Psychische Probleme bei Lebensgefährtin, weiß nicht weiter

Moderator: DMF-Team

Kuscheltier
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Beitrag von Kuscheltier »

Vieles davon, was Du schreibst, weiß ich selber und verstehe das auch z.B. dass wir aufgrund der Altersstruktur auch andere Kosten haben.

Trotzdem:

Wann immer man mit medizinisch Tätigen redet, kommen solche Argumente wie man wäre überlastet etca. Und besser könnte man seinen Job daher nicht machen.

Das halte ich in vielen Bereichen der Medizin für eine Erklärung, die der Wahrheit entspricht.

Aber gerade im Psy-Sektor hab' ich genau das Gegenteil erlebt: Die Leute haben Zeit gehabt und sie haben sie sich in vielen Fällen genommen.

ABER: Warum nutzen Therapeuten dann 50 Gesprächsminuten nur dazu, den Patienten fertig zu machen, anstatt sich zu kümmern? Das hat mit den Rahmenbedingungen überhaupt nichts zu tun, sondern mit Machtgeilheit und einem falschen Verständnis von psychischen Erkrankungen.

Ich hab' das x-fach erlebt, dass man sich Unmengen von Zeit, Kosten und Personlaufwand geleistet hat, um mich fertig zu machen, kaputt zu machen.

Es tut mir leid, aber ich glaube, Du hast wo gearbeitet, wo es eben ein sehr gutes Team und gute Führung gab.

In ganz vielen Bereichen des Psy-Sektors sind leider nur narzistische Spinner am Drück, die immer noch glauben, sie müssten den Daumen drauf halten, die Patienten unter Kontrolle halten, damit nicht die ganze Einrichtung vor die Hunde geht. Dabei ist es ja gerade umgekehrt; je weniger Druck die Einrichtung macht, desto eher entstehen tragfähige Beziehungen, wo Therapie erst geht.

Es liegt weder am Geld, noch an der Zeit, das ist meine Erfahrung, sondern allein am persönlichen Versagen der Menschen, die dort arbeiten.

Ich war jahrelang bei einer der angesehendsten psychosomatischen Unikliniken in Behandlung. Was hat es gebracht? Kaum was. Warum? Weil die Therapeuten nur auf's Erziehen und Beschuldigen aus waren, statt auf's Helfen.

Ich bin dann da weg, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe, wie man mich dort behandelt hat. Ich hab' mich gefragt, warum ich als Opfer wie ein Verbrecher behandelt werde?

Danach bin ich bei einer anderen Klinik gelandet. Innerhalb von sechs Monaten hat sich mein Zustand derart verbessert, dass er Arzt dort selber platt war. Als ich zu ihm gewechselt bin, hat er nur den Kopf schüttteln können und hat gemeint, wie das sein kann, dass ein Patient soooo unten ist, wenn er doch dort in dieser Uniklinik ständig behandelt wurde.

Die, die in der Psy-Sezene arbeiten machen es sich viel zu leicht. Und ruhig stellen, weil kein Personal da ist, obwohl es medizinisch nicht angezeigt ist, ist Körperverletzung und strafbar. Womit hier dann auch klar wird, wie oft Menschen in der Psychiatrie misshandelt werden.

Was daraus als Lehre folgt?

Die in der Psychiatrie arbeitenden Fachkräfte müssen endlich mal vom Vertuschen potentieller Fehler wegkommen und öffentlich sagen, dass sie so nicht korrekt arbeiten können, innerhalb der Verwaltungen sagen, dass sie die Gelder brauchen.

Solange sich die Psychiatrie nach außen wegen Angst vor Imageverlust ständig als perfekt darstellt, ändert sich nie was. Und die Patienten müssen es ausbaden!
Psychotisch ist der, der Psychosen sieht (und diagnsotiziert), wo keine sind!

Nebelung
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Beitrag von Nebelung »

hm...vielleicht sollte ich mal was klarstellen...dieses ruhigstellen ist in der somatik viel häufiger als in der Psychiatrie...in der psychiatrie habe ich keinen fall erlebt, oder berichtet bekommen. Aber ja...die klinik in der ich war war (zumindest für mich) gut. Sie haben mir nicht meine probleme abgenommen...aber sie haben mich wieder soweit aufgebaut, dass ich nach hause konnte und von dort aus selbst dran arbeiten. Allerdings weis ich auch, dass dies so problemlos nur möglich war weil ich das Konzept der Klinik kannte und mich darauf eingestellt hatte, dass sie eben keine Ursachen Analyse machen...sondern wenn man so will "Schmerzpflaster" geben. Damit man sich um die Ursachen dann zuhause in einer ambulanten Therapie kümmern kann. Viele meiner Mitpatienten hatten dies so nicht verstanden und waren oft unglücklich mit der Art des Vorgehens.
Und es ist eine Sache, die nicht nur das Personal betreffen darf sondern die ganze gesellschaft, dass psychische Erkrankungen als das gesehen werden was sie sind. Normale Krankheiten, die man heilen oder zumindest lindern kann. Und oft auch eine normale Reaktion auf schreckliche Erlebnisse.
Aber was du mit dem Druck meinst kenne ich trotzdem...nicht in der massiven Ausprägung, vielleicht auch weil ich gut im ignorieren bin, wenn mich etwas echt nervt...aber mit meinem Psychiater hatte ich einen langen Kampf bis er begriffen hat, dass Druck bei mir das Gegenteil bewirkt. Es ist einfach dieses menschliche Denken: "Wenn sich etwas nicht verändert, dann drück ich mal ein wenig dran rum!"

Aber ehrlich gesagt denke ich es ist hierzu alles gesagt. Du hast in vielen Punkten recht, aber wir werden das Problem hier nicht lösen können. Und ich denke wenn wir uns hier gegenseitig umkreisen und doch beide dasselbe meinen ist niemandem damit geholfen. Vielleicht hast du ja irgendwann die Lust und kraft dich in einer Initiative einzusetzen. Oder ähnliches. Wäre sicher nicht verkehrt.

Kuscheltier
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Beitrag von Kuscheltier »

Na, ich bin nicht so sicher, ob wir so übereinstimmen, wie es Dir wohl erscheint?

Letztlich bist Du doch jemand, der die Psychiatrie für eine gute Einrichtung hält. Das tu' ich garantiert nicht. Ich empfinde auch die Vorgehensweise mit Pillen stabilisieren und die Leute dann nach Hause schicken, ohne echte Hilfe und Lösungen nicht ok. Das ist für mich pures im Stich lassen, dem ich nie - egal in welcher Form - eine Rechtfertigung erteilen würde.

Es funktioniert so einfach für die Patienten nicht. 80 % der Menschen, die in Psychotherapie gehen sind Traumapatienten. Darauf reagiert die Psychiatrie bis heute nicht und schafft damit halt leider die Sekundärtraumatisierung durch die Instituion Psychiatrie. Opfer müssen als Opfer wahrgenommen und behandelt werden, anders geht es nicht. Aber die Psychiatrie kuckt nur auf die Symptome! Wie soll dabei klar werden, wer Täter oder Opfer ist?

Wie Du richtig gesagt hast, viele Deiner Mitpatienten waren unglücklich über dieses Vorgehen. Ja, sie sind dadurch auch emotional verletzt worden. Und das prangere ich an, dass die Psychiatrie hier den Menschen missachtet. Das wäre leicht veränderbar, weil in der Psychosomatik bezahlt die Krankenkasse ja gerade das.

Aber es stimmt, wir können es hier nicht lösen. Ich bezweifle nach diesem Thread hier sogar, dass es irgendwie lösbar ist. Lösen können es meiner Meinung nach nur die in der Psychiatrie Tätigen, aber ich sehe da keinen Willen dazu. Sie sind von der Ausbildung her auf dieses Bild "Pillen für Stabilität" schon vorab so fixiert, dass ich das Gefühl habe, keine Diskussion der Welt bringt sie davon weg.

Ich werde mich nie in einer Initiative dafür einsetzen, dass sich was ändert. Mir ist gerade hier klar geworden, dass das völlig vergebliche Liebesmühe wäre. Wozu soll ich mein bisschen Lebenszeit daran verschwenden, mit Leuten zu diskutieren, die doch gar nicht wirklich einsehen, dass was verändert werden muss?

Pillen sind ja so toll. Ich hatte eine Mutter, die sich mit Antidepressiva vollgefressen hat. Glücklich war sie dann auch nicht, aber so stabil halt, dass sie etwas gearbeitet hat, aber ich hatte keine Mutter mehr. Sie war stumpf und gefühllos für ihr eigenes Leid, aber auch für das Leid ihrer Kinder geworden. Sie war nicht mehr erreichbar, es interessierte sie einfach nicht, was mit uns Kindern war oder nicht war.

Das kann die Psychiatrie: Zombies schaffen, die schaffen können, aber auch nicht mehr mehr machen. Eine heulende Mutter war mir viel lieber, als eine, die nur noch abgestellt war. Einen kranken Menschen hatten meine Geschwister und ich in der Klinik abgegeben, haben gehofft, man würde ihr helfen, und einen funktionstüchtigen Roboter ohne Seele haben wir zurückgekriegt.

Die Antwort auf Jahrzehnte ständig wiederkehrende Vergewaltigung und Gewalt durch den Ehemann war: zwei Tabletten morgens und eine abends.

Kann man einen Menschen mehr missachten? Ich glaube nicht. Ich dachte, meine Mutter hätte was Besseres verdient gehabt. Aber die Psychiatrie sieht das völlig anders, kommt mir so vor. Wir wollten echte Hilfe für unsere Mutter und für unsere Familie. Gekriegt haben wir sie nie. Welche Berechtigung hat so eine Institution?

Aus meiner Sicht gar keine.

Eigentlich ist das Beste, wenn ich einfach nur noch vergesse......Nicht mehr dran denken ist alles, was ich für mich tun kann.
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MarionMaus
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Beitrag von MarionMaus »

@ Nebelung und Kuscheltier

vielen Dank für eure Anteilnahme und die Ratschläge. Ich habe gerade nicht viel Zeit, werde mir aber alles später noch mal genau durchlesen.

@ Kuscheltier Tut mir leid, was mit deiner Mutter passiert ist. Und ich weiß, sie ist nicht die einzige. Ich könnte dazu auch noch einiges erzählen. Ich halte die Psychiatrie auch für eine der schlimmsten Dinge, die es gibt. Sie gehört, so wie sie ist radikal abgeschafft. Jedem Menschen sollte eine anständige Therapie zustehen und nicht mit Tabletten vollgepumpt werden. Ein Engagement gegen die Psychiatrie hilft sicher nicht, das sehe ich auch so. Die wollen alle gar nicht sehen, was sie da tun. Aber ich weiß, dass ich über all das schreiben werde. Und wenn es nur einen Menschen vor dieser unmenschlichen Maschinerie rettet, dann hat es sich schon gelohnt. Überleg dir, ob du auch diesen Weg gehen willst, denn ich sehe, du hast einiges zu sagen. Aber nur, wenn es dir gut tut. Wenn es dich eher belastet hat es keinen Sinn. Für mich ist das Schreiben eher eine Entlastung.

Viele liebe Grüße

Marion

MarionMaus
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Beitrag von MarionMaus »

Ich möchte allerdings noch etwas anmerken:

Eine therapeutische Aufarbeitung setzt auch die Bereitschaft des Betroffenen voraus, sich mit dem Erlebten auseinanderzusetzen. Und ich weiß nicht, ob jeder dazu bereit ist. Vielleicht möchten sich manche auch lieber mit Medikamenten ruhig stellen. Aber ich finde, dass das erste Angebot auf jeden Fall eine richtige, eine gute Therapie sein müsste. Und in der Psychiatrie werden von Anfang an nur Tabletten gegeben. Und was da an "Therapie" läuft ist lächerlich.

Kuscheltier
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Beitrag von Kuscheltier »

@MarionMaus:

Danke Dir, ist lieb, dass Du an meine Mutter denkst :). Mir tut's auch weh, wenn ich Deine Geschichte lese. Das ist sehr großes Leid. Ich möchte Dir gerne mit auf den Weg geben, was mir selber geholfen hat:

Mein Therapeut war gnadenlos hart. Er hat mich nicht jammern lassen, hat mich nicht bedauert, aber warmherzig war er doch. Er hat nur gesagt, dass sowas halt passieren kann, dass vielen Menschen ganz schlimme Dinge passieren, dass man das nicht so wichtig nehmen darf. Ich hätte ihn oft gerne umgebracht. Aber er hat mir so gezeigt, dass ich bestimmen kann, wieviel Macht diese Dinge über mich haben. Sie haben gar keine, wenn ich ihnen keinen Raum lasse, und dadurch wird mein Freiraum größer.

Was ich von Deinem Therapeuten mitkriege, klingt sehr gut. Ich denke, er wird Dir gut helfen können. Hör' ihm gut zu, sag' ihm, wenn es Dir zu schwer und zu schmerzhaft wird. Ich glaube, Du hast jemanden gefunden, der vertrauenswürdig und fähig ist. Es hört sich für mich wirklich danach an. Das wäre großes Glück. Ich wünsche es Dir sehr!

Ich seh' es genau wie Du. Es gibt Menschen, die wollen keine Aufarbeitung, die verlangen sogar ausdrücklich nur nach Tabletten.

Aber die meisten Patienten suchen das nicht. Aber in der Psychiatrie ist das der Standard-Plan und von dem Zeug nochmal wegzukommen, wenn man es mal eine Weile genommen hat, ist ein Problem. Wenn man es in der Psychiatrie ablehnt, dann spurt man nicht und wird entweder unter Druck gesetzt oder diszplinarisch entlassen. Hilfe kommt keine!

Auch gibt's Patienten, die wären für eine normale Psychotherapie mal gleich zu kaputt. Die sind zu labil. Auch da meint die Psychiatrie, man müsse gleich mit Pillen ran. Dabei stimmt das nicht. Es gibt Therapeuten, die können hochlabile Leute stabilisieren, nur mit Gesprächen. Aber welcher Psychiater kann das schon? Und welcher macht es, Pillen verordnen geht schnell und ist nicht anstrengend. Gespräche, noch dazu schwierige sind es.

Tabletten behindern Therapien. Viele sind nach der medikamentösen Therapie so abgestellt, dass sie keine Therapiemotivation mehr entwickeln können. Der Leidensdruck ist soweit weg, dass sie sich nicht mehr so unter Druck fühlen, was zu ändern, auf der anderen Seite sind die Nebenwirkungen oft so schlimm, dass die Leute nur noch schlafen. Da kommt im Leben keine Therapie mehr zustande.

Ich kenne etliche Psychotherapeuten, die auch Facharzt für Psychiatrie sind. Teilweise sind die in leitender Position in Psychosomatischen Kliniken. Alle sagen das Gleiche: Medikamentöse Therapie nur, wenn es ohne absolut nicht geht; vorrangige Maßnahme stützende Gespräche, Psychotherapie.

Alle, die ich in dem Punkt kenne, sagen: Medikamente sind negativ; sowohl für die Psychotherapie als auch für den Körper.

Ein Psychiater, den ich kenne, sagte zu mir wortwörtlich: "Ich würde das Zeug nicht nehmen!".

Braucht man da noch eine Erklärung?

In der Psychiatrie wird das Zeug verteilt wie Smarties. Aber diese Mittelchen sind alles andere als harmlos und viele Ärzte würden diese Medikamente für sich selbst oder ihre Angehörigen strikt ablehnen, zu Recht ablehnen! Aber den Patienten werden sie verabreicht in rauhen Mengen. Oft sogar dann noch zwangsweise, wie ich mitgekriegt habe.

Die Psychiatrie ist ein öffentlich geduldeteter Skandalbetrieb. So seh' ich das.

Ob ich dagegen mal noch irgendwie was tun kann? Das werde ich sehen. Es ist für mich zu früh, da überhaupt nur eine Entscheidung zu treffen. Was ich von meiner beruflichen Position aus tun kann, um den Menschen zu helfen, die durch die Psychiatrie Probleme haben, werde ich aber gerne tun.

Ich bin auch für die Abschaffung der Psychiatrie und zwar komplett. Wir wissen heute mehr als damals, als die Psychiatrie entstanden ist. Sie ist ein Relikt, dass jede Berechtigung verloren hat. Jeder Knast ist mir lieber, denn dort ist man vor dem staatlichen Zugriff besser geschützt als in der Klapse. Kriminelle haben besseren Schutz als psychisch Kranke, muss man sich mal überlegen!

Ich kann ja gerne noch erzählen, wie es mit meiner Mutter geendet hat, damit man sich mal über den ganzen Horror und Nutzen von Psychopharmaka im Klaren wird:

Meine Mutter hat sich durch die Medikamente also soweit stabilisiert, dass sie wieder gearbeitet hat und funktionstüchtig war. Sie hat die Medikamente weitergenommen. Hat nie 'ne psychologische/therapeutische Betreuung erhalten. Sie ging aus der Klinik in die Horrorehe zurück. Nichts änderte sich. Die Tabletten sorgten dafür, dass sie dem gewalttätigen Ehemann die nächsten zwanzig Jahre zu Diensten sein konnte und war, je nachdem, wie der Herr sich das vorstellte. Befehle wurden entgegen genommen, ohne jeden Widerstand, iIn der Endphase pflegte sie ihn, wischte ihm die Sch... vom A.... und das x-mal am Tag, ohne zu Murren oder zu Knurren. Wenn es nicht mehr ging, wurde die Medikamentendosis erhöht. Am Ende hat ihr Körper die ganze Chemie nicht mehr ausgehalten; Herz und Nieren waren geschädigt.

Das sind die Therapieerfolge, die die Psychiatrie vorzuweisen hat!!!

Tatsache ist, dass Psychiater so wenig im Kontakt mit ihren Patienten sind, dass sie die Negativentwicklung und negativen Auswirkungen von medikamentöser Therapie nicht wahrnehmen. Aber die Angehörigen von Psychiatriepatienten nehmen sie wahr!

Behauptet wird ja auch, dass Antidepressiva die Persönlichkeit nicht verändern. Wieso sollen sie die Leute dann nehmen? Antidepressiva verändern die Persönlichkeit und wie!!

Die Psychiatrie vera... die Leute und das Ganze hat einen Hintergrund: Die Psychopharmaka-Lobby. Psychopharmaka sind einer d e r Absatzmärkte in den Industienationen, und die Pharmariesen tun, was sie können, um die medikamentöse Therapie weiter als Standard-Therapiemaßnahme zu halten.

Es geht um Schweine-viel-Geld!!!! Es soll mir keiner sagen, dass das keinen Einfluß auf die Medizin haben würde! Miese Studien zu Psychopharmaka werden in der Schublade verschwinden gelassen. Das hab' ich mal in einer ganz renomierten Fachzeitschrift gelesen.

Und die Öffentlichkeit ahnt nichts, weiß es nicht, und sagt nichts und tut nichts deshalb.

Ich warte die ganze Zeit immer, dass sich hier mal ein Psychiater zu äußert? Aber nee... Es will keiner?!

Ich frage mich, woher das Desinteresse rührt? Scham der Berufsgruppe oder die übliche Ignorranz der Branche?

Kuscheltier
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MarionMaus
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Beitrag von MarionMaus »

@ Kuscheltier

ich kann alles nur unterstreichen was du schreibst. Aber ich glaube nicht, dass es nur an der Pharmaindustrie liegt.

Du hast geschrieben, dass dein Motto provokativ ist, aber ich glaube, es ist nicht nur provokativ, sondern hat auch einen Wahrheitsgehalt. Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Psychiater ziemlich gestört sind und ihre eigene Geschichte nicht aufarbeiten und das, was sie selbst erlebt haben an den Patienten abwehren und abreagieren, sonst hätten sie das Wissen, was einem Menschen hilft und würden nicht tun, was sie tun. Und daher ist es auch völlig sinnlos, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Ich werde nur, wenn ich Aussicht auf Erfolg habe, diese Verbrecher verklagen wegen Körperverletzung und Schadensersatz und Schmerzensgeld fordern, ansonsten will ich mit denen nichts zu tun haben.

Liebe Grüße

Marion

Kuscheltier
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Beitrag von Kuscheltier »

@MarionMaus:

Ja, es liegt sicher nicht nur an der Pharmaindustrie.

Es ist ein Gemisch aus allem. Bei den Psychiatern gibt's solche und solche Menschen. Klar ist aber, dass es ein Bereich ist, wo Ärzte über Patienten viel Macht haben. Das zieht eben auch eine Menge gestörter und machtgeiler Individuen an, die sich sehr gerne in der Psychiatrie breit machen, weil sie dort auf ein Gegenüber treffen, das regelmäßig schwächer und wenig selbstbewusst ist.

Dann gibt's noch Idealisten dort und vieles dazwischen sicher auch. Es werden nicht wenige sein, die mit dem Beruf Psychiater eine Eigentherapie, die notwendig wäre, ersetzen wollen.

Die Idealisten wären die, die meine Hoffnung wären, aber die werden oft von den anderen dort Tätigen rausgemobbt. Ich hab' ein paar Therapeuten quasi vor die Hunde gehen sehen, weil sie von ihrem Team irgendwann fertig gemacht wurden. Wer nicht die Linie durchhält und zum Team steht, egal, wieviel Mist es baut, kann sich selber bald professionelle Hilfe suchen.

Da kommen dann Sprüche wie " Therapeut X ist schön blöd, wenn er sich für Patientin A so und so einsetzt!".

So werden Kollegen dann mit miesem Gedankengut infiltiert, alles unter dem Deckmäntelchen, man wolle jüngere Kollegen schützen. Dabei wollen diese feinen Berater nur ihre eigene Faulheit vertuschen und kaschieren.

Ich kenn' supertolle Leute aus dem Psy-Sektor, hochkompetent, menschlich, engagiert, einfach ganz tolle Menschen, Ärzte, Psychiater und Therapeuten.

Aber wenn man dann sieht, wieviele ich kennenlernen musste um die zu treffen, dann muss ich sagen: Solche Therapeuten sind eine verschwindend geringe Minderheit in der Gesamtbrachne.

Und gefunden hab' ich die alle außerhalb des Systems. Von all diesen Therapeuten, die ich eben gelobt habe, hat jeder auf freiwilliger Basis mit mir Therapie gemacht und ohne Erbringung von irgendwelchen Leistungen. Auch Anti-Suizid-und-SV-Absprachen musste ich nie eingehen. Alles, was man mir dort zur Verfügung gestellt hat, war Hilfe, völlig frei von Forderungen, unbürokratisch, und nach meinen Wünschen und Bedürfnissen zusammengestellt.

Im System gibt's das nicht. Da lassen die meisten Therapeuten die Leue lieber verrecken, als mal nachzugeben.

Ja, alles Gute dann!

Kuscheltier

PS Ich habe ja öfter im Job mit Psychiatern zu tun. Die wissen dann nichts von mir, kennen mich nur aufgrund meiner Position. Man glaubt gar nicht, wie die dann manchmal kleinlaut sind. Offensichtlich sind sie nur da große Maulhelden, wo sie denken, dass ihnen jemand vor der Nase sitzt, der leicht fertig zu machen ist und leicht zu lenken ist.

Ein Großteil der Psychiater ist höchst selbstunsicher und schafft es nur mit der Macht, die er innerhalb der Klinik und dem Sprechzimmer hat, halbwegs klar zu kommen.

Ich kenne viele, die anders sind. Aber irgendwie stimmt an dem Begriff "Irrenarzt" schon was. Viele Irrenärzte sind irre, da hab' ich wirklich keinen Zweifel dran.

Lustig ist, dass sie nicht mal einen Hochstapler in den eigenen Reihen erkennen. Da gab's doch mal einen Postboten (?), der sich wer weiß wie lange als Oberarzt in der Psychiatrie beschäftigen ließ? Wundert mich überhaupt nicht. Psychiater sind leicht zu beeindrucken, wenn man ihnen die richtigen Leute vorsetzt.
Psychotisch ist der, der Psychosen sieht (und diagnsotiziert), wo keine sind!

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