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B-Zell Depletion Immunantwort reduziert

Verfasst: 04.05.21, 08:51
von kk9979
Sehr geehrter Dr. Jäckel,

ich habe soeben folgenden Artikel gefunden:

"Bei MS-Patienten mit B-Zell-Depletion ist die Produktion von SARS-CoV-2-Antikörpern reduziert. Das berichten niederländische Forscher vom „MS Center Amsterdam“. Sie haben 546 Patienten in dem Zentrum auf SARS-CoV-2-Antikörper untersucht, um die Prävalenz asymptomatischer Infektionen und die Immunantwort auf COVID-19 zu untersuchen. Ergebnis: 64 MS-Patienten waren Antikörper-positiv (12 Prozent), neun davon hatten keinerlei COVID-Symptome gehabt. Die Rate asymptomatischer COVID sei damit ähnlich hoch wie in der Normalbevölkerung. Bei Therapie mit injizierbaren Medikamenten (Interferon β und Glatiramer-Acetat) fanden sich seltener Antikörper als bei anderen Therapien. Zudem war der Median der Antikörper-Antwort bei Patienten mit Ocrelizumab-Therapie deutlich geringer als bei Patienten mit anderen Therapien. Bei allen diesen Patienten war im Vorfeld eine B-Zell-Depletion festgestellt worden. Eine Hypogammaglobulinämie lag bei ihnen nicht vor. Fazit der Autoren: B-Zell-Depletion könnte sowohl den Schutz nach durchgemachter Krankheit als auch nach Impfung beeinträchtigen (JAMA Neurology 2021; online 30. April)."

Das klingt nicht so toll - gerade der letzte Satz, was die Impfung angeht -.

Also sollte man sich mit Ocrelizumab, Rituximab...nicht in falscher Sicherheit wiegen? Nun habe ich dazu noch eine Verständnisfrage: Wenn man, wie z.b. von der Gesellschaft für Rheumatologie empfohlen mindestens 6 Monate nach der letzten Infusion impft, ist dann trotzdem zu erwarten, dass die Impfreaktion beeinträchtigt ist? Das wiederum würde erklären, warum ich diesen Infusionspass 2 Jahre nach letzter Infusion mit mir führen muss?

Sollte es generell Auffrischimpfungen geben, was ich denke, dann muss man ja wieder diese 6 Monate warten, ehe man überhaupt impfen sollte. Das wird unter diesen Medikamenten problematisch. Wie das dann außerdem noch funktionieren soll: ich musste schon wochenlang wegen einer Pneumokokken-Impfung hinterherrennen. Alles weg. Der Hausarzt durfte auch nichts aufheben für so einen Fall, dann habe ich mehrere Apotheken anrufen müssen, ob sie noch Pneumokokken-Impfstoff haben, vorher mit der Grippeimpfung derselbe Spaß.....Was soll das werden? :oops: Man hat ja dann zwischen den Infusionen nur bestimmte Zeitfenster....

Re: B-Zell Depletion Immunantwort reduziert

Verfasst: 04.05.21, 11:39
von jaeckel
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kk9979 hat geschrieben: 04.05.21, 08:51 mindestens 6 Monate nach der letzten Infusion impft, ist dann trotzdem zu erwarten, dass die Impfreaktion beeinträchtigt ist?
Der Nutzen überwiegt, daher die Empfehlung.