Psychische Probleme bei Lebensgefährtin, weiß nicht weiter

Moderator: DMF-Team

Nebelung
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Beitrag von Nebelung »

hm...das bringt mich gerade auf einen gedanken...wäre nicht genau das mal ein gutes thema für einen eigenen Threat?
Also, die Vorurteile, wie man damit umgehen kann, welche ratschläge geholfen haben, was gestört hat. Was die eigenen Erfahrungen sind etc.

Vom Ursprungsthreat haben wir uns ja inzwischen sehr weit entfernt.

MarionMaus
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Beitrag von MarionMaus »

@ Kuscheltier

ich kann dir in allem nur beipflichten, was du über die Psychiatrie schreibst.

Zu mir, da hast du etwas falsch verstanden. Ich bin nicht aufgrund einer Traumatisierung psychotisch geworden und deshalb in die Psychiatrie gekommen. Es war noch um einiges schlimmer, was mir passiert ist. Ich will nicht alles im detail schreiben, weil ich noch nicht weiß, welche rechtliche Schritte ich noch unternehmen werde. Irgendwann werde ich auf jeden Fall meinen Fall öffentlich machen. Ich bin von meinem Ex unter anderem unter KO-Tropfen gesetzt worden. In dem Betäubten Zustand hat er mich misshandelt. Am nächsten Tag fuhr ich ins Krankenhaus, um mein Blut auf Drogen untersuchen zu lassen. Er hat mir da aber wieder etwas verabreicht. Ich konnte kaum QAuto fahren, war völlig orientierungslos und fast wie narkotisiert, bin mit Müh und Not ins Krankenhaus gekommen, verlangte die Blutuntersuchung. da ich völlig verwirrt war und kaum sprechen konnte aufgrund der Drogen haben sie statt mein Blut zu untersuchen, mich für 6 Wochen in die geschlossene Psychiatrie einweisen lassen wegen Fremd- und Eigengefährdung, weil ich ja in diesem Zustand Auto gefahren bin. Die vielen blauen Flecken einschließlich eindeutigem Handabdruck interessierte keinen, es hieß paranoide Schizophrenie, weil ich mich ja angeblich von meinem Ex verfolgt fühlte.

Auf meinen Widerspruch kam ich nach 2 Wochen wieder raus, aber nur weil ich massiv gekämpft habe. Wenn ich die Medikamente nicht nehmen wollte, die ich ja auch nicht brauchte, hieß es, wenn ich sie nicht nehme, komme ich gar nicht mehr raus. Ich war 2 Wochen lang völlig machtlos ausgeliefert diesen Idioten. Meine Therapeutin sagt, es ist ein Verbrechen, was da mit mir gemacht wurde. Und die Folge ist, dass mein Ex, der mich fast umgebracht hat, weiterhin frei herumläuft, weil der dämliche Arzt, der mich einweisen ließ, die Beweisführung verhindert hat.

Die wissen heute ganz genau, was sie für einen Mist gebaut haben, aber reden sich raus, einer schiebt es auf den anderen, und ihre Diagnose widerrufen sie natürlich nicht, weil sie sonst Schadenersatz und Schmerzensgeldklage fürchten. Der Arzt, der mich aufgenommen hat sagt, er hätte sich auf die Diagnose des Kollegen verlassen müssen, außerdem sei er jetzt in einer anderen Abteilung, daher nicht mehr zuständig und könne mir nicht weiterhelfen, ich solle mich an den Oberarzt wenden. Der hat mich aber gar nie gesehen, und da heißt es, es stehe mir frei, ein anderes Gutachten einzuholen. bei ihnen bleibt die Diagnose stehen.

Ich war jetzt bei einer anderen Psychiaterin, die erklärte, ich sei nicht psychotisch, aber sie ließe sich nicht vor den Karren spannen im Kampf gegen die Psychiatrie und wolle daher kein Gutachten schreiben, ich solle zum Anwalt gehen und da würde dann sowieso ein Gutachten eingefordert. Aber sie würde mir raten, den Kampf nicht aufzunehmen und nach vorne zu schauen, das seien nur nebenkriegsschauplättze

Alle sind sie nur feige und keiner will gegen den anderen etwas machen.

Da ich wirklich sehr schwer traumatisiert bin (habe hier nur einen kleinen Teil geschildert, von dem was der Verbrecher alles getan hat) fehlt es mir auch noch an Kraft, gegen diese ganzen Idioten vorzugehen, und ich weiß auch noch nicht, ob ich es tun werde, aber öffentlich machen werde ich es auf jeden Fall auf irgendeine Art irgendwann.

Ich habe auch von anderen Fällen gehört, wo Leute zu Unrecht in die Psychiatrie eingewiesen wurden, und ich muss es auch wie meine Therapeutin ausdrücken, das ist ein Verbrechen. Und ich möchte nicht wissen, wieviel Menschen zu Unrecht in der Psychiatrie sind, die nicht so kämpfen können wie ich und einfach aufgeben.

@ nebelung

Ich denke auch, dass das Thema Psychiatrie in einen eigenen Threat gehört, denn was wir hier schreiben hat mit dem eigentlichen Thema wirklich nichts mehr zu tun. Mach doch einen auf;-)

MarionMaus
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Beitrag von MarionMaus »

@ Kuscheltier

Ich möchte doch noch zu dem, was du geschrieben hast etwas erwidern.

Du hast geschrieben: "Medizin ist kompliziert, der menschliche Körper auch. Es gibt angeborene Defekt und tausend Möglichkeiten, was eine Psychose theoretisch verursachen kann. Es gab schon Forschungen, die eine Viruskrankheit des Gerhins als Ursache für eine Psychose feststellten. Dann gibt's die Drogen-Psychose, da werden Menschen psychotisch, die wirklich nie traumatisiert wurden.

Daher denke ich, ja, Psychose kann eine Traumafolge sein, aber nicht alle Psychosen sind traumabedingt. Wie gesagt, wenn es dafür wissenschaftliche Belege geben sollte, dann glaub' ich das auch bezüglich aller Psychosen. Aber bis dahin behalte ich mir Restzweifel vor. "

Ich bleibe dabei, dass alle Psychosen Folgen von traumatischen Geschehen sind. Sicher ist der menschliche Körper kompliziert, aber dennoch wirken bestimmte Geschehnisse ähnlich auf den Menschen. Keiner, der traumatisiert wird, steckt das einfach weg und lebt ein glückliches Leben. Da bedarf es zum Teil jahrelanger Therapiearbeit. Und wenn diese nicht geleistet wird, kann es bei schweren Traumatisierungen eben zu Psychosen kommen.

Es wird z.B. teilweise behauptet, dass Stoffwechselstörungen Psychosen auslösen, ich denke eben, dass das umgekehrt ist, dass aufgrund der Psychose auch der Stoffwechsel durcheinander kommt und da man allgemein anfälliger ist, wenn man solche Dinge erlebt hat, kann ich mir vorstellen, dass dann auch Viruserkrankungen im Gehirn entstehen, wie du geschrieben hast.

Was die Drogenpsychose anbelangt. Auch da glaube ich, dass zwar die Drogen eine Psychose auslösen können, aber nicht die Ursache sind. Ein Mensch, der rundum zufrieden ist, nie traumatisiert wurde, nimmt erst gar keine Drogen. Ich behaupte, wenn er es trotzdem im Eigenversuch machen würde, dass dann keine Psychose durch die Drogen entstehen würde. Er hat dann verschiedene Wirkungen durch die Droge, aber wenn der Stoff aus dem Körper ist, ist alles wieder wie vorher.

Das Problem mit der Wissenschaft ist, dass es schwer ist, Beweise zu führen, was die menschliche Psyche anbelangt. Aber ich finde es einfach auch unlogisch, dass Psychosen teilweise Traumafolgen sein sollen und teilweise auch wieder nicht.

Nebelung
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Beitrag von Nebelung »

Das ist in keinster Weise unlogisch. Im Grunde ist es vermutlich genauer die Psychose als Symptom zu betrachten. Und für ein Symptom gibt es oft viele mögliche Ursachen. Depressionen können ja auch sowohl durch arbeitslosigkeit als auch durch überarbeitung entstehen, können aber auch wieder eine biologische Ursache haben, auf Grund nicht bearbeiteter Traumata entstehen und...und...und. Genauso mit vielem anderen mit dem sich unser Körper und unsere Seele melden. Warum sollte das bei der Psychose anders sein. Zu sagen jeder sei traumatisiert worden, der eine entwickelt ist genauso falsch und auch gefährlich wie zu sagen, dass es immer an einer Stoffwechselstörung liegt. Es gibt schon genug Menschen, denen in einer Therapie ein Trauma eingeredet wurde, dass sie nie erlebt haben. Genauso wie es genug Menschen gibt, die ihr Trauma nicht bewältigen konnten, weil sie immer nur auf eine körperliche Ursache behandelt wurden.
Medizin ist manchmal kompliziert, besonders in der Psychiatrie, nicht selten bestimmt die Wahl des Arztes die Diagnose die man bekommt. Ärzte sind Menschen, und Menschen machen Fehler.

MarionMaus
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Beitrag von MarionMaus »

@ Nebelung

Für manchen mag die Wahrheit vielleicht gefährlich oder falsch klingen. Dennoch ist es eben nun mal so, dass psychische Krankheiten auch psychische Ursachen haben. Das gilt natürlich genauso für Depressionen. Keine Depression entsteht durch Arbeitslosigkeit oder Überarbeitung. das mag ein Auslöser sein, aber die Ursache liegt tiefer. Sonst müssten ja alle Arbeitslosen Depressionen haben.

Ich will jetzt nicht mit Zitaten um mich werfen von wirklich kompetenten Leuten, die dieses Wissen haben, dann kommen gegenteilige Zitate. Ich möchte auch darüber nicht weiter diskutieren. Für mich ist das Fakt und nicht ernsthaft zu widerlegen.

Marion

Kuscheltier
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Beitrag von Kuscheltier »

@Marionmaus:

Für Dich mag es Fakt sein, dh es ist Deine persönliche Auffassung. Aber mehr ist es dann auch mal noch nicht.

Man kann nicht Dinge ins Blaue hinein behaupten. Das ist gefährlich und Du machst - ehrlich gesagt - dann das Gleiche wie die, die in der Psychiatrie auch Schubladen pflegen.

Es gibt leider Menschen, die psychotisch werden, weil ihr Gehirn Defekte hat oder erworben hat und bei anderen kann es vermutlich traumabedingt sein.

Und so ist es mit fast allem: Zu fordern wäre halt immer, die Ursachen genau zu ergründen und dann auch die Therapie danach auszurichten. Das passiert oft nicht, gerade weil es sich die Behandler dann - so wie Du auch - nur ein Modell der Verursachung im Kopf haben und für alles andere blind sind.

Das wird der Sache nicht gerecht und auch den Patienten nicht. Es richtet Schaden an und Du selbst hast sie genannt und wurdest selbst Opfer solcher Pauschalurteile/-diagnosen. Das solltest Du Dir vielleicht klar machen und nicht den gleichen Fehler machen wie Deine Behandler dort.

Dass es diese Fälle immer noch gibt und leider noch lange geben wird, tut mir in der Seele weh, es ist mir bekannt und schmerzlich bewusst. Leider wird das Problem in der Öffentlichkeit und in der Justiz noch nicht mit dem nötigen Interesse behandelt. Es liegt an der Komplexität der Materie und der Berührungsängste der Allgemeinheit mit psychiatrischen Diagnosen und den Betroffenen.

Was in Deinem Fall passiert ist, ist klar rechtswidrig gewesen. Es wurde unzulässigerweise in Deine Grundrechte eingegriffen, zudem ist das Verhalten der Ärzte (so wie es hier beschrieben wurde) strafbar, wobei man immer die Einzelumstände nochmal genau betrachten müsste.

Die Ärzte könnten auch aufgrund einer Irrtumsregelung des Strafrechts straffrei sein. Es kommt auf viele Einzelheiten an. Fahrlässige Strafbarkeit käme evtl. dann in Betracht. Strafrechtlich ist alles weitaus komplexer, als es Dir vorkommt.

Zu der Frage, wie man mit diesen Traumatisierungen umgeht?

Kannst gerne Dein Glück auf dem Rechtsweg versuchen, aber ob es ratsam ist? Die Situation von damals ist vorbei. Deine Beweissituation ist eine Katastrophe. Dazu kommt der Ehrenkodex unter den Psychiatern.

Es ist Deine Entscheidung, ob Du das in Angriff nehmen möchtest.

Letztlich ist aber auf Deine Frage eine Antwort möglich:

Es ist und war eine Traumatisierung und letztlich bist Du hier zum Opfer geworden, diese Ärzte sind aus Deiner Sicht (strafrechtlich ist es unklar, ob sie zu bestrafen wären) Täter. Man muss damit letzlich umgehen wie mit jeder anderen Traumatisierung auch, dh Du kannst Dich in diesem Kampf mit denen bis zum letzten Tag Deines Lebens rumschlagen und noch mehr verlieren. Was vielleicht anderen helfen wird, die in Deine Lage kommen. Und Dir selber hilft es vielleicht auch, aber vielleicht auch nicht, was ich eher erwarte.

Oder Du kannst versuchen, diese Erfahrungen zu überwinden und in Zukunft glücklich zu leben.

Was ich an Deiner Stelle machen würde, wäre zunächst mal juristische Beratung in Anspruch zu nehmen, auch Patientengeschädigtenstellen (aber unabhängige) zu konsultieren.

Dann kannst Du besser entscheiden, was und wohin die Reise gehen soll.

Leider, leider ist die Psychiatrie nicht so toll, wie die, die dort arbeiten, denken, das liegt auch daran, dass sie von den Rechtsgrundlagen oft keinen blassen Dunst haben, oft viel zu weit in die Rechte der Patienten eingreifen und Menschen damit massiv traumatisieren.

Letztlich muss man sagen, dass ein Arzt, der die Rechtsgrundlagen für Unterbringung, Zwangseinweisung nicht beachtet, sich grundsätzlich strafbar macht und es vom Staat eine Grundrechtsverletzung ist. Dh der Arzt, der sowas macht, ist genauso mies, wie z.B. jemand der in einem kommunistischen Umerziehungslager Menschen mit Psychodrogen vollpumpt. Ob der das gut meint oder nur seine Macht ausnutzt, ist letztlich egal. Er darf es nicht und damit Basta!

Ich wünsche mir für alle Betroffenen, dass sich die Psychiater und Pflegekräfte dort endlich wirklich ihrer Verantwortung bewusst werden, dass die Psychiatrie human wird und sich in den Dienst der Menschen stellt, anstatt sich aufzuspielen und zu bevormunden, bis Menschen völlig abhängig von ihr, von den Medikamenten dort und von Kliniken sind, so dass sie nicht mehr selbständig leben können.

Die Psychiatrie ist für viele Menschen schon zum Fangnetz, anstatt zum Hilfsnetz geworden. Manchmal fühle ich mich ins Mittelalter zurückversetzt und frage mich, wo bleibt unser Staat als Wächter der Grundrechte. Aber der Staat wird verwaltet von Juristen und die haben nicht das nötige Wissen und das wird von vielen Psychiatern ausgenutzt.

Pfui Teufel! Solche Ärzte braucht kein Land!

Ein großes Lob aber an die, die sichals Arzt oder Pflegekraft in der Psychiatrie halten und human handeln und denken. Das sind die Leute der Zukunft und ein Segen für die Patienten.

Im Bereich Psychotherapie gibt's diese Probleme in Ansätzen aber auch; das darf man auch nicht unterschätzen.

Ich weiß nicht, ob diese Fragestellungen bisher von den verschiedenen Menschenrechtsorganisationen berücksichtigt werden. Jedenfalls muss ich feststellen, dass man nicht unbedingt bis nach Südamerika, Afrika oder sonstige Kontinente gehen muss, auch hier im eigenen Land sind die Grundrechte Bedrohungen ausgesetzt. Da wünsche ich mir mehr kristische Beobachter und Stimmen. Ganz besonders aber endlich kristische Stimmen in der Psychiatrie selbst.

Wenn die Psychiatrie heute einen schlechten Ruf hat, dann ist sie selber schuld daran, weil sie nur ganz wenig zur Selbstkritik fähig ist. Macht gepaart mit einer solchen Haltung ist immer eine Gefahr.
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Kuscheltier
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Beitrag von Kuscheltier »

@ MarionMaus:

Ich wollte noch was sagen:

Ich weiß, was Du erlebt hast, wie es war und wie es sich auswirkt. Ich verstehe Deine Probleme und es ist einfach schrecklich. Noch dazu musst Du jetzt - wenn Du Dich nicht wehrst - mit dieser Diagnose rumschlagen. Der Ex läuft auch noch frei rum.

Da geht's somit dann auch um Rehabilitation, um die Wiederherstellung Deines "guten Rufes", um den strafrechtlichen Anspruch.

Dein Fall spielt in zwei Bereiche rein, den der Therapeuten, der Frage, wie damit weiterleben, und in den der Juristen, wo die sich die Frage stellt, was nun zu tun ist.

Daher unbedingt: Sowohl Therapie und auch juristische Beratung hinzuziehen. Nur so kannst Du eine vernünftige Entscheidung treffen.

Was das damit fertig werden angeht:

Je mehr Du daran denkst, desto schlechter wird es Dir gehen. Hatte auch das Pech in der Psy-Szene (nicht Psychiatrie, aber Psychotherapie) verheizt zu werden. Der Spaß hat mich meine Familie, meine Freunde, meine besten Jahre des Lebens, meine psychische Gesundheit, meine Karriere und meinen Lebensstandard gekostet, insgesamt hat man mir zehn Jahre meines Lebens gestohlen. Als junges nettes Ding, ging ich in Therapie nach einer Straftat an mir und geendet habe ich als mittelalterliche Frau und psychisches Wrack infolge von Fehlbehandlungen.

Wie damit leben können, habe ich meinen neuen Therapeuten gefragt.

Seine Antwort:

Sie entscheiden, ob's Ihnen gut geht oder nicht. Wenn Sie sich ständig mit dem beschäftigen, was mies war, werden Sie sich so mies fühlen. Wenn Sie diese Dinge auf die Seite schieben, dann werden die damit verbundenen schlechten Gefühle ebenfalls weit weniger da sein.

NICHT DRAN DENKEN UND ABLENKEN ist das Gebot der Stunde, solange bis Du genug Stabilität hast. Wenn die da ist, dann kannst Du später selbst entscheiden, ob Du die Vergangenheit noch aufarbeiten muss und willst. Wenn ja, muss auch da ganz normal Traumaarbeit und Traumaintegration/Neuorientierung passieren.

Aber letztlich: Es ist passiert und nichts, absolut nichts wird es rückgängig machen.

Aber es gibt ein "Danach": Und es liegt echt bei Dir, wie das aussehen wird und wie Du es gestalten willst.

Die Frage ist, ob Du dieses "neue Leben danach" leben willst, ob Du es annehmen willst? Das ist die erste Frage und die entscheidende.

Wenn Du mit Deiner Therapeutin in diesen Fragen nicht weiterkommst, dann musst Du Dir jemand suchen, der auf alle diese Fragen antworten kann. Mein Therapeut konnte das und deshalb geht's mir heute gut. Ich hätte reintheoretisch x Prozesse führen können, und ich hätte sie - trotz dessen, dass ich im Recht gewesen wäre - verloren, weil man fast nichts nachweisen kann. Ich hab' mich damals mit meinen neuen Therapeuten besprochen und haben die Kunstfehler der Kollegen durch die Bank bestätigt, aber haben auch gemeint, dass ich - wenn ich da den Rechtsweg nehme - haushoch verliere und dann wahrscheinlich endgültig drauf gehe.

Auch mein Täter läuft frei rum und ist nicht weniger gefährlich als damals. Ich seh' ihn mindestens zwei, dreimal in der Woche vor meiner Wohnung.

Obwohl ich auf diese Gerechtigkeit verzichten musste, geht's mir heute gut. Aber ich gebe zu, der Weg dahin war nicht leicht und wenn ich könnte, wie ich wollte und es keine Gesetze gäbe, dann wären meine Ex-Therapeuten z.T. (und mein Täter) fällig. Was da an Gehirnwäsche durch narz. gestörte Therapeuten lief, dass ist unbeschreiblich. Die arbeiten heute alle noch und machen weiterhin Patienten kaputt. Gefällt mir auch nicht, aber ich weiß, dass ich eben auch an die Grenzen meiner Ohnmacht stoße. Und das kann ich hinnehmen. Heute kucke ich darauf, dass es mir gut geht und damit hab' ich genug zu tun.
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Kuscheltier
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Beitrag von Kuscheltier »

@ MarionMaus:

Kleine Korrektur:

Ich hab' mich verrechnet, es waren weit mehr als zehn Jahre. Die fünf Jahre Therapie beiim neuen Therapeuten, der dann diese Psychoterror-Therapieerfahrungen (als neue Traumatisierungen) behandelt hat, hab' ich vergessen, dazuzuzählen.

Das macht insgesamt dann 15 Jahre, die man mir gestohlen hat, zehn Jahre davon haben mich Therapeuten so falsch und mies behandelt, dass man sagen muss, es war psychische Folter.

Als ich zu meinem neuen Therapeuten kam, war dann alles kaputt, ich inklusive und für Kinderkriegen, war das Zeitfenster dann eigentlich auch zu.

Du siehst, Du bist nicht allein, und so schlimm diese ganze Sache auch ist für Dich und generell. Sei froh, dass Du nur zwei Wochen da warst. So blöd und gefühllos sich das anhören mag: Es war noch Glück im Unglück, dass sich der wahre Sachverhalt rausgestellt hat.

Daran solltest Du Dich vielleicht ein bisschen hochziehen. Ich mach' das immer so und denke, zum Glück hab' ich noch diesen neuen Therapeuten gefunden, der mir noch ermöglicht hat, dass ich nicht mein ganzes Leben in Qualen und als Wrack zubringen muss.

Auf alle Deine Fragen gibt's Antworten und kannst sicher sein, dass nur wenige Therapeuten sie kennen. Deshalb gehen soviele Therapien schief und deshalb bringen sich so viele um. Und reine Psychiater kennen so wohl überhaupt nicht?!
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MarionMaus
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Beitrag von MarionMaus »

@ Kuscheltier

Vielen Dank für deine langen Ausführungen.

Da ist dir ja auch ganz schön viel Mieses widerfahren. Ehrlich gesagt tröstet es mich nicht sehr, dass ich nicht allein bin, sondern es macht mich zusätzlich wütend auf die Idioten, die dir das angetan haben. Du hast recht, ich fühlte mich auch ins Mittelalter zurück versetzt. Als der Psychiater zu mir sagte "Sie haben eine Psychose", dachte ich, ich bin im falschen Film, und ich habe genau das gedacht, was du in deinem Motto geschrieben hast. daher hatte ich nachgefragt, wie du darauf kommst.

Du sagst, ich hatte Glück, dass ich nur 2 Wochen drin war. iIch habe dermaßen gekämpft, und ich möchte nicht wissen, wieviel es nicht schaffen. Ich habe auch heute noch nach einem Jahr zu kämpfen gegen diese Diagnose. Da wurde vom Arbeitsamt z.B. ein ärztliches Gutachten eingefordert, da hieß es, aufgrund der vorliegenden Unterlagen läge eine schwere psychische Krankheit vor. Ich sei krankheitsuneinsichtig und würde die notwendigen Medikamente nicht nehmen. Dann ging ich zum nächsten Psychiater, der sagte, er wolle doch die Diagnose aus der Psychiatrie beibehalten und denke, dass ich psychotisch sei. Ich fragte ihn, ob ich einen verwirrten Eindruck mache. Er meinte, das nicht, aber es klinge so unwahrscheinlich. Ich sagte, wenn ein Psychopath irre Dinge macht und ich davon berichte, werde ich für verrückt erklärt? Er sagte, er wäre nicht dabei gewesen und könne es nicht beurteilen und solange ich ihm keine Beweise liefere, gehe er von einer Psychose aus. Die Beweise aber haben seine tollen Kollegen verhindert.

Aber ich gebe nicht auf, ich will diese Diagnose nicht stehen lassen und ich werde es nicht weiter hinnehmen. Was ich konkret noch unternehmen werde oder ob überhaupt, das weiß ich noch nicht. ich bin in einer psychologischen Beratungsstelle. Die Frau glaubte mir vom ersten Moment an zu 100 %. Sie empfiehl mir eine psychiatrische Praxis (wohlgemerkt, ich wollte nur ein Gegengutachten, zur Behandlung gehe ich garantiert zu keinem Psychiater). Die Ärztin dort sagte, ich hätte keine Psychose, aber sie würde kein Gutachten schreiben, weil sie sich nicht vor den Karren spannen lassen wolle im Kampf gegen die Psychiatrie. Das Gutachten solle mein Therapeut schreiben, der auch Arzt ist. Bei ihm war ich aber erst einmal, mal sehen, was da raus kommt, er scheint gut zu sein. Er hat mir auch sofort geglaubt. Ich fragte ihn, warum er mir glaubt. Er sagte, weil er ähnlich gelagerte Fälle kenne. Also ich habe im Moment eine IFS-Therapeutin, mit der ich telefonischen Kontakt habe, bin in der Beratungsstelle und nun diesen neuen Traumatherapeut. Wenn ich bei ihm bleibe, werden die anderen 2 weg fallen, das muss ich sehen.

Im Moment ist es bei mir schon noch so, dass mich das ständige dran denken, dass der Verbrecher frei rum läuft, was ich noch gegen ihn und die Ärzte und auch Polizei (Strafvereitelung?) unternehmen kann, am Leben hindert. Der Therapeut deutete schon an, dass ich das aufgeben muss. Ich fragte ihn, wie ich damit klar kommen soll. Er meinte, deshalb sei ich ja bei ihm. Er wurde von vielen Leuten empfohlen in der Beratungsstelle, und so hoffe ich, dass er wirklich auch gut ist.

Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass ich es ganz auf sich beruhen lassen werde. Das war so extrem alles, dass ich denke, dass ich es irgendwann zumindest öffentlich mache. Und wenn ich eine Chance sehe, gegen die Ärzte vorzugehen, werde ich es auch tun, aber nur wenn es Aussicht auf Erfolg hat, zermürben will ich mich damit nicht. Zumindest kriegen sie alle gehörig die Meinung noch gesagt, das habe ich auch schon, aber noch nicht genug. Ich will jetzt einfach abwarten, ob vielleicht der Therapeut, der ja ein anerkannter Arzt ist, mir auch entsprechend etwas bescheinigt. Die Bestätigung habe ich von meiner Therapeutin schon, aber da sie im Ausland ist, wird das nicht genügend ernst genommen.

Liegt es an deinem Therapeuten persönlich, dass er dir so helfen konnte oder ist das auch eine bestimmte Therapieform? Das würde mich interessieren.

Willst du deinen Fall nicht öffentlich machen? Ein Buch darüber schreiben zum Beispiel? Ich habe das auf jeden Fall vor, zum einen um die Öffentlichkeit auf die Misstände aufmerksam zu machen, zum anderen denke ich, dass ich es dadurch besser verarbeite und auch um anderen Betroffenen vielleicht weiterzuhelfen, aber dazu muss ich erst mal mir selber richtig helfen. Aber momentan bin ich zuversichtlich. ich denke auch, dass ich schon sehr viel geschafft habe, aber es gibt noch einiges zu tun.

Kuscheltier
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Beitrag von Kuscheltier »

@ MarionMaus:

Ich kann Dich nur zu gut verstehen. Was in Deinem Fall halt das Problem ist, ist diese Psychose-/Schizophrenie-Diagnose, die man Dir aufgedrückt hat, die Du aber nicht hast. Und ich lese ja, was für Folgen die hat.

Das ist bei mir halt anders. Ich hab' auch Diagnosen gekriegt, die im psychiatrischen Bereich quasi Formalbeleidigungen darstellen. Aber sie sind - obwohl auch unzutreffend, wenn man es in der Rückschau sieht - nicht so, dass man von Amts wegen über mich bestimmen will oder dies versucht.

Ich rate Dir auf alle Fälle zu guter juristischer Beratung, am besten bei einem Anwalt, der sich mit Betreuungsrech, Unterbringungsrecht etca.. auskennt (Recherche im Internet, bei den RA-Kammern). Du kannst im Prinzip strafrechtlich vorgehen, zivilrechtlich und über's öffentliche Recht. Aber bei allem wird das Problem sein: Du hast keine objektiven Beweisführungsmöglichkeiten darüber, wie Dein Zustand damals bei der Zwangseinweisung war. Und deshalb wirst Du mit großer Wahrscheinlichkeit große Probleme haben, was zu erreichen. Allerdings haben Deine damals behandelnden Ärzte große Angst vor rechtlichen Konsequenzen. Evtl. kann man außergerichtlich was erreichen, vielleicht im Wege der Mediation, damit man vielleicht wenigstens die Diagnose aus der Welt schaffen kann. Vielleicht kriegt man einen Deal hin. Ich lasse mal meine Phantasie spielen: Neues Gutachten von denen, wo drin steht, keine Psychose, auch damals nicht, sondern Umstände waren damals unklar, daher nur Verdachtsdiagnose, die sich im nachhinein nicht bestätigt hat, dagegen Verzicht auf weitere juristische Schritte, plus vielleicht Schmerzensgeld (? sehr unwahrscheinlich, die Ärzte haben ein recht gute Position). Egal, welche Verfahren Du anstreben würdest, bei jedem würde es zu neuen Gutachten kommen.

Alles in allem: Riskant und kostspielig.

Wie gesagt, Du brauchst sehr fähige und kompetente Juristen, damit Du auch nur eine gute Entscheidung treffen kannst.

Mit dem öffentlich machen, ist es immer so eine Sache: Man kann nicht einfach was behaupten, sondern muss es auch beweisen können. Anonym bleiben und ein Buch schreiben geht, wenn es geht. Mir haben viele gesagt, ich soll das öffentlich machen, meine ganze Geschichte, ein Buch schreiben. Ja, ich hab's nicht gemacht. Ich würde das gar nicht überstehen, so ein Buch zu schreiben, alles würde aufreißen und ich würde nur wieder an der Schwelle zum Tod landen. Warum nicht lieber leben und sich noch dazu nicht der öffentlichen Meinung aussetzen? Würde mir jemand glauben? Im Recht sein und Recht kriegen ist ein himmelweiter Unterschied, sowohl vor Gerichten als auch vor den Menschen.

Ändern würde es auch nichts mehr, ich würde davon nicht wieder jünger werden. Leider haben wir keine Zeitmaschine, ich wäre die Erste, die drin sitzen würde und ich würde dafür morden, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte.

Die, die mir das angetan haben, interessiert das nicht, die machen dicht. Die Chance, das ich denen jemals die Meinung sagen konnte, hatte ich nie. Türen werden nicht geöffnet, in betreffender Klinik hab' ich Hausverbot, Therapeuten und Ärzte sind in andere Kliniken, in alle Winde verstreut, wo ich anrufe, knallen Verantwortliche den Hörer auf, E-Mails kommen mit dem Vermerk "Nicht gelesen" zurück.

Ich weiß heute, was ich von der Psy-Branche zu halten habe und das komplett gesunde und normale Menschen als "Verrückte" diagnostiziert, zwangsbehandelt und stigmatisiert werden, ist überhaupt kein seltener Fall. Und mir ist sowas ähnliches halt leider auch passiert.

Ich hab' aber nicht mehr viel Zeit zum Leben übrig, wo es mir körperlich gut gehen wird, wo ich noch Dinge tun kann, ich nutze die Zeit für mich und nicht gegen einen sinnlosen Kampf gegen diese Psy-Maschinerie. Andere werden leiden müssen, weil ich nicht mehr kämpfe, aber ich hab' auch ein Recht auf mein eigenes Leben und muss diesen Fight nicht machen. Ich hab' mich so entschieden, es war die Wahl zwischen Pest und Cholera, und ich hab' mich halt für den Weg entschieden.

Ich möchte ein normales Leben führen, fernab dieser Themen, ich möchte nie wieder was damit zu tun haben. Eins hab' ich mir jedoch geschworen, dass ich nie wieder mit einem Psychiater ein Wort wechseln werde. Diese Berufsgruppe hat jeden Funken Respekt von mir verspielt. Im Job hab' ich öfter mit denen zu tun, was da sein muss, muss halt. Im Übrigen sind Psychiater in meiner Berufsgruppe kaum anerkannt. Wir lachen uns über die kaputt, weil wir sehen, was die z.T. für einen Mist verzapfen. Ich hatte erst letztens über ein und dieselber Person von zwei Psychiatern jeweils ein Gutachten. Beide behaupteteten über diesen Probanden jeweils das absolute Gegenteil!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Und beide waren anerkannte Fachärzte und beide dachten, sie hätten Recht. Auf der Arbeit sitzt man dann da und denkt, das hält man doch im Kopf nicht aus und wer verdammt nochmal untersucht den bitte mal diese Gutachter?!!! Die hätten es bei Leibe oft nötiger, als die, die wir dahin schicken.

Wenn es mir kräftemäßig möglich ist, dann werde ich vielleicht eines Tages noch politisch/rechtlich in diesen Bereich hineingehen und alles dran setzen, die Patientenrechte zu stärken, die Kontrollen für Psychiatrie/Psychotherapie zu etablieren. Darauf arbeite ich jetzt hin. Ich konzentriere mich auf meinen Job und der ist in einem Bereich angesiedelt, wo sich die Herren und Damen der Psychiatrie warm anziehen dürfen, weil vor Leuten aus meiner Branche haben die Angst. Dh ich bin dabei den Spieß umzudrehen, ich hoffe, es gelingt.

Wie leicht man Ärzte in die Schranken weisen kann, hab' ich erlebt, als ich mal eine Notärztin rausgeworfen habe. Ich hab' ihr gesagt, wenn sie sich trauen sollte, irgendeine Handlung zu unternehmen, die rechtswidrig ist, dann sorg' ich dafür, dass sie ihre Approbation los wird. Da ist sie abgedampft. Das war leicht, überall in der Wohnung lagen Gesetzestexte von meinem damaligen Freund rum, der Jurist ist.

So viel interessiert dann der Patient. Ärzte sind nicht selbstlos, sondern eine der Berufsgruppen, die sich am meisten auf ihre eigenen wirtschaftlchen und persönlichen Interessen konzentriert, mit einer sehr starken Lobby, die dafür kämpft. Nach außen wird ein anderes Image gepflegt, aber das ist halt nur die Fassade.

Ich bin letztlich nur froh, dass ich jetzt jemanden habe, der das ist, was man sich unter einem Arzt und Therapeuten vorstellt, der ist zwar auch Psychiater, aber eben einer, der seinen Job ernst nimmt, als Therapeut arbeitet und nicht klassisch als Pillenroller. Er kennt die Misstände in der Psychiatrie und auch viele in der Psychiatrie kennen sie, warum sich dort nichts ändert?

Weiß ich nicht, ist unverständlich, aber aus meiner Perspektive habe ich keine großen Veränderungen in der Psychiatrie wahrnehmen können. Es liegt einfach daran, dass dort doch auch zu viele Menschen und in der Gesellschaft auch sind, die nicht für sich selbst verantwortlich handeln können. Und ich denke, dass auch für die Ärzte der Spagat zwischen Verantwortung übernehmen und Autonomie lassen, schwierig ist, und die meisten ihn nicht schaffen.

Therapierichtung?

Dass jemand wirklich Traumatherapeut ist, ist für Traumapatienten absolut entscheidend. Wenn Therapeuten nur allegemein ausgebildet sind, macht eine Therapie bei denen nur kaputt.

Meiner macht traumaadaptierte VT. Hab' vorher auch andere Traumatherapie-Richtungen gemacht, hat mir auch viel gebracht, aber nicht soviel wie Trauma-VT. Es hängt aber mit Sicherheit ganz viel an der Person.

Deshalb: Wenn Dein Bauchgefühl Dir sagt, der jetztige Traumatherapeut ist für Dich gut und der Richtige, dann bleib' da, zieh' mit. Auf die Richtung kommt es dann nicht mehr so an.

GLG

Kuscheltier


PS Ich kann's nur nochmal sagen: Letztlich, wenn man es genau betrachtet, und Überblick über die Psy-Szene hat, wie ich das habe, kann man nur sagen:

MarionMaus, Du hast noch Riesenglück. Du hast es schnell da rausgeschafft und hast jetzt einen Traumatherapeuten, der wohl was taugt.

Weißt Du, wie viele nie bei den richtigen Therapeuten landen und eine Langzeitkarriere in die Psychiatrie machen? Weißt Du, wie viele wie Du und ich von allgemein ausgebildeten Therapeuten mit ungeigneten Therapien langsam zu Tode gefoltert werden, bis sie sich umbringen, weil sie die Belastungen nicht mehr aushalten und die Therapeuten sie nur nieder machen und im Stich lassen, anstatt zu helfen?

Glaub' mir: Du hast noch Glück im Unglück!

Politsch setzt sich niemand ein, weil die "Normalos" draußen gar nicht verstehen, was in dem Bereich abgeht.


Ja, es ist so bitter, wie bescheuert, wie wahnwitzig:

Hättest Du damals die Polizei angerufen und gesagt, was Dein Ex gemacht hat, hätten die ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. So bist Du ins Krankenhaus gefahren und hast die Psychose-Diagnose verpasst bekommen, Beweise futsch und das Schwein läuft frei rum.

Du siehtst, es hängt nicht nur von einem selber ab. Es kommt, egal, welche Geschichte man erzählt, auch immer auf den Zuhörer an. Ein Staatsanwalt oder Strafrichter hätte auf das, was Du sagst, ganz anders reagiert. Was für den Psychiater unwahrscheinlich klingt, ist bei der Staatsanwaltschaft in vielen Aktenordnern Alltagsgeschäft.

Das Schlimme ist, dass Psychiater sich nichts sagen lassen, dass sie sich als die sehen, die die Irren erkennen können, sie sollten lieber lernen, das sie die sind, die sich sehr häufig irren.

Wer ist also der Irre oder sich Irrende?

Man kann letztlich nur Aufklärung betreiben und die Misstände anprangern, damit die Glaubwürdigkeit der Psychiatrie endlich entlarvt wird und jeder kleine Mann auf der Straße weiß, dass auf psychiatrische Diagnosen keinerlei Verlass besteht.
Psychotisch ist der, der Psychosen sieht (und diagnsotiziert), wo keine sind!

Nebelung
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Beitrag von Nebelung »

Liebe MarionMaus,
deine Geschichte ist unglaublich traurig. Ich bin wirklich froh, dass du nun die Hilfe bekommst die du tatsächlich benötigst.
Wenn du der Überzeugung bist diesen Kampf zu Ende kämpfen zu müssen suche dir umbedingt rechtlichen Beistand, der dich unterstützt. Einen möglichen Angriffspunkt den du hättest wäre evtl. die Notaufnahme, die die Verdachtsdiagnose gestellt hat. Denn bei geistiger Verwirrtheit sind einige Tests unteranderem Blutlabor auf Drogen und Gifte (Toxscreen), CT oder MRT zum Ausschluss von akuten Raumforderungen/infarkten/etc. im Gehirn, einige Neurologische Tests und auch nicht ungewöhnlich ist es eigentlich jemanden erstmal über Nacht da zu behalten und zu beobachten. Wenn diese Tests nicht gemacht wurden, sondern quasi als Sichtdiagnose umgehend auf "Psychose" gesprochen wurde wäre da möglicherweise eine Chance einen Ausgleich erreichen zu können. der Zweite Angriffspunkt ist der aufnehmende Psychiater, der Klinik, die dich "behandelt" hat. Wenn der einweisende Arzt kein Psychiater war sondern einer anderen Fachrichtung angehörte könnte man auf fahrlässigkeit gehen.
Du brauchst dir jedoch keinerlei Hoffnungen machen, dass die betreffenden Ärzte und Therapeuten rechtlich belangt werden. Denn so oder so haben sie sicher nicht bösartig gehandelt (das kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass so viele Menschen zusammen SO bösartig sind), sondern einen schrecklichen Fehler gemacht und bei Fehlern von Ärzten droht eben nur Strafe wenn man nicht mehr sagen kann "Naja, man kann sich ja mal irren!" Klingt salopp aber ich denke du weist was ich sagen will.
Mit dem in die Öffentlichkeit gehen...sei vorsichtig, du wärst nicht die erste, die Mängel anprangert und wegen übler Nachrede dran ist. Entweder anonymisierst du in deiner Geschichte, oder du solltest beweisen können, dass du recht hast, sonst schneidest du dir nur ins eigene Fleisch. UND versuche nicht die Ärzte dran zu kriegen (da sind deine Chancen ziemlich schlecht soweit ich das sehe) ...geh gegen die Klinik vor...die haben mehr Geld, so dass die Chance größer ist, dass du wirklich welches bekommst, und die werden dann intern nachschaun wer da was verbockt hat und unter Umständen die nötigen Konsequenzen ziehen. Außerdem hat eine Klinik mehr zu verlieren, wenn sie vor Gericht gezogen wird, so dass sie häufiger und schneller zu einem Vergleich bereit sind.


Ansonsten hoffe ich inständig, dass der Trend sich fortsetzt, den ich die letzten Jahre wärend meiner Ausbildung gesehen habe und vorallem nicht nur ein Phänomän meiner Region ist, dass sich die Pflege vermehrt einschaltet auch in die Therapie und durchaus auch Diagnosen und damit die Ärzte in Frage stellt. Und dass es immer mehr dazu gehört den Mund aufzumachen und sich einzusetzen wenn Fehler bemerkt werden.
Noch immer haben zuviele, ob Pflege, Ärzte oder Therapeuten Angst davor als "Nestbeschmutzer" zu gelten, und ihren Ruf und damit auch unter Umständen den Beruf. Ich finde wir sollten es uns leisten dürfen Nestbeschmutzer zu sein, wenn es um das Wohl von Menschen geht.

Kuscheltier
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Beitrag von Kuscheltier »

@ Nebelung:

Ja, Du gibtst ja indirekt die Erklärung dafür ab, dass und warum sich in der Psychiatrie so wenig zum Wohl der Patienten tut.

Wer was kritisiert, ist ein Nestbeschmutzer und muss mit Ausgrenzung durch die Kollegen und mit beruflichen Nachteilen rechnen.

Mehr braucht man dazu doch wohl nicht mehr zu sagen und zu wissen?! Es ist ja bezeichnend genug und "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!" ist wohl genau das, was dort den "Ehrenkodex" bestimmt?

Verstehen kann ich das alles nicht. Gerade wer im Bereich von psychischen Erkrankungen arbeitet, sollte doch um den Wert von konstruktiver Kritik, Selbstreflexion und dem Entgegenwirkenmüssen von Machtmissbrauch wissen. Aber es ist ja auch so, dass dort, wo psychologisch gearbeitet wird, am meisten gemobbt wird. Ja, da sind Leute, die genau wissen, wie es geht.

Ich hoffe, das MarionMaus Deine Infos weiterhelfen.

Und Du kannst ja vielleicht mal in Deiner Klinik mal diesen Thread hier zum Thema machen, bei Deinen Kollegen?! In Deiner Klinik wäre es sicher nicht nötig und in anderen interessiert man sich nicht für sowas, da läuft alles weiter wie gehabt.

Und ich seh' ja auch, dass hier in diesem Forum kein einzige Psychiater zu diesem Thema was schreibt oder sich äußert. Und genau das ist die Einstellung von Psychiatern, die ich kenne. Fehler ignorieren und das eigene bröckelige Ego und die Reputation um jeden Preis verteidigen, egal, wieviel Patienten drunter leiden.

Das ist alles sehr, sehr traurig und bitter...... und so unnötig!

In der Psychosomatik gibt's etliche Leute, die vormachen, wie gut man helfen kann. Warum machen diese positiven Beispiele nicht endlich richtig Schule???

Menschenwürdige Behandlung von psychisch kranken Menschen käme letztlich nicht teurer als den Scheiß, den sich unsere Gesellschaft bisher leistet!!!
Psychotisch ist der, der Psychosen sieht (und diagnsotiziert), wo keine sind!

Nebelung
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Beitrag von Nebelung »

Kuscheltier hat geschrieben: Mehr braucht man dazu doch wohl nicht mehr zu sagen und zu wissen?! Es ist ja bezeichnend genug und "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!" ist wohl genau das, was dort den "Ehrenkodex" bestimmt?
Wie sich diese Strukturen entwickelt haben weß ich ehrlich gesagt nicht genau, nicht selten liegt es einfach an Angst oder dem Glauben selbst nichts ändern zu können. Es kam schon öfter vor, dass Pflegekräfte wegen den Fehlern von Ärzten gehen mussten. Oder versetzt wurden wenn sie die Arbeit des Arztes bemängelten. Was ich weiß, dass sich dass mehr und mehr ändert. Ich persönlich hatte mit der frisch nachkommenden Ärzteschar immer ein gutes kollegiales Verhältnis wo jeder offen seine Meinung sagen durft und dies auch tat. Die konnten Fehler zugeben und haben sie korrigiert. Aber ich bin noch ein rechtes "Pflegeküken" und habe deshalb nur einen Blick auf die Strukturen wie sie allmählich am aufbrechen sind, ich kenne sie oft nur noch aus Erzählungen oder wenn man im Schwesternzimmer noch vor dem "Chef" gewarnt wird, weil der noch einer von den Alten ist.
Kuscheltier hat geschrieben: Verstehen kann ich das alles nicht. Gerade wer im Bereich von psychischen Erkrankungen arbeitet, sollte doch um den Wert von konstruktiver Kritik, Selbstreflexion und dem Entgegenwirkenmüssen von Machtmissbrauch wissen. Aber es ist ja auch so, dass dort, wo psychologisch gearbeitet wird, am meisten gemobbt wird. Ja, da sind Leute, die genau wissen, wie es geht.
Tatsächlich habe ich gerade das gegenteil erlebt. Da wo an der Seele der Menschen gearbeitet wurde, sei es die Seelsorge, das Seniorenheim für psychisch Erkrankte die Psychiatrische Klinik oder auch psychiatrische Stationen in einer Allgemeinklinik, wurde deutlich weniger gemobbt als in der "Somatischen". Die Patienten wurden mehr als Menschen gesehen und mit mehr Einfühlungsvermögen behandelt als auf jeder Station der Somatischen Medizin auf der ich bisher war. Kinder und Entbindungsstationen eingeschlossen. Und es ist auch das Feedback, dass ich von allen meinen Mitschülern in den drei Jahren Ausbildung unabhängig von Ausbildungsjahr bekam. Besonders Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen werden auf "Normalstation" oft nicht ernst genommen. Oder man geht jedem kontakt mit ihnen aus dem Weg weil sie so "anstrengend" sind.
Kuscheltier hat geschrieben: Und Du kannst ja vielleicht mal in Deiner Klinik mal diesen Thread hier zum Thema machen, bei Deinen Kollegen?! In Deiner Klinik wäre es sicher nicht nötig und in anderen interessiert man sich nicht für sowas, da läuft alles weiter wie gehabt.
Das würde ich wenn ich dort noch arbeiten würde. Wie ich bereits erwähnte bin ich selbst nach einigen Schicksalsschlägen verbunden mit massenhaft Überstunden etc. an depressionen erkrankt. Zur zeit suche ich neue Arbeit. Und in der Psychiatrischen war ich auch nur im Rahmen meiner Ausbildung eingesetzt. Um dann dorthin als Patientin (auf einer anderen Station allerdings) zurück zu kehren.
Kuscheltier hat geschrieben: In der Psychosomatik gibt's etliche Leute, die vormachen, wie gut man helfen kann. Warum machen diese positiven Beispiele nicht endlich richtig Schule???

Menschenwürdige Behandlung von psychisch kranken Menschen käme letztlich nicht teurer als den Scheiß, den sich unsere Gesellschaft bisher leistet!!!
Ich weiß, dass diese "Schule" inzwischen Standard jeder Pflegeausbildung ist und auch ihren Weg in die Fachblätter gefunden hat. Warum es sich nicht durchsetzt? Ich denke es könnte mit einigen anderen Fakten zusammenhängen. In keinem Beruf ist die Berufsflucht so hoch wie in der Pflege. Beinahe 40% des medizinischen Personals leiden an Burn-out, Suchterkrankungen (zumeist Alkohol und Tabletten) und anderen psychischen Erkrankungen, die im direkten Zusammenhang mit Überlastung zu sehen sind. Oft muss eine Pflegekraft alleine 20 Patienten und mehr betreuen. Ein Arzt hat nicht selten das doppelte Pensum. Überstunden sind an der Tagesordnung. Genauso die tatsache, dass die meisten noch krank zur Arbeit gehen, weil bei dem enorm knappen Personalschlüssel jeder Ausfall eine kleine Katastrophe darstellt. Selbst Schüler und hilfskräfte werden voll eingeplant und müssen die selben Verantwortlichkeiten und Aufgaben über nehmen wie die Examinierten Kräfte. Dasselbe mit den PJler in der Ärzteriege. In der Gesundheitsbranche wird oft Personal verheizt ohne jede Rücksicht auf den Menschen. Da bleibt oft kein Raum mehr für Menschlichkeit.
Das traurige ist, dass sich die meisten ihrer eigenen starken Position nicht bewusst sind, sie denken sie müssten es erdulden. Denken sie kommen nirgends wo anders unter wenn sie in dem Haus in dem sie sind nicht bleiben. Oder man erpresst uns mit unserer Menschenliebe. "ihr könnt doch eure Patienten nicht vernachlässigen!" heist es wenn wir streiken wollen. "Das team braucht dich aber dringend!" Heist es wenn man sich krankmeldet oder den dringend benötigten Urlaub beantragt.
Das schlimme ist, dass unter dieser Sparpolitik alle leiden, es gibt niemanden der gewinnt. Nichtmal die die sparen wollen, denn die kosten die durch dieses Vorgehen entstehen sind imenz höher als das Eingesparte...aber da wären wir in der Politik.
Es ist nicht entschuldbar was teilweise mit Menschen in Kliniken geschieht. Aber vielleicht lässt sich das ein oder andere Verhalten besser verstehen, wenn man weiß unter welchem Druck gearbeitet wird. Immer mit dem gespenst im Nacken die Erlaubnis zu arbeiten zu verlieren oder im gefängnis zu landen wenn Fehler publik werden an denen man, und sei es nur durch zusehen, beteiligt war (egal wie berächtigt diese Angst ist). Es gibt ein geflügeltes Wort, dass dieser Furcht ausdruck verleiht: "Als medizinisches Personal steht man immer mit einem Bein im Gefängnis! Als führende Kraft stehst du ganz drin...es ist nur die Frage wann die Tür zufällt!"

Kuscheltier
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Beitrag von Kuscheltier »

Na ja, was man sagen kann, ist, dass die Ärzte und Pfleger diese Angst wahrscheinlich haben, die aber völlig übertrieben ist. Wenn man sich mal ankuckt, was sich im Arzthaftungsrecht so tut, dann geht da schon was. Da sind sie aber auch über die Haftpflicht versichert. Aber dass Mediziner im Knast landen bzw. ein Berufsverbot kriegen, ist echt sowas von selten.

Der umgekehrte Fall passiert doch viel häufiger, dass man weiß, dass gepfuscht wurde und man es nicht beweisen kann.

Bis man einen Behandlungsfehler nachweisen kann, hat man echt was zu tun, weil die Medizin ein Bereich ist, der mit Unwägbarkeiten und Unsicherheiten, mit Prognosen etca. zu tun hat. Ganz ehrlich: Die Angst vor StA und Strafgericht bei den in der Medizin Tätigen ist ganz einfach schon echt ein bisschen berufsbedingter Verfolgungswahn.

Und ich finde, ob Personal überlastet ist oder Ärzte viel oder wenig zu tun haben, gemacht wird die Arbeit ja dann doch. Dann versteh' ich trotzdem nicht, warum man sie nicht so macht, dass es ok ist?

Die Einstellung muss sich einfach ändern, sonst gar nichts und das kostet weder Geld noch erhöhten Arbeitsaufwand.

Ich glaube, solange die Psychiatrie immer nach Entschuldigungen und Erklärungen sucht, wird nie was anders. Man muss sich einfach mal vorstellen, wie es ist, als normalgesunder Mensch auf der geschlossenen festgesetzt zu werden, zwangsmedikamentiert zu werden und 'ne Psychose angedichtet zu bekommen. Da hat kein Mensch mehr dafür Verständnis egal, wie überlastet das Personl und die Ärzteschaft ist.

Ich frag' mich sowieso, wo im Gesundheitswesen das Geld versickert. Nie haben die Versicherten mehr einbezahlt und trotzdem ständig nur Finanzlöcher. Wir geben zuviel für die Diagnostik von dann nicht behandelbaren Krankheiten bei der älteren Generation aus? Anders kann ich es mir nicht erklären.

Von den Leuten auf der Straße versteht jedenfalls kaum einer, warum trotz der hohen Beiträge die Kassen nur noch jammern und das Personal immer mehr reduziert wird. Aber ich verstehe davon auch wirklich nichts, ich mach' mir nur so meine laienhaften Gedanken.

Aber trotzdem kann man nicht mit psychisch Kranken dann so umgehen. Wir finanzieren alles andere auch und sei es noch so unnötig. Wenn auf einer Intensiv auf der Inneren pro ein paar Patienten ein Pfleger bezahlt wird, dann muss das auch auf der Intensiv in der Psychiatrie drin sein. Man darf nicht bei den psychisch kranken Patienten das einsparen, was anderswo verpulvert wird. Vor zehn Jahren ging vom gesamten Budget für Krankheitskosten ein lausiges Prozent in die Psychotherapie. Wie es heute ist, das weiß ich nicht, aber es wird immer noch verhältnismäßig sein.

Psychisch Kranke sind genauso berechtigt, gut und angemessen versorgt zu werden, wie alle anderen Kranken auch. Mehr fordere ich nicht.
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Nebelung
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Beitrag von Nebelung »

Kuscheltier hat geschrieben: Und ich finde, ob Personal überlastet ist oder Ärzte viel oder wenig zu tun haben, gemacht wird die Arbeit ja dann doch. Dann versteh' ich trotzdem nicht, warum man sie nicht so macht, dass es ok ist?
Sagt sich leicht und hübsch, aber sich die Zeit zu nehmen sich mit einem Menschen richtig zu beschäftigen kostet eben Zeit. Es ist richtig, dass ein Teil des Problems an Fehlorganisation auf allen Bereichen liegt. Aber glaub mir, oft hat man nicht mal die Zeit die Arbeit komplett zu machen...also macht man das nötigste. Und wenn es bedeutet, dass man einen Patienten der "selbstgefährdend" handelt tuhig stellt damit er sich nichts antut, dann tut dass zwar den beteiligten in der Seele weh weil alle wissen, dass dies der falsche Weg ist, aber man weiß oft nicht mehr was man sonst tun soll...
Der Verfolgungswahn wie du es nennst ist nur teilweise übertrieben. Behandlungsfehler lassen sich schwer nachweisen, das ist richtig. Aber Fehler beim Ausführen der Aufsichtspflicht haben schon einige den Job gekostet, obwohl sie eigentlich alles getan haben was sie tun konnten. Es war eben nicht genug.

Ich gebe dir recht ALLE Menschen haben das Recht mit Respekt und Rücksicht auf ihre Individualität behandelt zu werden. Ich sage auch nicht, dass solche Vorgehensweisen in Ordnung sind...das sind sie nicht. Ich zeige nur einen Mechanismus, der aus hilfsbereiten, freundlichen, engagierten Menschen ausgebrannte Hüllen macht, die kaum mehr arbeiten als die Vorschrift verlangt und die kaum noch in der Lage sind den ihnen Anvertrauten freundlich zu begegnen.

Wohin das Geld fliest? Das ist eine gute Frage...allerdings sind die Kosten auch einfach immens gestiegen. Ein- und Zweibettzimmer für alle. Nasszellen auf allen Zimmern. Eine Klinik wird nach ihrer Küche beurteilt. Das sind nur einfache Beispiele, die jeder sehen kann. Aber dann kommt noch dazu, dass Patienten eine gewissen erwartungshaltung haben...sie wolleb Diagnosen erst glauben wenn alle Tests gemacht wurden von denen sie bei Doktor House gehört haben, sie erwarten, dass man ihnen kleine bunte Pillen verschreibt...Ich wurde schön öfter gefragt: "Ich krieg ja garkeine Medikamente, was mach ich hier eigentlich?" Dann gehen Massen an Geld in den riesigen Körper der die Qualität der Behandlung sichern und überprüfen soll. Nicht zu vergessen die Unmengen an Bonusprogrammen mit denen sich die Krankenkassen zu überbieten versuchen, von denen nicht alle sinnvoll sind. Und dann gibt es da noch den demographischen Wandel, die Anzahl derer die Bezüge beziehen statt einzahlen, sprich die Menge der Behandlungsbedürftigen, steigt stetig. Wir leben sehr lange, 80 90 Jahre sind keine Ausnahme mehr. Aber wir sind dabei nicht gesund...und schon garnicht unabhängig.

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