ja Ani, nur wenn man in beide Augen zur gleichen Zeit leuchtet, wird es schwer mit der Beurteilung der contralateralen Konstriktion oder? Ausser das sie wunderbar klappt und beide Pupillen 1mm sind ^^.
mfg Marcus

Urban Search and Rescue Paramedic

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Re: Diagnostikleuchte

Beitrag von Retterfrosch » 25.11.12, 00:28

Hi!

Naja, ist die Maglite ein Medizinprodukt nach MPG?

Ich würde mich als Patient bedanken, wenn mir einer mit der LED-Maglite ins Auge leuchtet und ich deswegen die nächste halbe Stunde nur Punkte sehe...

Ich würde mir einfach eine ganz normale, als solche deklarierte, Pupillenleuchte in die Tasche stecken, und die Maglite zum Ausleuchten dunkler Einsatzstellen benutzen, so wie es eigentlich auch sein soll...

Im Umkehrschluss würde ich jeden Polizisten fragen, ob er noch ganz richtig tickt, wenn er mir mit der Stab-Maglite ins Gesicht leuchtet, um zu sehen, ob ich ne THC-induzierte Mydriasis habe...


Viele Grüße,

Seb

Lizard
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Re: Diagnostikleuchte

Beitrag von Lizard » 25.11.12, 10:50

So sehe ich das auch. Ich würde niemandem mit einer Maglite in die Augen leuchten.
Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Berufsordnung für Ärzte:
Mein Beitrag ist eine Stellungnahme, die auf den vorliegenden Angaben beruht. Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Ani
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Re: Diagnostikleuchte

Beitrag von Ani » 26.11.12, 09:39

@Retterfrosch

Endlich mal einer, der das MPG ernst nimmt. Ich gehe davon aus, daß Du auch keine Braunüle zur Thoraxentlastung, keinen Handschuh zum Venenstauen, keine Mullbinde zur Tubusfixierung verwendest und natürlich auch kein Midazolam nasal über einen MAD verabreichst, oder? Ist nämlich alles nicht zugelassen...
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Re: Diagnostikleuchte

Beitrag von Retterfrosch » 26.11.12, 19:40

Hey!

Zu 1: doch, zu 2: Nee, hab ein Stauband im Hosensack und im Rucksack nochmal zwei, zu 3: nee, Thomasholder, zu 4: nee, I.O. ;-)

Aber Spaß beiseite:

Bei der Maglite ist das Licht meines erachtens deutlich zu hell. Musst nur selbst mal in das gleißende und sonnenhelle Licht einer LED-Maglite starren, wenn ich dann noch ein dementer, neurologisch auffällig und verwirrter Patient wäre, würde ich mich bedanken und mich sicher bis in die Klinik nicht mehr beruhigen.

Dass vieles, was so praktiziert wird, nicht MPG-Konform ist, ist nunmal so, manchmal geht es auch nicht anders. Und da wären wir beim Punkt: Bei der Pupille und ihrer Lichtreaktion geht es anders... Deutlich angenehmer nämlich, mit dem funzeligen und überhaupt nicht blendenden Licht der Pupileu. Und noch dazu ausnahmsweise auch nach MPG.

Da lass ich die von dir genannten Argumente wahrlich nicht zählen.

Liebe, blendfreie Grüße,

Seb, der seinen Praktikanten zum Abschluss des RAiP immer ne Pupillenleuchte schenkt.

Ani
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Re: Diagnostikleuchte

Beitrag von Ani » 27.11.12, 16:37

Ich finde, Du übertreibst. Ist nur 'ne Lampe und kein Laser. Man leuchtet dem Patienten auch üblicherweise nur kurz in die Augen und läßt keinen Spielfilm über die Lampe ablaufen. Bisher hat sich noch kein Patient darüber beschwert. Und bei 'ner Mini-Maglite weiß ich auch, daß sie nach 3 Wochen tragen in der Jacke noch funktioniert. Aber gut: jeder so, wie er mag...
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Re: Diagnostikleuchte

Beitrag von Retterfrosch » 27.11.12, 20:25

Hey!

Joa, mag sein, dass ich übertreibe, ich kenn die normale LED-Maglite und die Mini-LED-Maglite, da ich auf zwei Wachen fahre, habe ich beide im Einsatz, ganz pragmatisch um nicht immer Material hin- und herzufahren.

Beide Lampen sind definitiv zu Hell für eine Pupillenkontrolle, ganz einfach. Schieß einfach mal spaßeshalber nen Kollegen "ab" damit, ähnlich würde ich auch als Patient reagieren.

Überdies werden (zumindest bei uns) Pupillenleuchten dienstlich geliefert, den Rucksack nehm ich immer mit und hab somit auch die Funzel immer griffbereit...

Daher fände ich es übertrieben, den Flag-Scheinwerfer zu benutzen, wenn die Pupillenleuchte in Griffweite liegt...

So betreibe ich und schule ich es, wer anders glücklich wird, dem sei es gegönnt. Ich würde die Lampe aber dezent gegen den Angreifer selbst richten, wäre ich Patient.

Grüße

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Re: Diagnostikleuchte

Beitrag von xxdarkgamerxx » 18.01.13, 02:12

ich finde es echt erstaunend.
Wenn ich mir überlege, dass mir wer mit ner Mag-Lite einer ins auge leuchten würde, würde ich ihn glaub ich umhauen.
Pupillenleuchten haben auf jedem Rucksack/Koffer drauf zu sein. Also wozu dann die Mag-Lite.
Und wenn es Leute geben sollte, die ohne Rucksack/Koffer zu Patienten gehen (soll ja leider echt vorkommen, bis man mal auf die Schnautze fällt), dann kann man sich auch eine Pupillenleuchte kaufen. So viele kosten die auch nicht.

j-h
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Re: Diagnostikleuchte

Beitrag von j-h » 04.03.13, 18:23

Schon interessant, was es hier für Meinungen gibt.

Also ... Ich habe während des Dienstes - sei es nun RD oder San-Dienst immer zwei Lampfen dabei. Einmal die Diagnostikleuchte und einen LED. Für die Pupillenkontrolle würde ich eigentlich immer eine kleine Taschenlampe vorschlagen, alleine wegen der Bedienung. Die Pupillenleuchte habe ich mir mal in einem Handwerkerladen für 3 Euro irgendwas gekauft und die ist ausreichend.

Zurück zum Thema ... wie schon erwähnt, die Maglite tut sicher auch das nötigste, aber allein wegen der Bedienung würde ich von ihr als primärer Pupillenleuchte Abstand nehmen ...

Only my 2 Cent.


Viele herzliche Grüße
Hinweis - §7(3) der Berufsordnung für Ärzte:
1. Der Beitrag ist eine allgm. Stellungnahme, ausgehend von Ihrer Anfrage mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst.
2. Wenden Sie Sich unabhängig zur Beratung, Untersuchung und Behandlung an einen vertrauten Arzt!

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