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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Seelisches Problem, oder doch Körperlich?
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BeitragVerfasst: 23.04.18, 16:08 
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Registriert: 08.12.16, 20:40
Beiträge: 5
Liebe Forumsgemeinde,

ich wende mich nun schon sehr verzweifelt an euch, da mir mittlerweile die Ideen ausgehen.

Seit Anfang 2014 bin ich in Psychotherapie. Angefangen hat alles damit, dass mir vor Augen immer schwummrig wurde, mir übel wurde und ich völlig zitternd, nervös und panikgeplagt atmend im Bett lag und mich letzten Endes in Richtung Toilette begab. Danach war der Zauber vorbei und mir ging es wieder gut.
Mein damaliger Arzt machte sämtliche Untersuchungen (CT, MRT, Blutbefund, EKG), konnte körperlich aber nichts finden und diagnostizierte letztlich eine Angststörung.

Seither bin ich in Therapie und konnte, nach Beginn der Einnahme von 37,5 mg Venlafaxin im August 2014, ein paar kleinere Erfolge erzielen. Der große Durchbruch um endlich völlig beschwerdefrei zu sein blieb bislang aus. Nun habe ich, März 2017, die Einnahme von Venlafaxin abgesetzt und konnte einige Monate auch ohne Probleme damit leben. Doch seit September 2017 ging es wieder rapide bergab.

Nicht mehr sicher, ob es tatsächlich ein rein psychisches Problem ist, begab ich mich in der Zwischenzeit auf die Suche nach Alternativen und fand eine Behandlungsmethode der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) in Form von Kräutereinnahmen und Akkupunktur. Der behandelnde Arzt meint, dass meine Symptome (Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Zittern, Kältegefühl in allen Gliedmaßen) im Zusammenhang mit Energieblockaden stehen. Nur leider merke ich auch bei dieser Art der Therapie mäßig bis keine Veränderungen.

Die Psychotherapie habe ich bislang ununterbrochen fortgesetzt, bin auch alle 2 Wochen beim Therapeuten. Dieser meinte, da wir meine Vergangenheit bislang bereits mehrfach durchsprochen hatten, dass ich einfach mit einer Neigung zur Depression geboren wurde und dies auch Teil meines Wesens ist, ähnlich wie jemand, der mit einem Herzfehler zur Welt kommt.
Ich kann das so aber offen gestanden nicht akzeptieren und möchte nicht ewig damit leben müssen.

Es gilt noch zu Erwähnen, dass es durchaus mehrere Stunden oder sogar einzelne Tage gibt, an denen ich vollkommen beschwerdefrei bin, so als wäre nie etwas gewesen.
In diesen Momenten fühle ich mich im Körper wie auch im Geist vollkommen klar und unbeschwert und habe das Gefühl im Vollbesitz meiner Kräfte zu sein.

Timeline:
November/Dezember 2013 - Beginn der Beschwerden
März/April 2014 - Beginn Psychotherapie
August 2014 - Beginn Antidepressiva (Venlafaxin 37,5 mg 1x/Tag)
Oktober 2014 bis Frühjahr 2015 - merkliche Besserung meines Gesamtzustandes im Vergleich zu vor den Tabletten
Sommer 2015 bis Februar 2017 - relative Stabilität des Gesamtzustandes mit leichten bis mäßigen Schwankungen (keine derartigen Tiefs mehr wie vor den Tabletten)
Februar 2017 - Erkrankung an einer Lungenembolie (der TCM Arzt meinte im Nachhinein, das hängt mit der Störung des Energieflusses zusammen, Venlafaxin kann lt. Krankenhaus nicht der Auslöser sein, da diese eine leicht blutverdünnende Wirkung haben)
März 2017 - Absetzen der Antidepressiva
April 2017 bis Oktober 2017 - schleichende Verschlechterung des Gesamtzustandes hinsichtlich Stabilität, erste Tiefs mit Symptomen wie am Anfang waren Ende August, Anfang September spürbar
Oktober 2017 bis Februar/März 2018 - Starke Tiefs wie zu Beginn
März 2018 bis heute - langsames Zurückgewinnen an Stabilität durch Einnahme von 5-HTP Komplex (1x 100 mg am Morgen, 1x 100 mg am Abend), keine Stabilität wie zu Zeiten der Antidepressiva.

Von der Psychotherapie habe ich mir innerhalb von 4 Jahren wesentlich mehr Erfolg erwartet, weshalb ich momentan nicht sicher bin ob die Psyche den Körper oder der Körper die Psyche beeinflusst. Meditation hilft oft, aber nicht immer wenn solche "Attacken" wieder auftreten.

Ich hoffe jemand von euch hat eine Idee wo ich noch suchen kann, mit meiner Weisheit bin ich derweil am Ende.

Vielen Dank im Voraus an alle Helferinnen und Helfer!


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BeitragVerfasst: 15.05.18, 00:05 
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Interessierter

Registriert: 08.08.17, 17:42
Beiträge: 7
Also eigentlich lese ich hier vor allem, dass es dir schon mit einer sehr geringen Dosis an AD deutlich besser geht. Auch dieses 5htp ist ja ein Art Antidepressiva. Der Unterschied ist der, das Venlafaxin in der Dosierung nur selektiv auf den Serotonin- Haushalt wirkt. Während dieses 5htp nicht selektiv wirkt.
ADs merkt man in ihrer Wirkung auch nur, wenn man Depression hat. Gesunde merken nur die Nebenwirkungen und keine Verbesserung. Wenn es dir mit dem Venlafaxin besser ging, es aber immer noch zu Schwankungen kam, warum wurde dann keine höhere Dosis versucht?
Du machst seit 4 Jahren Psychotherapie? - Das sind dann so grob 80-100 Std. Die bekommt man doch nicht so einfach von der Krankenkasse genehmigt...da muss also eigentlich schon ordentlich was sein.
Wenn du dir von deiner Therapie mehr versprochen hast gibt es zwei Optionen: du spricht mit deinem Therapeuten und ihr passt ggf die Therapieziele an. Oder du versuchst mal einen anderen.
Warum kannst und willst du denn nicht akzeptieren, dass du jemand bist, der zu Depressionen neigt? - Akzeptieren, Annehmen das es so ist erleichtert dir die Situation. Du kämpfst dann nicht mehr gegen etwas, was du nicht ändern kannst.
Ob deine Erkrankung vielleicht auch organische Ursachen hat, kann dir hier niemand beantworten. Aber es liest sich so, als wäre schon sehr viel Diagnostik gelaufen. Mir hat man erklärt, das es normal ist, das sich Körper/ Psyche Wege suchen, einem mitzuteilen, dass die aktuelle Situation nicht gut ist. Und wenn man die ersten Anzeichen ignoriert, sucht er andere Wege und greift zu drastischeren Mitteln. Übelkeit, Erbrechen, Schwindel sind da auch "Klassiker".
Bei mir waren es erst massive Magenprobleme und dann kamen ständige Infekte hinzu. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass Erkältungen und Nebenhöhlen-Entzündungen ( ca. alle 4Wochen) mit der Psyche zu tun haben....

Das es Tage / Phasen gibt in denen es dir gut geht und Phasen die schlechter sind, das ist normal! Kein Mensch hat immer gute Laune. Nur mit Depressionen ist es halt massiver.

Ob du für immer damit leben musst, ist nicht gesagt. Man kann mit Medis und Therapie eigentlich fast immer beschwerdefreie Phasen erreichen. Und man selbst lernt dazu und kann früher reagieren, so dass man nicht mehr so tief und so lange in dem Loch steckt.

Einzige Idee: vielleicht mal in einer Klinik für Psychosomatik durchchecken lassen.


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BeitragVerfasst: 05.06.18, 09:46 
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Interessierter

Registriert: 05.06.18, 09:34
Beiträge: 6
Mein Bruder beschwert sich seit Jahren über "Kopfschmerzen", doch wir alle wissen, es ist alles rein psychologisch. Ich denke schon, dass die meisten Beschwerden von der Psyche kommen. Positive Menschen heilen schneller bzw. werden seltener Krank. Deswegen sollte man auf jeden Falls hin und wieder zur Psychotherapie gehen..Schade, dass das noch nicht von der Krankenkassa bezahlt wird..


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BeitragVerfasst: 09.07.18, 14:44 
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Interessierter

Registriert: 08.12.16, 20:40
Beiträge: 5
Liebes Forum,

danke für eure Antworten.

Ich habe dennoch nochmal alles durchchecken lassen und es wurde nichts körperliches gefunden. Ist jetzt natürlich gut und schlecht gleichzeitig.
Da ich nun den Therapeuten gewechselt habe komme ich vermehrt drauf, dass da einiges im Verborgenen in meiner Vergangenheit liegt, was dann Mücken in der Gegenwart zu Elefanten macht.
Hoffentlich kann der neue Therapeut helfen damit das Leiden ein Ende nimmt.

Nochmals Danke für eure Kommentare.


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