Lorazepam-Entzug

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Melcita
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Re: Lorazepam-Entzug

Beitrag von Melcita » 03.03.14, 17:11

danke Muppet! ich gebe mein bestes.

Ich hoffe meine letzte frage: gilt es eigentlich trotzdem als totaler kaltentzug auch wenn die valproinsäure mir die symptome aufgefangen hat???
ich hoffe doch sehr das die körperlichen symptome nicht wieder nach kommen nachdem die Säure völlig aus dem blut draußen ist.

danke für deine geduld.

error6
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Re: Lorazepam-Entzug

Beitrag von error6 » 03.03.14, 17:39

Hallo Melcita!
Da ich mit den genannten Medikamenten keinerlei Erfahrungen habe kann
ich Dir nur zum Entzug im Allgemeinen etwas sagen.
Da mein Abhängigkeitspotential mehr als hoch ist, war ich von vielen Medikamenten, welche
ich notgedrungen nehmen musste, süchtig.
Der körperliche Entzug war mal mehr, mal weniger gut zu bewerkstelligen.
Körperliches Unbehagen wie Magenprobleme usw. wurden mit Beruhigungstee und viel
Ruhe und Schlaf angegangen.
Sehr viel spielt sich aber auch im mentalen Bereich ab. Du machst den Entzug und achtest auf jede
Veränderung, welche Du zu verspüren meinst. Wobei "meinst" wörtlich zu nehmen ist.
Wenn es dir körperlich halbwegs gut geht, geh` spazieren, lenke dich ab, Aber sitz nicht zu Hause und lies die Beipackzettel, was auf dich zutreffen könnte an Nebenwirkungen.
Ich selbst habe eine Fentanylabhängigkeit auch zu Hause bewältigen wollen, bin vier oder fünf mal
von 200 runter auf 12,5 gekommen. Die letzte Reduktion auf Null habe ich nie geschafft.
Ich bin dann in eine Schmerzklinik gewesen und mit einem mehr als guten Arzt habe ich den
Entzug innerhalb von nur 10 Tagen geschafft. Einzige Unterstützung war ein Antidepressiva, welches
ich nach 6 wochen ohne Probleme ausgeschlichen habe. Selbst nach 10 Tagen musste ich es
ausschleichen, wegen dem "Potential"... Was unbedingt dazu gehörte, war bedingungsloses Vertrauen zu dem Arzt, also was er sagte, war Gesetz.
Ich traue dir diese Stärke zu, Du musst und wirst es schaffen. Was denn auch sonst???
Also, Augen zu und durch, die paar Tage gehen auch rum.
Und, achte nicht auf negative Veränderungen, achte auf die guten, die gibt es nämlich auch jeden Tag. Tag für Tag wird es etwas besser werden und irgendwann `biste durch`.
Alle Gute!
:) Peter

Daya
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Re: Lorazepam-Entzug

Beitrag von Daya » 04.03.14, 15:35

Es geht ihr heute sehr sehr schlecht. Morgen hat sie Gesprächstermin in der Klinik

Muppet
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Re: Lorazepam-Entzug

Beitrag von Muppet » 04.03.14, 18:41

Mist.
Aber gut, dass sie so schnell ein Gesprächstermin gekriegt hat. Sag wie es ging.
Aber ich befürchte ohne Antidepressiva ist wenig "auf die Schnelle" zu machen.
Gruß
Muppet

Daya
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Re: Lorazepam-Entzug

Beitrag von Daya » 05.03.14, 18:56

Das Gespräch war super. Die Ärztin hat sich viel Zeit genommen und hat meiner Tochter genau erklärt, warum die Gaba-Rezeptoren NICHT zerstört sind und warum auch ihr Gehirn nach wie vor intakt ist. Für ne Weile war sie überzeugt, dann kamen wieder die Zweifel.
Jedenfalls hat die Ärztin auch Wege aufgezeigt, wie man medikamentös einwirken KÖNNTE, aber das lehnt meine Tochter ab. Sie wird es schaffen, sie hat Kräfte. Man muss ihr nur immer wieder sagen, daß sie "wieder normal wird". Von AD hat sie gar nicht mehr gesprochen.
Grüßle

Daya
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Re: Lorazepam-Entzug

Beitrag von Daya » 08.03.14, 18:27

Meine Tochter liegt immer noch im Bett und schafft es kaum in die Küche. "Das Gefühl" ist übermächtig. Allerdings hat sie gestern um 21.00h 10ml=40mg Pipamperon genommen und sehr gut geschlafen und heute übern Tag ging es ihr ganz ok. Kann das am Pipamperon liegen oder kann es sein, daß es ihr einfach so bisschen besser ging? Ihr ist es wichtig, da zu unterscheiden.
Danke und Gruß Daya

Muppet
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Re: Lorazepam-Entzug

Beitrag von Muppet » 08.03.14, 19:01

Hallo,
vermute es liegt an der Neuroleptikum. Besonders wenn die Verbesserung plötzlich stattgefunden hat.
Dieses Mittel kann auch sehr müde machen.
Gruß

Muppet

Daya
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Re: Lorazepam-Entzug

Beitrag von Daya » 08.03.14, 19:07

Hat das so ne lange Wirkdauer? Immerhin hat sie es gestern Abend um 21.00h genommen und seitdem nix mehr.

Muppet
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Re: Lorazepam-Entzug

Beitrag von Muppet » 09.03.14, 08:09

Hallo,
Pimpamperon hat ein ziemlich lange Halbwertszeit - bis ca. 22 Stunden.
Gruß
Muppet

Daya
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Re: Lorazepam-Entzug

Beitrag von Daya » 09.03.14, 08:19

Ok danke. Dann ist sie ihrem Wunsch, daß es ihr "natürlich" gut geht, nicht weiter. Oje. Es ist ein Drama.

Muppet
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Re: Lorazepam-Entzug

Beitrag von Muppet » 09.03.14, 08:37

Hallo Daya,
psychische Probleme brauchen leider Zeit. Müssen durchgearbeitet und verarbeitet werden. Vor heute auf Morgen wird es nicht passieren. Und ihr habt eine komplexe Situation.
Plötzliche Verbesserung -> Medikamente. Aber immerhin eine Verbesserung.
Gruß
Muppet

Daya
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Re: Lorazepam-Entzug

Beitrag von Daya » 09.03.14, 09:04

Ja, danke Muppet, für Deine Unterstützung. Sie ist sehr ungeduldig (verständlicherweise) und hat vor allem panische Angst, daß das nun für immer so bleibt. Die Psychiaterin hat ihr allerdings bestätigt, dass "das Gefühl" auch ohne Medis wieder weggeht, daß es eben dauert. Sie sagt, sie kann nicht damit leben, daß es ihr nur durch Medis gut geht.

Meine Tendenz ist auch zu Psychotherapie (schon lange), aber hier sagt die Psychiaterin, daß sie das im Moment nicht für sinnvoll hält, weil die Tochter zu agitiert ist und immer nur fragen würde, ob das jetzt für immer so bliebe...

Allgemein denke ich, daß sie in guten Händen ist. Sie hat 1x wöchentlich ein Gespräch und die Ärztin nimmt sich immer Zeit. Meine Tochter hatte jetzt auch schon 2x angerufen in ihrer Not und auch da haben sie bestimmt 45 Min telefoniert.

Gruß Daya

Muppet
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Re: Lorazepam-Entzug

Beitrag von Muppet » 09.03.14, 11:28

Hallo,
man muss erstmal etwas medikamentös stabilisieren, dann mit einen Therapie anfangen, jedoch wäre es sinnvoll jetzt einen Therapie zu organisieren - es kann dauern, bis Plätze frei werden (Wochen bis Monaten) und so kommt man auf die Warteliste. Stabiisierung sollte mit Medikamenten relativ schnell gehen.
Gruß
Muppet

Daya
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Re: Lorazepam-Entzug

Beitrag von Daya » 09.03.14, 12:54

Hallo Muppet,
das mit der Psychotherapie wäre nicht sehr problematisch, weil das KH eine solche Station hat. Aber natürlich muss erst mal stabilisiert werden.
Die Psychiaterin hat Mirtazapin vorgeschlagen, zu einem späteren Zeitpunkt dann wegen "des Gefühls" Olanzapin, worüber wir sehr erschrocken sind.
Was hältst Du von Doxepin?
Was sie noch vorgeschlagen hat, wäre eine milde kontrollierte Dosis Diazepam und dann später ausschleichen. Damit sind wir aber nicht so richtig einverstanden, weil der Entzug doch eigentlich überstanden ist?
Was sind Deine Gedanken hierzu?
Morgen hat sie wieder ein Telefonat mit der Ärztin. Kannst Du uns Impulse geben?
Danke und Gruß Daya

Muppet
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Re: Lorazepam-Entzug

Beitrag von Muppet » 09.03.14, 14:08

Vergiss nicht - bin keine Ärztin!
Aber, persönlich würde ich eher, wenn möglich, mit Antidepressiva gehen - weniger Nebenwirkungen, als Neuroleptika.
Psychotherapie wird aber auch ambulant ablaufen müssen - stationär ist ja begrenzt und oft nicht so intensiv, und auch Psychosomatische Stationen (nicht mit Psychiatrie zu verwechseln) haben Wartezeiten.
Gruß
Muppet

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