Welche Metronidazol-sensitiven Bakterien verursachen Schmerz

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Carbone
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Welche Metronidazol-sensitiven Bakterien verursachen Schmerz

Beitrag von Carbone » 18.07.11, 10:00

Ich lebe seit 25 Jahren mit einem Borreliose-Verdacht. Damals hatte ich einen Zeckenbiss und die Wanderröte. Heute sind keine Antikörper zu finden, aber der Westernblot war positiv, wenn auch nicht alarmierend. Ein MRT des Gehirns zeigte kleine Läsionen. Liquor ist o.B.

Symptome sind wandernde Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, psychiatrische Symptome wie Wahnvorstellungen und Depressionen, gelegentlich Augenentzündungen. Bisherige Behandlung u.a. mit NSAR, die gegen Schmerzen gut wirksam sind.

Seit etwa 1 Jahr habe ich mehrere Antibiosen durchlaufen:
Amoxicillin 2x 2 Monate, 1. Versuch hat sehr gut angeschlagen, bereits nach 7 Tagen keinerlei psychiatrische Symptome mehr (Depressionen sind bis heute weg), anschließend 5 Wochen schmerzfrei. Die 2. Antiobiose brachte keine wesentliche Besserung mehr.
Nun die 3. Antibiose mit Metronidazol (20 Tage) und Rifampicin (30 Tage).
Metronidazol wirkte phänomenal gegen die Schmerzen, besser als NSAR. Die 20 Tage sind seit ein paar Tagen vorbei und die Schmerzen sind plötzlich und mit aller Gewalt zurückgekommen.

Deshalb meine Frage: Welche Erreger können diese Schmerzen verursachen und werden von Metronidazol in Schach gehalten? Wonach sollte man suchen?

jaeckel
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Re: Welche Metronidazol-sensitiven Bakterien verursachen Sch

Beitrag von jaeckel » 18.07.11, 12:40

Hallo Carbone,

ohne Diagnose sondern nur auf Verdacht solche Antibiotikakuren vorzunehmen und hinterher zu fragen, wogegen diese Medikamente denn gewirkt haben könnten, ist so ziemlich das Gegenteil von rationaler Medizin.
Antibiotische Kombinationstherapien gehören selbst bei gesicherter Lyme-Borreliose zu den nicht zu empfehlenden Therapien (Quelle: A. Krause · V. Fingerle: Lyme-Borreliose, Z Rheumatol 2009 · 68:239–254).
Die Gefahr für die Patienten liegt einerseits in den nichtindizierten, oftmals hochdosiert und über Wochen und Monate durchgeführten Therapien, sowie andererseits in der Fehldiagnose, die eine weitere sinnvolle Diagnostik und eine adäquate Therapie der tatsächlich vorliegenden Erkrankung verhindert.
Quelle: A. Krause · V. Fingerle: Lyme-Borreliose, Z Rheumatol 2009 · 68:239–254
Daher sucht ein Teil der Patienten Hilfe bei selbst ernannten „Borreliosezentren“, wo fragwürdige diagnostische Methoden angewandt und oft jahrelang antibiotische und alternative Therapien durchgeführt werden. Insofern liegt die chronische Borreliose auf einer Linie mit der Candida-Infektion, der multiplen chemischen Sensitivität und der Schwermetallintoxikation durch Amalgamfüllungen. Dass auf diesem Feld auch kommerzielle Interessen eine Rolle spielen und sich Scharlatane tummeln, liegt auf der Hand.
Quelle: Prof. Dr. med. H. S. Füessl in MMW-Fortschr. Med. Nr. 22 / 2011 (153. Jg.)
Alles Gute
Dr. med. Jäckel

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