Borreliose verdacht! Macht es Sinn dies zu untersuchen?

Medizinische Fragen zu COVID-19 (Coronavirus), Infektiologie, Hygiene und Reisemedizin

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Pillendreher75
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Borreliose verdacht! Macht es Sinn dies zu untersuchen?

Beitrag von Pillendreher75 »

Hallo
Mich hat vor 1 Jahr eine Zecke gestochen, als Sie mich stach, bekam ich ein "Schock", also mir zog es durch den ganzen Körper, wie mit der Nadel gestochen. Hatte schon öfters Zeckenbisse,8 und mehr, jedoch merkte ich diese nie. Bin 39 Jahre alt.

Nun sind in meinen Umfeld mehrere Leute schon an Borreliose erkrankt. Wohne hier im hohen Norden.
Ich war damals auch damit zum Arzt (nicht Hausarzt, sondern Notarzt), der sagte "ist Quatsch", hier im Norden gibs sowas nicht!
Finde bis heute, das dies absolut eine Fahrlässigkeit dieses Arztes war, hätte man die Ärztekammer informieren drüber müssen! Um den Zeckenbiss war es damals rot!

Bei uns im Dorf haben nun schon 3 Leute Borreliose gehabt. Meine Schwester musste mehrere Wochen an den Tropf sogar!

Ich bin auch manchmal müde, unnartürlich, was an 100 anderen Sachen auch liegen kann, aber weiß man es!?

Sollte ich nach über 1 Jahr einen Borreliosetest vom Hausarzt verlangen?
Kann man die Krankheit auch verschleppen?
Wie schlimm kann es werden wenn man diese verschleppt? Wie wahrscheinlich ist es?

Würdet ihr an meiner Stelle zum Hausarzt gehen und dies checken lassen? Muss der Hausarzt dies auf verlangen machen?
Lawei
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Re: Borreliose verdacht! Macht es Sinn dies zu untersuchen?

Beitrag von Lawei »

Hallo Pillendreher,
ich bin "Lawei" und einer von Borreliose betroffener Patient. Meine Beiträge liefen bisher unter Rheuma u.u.u., weil jeder meinte, das ich eine rheumatoide Arthritis habe.
Seit gestern weiß ich das mich mindestens eine Zecke gebissen haben muss.
Nach sage und schreibe 5 Monaten hat man auf mein eigenes Drängen hin eine Borreliose- Untersuchung gemacht. Ich leide vor allem an Gelenkschmerzen und Schwächegefühl und das begann wie gesagt schon vor 5 Monaten, da hatte ich auch einen leichten Fieberanfall. Denkt man natürlich an eine Grippe. Ich weiß nicht genau wie viele Bluttests ich jetzt hinter mir habe, man hat mich jedenfalls nie auf Borreliose getestet bis ich es von einem Orthopäden veranlasst habe. Obwohl ich meinen Hausarzt darauf hingewiesen hatte und er auch weiß das wir hier im Westerwald besonders gefährdet sind, wurde nichts unternommen und jetzt ist das Theater groß.
Die ganzen Untersuchungen ( Orthopäde, Physiotherapeut, Röntgen, Tests und ein Haufen Medikamente, alles für die Katz (die übrigens auch Borreliose hat und rumläuft wie ein lahmer Gaul), das ist leider kein Witz.
Ich habe also gestern erst gelesen das ich positiv auf Borreliose getestet wurde. Da steht ein Wert bei IgG : 390 , der sollte kleiner als 4 sein, wenn ich das richtig verstehe.
Mein Hausarzt hat mir jetzt ein Antibiotikum verschrieben und meinte in 4 Wochen werden wir sehen ob es geholfen hat.
Ich kann dir nur empfehlen dich checken zu lassen, denn diese Infektion schleppt sich ewig dahin und wenn man Pech hat wird man sie nie wieder los. Ein Bekannter von mir ist deshalb Frührentner.
Also tu was und viel Glück! von "lawei" ! ließ mal bei Wiki nach!
Marius747
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Re: Borreliose verdacht! Macht es Sinn dies zu untersuchen?

Beitrag von Marius747 »

Ja, da würde ich nochmal zum Arzt, aber am besten zu einem anderen, als dem der das ganze als Quatsch abgetan hat. Folgeschäden sind möglich, daher sollte man auf Nummer sicher gehen!
Timmie2
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Re: Borreliose verdacht! Macht es Sinn dies zu untersuchen?

Beitrag von Timmie2 »

Pillendreher hat geschrieben:Sollte ich nach über 1 Jahr einen Borreliosetest vom Hausarzt verlangen?
Kann man die Krankheit auch verschleppen?
Würdet ihr an meiner Stelle zum Hausarzt gehen und dies checken lassen? Muss der Hausarzt dies auf verlangen machen?
Solange keine körperlichen Beschwerden bestehen, macht es m. E. wenig Sinn einen Hausarzt aufzusuchen oder eine Labordiagnostik zu veranlassen. Die auf dem Markt befindlichen Antikörper-Tests sind weder standardisiert noch zuverlässig (Sensitivität zwischen 32 und 42 %), d.h. viele dieser Tests bleiben trotz Infektion negativ. Positive Antikörpertests dagegen sind nicht geeignet, eine zuverlässige Aussage über die Krankheitsaktivität zu treffen.

Man sollte Zeckenstiche dennoch nicht auf die leichte Schulter nehmen und im Hinterkopf behalten, falls irgendwann (gehäuft oder unerklärlich) Beschwerden auftreten. Eine Langzeitstudie zeigte, dass alle seropositiven Probanden nach spätestens 8 Jahren auch klinisch symptomatisch wurden. Ohne entsprechende Symptome wird nach so langer Zeit aber vermutlich kein Arzt mehr eine prophylaktische Borreliosebehandlung in Erwägung ziehen.
lawei hat geschrieben: ließ mal bei Wiki nach!
Davor kann ich ganz besonders zu diesem Thema nur dringend abraten! :wink:


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