Kontaktabbruch provozieren

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irrer
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Kontaktabbruch provozieren

Beitrag von irrer » 16.11.11, 20:42

Seit ü ber einem Jahr hab ich keine Therapie mehr. Meine Thera räumte mir das recht ein, emails schreiben zu dürfen, was ich missbrauchte, um ihr zu schreiben, dass sie mich hassen müsste, und das eigentlich nicht wöllte. Nun hab ich es soweit getrieben, dass sie mir bestätigte, dass ich das letzte bin und meine Mails ungelesen löschen wird ... nichts mehr mit mir zu tun haben will ....

Ich habe es so provoziert und ich bin mir dessen bewußt.

Sie sagte ich soll mir hilfe holen , wie auch immer die aussieht, obwohl ich ihr schireb, dass ich keine Hilfe mehr annehmen kann ... ihr supervisor und mein Ex-Therapeut haben mir gesagt, dass ich der letzte Dreck bin, keine Hilfe verdient habe und auch nicht annehmen darf. Muss alleine klar kommen. sie denkt genuaso wie der supervisor, wieso sollte es auch nicht so sein ?

Kennt ihr das. So lange zu provozieren, bis der Kontaktabbruch auch realität ist .... ???

Und dann das Leben wegschmeissen ? Da es eh niemanden interessiert ?

Ich weiß im Grunde, dass ich ein furchtbarer Mensch bin. INsofern kann ich sie gut verstehen.

irrer

Muppet
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Re: Kontaktabbruch provozieren

Beitrag von Muppet » 16.11.11, 22:07

Hallo,
das Problem mit E-Mails ist, dass sie ganz falsch rüberkommen/ interpretiert werden können.
ihr supervisor und mein Ex-Therapeut haben mir gesagt, dass ich der letzte Dreck bin, keine Hilfe verdient habe und auch nicht annehmen darf. Muss alleine klar kommen. sie denkt genuaso wie der supervisor, wieso sollte es auch nicht so sein ?
Wie so sollten sie so etwas sagen bzw. sie haben kein Recht so etwas zu sagen - man weißt als Psychologe, dass man viel mit dysfunktionelle Psychen zu tun hat.
Jede darf Hilfe annehmen- die Frage ist eher, ob derjenige bereit ist dieses Hilfe anzunehmen.
Suche dir ein anderen Therapeut. Am Besten einer der auf dein Störungsbild spezialisiert ist.

irrer
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Re: Kontaktabbruch provozieren

Beitrag von irrer » 16.11.11, 22:33

Hi Muppet,

vielen Dank für Deine Antwort.

Ich hatte einene Thera in der Klinik, der mich in den Dreck getreten hat ohne ende (und nciht ohne Grund) ..... vor einiger Zeit lass ich statements eines unbekannten Thera im Interent und wußte, dass ist genau der, weil ich diese Aussagen kannte. Keinen Zweifel. Ob der Schreiber noch lebt keine Ahnung, aber er hatte ihn angezeigt und vor gericht verloren.

Dieser Thera war Thera in meiner zeit als ich in derselben klinik war und supervisor meiner Thera ... und immer wieder habe ich ihr unterstellt, dass sie genauso denke würde wie er .... und noch heute hab ichdas Gefühl, dass es so ist. Ich habe sie immer provoziert, sie wöllte mit mir eignetlich nichts zu tun haben ... sie würde mich genauso als Dreck sehen etc ...

Nun hat sie mirdasbestätigt ... sie möchte nichts mehr mit mir zu tun haben .... sie wird jede mail von mir ungelesen löschen.

Ich weiß, dass ich es zu weit getrieben habe, aber gerne häte ich es gehabt, dass sie nachfragt, warum das so war ..... wie das alles zustande kam ... dass es sie interessiert, welche motive ich hatte ... aber es interssiert keinen ...
ich bin allein und kann aufgrund der damaligen Therapie keine mehr anfangen ... weil ich immer denke, sie steht mir nicht zu ....
Aus diesem Grunde breche ich stationäre Therapien ab .... und immer wenn ich in der Notaufnahme bin ..... breche ich das Angebot ab ... auch weil ich denke, dass es mir nicht zusteht ......

er hat mir auchrangerieselt, dass es betrug an der Kanrankekasse wäre, wenn ich Therapie mache ... er hat aushänge auf station machen lassen, wieviel ein Bett kostet und dass das von allen mitgetragen werden muss etc ... ich weiß, dass das so ist ....
aber ich kann keine Hilfe mehr annehmen, weil sie mir nicht zusteht ... ich muss klar kommen, auch wenn ich in regelmäßigen Abständen in der Notaufnahme bin ....

vllt. ist es iwann mein Tod ...

aber es geht einfach nicht mehr .......

irrer

Renate02
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Re: Kontaktabbruch provozieren

Beitrag von Renate02 » 21.11.11, 11:20

irrer hat geschrieben: ich bin allein und kann aufgrund der damaligen Therapie keine mehr anfangen ... weil ich immer denke, sie steht mir nicht zu ....
Aus diesem Grunde breche ich stationäre Therapien ab .... und immer wenn ich in der Notaufnahme bin ..... breche ich das Angebot ab ... auch weil ich denke, dass es mir nicht zusteht ......

aber ich kann keine Hilfe mehr annehmen, weil sie mir nicht zusteht ...
Darf ich in Form eines Zitats antworten?
Wartelisten sind teilweise sehr lang, du solltest dich davon aber nicht abschrecken lassen. Genausowenig wie von Rückschlägen.
Also, nur Mut.
Das Zitat kommt Dir bekannt vor? Stimmt - Du hast es selbst geschrieben (als Antwort an einen anderen User).
Hier im Forum klingst Du wirklich nicht wie "der letzte Dreck". Du antwortest zum Teil sogar sehr einfühlsam. Deswegen bin ich sicher, dass Du es schaffen kannst. Du brauchst vielleicht einen anderen Therapeuten, aber ich stimme Muppet zu:
Muppet hat geschrieben:Jede darf Hilfe annehmen- ... Suche dir ein anderen Therapeut. Am Besten einer der auf dein Störungsbild spezialisiert ist.
Als ich auf Reha war, sagte ich einmal einer Therapeutin, ich würde mich fragen, warum ich dort aufgenommen worden sei - so schlecht wie meinen Mitpatienten gehe es mir doch nicht. Ihre Antwort war (fast wörtlich): "Glauben Sie, dass Sie deswegen keinen Anspruch auf Hilfe haben?"
Dein Problem scheint eher "genau umgekehrt" zu sein, aber die Antwort sollte genauso lauten.

irrer
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Re: Kontaktabbruch provozieren

Beitrag von irrer » 21.11.11, 17:20

Das Zitat kommt Dir bekannt vor? Stimmt - Du hast es selbst geschrieben (als Antwort an einen anderen User).
Ja, ich weiß es, aber an andere User ist das auch was anderes. Es sind andere Menschen, die vllt. nicht so bescheuert sind wie ich ...

Ich habe versucht sie nochmal anzurufen, aber sie hat derzeit keine Sprechzeit, geht keiner ran. Ich werde es morgen nochmal probieren, einfach um mich zu entschuldigen, vllt. legt sie ja nicht gleich wieder auf .... die Befürchtung hab ich.

Bin rel. traurig, dass es so kam .... ich bin mir bewußt, dass ich das so provoziert habe.

Hilfe annehmen kann ich derzeit nicht ..... es sitzt einfach zu tief.

Renate02
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Re: Kontaktabbruch provozieren

Beitrag von Renate02 » 22.11.11, 09:56

Liebe(r) irrer,

ich weiß über Dein Störungsbild nicht mehr als Du hier schreibst. Ich weiß nicht mal, wie es medizinisch korrekt heißt.
Ich weiß auch nicht, was Dich dazu bringt, Dich so zu verhalten, wie Du es hier beschreibst.
Ich gebe zu, ich weiß auch nicht, ob ich Dich "ertragen" könnte, wenn wir uns in der Realität begegnen würden und Du würdest mich so behandeln wie Deine Therapeutin (vielleicht, wenn ich wüsste, dass Du der "irrer" aus dem Internet bist und selbst darunter leidest; in solchen Fällen habe ich ein relativ dickes Fell. Aber garantieren kann ich es nicht).

ABER:
Das heißt nicht, dass Du "bescheuert" bist.
Das heißt nicht, dass Du "der letzte Dreck" bist.
Es heißt nur, dass Du dringend Hilfe brauchst. Du leidest selbst darunter. So seltsam es auch klingen mag, aber das ist in meinen Augen ein guter Anfang.
Dich bei Deiner Therapeutin zu entschuldigen halte ich auch für gut.
Deine Posts, mit denen Du anderen Leidenden hier Tipps gibst, sind auch in Ordnung und zeigen, dass Du im Grund "kein übler Kerl" bist. Vielleicht musst Du das erst selber akzeptieren (in Deinem "Herzen"), um voran zu kommen?

Man hört und liest immer wieder, dass man sich selbst mögen muss, um andere mögen zu können (und um von anderen gemocht zu werden), dass man in der Lage sein muss, sich selbst zu schützen und sich selbst etwas Gutes zu tun, bevor man anderen helfen und Kraft geben kann.
Während ich in meinem Depri-Loch saß, konnte ich das nicht glauben, heute weiß ich, dass das stimmt.

Ich kenne Dich nur hier aus diesem Forum. Dazu kommt, dass ich in psychologischen und medizinischen Dingen lediglich Laie bin. Aber ich kann mir zumindest vorstellen, dass Du hier ansetzen solltest. Mache Dir Deine Stärken bewusst. Denke an die guten Posts, die Du hier geschrieben hast. Denke an die Situationen im realen Leben, in denen Du Dich "gut" verhalten hast. Baue darauf auf. Und gehe unter Leute, die ähnliche Interessen (Hobbies) haben wie Du. Sprich offen über Deine Krankheit, damit Du in der Gruppe nicht gleich als "A...Loch" abgestempelt wirst und so jede Chance verlierst, an Deine sozialen Kompetenz zu arbeiten.

Dazu natürlich die Therapie... Ohne wird's nicht gehen.
Aber erst musst Du Hilfe annehmen können, das ist richtig - vielleicht wird es nach Deiner Entschuldigung bei Deiner (bisherigen) Therapeutin leichter?
Ich hoffe es und drücke Dir dafür alle Daumen!

irrer
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Re: Kontaktabbruch provozieren

Beitrag von irrer » 24.11.11, 19:56

Liebe Renate,
vielen dank für antworten. ich habe derzeit ständig den drang eine überDosis zu nehmen , was am Montag zu einer Einweisung führte. wenn ich sterben würde , hätte die Gesellschaft ein Problem weniger
. eigentlich war es ein Hilferuf , aber wenn mir Hilfe dann angeboten wird,kann ich sie irgendwie nicht annehmen. hab mich wieder entlassen. es ist so schwer geworden Hilfe anzunehmen .
jetzt versuche ich mich auf die Umschulung zu konzentrieren . nachdem 2x anrufen der AB dran war, hab ich heute nicht nochmal den Mut gefunden nochmal anzurufen . wird schon alles werden. das ich ok bin, kann ich momentan nicht annehmen vom Gefühl her.
thanx a lot.
irrer

Muppet
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Re: Kontaktabbruch provozieren

Beitrag von Muppet » 25.11.11, 11:06

Hallo,
ich habe derzeit ständig den drang eine überDosis zu nehmen , was am Montag zu einer Einweisung führte.... eigentlich war es ein Hilferuf , aber wenn mir Hilfe dann angeboten wird,kann ich sie irgendwie nicht annehmen.
Scheinbar merkt eine Teil von dir, dass Hilfe wirklich notwendig ist. Auf diesen Teil solltest du hören! Wie wärst mit ein Psychiater? Wenn diese Gefahr besteht,dass du dich etwas antust (und hier ist es gegeben- auch "Hilfeschreien" können schiefgehen) ist ein medikametöse Therapie durchaus sinnvoll, einfach um erstmal aus diesem Loch zu kommen und weiterschauen zu können, bzw. objektiver zu denken. Oft gehen Patienten zum Therapie während eine medikamentöse Therapie, weil ohne die Medis ein Therapie kaum möglich wäre, bzw. dauert einfach zu lang anzuschlagen.
wenn ich sterben würde , hätte die Gesellschaft ein Problem weniger
Stimmt definitiv nicht! Deine Krankheit ist diese Meinung, es entspricht aber nicht die Wahrheit.

Ich lege es dir sehr am Herzen, vor du wieder so etwas versuchst, ein Krisendienst z.B. unter 0800-1110111 oder 0800-1110222 anzurufen und mit jemanden zu sprechen. Oder direkt in die Klinik zu fahren!

Klar ist der oben genannte Kontaktabbruch auch in gewisserweise auch eine kleinen Trauma und definitiv ein sehr negativen Erlebnis, auch wenn es deinerseits provoziert würde (laut was du geschrieben hast). Vielleicht war diese Therapeutin einfach nicht die richtige. Es gehört immer 2 Personen zu eine therapeutische Beziehung. Wenn dieses Beziehung scheitert, sind BEIDE Seiten "Schuld". Beide Seiten tragen zu diesen Dynamik bei. Bei ein anderen Einrichtung/ andere niedergelassene Therapeut könnte ein ganz andere positive Beziehung entstehen, die dir doch sehr hilft. Therapeuten sind wie z.B. Klempner oder Ärzte- es gibt eben "guten" und "schlechten". Leider gerät man manchmal an diejenige die nicht ganz geeignet sind, mit bestimmte Patientenkreisen zu arbeiten. Vielleicht suchst du ein(e) der/die mit Borderline oder andere Persönlichkeitsstörungen oder Trauma Patienten arbeitet? Sie sind etwas mehr belastbar und flexibler.
jetzt versuche ich mich auf die Umschulung zu konzentrieren
Ich wünsche dir viel Glück und druck dir die Daumen.
Alles Gute und viel Kraft
Muppet

irrer
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Re: Kontaktabbruch provozieren

Beitrag von irrer » 25.11.11, 21:02

Hallo Muppet,
Wie wärst mit ein Psychiater? Wenn diese Gefahr besteht,dass du dich etwas antust (und hier ist es gegeben- auch "Hilfeschreien" können schiefgehen) ist ein medikametöse Therapie durchaus sinnvoll, einfach um erstmal aus diesem Loch zu kommen und weiterschauen zu können, bzw. objektiver zu denken.
Ich habe einen ambulanten Psychiater, bei dem ich im Normalfall 1 mal im Quartal bin. Jetzt gab es iwie so einen Vertrag mit der AOK ... nannte sich PsycheAktiv oder so, wo es mehr gespräche möglich wären. Allerdings kann ich nicht wirklich gut mit ihm reden, brauche ihn nur für die Rezepte. Ich nehme schon Trimipramin und Seroquel prolong, zum Schlafen Zopiclon und Dominal. Er ist derzeit im Urlaub und dann zur Weiterbildung.
Bin im Dezember wieder bei ihm. Die Medis wirken gegen Panikattacken und Unruhe, aber nicht so richtig antidepressiv ....
Oder direkt in die Klinik zu fahren!
Die Klinik hat mir angeboten, mich melden zu können, ob ich das schaffen würde .... konnte diese Frage nicht wirklich beantworten ...als ich da war, funktionierten sie ein 2-Bett-Zimmer in ein 3-Bett-Zimmer um, und es kam ein Muttchen mit Rollator reingerollt .... und ich hatte das Gefühl, gar keinen Platz mehr zu haben. Das Zimmer war nicht sehr groß und definitiv nicht für 3 Betten geeignet. Aber anscheinend sind die extrem voll. Hab dann die Klinik verlassen .... eineerseits, weil ich die Situation so nicht ausgehalten hätte und weil ich ja die Umschulung hab und es sein könnte, die streichen mir die. Dabei ist das meine letzte Chance wieder den Fuß etwas auf den Boden zu bekommen. Nur ist es manchmal etwas viel und ich bin nach einer Woche immer extrem fertig ....
Na ja ... und der Gedanke, dass mir Hilfe nicht zusteht ....
Die Ärztin war eigentlich ganz nett ....
Vielleicht suchst du ein(e) der/die mit Borderline oder andere Persönlichkeitsstörungen
Ich denke immer, dass ich kein BLer bin, bekomme die Diagnose immer von anderen gestellt. Ich würde mich eher als narzistisch-schizoid bezeichnen .... habe auch schlechte Erfahrungen mit der Diagnose. Man stößt auch seitens "Experten" auf viel Unverständnis und Aggression. So wurde ich in der Klinik mal von einer Ärztin aufgenommen, die mich extrem runter gemacht hat. Leider kann ich mich nicht mehr an ihr Gesicht erinnern und ich einfach nicht mehr weiß, welche das war und ich schon ein bissl Angst habe, sie begegnet mir wieder .....
Damals hab ich am nächsten Tag wieder das weite gesucht.
Ich wünsche dir viel Glück und druck dir die Daumen.
Alles Gute und viel Kraft
Danke. Ich werde mir Mühe geben. Vllt. schaff ich die 2 Wochen Berufsschule ohne Krankheitstage. Meine Mitumschüler sind glaub schon etwas genervt, weil wir auch gemeinsame Vorträge haben etc .... verständlicher Weise ....

Danke für deine Geduld und Antworten.

irrer

irrer
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Re: Kontaktabbruch provozieren

Beitrag von irrer » 26.12.11, 10:18

Hallo,

ist noch jemand da ? Habe Weihnachten in der Klinik verbracht. Wurde dort aufgenommen, nachdem ich wieder zuviel Alkohol und Tabletten genommen hatte. Habe jetzt seit über 3 Wochen nichts mehr getrunken.
Aber es kommen immer wieder diese Zweifel, dass ich hier nicht hergehöre, und das Hilfsangebot nicht annehmen darf. War die Woche bei meiner Hausärztin, die Wunden versorgen lssen und mit ihr reden. Hatte keine Lust zum Pflegepersonal in der Klinik zu gehen. Ein Pfleger bezeichnete das SVV als Kinderkram. Und ich würde nicht hier her gehören. Und sie wissen auch nicht warum ich das mache. :(
Habe derzeit wieder vermehrt den Drang mir weh zu tun. Um nicht zu schneiden, verbrenne ich mich. Das Pflegepersonal hat bis jetzt nichts mitbekommen. Ich bin sehr skeptisch dem Personal gegenüber, weil ich schon mitbekommen habe, wie sie sich über Mitpatienten lustig gemcht haben, oder symptome als Einbildung deklariert haben und andere einfach ignorieren.
Hinzu kommt, dass die für 4 Stationen nur 1 Psychologen haben. Ich habe in meinen 3 Aufenthalten hier, nicht einmal einen Psychologen zu Gesicht bekommen.
Vllt. sollte ich doch wieder meine Sachen packen.

Na ja, ich wünsch Euch noch einen geruhsamen zweiten Feiertag ...

irrer

Renate02
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Re: Kontaktabbruch provozieren

Beitrag von Renate02 » 29.12.11, 10:37

Vielleicht solltest Du mit Deinem ambulanten Psychiater über Deinen Eindruck von der Klinik reden - ich habe natürlich nur Deine Sicht der Dinge, aber so, wie Du das schilderst, gehörst Du dort wirklich nicht hin. Aber nicht weil Du "nicht das Recht hast" dort zu sein, sondern weil sie offenbar mit Deinem Krankheitsbild nichts anfangen können. Sie scheinen (im besten Fall) einen anderen Schwerpunkt zu haben...

Ich wünsche Dir viel Kraft - und alle Hilfe die bekommen kannst (Du HAST das Recht darauf!) und ich wünsche Dir, dass Du dann auch in der Lage bist, sie anzunehmen!

irrer
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Re: Kontaktabbruch provozieren

Beitrag von irrer » 29.12.11, 13:40

Hallo Renate,

vielen Dank fürs Schreiben. Der Stationsarzt war jetzt 2 Wochen in Urlaub, und heute war er da und es lief besser. Mit ihm komme ich gut klar. Aufgrund der Verbrennungen ist meine Hand geschwollen (Entzündung) und ich soll das kühlen. Da war ich beim Pflegepersonal und die gaben mit einen Kühlakku aus dem Kühlschrank. Das wäre kalt und ich solle den nehmen. Heute das selbe nochmal und da ist mir der Mund aufgefahren. Jetzt legen sie sie ins Eisfach. was meiner Meinung nach normal ist und jedes Kind weiß) ....
Hatte mich auch über die unmögliche Behandlung einer Mitpatientin beschwert und jetzt habe ich gesehen, dass sie freundlicher zu ihr sind und sich auch um sie kümmern ....
Ja, vllt. sind die nicht spezialisiert. Es ist eine Akutpsychiatrie. Derzeit habe ich keinen Ausgang, weil ich aus Frust Dummheiten gemacht habe ..... und dann auch noch zu spät kam, weil ich einfach selbständig in die Notaufnahme gefahren bin. Dort hat mich eine Schwester angesprochen, dass sie eine Freundin hat, mit derselben Problematik und auch mit der Klinik nicht klar kam und ich mir überlegen sollte, woanders hinzugehen.
Der Chirurg war sehr angefressen, was ich auch verstehen kann. Er sagte "Warum mach ich das eigentlich" ..... na ja, sind halt auch nur Menschen.
Eigentlich will ich den ganzen Sch... nicht mehr. Ich möchte auch ein normales Leben führen können .... und die Umschulung schaffen und neu anfangen .....

Ich wünsche allen einen guten Rutsch und ein gesundes Neues !

irrer

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Re: Kontaktabbruch provozieren

Beitrag von Muppet » 29.12.11, 16:54

Hallo Irrer,
ich denke du warst besser aufgehoben, in eine Klinik der auf Borderline spezialisiert ist. Da sind mehrere PsychologInnen/Ärzte die sehr geübt mit Patienten die sich selbst verletzen sind. Es gibt auch "Tricks" um mit diesem Drang umzugehen, du lernst die dann dort- z.B. am Anfang, wenn der Drang überwältigend ist, statt sich zu verbrennen/schneiden, steckt man ein Hand in sehr kaltem Wasser oder hält Eiswürfeln fest (Achtung ! nicht so lang, dass der Haut beschädigt wird!). Die Kälte tut auch weh und löst auch so die Spannung, ursacht aber keine Hautverletzungen. Wenn man es besser im Griff hat. lernt man einige Skills und auch diesem Drang zu verstehen und alternativ (harmlosen) Ersatzbeschäftigungen zu finden bzw. damit umzugehen ohne sich zu verletzen. Bei Borderline ist dieses Drang oft ein starken Emotion (Wut, Trauer, Stress, Frustration usw.), dass derjenige als solch nicht so erkennt und statt es verarbeiten oder äußern zu können (z.B. Schreien, die Meinung sagen, dei Urasche zu klären), entsteht dieses Spannung und Drang sich selber etwas anzutun, damit die Spannung weggeht.
Leider gibt es noch viele Leute die dieses Krankheit überhaupt nicht verstehen und denken die Patienten machen es nur um Aufmerksamkeit zu erregen o.ä.
Frage bitte der Stationsarzt, ob es in die Nähe eine Klinik gibt, das Erfahrung mit Borderline hat und so auch mehr Psychologen pro Patient haben und ob die Möglichkeit besteht, dass du dahin gehen kannst- diese Art von Hilfe solltest du definitiv im Anspruch nehmen- so hast du ein wesentlich besserer Chance auf ein normales Leben. In der Psychiatrie haben die Patienten meist ganz andere Probleme, die eher Tabletten zu mindest vorübergehend als Hilfsmittel erfordern, was in deinem Fall wohl nicht besonders viel helfen wird. Du brauchst dringend intensive psychologischen Betreuung.
Alles Gute und guten Rutsch
Muppet

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Re: Kontaktabbruch provozieren

Beitrag von irrer » 31.12.11, 16:46

Hallo Muppet,

vielen Dank für Deine Antwort. Anfang Januar habe ich ein Gespräch mit meiner psychosozialen Begleitung vom Berufstrainingszentrum. Dort muss ich erstmal klären, wie ich eine Therapie mit der Umschulung vereinbaren könnte. Ansonsten werde ich den Stationsarzt mal fragen. Das komische ist aber, dass ich mich nicht als BLer sehe. Ich weiß aber, dass auch Experten extreme Vorurteile besitzen.
Ich wünsche Dir/Euch auch einen guten Rutsch und einen guten Start im neuen Jahr.

Grüße, irrer

irrer
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Re: Kontaktabbruch provozieren

Beitrag von irrer » 04.01.12, 17:56

Moin,

mittlerweile ist die Klinik bemüht, dass ich iwo zur stationären Therapie kann. Soll mich jetzt in Kliniken vorstellen. Das blöde ist nur, dass ich mich gar nicht als Borderliner sehe. Insofern fällt es mir schwer, mich auf einer Borderline-Station vorzustellen. Habe auch Angst dort fehl am Platze sein.
Es ist hier so, dass z.B. gesagt wird (meiner Mitpatientin), dass das SVV Kinderkram sei, sie wüßten auch gerne, warum ich das mache, und zu eingigen Patienten sagen sie, sie wären wirklich krank (wahrscheinlich ganz im Gegensatz zu mir). Na ja, ich weiß warum ich kein Vertrauen zum Pflegepersonal habe, und hier immer so schnell wie möglich weg will .....
aber ich weiß, dass es Menschen gibt, denen geht es wesentlich schlechter als mir.
Mal sehen, werde vllt. schonmal meine Sachen packen ?!? ....
Gestern habe ich nicht mal Skills angewendet .... und musste dann in die Notaufnahme. Heute zu Visite hat der Doc das Thema vermieden, wo ich auch ganz froh war. Hatte so eine Angst, mich irgendwie rechtfertigen zu müssen etc .....
Hinzu kommt, dass meine Hausärztin mit dem Stationsarzt reden wollte, über doch auch prisantes, was sie von mir weiß. Auf der einen seite wollte ich das so, auf der anderen hatte/habe ich extrem Angst davor .....
ich weiß nicht, ob das Telefonat geschehen ist ... vermutlich ... aber ich habe mich nicht getraut den Stationsarzt darauf anzusprechen.

Ich danke euch, dass ihr mir hier geschrieben habt. Mal sehen wie es weitergeht .... so richtig klar ist noch nichts .....

Grüße, irrer

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