B-Zell Depletion Immunantwort reduziert

Medizinische Fragen zu COVID-19 (Coronavirus), Infektiologie, Hygiene und Reisemedizin

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kk9979
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B-Zell Depletion Immunantwort reduziert

Beitrag von kk9979 »

Sehr geehrter Dr. Jäckel,

ich habe soeben folgenden Artikel gefunden:

"Bei MS-Patienten mit B-Zell-Depletion ist die Produktion von SARS-CoV-2-Antikörpern reduziert. Das berichten niederländische Forscher vom „MS Center Amsterdam“. Sie haben 546 Patienten in dem Zentrum auf SARS-CoV-2-Antikörper untersucht, um die Prävalenz asymptomatischer Infektionen und die Immunantwort auf COVID-19 zu untersuchen. Ergebnis: 64 MS-Patienten waren Antikörper-positiv (12 Prozent), neun davon hatten keinerlei COVID-Symptome gehabt. Die Rate asymptomatischer COVID sei damit ähnlich hoch wie in der Normalbevölkerung. Bei Therapie mit injizierbaren Medikamenten (Interferon β und Glatiramer-Acetat) fanden sich seltener Antikörper als bei anderen Therapien. Zudem war der Median der Antikörper-Antwort bei Patienten mit Ocrelizumab-Therapie deutlich geringer als bei Patienten mit anderen Therapien. Bei allen diesen Patienten war im Vorfeld eine B-Zell-Depletion festgestellt worden. Eine Hypogammaglobulinämie lag bei ihnen nicht vor. Fazit der Autoren: B-Zell-Depletion könnte sowohl den Schutz nach durchgemachter Krankheit als auch nach Impfung beeinträchtigen (JAMA Neurology 2021; online 30. April)."

Das klingt nicht so toll - gerade der letzte Satz, was die Impfung angeht -.

Also sollte man sich mit Ocrelizumab, Rituximab...nicht in falscher Sicherheit wiegen? Nun habe ich dazu noch eine Verständnisfrage: Wenn man, wie z.b. von der Gesellschaft für Rheumatologie empfohlen mindestens 6 Monate nach der letzten Infusion impft, ist dann trotzdem zu erwarten, dass die Impfreaktion beeinträchtigt ist? Das wiederum würde erklären, warum ich diesen Infusionspass 2 Jahre nach letzter Infusion mit mir führen muss?

Sollte es generell Auffrischimpfungen geben, was ich denke, dann muss man ja wieder diese 6 Monate warten, ehe man überhaupt impfen sollte. Das wird unter diesen Medikamenten problematisch. Wie das dann außerdem noch funktionieren soll: ich musste schon wochenlang wegen einer Pneumokokken-Impfung hinterherrennen. Alles weg. Der Hausarzt durfte auch nichts aufheben für so einen Fall, dann habe ich mehrere Apotheken anrufen müssen, ob sie noch Pneumokokken-Impfstoff haben, vorher mit der Grippeimpfung derselbe Spaß.....Was soll das werden? :oops: Man hat ja dann zwischen den Infusionen nur bestimmte Zeitfenster....
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jaeckel
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Re: B-Zell Depletion Immunantwort reduziert

Beitrag von jaeckel »

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kk9979 hat geschrieben: 04.05.21, 08:51 mindestens 6 Monate nach der letzten Infusion impft, ist dann trotzdem zu erwarten, dass die Impfreaktion beeinträchtigt ist?
Der Nutzen überwiegt, daher die Empfehlung.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Klinische Akut- und Notfallmedizin
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)
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