Dissoziative Identitätsstörung

Moderator: DMF-Team

Antworten
Melony
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 13
Registriert: 31.01.11, 22:11

Dissoziative Identitätsstörung

Beitrag von Melony » 14.04.11, 18:59

Wurde nicht festgestellt aber trifft es so ziemlich (http://de.wikipedia.org/wiki/Dissoziati ... %C3%B6rung). Wobei natürlich spezifischer.

Das Problem ist das mein Terapheut nicht an mich rankommt.
Ich hab auch das Gefühl ich würde mit ihm über jemanden anders reden und es ginge nicht wirklich um mich.
Daher mache ich keine Fortschritte,ich weis immer noch nicht was der Grund für das alles ist, glaube auch nicht das ich so weiter komme.

Deshalb hab ich an Hypnose gedacht.
Dort wird ja in das Unterbewusstsein eingedrungen und so könnte ich vielleicht mehr erfahren.

Ich kann bei wunsch natürlich mehr infos geben.

Mandalakind
DMF-Mitglied
Beiträge: 46
Registriert: 22.12.09, 10:27

Re: Dissoziative Identitätsstörung

Beitrag von Mandalakind » 23.04.11, 19:21

Huhu :)

Ich finde die Idee gut :)
Davon abgesehen find ich es gar nicht negativ, wenn Du das Gefühl hast, über jmd anderen zu sprechen, das erspart Dir dann vielleicht negative Gefühle, oder?
Macht das ganze objektiver?

Lg, Mandala

Melony
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 13
Registriert: 31.01.11, 22:11

Re: Dissoziative Identitätsstörung

Beitrag von Melony » 27.04.11, 18:22

Es macht es objektiver aber dadurch kommt nichts wirklich durch, löst keine Emotionen, Gefühle, Gedanken etc aus. Und wenn das so weiter geht komm ich nicht voran.

Mir wurde schon empfohlen den Therapeuten zu wechseln aber ich weis das würde auch nichts bringen, deshalb hab ich mir Gedacht ich schlag ne ganz andere Richtung ein auch wenn ich mich in dem Gebiet leider garnicht aus kenne.

Muppet
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 4365
Registriert: 10.01.07, 16:48

Re: Dissoziative Identitätsstörung

Beitrag von Muppet » 29.04.11, 09:32

Hallo Melony,
was machst du für ein Therapie und wie lange schon?

Dissoziative Störungen sind schwierig und brauchen etwas länger zu behandeln. Bei z.B. dissoziative Posttraumatisches Belastungsstörung sieht man im MRT häufig ein Unteraktivierung der Amygdala - um es einfach zu erklären, es gibt ein Regelkreis im Gehirn der von ein exekutive System gesteuert wird. Es unterdruckt das System, der für Angst, Emotionen und Erregung zuständig ist, damit wir nicht dauernd übererregt sind (wenn es zu schwach funktioniert kommt es zu die typische Panikssymptomen und Übererregung bei PTBS) bei Dissoziation ist diese Unterdrückung viel stärker als bei andere Menschen und andere Hirnarealen in diese Regelkreis werden wesentlich weniger aktiviert und daher werden Emotionen sehr abgeschwächt oder gar nicht mehr körperlich gespurt. Die Ursache eines Traumas o.ä. wird abgekapselt und so gar nicht mehr weiterverarbeitet.

Durch Therapie ändert man die kognitive Verbindungen um dieses exekutiven System "runterzufahren". Allerdings muss man erstmal sozusagen ein Mauer durchbrechen damit eine Verarbeitung stattfinden kann und das braucht Zeit (und Geduld).
Es gibt verschiedene therapeutische Ansätze, von daher wenn die erste nicht klappt, kann man ein andere versuchen.
Alles Gute
Muppet

Melony
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 13
Registriert: 31.01.11, 22:11

Re: Dissoziative Identitätsstörung

Beitrag von Melony » 29.04.11, 14:02

Vielen Dank für die Antwort.

Ich mache eine Gesprächstherapie und habe circa 15std hinter mir, jedoch kann ich nur einmal die Woche gehn was meiner Meinung und die des Therapeuten nach zu wenig ist bzw die Abstände zwischen den Stunden sind zu groß. Da er leider nicht mehr Zeit hat geht es nun mal nicht anders.

Dein letzter Absatz spiegelt meine Meinung wieder. Es ist aber nur mal sehr schwer für mich im moment und deshalb will ich so schnell wie möglich wieder zu mir selbst finden.

Leider weis ich auch nicht den Grund der dazu geführt hat, es ist mittlwerweile seit 2,5 Jahren so. Mein Therapeut schliest auf ein Trauma aber ich komm leider nicht drauf und das lässt mich verzweifeln.

Muppet
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 4365
Registriert: 10.01.07, 16:48

Re: Dissoziative Identitätsstörung

Beitrag von Muppet » 29.04.11, 14:31

Hallo Melony,
du hast das Problem geschildert- ein Trauma wird vermutet, aber du weiß nicht was es sein kann- das ist das Mauer den man durchbrechen muss. Dissoziation ist ein starker Form der Verdrängung. Das Trauma muss auch nicht "neu" sein, es kann auch weiter zurück legen (und es muss nicht unbedingt zur der Zeitpunkt, als es aufgetreten ist, als Trauma wahrgenommen sein).

Es gibt auch Therapeuten die auf Trauma Arbeit spezialisiert sind. Ob Hypnose etwas bringt, ist sehr umstritten (und keine Kassenleistung!).

Wenn du fühlst, dass der Therapie dir nicht weiterbringt, spreche bitte darüber mit der Therapeut, er kann dir notfalls jemand anders in deinen Gegend mit ein andere Ansatz empfehlen (z.B. tiefenpsychologischfundiert usw). Ein Therapeut hat auch das Pflicht seine Patienten über das weitere Vorgehen/Behandlungsplan zu sprechen.

Es gibt aber andere Störungen die zu dissoziative Symptomen führen können. Wurde ein ausführlichen Diagnostik gemacht, da du sagst, dass der Diagnose nicht gesichert ist?
(Ausschluss Depression, Schizoidpersönlichkeitsstörungen -hat nichts mit Schizophrenie zu tun- Borderline usw. sowie körperliche Ursachen (neurologisch/endokrinologisch)

15 Stunden sind relativ wenig- du bist noch am Anfang - manche Therapien strecken sich über 200+ Stunden.
Alles Gute
Muppet

Melony
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 13
Registriert: 31.01.11, 22:11

Re: Dissoziative Identitätsstörung

Beitrag von Melony » 29.04.11, 17:58

Ja ich habe schon mit meinem Therapeuten darüber geredet. Er meinte er kann eben nur auf seine Weise helfen und er hätte nichts dagegen wenn ich es bei jemand anders probiere. Jedoch ist das für mich natürlich auch nicht leicht weil sich dann alles so hinzieht und ich mich auch als suicidgefährdet einschätze. Ich hab das Gefühl mir bleibt nicht mehr viel Zeit.

Es wurde noch keine Diagnose gemacht da ich noch nicht bei einem richtigen Psychater war. Mir wurde jemand von meinem Therapeuten empfohln, den hab ich nicht erreicht. Das geriet dann alles in vergessenheit und ich hab ihn erst letztes mal gebeten mit dem Psychater kontakt aufzunehmen. Also hoff ich mal auf nächste Stunde.

Neurologisch wurde schon alles abgeklärt, unter Depressionen leide ich erst als ich das Problem erkannt und bemerkt habe das ich ohne Hilfe nichts dagegen unternehmen kann.

Muppet
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 4365
Registriert: 10.01.07, 16:48

Re: Dissoziative Identitätsstörung

Beitrag von Muppet » 30.04.11, 01:24

Hallo Melony,

wenn du dich schon als potentiell suizidgefährdet betrachtest, wäre es sinnvoll, dich in ein psychologischen/psychiatrischen Klinik (vom Hausarzt o.ä.) überweisen zu lassen, bzw, ein Psychiater aufzusuchen (leider öfters etwas längere Wartezeiten). Auch wenn das Überwindung braucht. Depression lässt sich meistens gut (und schnell) medikamentös behandeln, auch wenn das nicht das primäres Problem ist, ist es ein Anfang. Ein Hausarzt kann auch eine Depression übergangsweise behandeln, bis du ein Termin beim Psychiater hast.


Wg. Therapien:
Es gibt (Auswahl):
Psychodynamisch Imaginative Trauma Therapie (PITT) - wird eher stationär eingesetzt, mitunter Behandlung der PTBS, dissoziation nach Trauma, Borderline- es ist ein kurze intensive Therapie.

Psychoanalyse - basiert auf unbewusste Prozessen, Traumdeutung, der Patient redet, muss aber in gewisse Weise selber das Problem erforschen mit Unterstützung/Anstösse der Therapeut. (kann auf ca. 200 Stunden hinauslaufen)

Tiefenfundiert ist ähnlich zu Psychoanalyse. Es ist ebenfalls auf Verdrängung, Triebe und Konflikten basiert, man arbeitet von Kindesalter zum Erwachsenenalter durch. Es gibt aber leicht verschiedene Ansätze je nach Therapeut und Ausbildung. Wird auch bei Trauma, Konversionsstörungen eingesetzt. Ist etwas aber nicht viel kurzer als ein Psychoanalyse

(kognitive) Verhaltenstherapie - da lernt man u.a. Coping Strategien um mit das Leben zu Recht zu kommen, gute Erfolg bei Angststörungen, Essstörungen, Sucht usw. aber auch bei manche Formen der Postträumatische Belastungsstörung.

Es gibt auch andere Ansätze, jedoch sind diese meistens keine Kassenleistung.

Wie du siehst gibt es einige verschiedene Ansätze, daher nicht aufgeben!
Alles Gute
Muppet

Melony
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 13
Registriert: 31.01.11, 22:11

Re: Dissoziative Identitätsstörung

Beitrag von Melony » 30.04.11, 16:19

Mir wurden schon vor einiger Zeit Antidepressiva verschrieben. Ich war vorab schon skeptisch und habe dann letztendlich nach 2 Wochen einnahme abgesetzt. Es hat eigentlich nur alles schlimmer gemacht. Will darauf jetzt nicht groß darauf eingehn weil es leider niemand versteht bzw nachvollziehen kann aber in meinem Fall ist es suboptimal.

Ich bin momentan bei einem tiefenfundiert ausgelegten Therapeuten. Dieser wurde mir von der Arche empfohlen, falls das hier ein Begriff ist.

Ich weis nicht ob das üblich ist, aber mein Therapeut stellt mir kaum Fragen. Die ersten paar Stunden schon aber mittlerweile kommt garnichts mehr. Da ich eigentlich schon alles erzählt habe und von ihm kaum etwas kommt, sitzen wir uns teilweise Minuten schweigend gegenüber.
Als ich ihn darauf ihn hingewissen hab das er mir ruhig Fragen stellen kann falls er etwas wissen will, hat er sich bedankt :?: Kam mir etwas blöd vor :?

Muppet
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 4365
Registriert: 10.01.07, 16:48

Re: Dissoziative Identitätsstörung

Beitrag von Muppet » 01.05.11, 16:03

Hi Melony,
Antidepressiva brauchen mind. 2 Wochen um überhaupt zu funktionieren, da die Gehirnsynapsen, Transmittersysteme usw. erstmal sich umstellen müssen, und es etwas Zeit braucht.
Das mit der Schweigen- das ist ein Ansatz wie bei der Analyse- der Patient soll einfach reden, frei assoziieren usw. und der Therapeut hört zu/deutet es.
Natürlich wenn es nur noch zum Schweigen kommt, ist es etwas unangenehm!
Alles Gute
Muppet

Melony
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 13
Registriert: 31.01.11, 22:11

Re: Dissoziative Identitätsstörung

Beitrag von Melony » 28.06.11, 20:37

Ich meld mich mal wieder ich erwarte zwar nichts aber man kann es ja versuchen.

Mir geht es nicht besser sondern immer schlechter, ich komme einfach nicht weiter.

Mittlerweile hab ich 2 medikamente hinter mir, ich hab keine veränderung wahrgenommen.
Mir wurde empfohln mich in eine klinik einweisen zu lassen aber dem kann ich nichts abgewinnen. Ich denke nicht das mir dort geholfen werden kann.

Ich bin 18 jahre alt ich denk jeden Tag daran mich umzubringen, ich seh einfach keine Hoffnung mehr weil sich nach einem Jahr einfach nichts getan hat und ich quäl mich nur noch durch den Tag.Therapie geht nicht voran, was aber nichts mit dem Therapeuten zu tun hat. Dazu noch den Stress mit der Schule etc, ich krieg das alles nich auf die Reihe. Seh die Leute um mich rum die glücklich sind und ihr Leben leben und genießen und das zieht mich noch mehr runter.
Ich hab einfach keine Kraft mehr.

Hier kann mir auch nicht geholfen werden das weis ich, aber ich musste das jetzt einfach niederschreiben.

Antworten