Marcumar was tun im Notfall ?

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sweti3
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Marcumar was tun im Notfall ?

Beitrag von sweti3 » 29.08.10, 22:02

hallo liebe Community,
mein Opa nimmt Marcumar, jetzt wollte ich wissen, wenn er je zu bluten anfängt, also sich verletzt, was kann man da im Notfall machen/verabreichen ? (er wandert gerne, also maßnahmen um auch zeit zu gewinnen ) weil meine Mutter meint, er sollte nichts mehr dergleichen machen, aber man kann ihm sowas ja schlecht verbieten oder ?

Könnt ihr mir bitte helfen ?

viele Grüße

sven

mbela
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Beitrag von mbela » 30.08.10, 18:08

Hallo, nur wenig Zeit, deswegen kurze Antwort, aber die Community wird sicher noch nachlegen.

Äußere Verletzungen lassen sich durch aufpressen von sauberem (optimal sterilem) Material eigentlich immer gut beherrschen. Sollte die Blutung nicht zum Stillstand kommen ab in die Klinik, ob mit dem Rettungsdienst oder Privat je nach Situation. Sollte es zu inneren Blutungen kommen (z.B. Sturz > Fraktur oder innere Verletzung oder blutiger Schlaganfall) ist jedoch immer der Rettungsdienst zu alarmieren. Der Kollege am Ende der 112 kann dann weiter beraten, wichtig ist die Info "Marcumarpatient"!

Grüße

Markus Bela
Lehrrettungsassistent / ILS-Disponent / QMB
"Gut gemeint" ist nicht gut genug.
Skype: m.bela77

sweti3
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mittel

Beitrag von sweti3 » 31.08.10, 07:13

ah ok vielen dank schonmal für diese Info, jetzt ist halt das Problem, sagt meine mutter, dass wenn er blutet, ja viel schneller /mehr blutet ? und wenn man dann z.B. wandern ist, und er dann anfängt so schnell zu bluten, und die kommpressen nicht weiter helfen ? ich habe etwas über Vitamin-K gelesen, also sozusagen das gegenmittel zu den Cumarin-Derivaten
ist aber es wirkt ja erst nach 24-72 Stunden oder ?
viele Grüße

sweti3

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Beitrag von Vigeo » 31.08.10, 08:39

Hallo,
die Gerinnung dauert dann länger.
Vielleicht sollten Opa, Mutter (und Oma?) noch einen 1. Hilfe-Kurs machen, damit sie wissen, wie man richtig einen Druckverband anlegt.
Viele Grüße, Linda

Volli480
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Beitrag von Volli480 » 31.08.10, 11:39

Hallo Sweti,
es wäre erstens nicht so pralle wenn man Etwas einnimmt um die Wirkung des Marcumar aufzuheben. Dann steigt die Gefahr eines Infarkts wieder. Aus meiner Erfahrung kann ich euch beruhigen. Sicher ist eine Blutung in dem Fall schlechter zu behandeln. Aber ein Druckverband hilft bei starken Verletzungen auf jeden Fall. Sag Mama einfach sie soll mit spazieren gehen und sicherheitshalber Handy und Verbandmaterial mitnehmen. So ein Spaziergang soll angeblich auch Stress mindern und vielleicht sogar ein bisschen Angst nehmen. :lol:
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sweti3
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Re:

Beitrag von sweti3 » 31.08.10, 13:06

ah ok vielen dank für diese infos. :)
mein vater frägt gerade, was man macht wenn er dann 4-5 stunden mit dem druckverband rumlaufen muss... weil er für sein leben gern in so ner schlucht wandern geht, und die ist halt im ausland ...also in kroatien, und was kann man da dann machen, einfach tragen oder so ?


viele Grüße

sweti3

Volli480
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Beitrag von Volli480 » 31.08.10, 13:40

Das wird ja immer komplizierter! :oops:
Ich kenne den Rettungsdienst in Kroatien nun leider überhaupt nicht, allerdings gibt es dort sicherlich einen Rettungshubschrauber. Der würde wahrscheinlich in Deutschland geschickt werden. Ansonsten sollte bei starken Verletzungen immer an eine Schocklage gedacht werden. Also Beine hoch um die wichtigen Organe weiter zu versorgen. In der Schocklage kann man ja bekanntlich nicht laufen, da müsste dein Opa also abgeholt werden. Gegen die Schocklage sprechen zum Beispiel immer der kardiogene Schock (Herzinfarkt etc.) und Kopfverletzungen. Das wäre so, als würde man einen Ertrinkenden noch mal unter Wasser drücken.
Jetzt kann ich deinen Eltern auch gut verstehen. wenn aus einer Wanderung eine Schluchtenwanderung wird, würde ich mir auch Sorgen machen. Immer daran denken, dass dein Opa einen eigenen Kopf zum Denken hat und selbst entscheiden sollte ob er seine Wanderungen auf weniger gefährlichen Terrain abhalten sollte.
LG A.
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sweti3
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re

Beitrag von sweti3 » 31.08.10, 14:35

ah ok, ja das ist eine der bekanntesten schluchten in Kroatien ( die schlucht heißt paklenica)
da gibts auch nen rettungsdienst, und auch hubschrauber, also denk ich mal des geht dann , also im ernstfall dann druckverband und schocklage ?

lg sweti3

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Beitrag von fa7x110 » 31.08.10, 19:44

Hallo Sweti3

nur ein paar Informationen von mir. Einen Verband mit Druck sollte nur jemand anlegen der dies auch gelernt hat, da man ggf. mehr Schaden damit anrichten kann als er nutzt. Vorallem wenn er laenger angelegt bleibt. Zweitens verabreicht nur jemand etwas der entsprechend qualifiziert ist, niemand sonst, auch nicht in einer Schlucht.
Ausser einem Erste Hilfe Kurs und einem kleinen EH Paeckchen den man beim Wandern eh dabei haben sollte ist nichts notwendig. Es koennte immer etwas passieren das nicht beherschbar ist das gehoert zum Leben. Einen Marcumarausweis wird ausgestellt der ist auch international bekannt. Alles andere liegt nicht in euren Haenden. Die Bewegung ist sicher sehr positiv zu bewerten und diese einzustellen ist im Allgemeinen eher negativ zu bewerten. Sollte ein Notruf notwendig sein ist der schon erwaehnte Hinweis auf die Marcumareinnahme wichtig, alles andere erledigt dann der RD.
mfg Marcus

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sweti3
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re:

Beitrag von sweti3 » 01.09.10, 13:04

ah ok vielen dank, ja ich hebe dies eh immer dabei, ebenso hab ich schon einen EH-Kurs gemacht, und mache jetzt den Rettungshelfer lehrgang :)

Sollte man vitamin k trotzdem dabei haben ? (ich weis dass dies früher immer mitgegeben wurde...) und es gibt ja glaube ich so spezielle watte oderverbände für so starke Blutungen oder ? ( also dies habe ich so mitbekommen )

LG
sweti3

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Beitrag von fa7x110 » 01.09.10, 15:03

Hallo Sweti3
Du brauchst kein Vitamin K und auch keine speziellen Verbände. Die Gerinnung wird im KH wieder hergestellt, dies dauert einen halben Tag. Bis dahin wird die Gerinnung falls notwendig mit Gerinnnungskonzentraten sichergestellt wenn notwendig.
mfg Marcus

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Beitrag von sweti3 » 01.09.10, 16:59

ah ok, aber trotzdem, wenn wir dann 3-4 stunden zum schlucht ausgang haben, ist so ein Spezial" Verband doch gut oder ?

LG

sweti3

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Beitrag von fa7x110 » 02.09.10, 00:23

Diese Verbaende sind fuer grossflaechige Weichteilverletzungen, wie nach Explosionen oder Hohlmantelgeschossen gedacht. All dies wird deinem Opa nicht passieren, davon gehe ich mal aus. Tut mir leid das ich dir nicht den Rat geben kann den du dir gewuenscht hast.
mfg Marcus

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Beitrag von sweti3 » 03.09.10, 08:19

ok gut, dankeschön an euch alle, is ja nich schlimm fa7x110, du hast mir auch mit der info viel geholfen

LG

sweti3

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Beitrag von S_Steingrobe » 03.09.10, 17:46

Moin moin,

was man noch machen kann ist, sofern man sich einfach auch als Ersthelfer darauf einweisen lässt, ein koagulatives Päparat einzusetzen wie es auch gerade im militärischen Bereich getan wird. Hier wäre ****** zu nennen oder die ********. Diese sind mit speziellen Substanzen versetzt, die durch Ihre Oberfläche und ggf. auch direkt selbst, die körpereigene Koagulation einsetzen lassen. Auch in dem Fall, wenn eine Hämophilie A oder B besteht, sowie bei Cumarinen.

Wäre auch mal ein Ansatz. Sowieso sollte der RD diese Stoffe längst auf dem RTW haben. Saugkompressen und reiner Druckverband gehören mittlerweile der Vergangenheit an.

Lieben Gruß,

Sascha Steingrobe

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