Immunmodulierende Psychopharmaka und Infektionsrisiko

Medizinische Fragen zu COVID-19 (Coronavirus), Infektiologie, Hygiene und Reisemedizin

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trichter75
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Immunmodulierende Psychopharmaka und Infektionsrisiko

Beitrag von trichter75 »

Ich nehme derzeit 40 mg/Tag Amitryptilin gegen chronische, neuropathische Gesichtsschmerzen.

Trizyklische Antidepressiva und vor allem wohl SSRIs können immunmodulierend wirken, in dem sie bestimmte Entzündungswege hemmen. So wird diskutiert, ob man SSRIs bei manchen Autoimmunerkrankungen einsetzt (oder auf der Meta-Ebene, wieviel Entzündung in einer Depression steckt).

Frage ist: Ist das eher gut oder eher schlecht bei einer Corona-Pandemie?

Gibt es hier vllt. Immunologen, die das beantworten können?

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jaeckel
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Re: Immunmodulierende Psychopharmaka und Infektionsrisiko

Beitrag von jaeckel »

Hallo trichter75,

diese unterstellten immunmodulierenden Wirkungen obiger Substanzen sind bislang so wenig anerkannt, dass sie im wohl führenden Lehrbuch (Karow/Lang-Roth: Allgemeine und Spezielle Parmakologie und Toxikologie: Ausgabe 2020) nicht erwähnt sind. Daher unterstelle ich, dass das bzgl. COVID-19 keine Rolle spielen dürfte. Unbenommen sind unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen:
...ist bei SSRI mit schweren Immunerkrankungen zu rechnen, unter anderem mit Myalgien, eosinophiler Pneumonitis, Vaskulitis, Serumkrankheit, Entzugssymptomen...
Quelle: Arzneimitteldatenbank des arzneimittel-telegramm.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)

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