Geschlossene Psychatrie

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Sternchen88
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Geschlossene Psychatrie

Beitrag von Sternchen88 » 21.12.09, 04:56

Hallo!
Hätte mal eine Frage...ist es normal, dass man auf der geschlossen meistens als nicht mehr ganz menschlich angesehen wird? Eingesperrt...Fixierung ist schnell getan (mit ein bisschen Zeit löst es sich auch anders)...Überbelegung im Zimmer ist sowieso normal...ja natürlich Freiheitsberaubung(auch ohne Unterbringung). Medikamentenverweigerung....die man als regelmedikation nahm....starker entzug....als antwort magendarmprobleme!!!wenn man nicht schlafen kann tavor und schlaftabletten...grenzt das nicht schon an körperverletzung??? dann auf der gleichen station von einem anderen arzt hören müssen(ein paar tage später)...natürlich sollen sie diese medikamente weiter nehmen, wer hat das angeordnet...wenn man die so schnell weglässt kann das gefährlich werden...danke!!!dachte ich mir nur noch...wieder einen tag die tabletten genommen und mir ging es vor allem körperlich wieder super. man, schwestern haben da auch nichts zu sagen, ich weiß(die ziehe ich auch nicht so sehr herein)...aber trotzdem danke für die tavor!ne, solche orte will ich keinem empfehlen.was habt ihr für erfahrungen?was denkt über das?ich finde es wirklich als halbe körperverletzung...es hat keine medizinische grundlage gehabt.denn jeder arzt würde mich köpfen, wenn ich selber auf solch eine idee kommen würde. ja, allein das ich starker raucher bin und in der zeit keinen richtigen appetit hatte darauf...habe ich mal geraucht, bin ich beinahe umgekippt. auch so hatte schweißausbrüche, die gestunken haben...konnte nicht lesen...mir war ununterbrochen übel...konnte nicht wirklich schlafen, mir war furchtbar heiß und das gegenteil in ca. 30 sec. wechsel...ja ca. 5 stunden schlafen mit tavor! nein ich will das ganze nicht weiter ausdehnen...aber ich rege mich immer noch so auf. ich war halt gefangen und mich hat keiner ernst genommen, obwohl ich recht hatte. hattet ihr schon mal ähnliches???

Filou81
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Beitrag von Filou81 » 30.12.09, 16:24

Hallo Sternchen,

ich sehe das als absolut nicht normal an und die Regel...ich hab leider schon viel Psychiatrieerfahrungen machen müssen in unterschiedlichsten Kliniken und in einer war ich über 2 jahre lang...dort waren sie sehr menschlich, ich wurde oft Fixiert aber nie ohne Grund....natürlich gab es auch manchmal Missverständnisse unter den Ärzten oder Schwestern, aber dass ist einfach Menschlich....hab viele schlimme Dinge erlebt, auch Zwangsunterbringung usw...aber wie gesagt, es gab damals Gründe dafür...

in einer anderen Psychiatrie wurde ich eigentlich nur alleine gelassen, niemand war da zum reden, niemand half mir, dort fand ich es richtig, richtig schlimm.


Auch weiß ich von einer Bekannten , dass sie sehr, lange unmenschlich in einer Psychiatrie behandelt wurde und es die Hölle war...es gibt solche und solche Psychiatrien, aber die müssen sich auch streng an Regeln halten und Fixierungen dürfen nicht ohne Grund durchgeführt werden, dass dies manchmal auch nicht so läuft wie es laufen solte hab ich selbst erlebt...aber in dieser Klinik wo ich 2 Jahre war, wurde ich immer als Mensch gesehen und behandelt....also es ist absolut nicht die Norm....

lg filou81

Mandalakind
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Beitrag von Mandalakind » 30.12.09, 18:10

Liebes sternchen,

ob das normal oder nicht normal ist, kann ich nicht sagen - es SOLLTE jedenfalls nicht sein! ;)
Darf ich fragen, warum du da warst?
Weil ich hab schon bei manchen Krankheitsbildern gehört, dass sie so und so mit Menschen umgehen.
Ich würde grundsätzlich versuchen, ruhig zu bleiben, und wenn irgendetwas deiner Meinung nach falsch läuft nach dem zuständigen Arzt verlangen.
Versuch um alles in der Welt nichts zu nehmen, was du nicht kennst!!
Die Pfleger müssen halt "ihre Arbeit machen" und wenn du Medis nicht nehmen willst, sind die wohl nur genervt. Aber vllt hast du eine Chance, wenn du ruhig bleibst und sagst, dass du den Arzt sprechen möchtest, weil du das noch nie bekommen hast oder so.

Liebe Grüße

Sternchen88
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Beitrag von Sternchen88 » 30.12.09, 22:53

Hallo!
War damals zur "eigenen" Sicherheit(oder Krisenintervention) in der Klinik. Hatte wieder getrunken und bin ein wenig ausgetickt. Meine Betreuer haben da erwartet, dass ich in die Klinik gehe. War am ersten Abend nicht so ganz bei mir...dachte aber, dass ich meine normalen Medikamente weiter bekomme. War wie gesagt nicht so...auch bei der Visite(nächster Tag) haben sie mir nicht geglaubt, dass ich dies und jenes nehme(war vor einem guten Monat davor schon mal dort)haben sich nur auf die Daten berufen...in der Zwischenzeit hatte ich die einen Tabletten mit meiner Psychaterin erhöht. Selbst die Medikamente, die ich damals bekommen hatte, habe ich nicht mehr bekommen...alles weggenommen und was ganz neues dazu. Dies sollte man auf keinen Fall machen, würde einem fast jeder Arzt sagen. War auch sehr down...konnte mich nicht so richtig wehren...da dann auch we. war, wollten die Schwestern auch nicht unbedingt einen Arzt hinzuziehen...so wichtig war es wohl nicht...und die können mir die Tabletten auch nicht geben. Dafür habe ich Tee bekommen, weil sie dachten ich hätte Magen Darm mäßig was...wieso sollte mir sonst schlecht sein, Kreislaufprobleme etc. keiner hatte mir geglaubt/oder konnte nichts ändern, dass es eben an den Tabletten liegt. Meine Bestätigung kam dann als mir der Arzt 4 Tage später (bei der Entlassung) sagte, dass es eigentlich gut ist, wenn ich diese Tabletten weiter nehme...und man sie nicht so schnell absetzen soll etc. und er das nicht ganz versteht warum das angeordnet wurde...aber zu Hause soll ich sie auf jedenfall weiter nehmen...die Symtome, die ich hatte beziehen sich auch auf das weglassen der Medikamente. War froh bestätigt zu werden und froh weg zu sein und zu Hause die Tabletten zu nehmen. Wurde abgeholt und in der "normalen" Welt kam ich kaum klar...wäre beinahe in ein Auto gelaufen...habe mich total auf Droge oder so ähnlich gefühlt. Als ich zu Hause meine Medikamente, die ich davor hatte wieder genommen habe...gings mir nach ein paar Stunden deutlich besser und am nächsten Tag war ich wieder ganz normal. Konnte alles machen.Nach dem ganzen Frage ich mich da doch, was war der Sinn des Ganzen??? Ein paar Horrortage. Zur Abschreckung?
Naja, hatte auch bessere Klinikerfahrungen...aber eher in Langzeittherapie. Auf der geschlossenen hatte ich eher diese Sache und halt Aufbewahrung erlebt.lg

plasticDOLL
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Beitrag von plasticDOLL » 03.01.10, 22:19

Hallo,

also einige der beschriebenen Dinge kenne ich aus eigener Erfahrung. Überbelegung, Stress der Ärzte und Betreuer, etc. Aber das liegt leider daran, dass zu wenig Plätze vorhanden sind. Die Zahl psychischer Erkrankungen die stationärer Therapie benötigen sind in den letzten Jahren extrem gestiegen, über die Ursachen lässt sich streiten.
Allerdings habe ich trotzdem durchweg positive Erfahrungen gemacht. Ich wurde nie gezwungen Medikamente zu nehmen, man hat das immer mit mir abgesprochen und selbst im Krisenfall abgewägt. Auf meinen Wunsch hin wurden mir sämtliche Informationen über die Wirkweisen gegeben, ich bekam alles mögliche auch aus dem Internet. Allerdings war ich auch sehr kooperativ und überzeugend.
Ich schätze es kommt auch immer auf den Zustand einer Person an, ob man ihr selbstständige Entscheidungen zumuten kann. Du sprichst das Medikament Tavor an, welches dir trotz vorheriger Regelmedikation verweigert wurde. Das ist etwas schwierig. Wenn die Ärzte nicht vorher an die Infos kommen, was du bekommst, dann ist das problematisch. Tavor fällt unter das BTMG und ruft eine Abhängigkeit hervor. Man hätte dir zumindest ein Ersatzpräparat verabreichen müssen.
Zum Fixieren..das wird normalerweise nur gemacht, wenn das Bedarfsmedikament im Krisenfall verweigert wird (ob von Erziehungsberechtigten oder dem Patienten selbst).
Und schlussendlich zum alleingelassenwerden. Das ist eigentlich nur auf offenen Stationen der Fall. Auf geschlossenen wird dir regelrecht Betreuung aufgezwungen. Ich war einmal zum falschen Zeitpunkt auf einer offenen und wurde nach einer Woche unter Bedarfsmedikation weggeschickt, in die geschlossene. Hatte zu viel Verantwortung.

Joah..deswegen würde ich, bevor ich nach Afrika oder für krebskranke Kinder spende (was sicher auch ne gute Sache ist), eher an eine psychiatrische Einrichtung spenden!! Die brauchen das nämlich auch.

Lg

Sternchen88
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Beitrag von Sternchen88 » 04.01.10, 03:14

Danke für die Antwort...wie du das alles beschreibst, kommt mir das auch verständlich vor...jedoch zu dem Tavor...(habe mich vielleicht falsch ausgedrückt) habe eben nicht die Regelmedikation weiter bekommen...sondern dann Tavor...hätte auch mehr davon bekommen...wenn ich oft genug gefragt hätte...aber am einfachsten wäre meine Regelmedikation...habe diese auch nach der Klinik weiterhin wieder nehmen sollen.lg

jaeckel
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Beitrag von jaeckel » 06.01.10, 10:24

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Sternchen88
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Beitrag von Sternchen88 » 13.01.10, 00:39

Sorry, achte eigentlich auf die Regeln. War nur leider so in Fahrt...

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