Beeinflusst Kortison + Betäubung die Corona-Impfung

Medizinische Fragen zu COVID-19 (Coronavirus), Infektiologie, Hygiene und Reisemedizin

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kk9979
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Beeinflusst Kortison + Betäubung die Corona-Impfung

Beitrag von kk9979 »

Sehr geehrter Dr. Jäckel,

meine Schwester hat heute ein Spritze in den Lendenwirbelbereich mit Kortison und einem Betäubungsmittel bekommen, weil sie schlimme Rückenschmerzen hat. Morgen hat sie die 2. Impfung gegen Corona.

Macht das Kortison in der Spritze etwas, dass die Impfung dann nicht wirken kann?
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jaeckel
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Re: Beeinflusst Kortison + Betäubung die Corona-Impfung

Beitrag von jaeckel »

Ja, es kann sein, dass die erwünschte Immunisierung schwächer ausfällt.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
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Niemand2000
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Re: Beeinflusst Kortison + Betäubung die Corona-Impfung

Beitrag von Niemand2000 »

Dann werde ich die Behandlung meiner frozen sholder und meiner Schleimbeutelentzündung wohl erst nach meiner zweiten Impfung in Angriff nehmen.
kk9979
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Re: Beeinflusst Kortison + Betäubung die Corona-Impfung

Beitrag von kk9979 »

Sehr geehrter Dr. Jäckel,

die Ärztin sagte zu meiner Schwester, dass sie sich melden soll, ob es geholfen hat. Man könnte diese Spritze (Kortison/Betäubungsmittel) nach 3 Wochen wieder spritzen. Wenn ich das so höre, dann muss es sich doch um eine Art Depotspritze handeln, gibt es sowas?

Die Ärztin hat es aber nicht direkt in den Wirbelkanal gespritzt, sondern einfach so im unteren Rücken in den Muskeln/unter der Haut.

Sollte es eine Depotspritze gewesen sein, wäre die Impfantwort dann noch mehr nach unten gesetzt? Und wenn es lokal angewendet wurde, wird dann trotzdem soviel Wirkstoff abgegeben, dass es dafür ausreicht die Immunantwort zu senken?
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jaeckel
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Re: Beeinflusst Kortison + Betäubung die Corona-Impfung

Beitrag von jaeckel »

kk9979 hat geschrieben: 29.04.21, 18:57 Sollte es eine Depotspritze gewesen sein
Natürlich war es das. Das war von Anfang an meine begründete Vermutung.
Alles Gute!

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kk9979
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Re: Beeinflusst Kortison + Betäubung die Corona-Impfung

Beitrag von kk9979 »

Sehr geehrter Dr. Jäckel,

meine Schwester hat in der Praxis nachgefragt: Es wäre Triamp 40 mg/Xylo 2%.

Ist das nun eine Depotspritze? Was bedeutet das jetzt wegen der Impfung? Kann sie nachher trotzdem zum Impfen fahren?
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jaeckel
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Re: Beeinflusst Kortison + Betäubung die Corona-Impfung

Beitrag von jaeckel »

Die Impfung sollte trotzdem erfolgen.
Alles Gute!

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Re: Beeinflusst Kortison + Betäubung die Corona-Impfung

Beitrag von NTK18415 »

Sehr geehrter Herr Dr. Jäckel,

ich habe meinen Impftermin wahrgenommen.

Ich hatte bei der 1. Impfung Astrazeneca. Nun habe ich Biontech bekommen. Allerdings wollte man mich zu Astrazeneca überreden, obwohl die Stiko-Empfehlung was anderes sagt.

Ich habe dann auf Biontech bestanden. Allerdings stellten dann meine zahlreichen Allergien ein Problem dar. Und es hieß sie wollen mich nicht impfen. 1 Impfung würde auch schon was bringen. Hab dann drauf bestanden und musste extra nochmal unterschreiben.

Dann wurde ich statt 15 min. für 30 min. in den Wartebereich gesetzt und ein DRK-Mitarbeiter neben mir platziert. Während den 30 Min. ist nichts passiert. Die ersten 10 Min. waren etwas seltsam. Als würde ich müde werden und mir die Augen zufallen. Das war bei Astrazeneca auch so.

Das Thema Triam 40 mg und Xyclo 2 % habe ich deshalb nicht angesprochen. Dann hätte ich vermutlich wirklich keine Impfung bekommen.

Sollte ich jetzt einen Antikörpertest machen, um nachschauen zu lassen, ob es eine Immunantwort gibt? Wenn ja, nach 14 Tagen?
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jaeckel
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Re: Beeinflusst Kortison + Betäubung die Corona-Impfung

Beitrag von jaeckel »

Kann man machen, ja.
Alles Gute!

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Re: Beeinflusst Kortison + Betäubung die Corona-Impfung

Beitrag von Niemand2000 »

NTK18415 hat geschrieben: 30.04.21, 14:07Dann wurde ich statt 15 min. für 30 min. in den Wartebereich gesetzt
wer Blutverdünnung nehmen muss, muss auch 30 Minuten warten
NTK18415
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Re: Beeinflusst Kortison + Betäubung die Corona-Impfung

Beitrag von NTK18415 »

Sehr geehrter Herr Dr. Jäckel,

ich hatte ja 1 Tag vor der 2. Corona-Impfung eine lokale Spritze (LWS) Triam 40 mg + Xylo 2 % bekommen.

Nun bahnt sich - glaube ich - eine Harnwegsinfektion an. Nachdem Wasserlassen habe ich Unterleibsschmerzen für 1 - 2 Minuten. Das vergeht dann wieder. Ich habe jetzt die letzten 2 Tage mind. 2 Liter getrunken. Dementsprechend oft muss ich zur Toilette.

Von meiner Frauenärztin habe ich - das ist schon länger her - die Empfehlung bekommen ein pflanzl. Arzneimittel bei Blasenentzündung zu nehmen (Aqualibra; Hauhechelwurzel, Goldrutenkraut, Orthosiphonblätter). Sie meinte, bei meinen ganzen Allergien gegen Antibiotika würde sie mir nur dieses pflanzl. Mittel geben.

Nun überlege ich, ob ich zunächst einmal dieses pflanzliche Mittel probiere. Die Immunantwort der 2. Impfung (1. Impfung mit Astrazeneca / 2. Impfung mit Biontech am 30.04.) ist ja nun schon durch die Kortison-Spritze etwas gedämpft. Nun mache ich mir Gedanken, ob das pflanzl. Arzneimittel auch eine negative Auswirkung hat. Was wäre, wenn ich dann später doch ein Antibiotikum nehmen müsste?
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Re: Beeinflusst Kortison + Betäubung die Corona-Impfung

Beitrag von jaeckel »

Antibiotikum beeinflußt die Impfreaktion nicht negativ.
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Re: Beeinflusst Kortison + Betäubung die Corona-Impfung

Beitrag von NTK18415 »

Sehr geehrter Herr Dr. Jäckel, Sehr geehrter Herr Dr. Fischer,

nun wurde schon 2 x ein Urintest gemacht wegen einer evtl. Blasenentzündung. Beide Male kam raus, dass ich keine Blasenentzündung hätte. Deswegen war ich gestern beim Frauenarzt. Da war auch alles in Ordnung (Harnblase, Gebärmutter, ph-Test, Eierstöcke). Eine ca. 2 cm große Eierstockzyste habe ich. Aber der Arzt meint, meine Beschwerden kämen nicht davon. Der Abstrich von Mitte Februar war auch in Ordnung.

Der Frauenarzt hat jetzt einen Versuch gestartet: Ich habe ein Antibiotikum bekommen (Fosfomycin 3000 mg). Gestern Abend habe ich das angewendet. Dazu gab es noch Buscopan. Ich soll viel Trinken und ergänzend noch das pflanzl. Mittel einnehmen sowie Blasen- und Nierentee trinken.
Wenn es Montag nicht besser ist, soll ich mich melden. Dann war sogar die Rede von Krankenhaus.

Ich habe folgende Beschwerden: häufiges Wasserlassen, nach dem Wasserlassen Krämpfe im Unterleib (die ca. 15 Minuten anhalten), generell Unterbauchschmerzen (teilweise ziehen sie ringsrum wie ein Gürtel - also auch auf den Rücken). Während der Krämpfe bekomme ich vor Schmerzen Schweißausbrüche.

Diese Beschwerden fingen am 01. Mai am Abend plötzlich an. Einen Tag zuvor gab es die Corona-Impfung und zwei Tage zuvor die lokale Kortison-Spritze mit Triam 40 mg.

Kann man eine Blasenentzündung haben ohne, dass diese im Urin sichtbar ist? Beim 1. Urinstreifentest war alles o. B. außer der PH-Wert war erhöht. Beim 2. Urinstreifentest war alles o. B. Die Urintest waren aber alle Nachmittags (also nicht mit Morgen-Urin).

Ob nun das Antibiotikum gewirkt hat, weiß ich noch nicht. Auf jeden Fall habe ich die Nacht durchgeschlafen ohne zur Toilette zu müssen.

Noch eine Frage wegen einem Antikörpertest (Spike 1 + Spike 2): Ich würde gern als Selbstzahler diesen Bluttest machen, um zu schauen, ob die Corona-Impfung trotz Kortison-Spritze was gebracht hat. Ich hatte gehört, dass man 14 Tage nach der Impfung testen kann. Ist das richtig? Meine 2. Impfung war am 30.04.
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jaeckel
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Re: Beeinflusst Kortison + Betäubung die Corona-Impfung

Beitrag von jaeckel »

NTK18415 hat geschrieben: 07.05.21, 05:49 dass man 14 Tage nach der Impfung testen kann. Ist das richtig?
Ja, das ist richtig.
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