Über(be)völkerung

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Meliodas
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Über(be)völkerung

Beitrag von Meliodas »

Über(be)völkerung
In welchem Ausmaß trägt die physische Realität der Überbevölkerung zu Feindseligkeit und sozialem Krankheiten bei, die in Städten wie New York, Philadelphia, Newark, Detroit, Chicago, Tokio, Kalkutta, London u. a. So offenkundig sind?
Im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte würde von J. B. Calhoun am National Institute of Mental Health die gründlichste Untersuchung der Beziehungen zwischen Bevölkerung, physischer Umwelt und sozial-emotionalem Verhalten bei Tieren vorgenommen (Calhoun 1962, 1971) .
Kolonien wilder oder zahmer Ratten oder Mäuse wurden in einer künstlichen Umwelt aufgezogen, in der Wirkungen einer wachsenden Bevölkerung über mehrere Generationen beobachtet werden konnten.
In einer Versuchsreihe wurde eine Art „Behausungsprojekt“ entwickelt, in dem es 4 untereinander verbundene Einheiten gab, die über eine Wendeltreppe gelangen zu können, mussten die Tiere die innen gelegenen passieren, die somit bald zum Brennpunkt sozialen Geschehens wurden.
Als die Population auf 80 Ratten angewachsen war – 48 wären optimal gewesen - , begannen „fehlerhafte“ oder lebenzerstörende Verhaltensweisen aufzutreten.
Obwohl Rohstoffe wie Nahrung und Material zum Nestbau in reichlichem Umfang vorhanden waren, kam es häufig zu bösartigen Kämpfen zwischen den männlichen Ratten, ebenso zu Angriffen auf die weiblichen und jungen Tiere ohne Veranlassung.
Einige männliche Tiere waren hyperaggressiv, während sich andere zurückzogen und passiv wurden. Hyper- Homo- und Bisexualität nahmen in erschreckendem Ausmaß zu.
Die soziale Ordnung brach völlig zusammen bis hin zu dem Punkt, an dem normale Aktivitäten wie Nestbau und Kinderpflege von den weiblichen Tieren eingestellt wurden.
Kannibalismus auftrat und kein Kind die Entwicklung zur Reife erreichte.
In einer anderen experimentellen Version, in der die hoch Haus “ um ein offens Gebiet angeordnet waren, gab es wiederum Nahrung und Nestbaumaterial, und die Tiere waren nicht Bedroht von Krankheitskeimen, Raubtieren, Regen oder Schnee.
Hier begann der der Zusammenbruch, als angenehm physischen Räumlichkeiten und sozialen Rollen ausgefüllt waren. Dominante männliche Tiere brachen allmählich bei der Verteidigung ihrer Territorien völlig zusammen.
Muttertiere vertrieben ihre jungen sehr früh aus den Nestern und wurden aggressiver und dominierter.
Junge Ausgewachsen Tiere hörten auf, um ein eigens Territorium zu kämpfen, und begann ein eigenes pathologisches leben auf den Straßen auf den offenen Gebietes.
Fortpflanzung wurde eingestellt.
Die letzte Maus starb weniger als 5 Jahre nach beginn der Untersuchung.
AUS DEM BUCH: PSYCHOLOGIE von P.G. Zimbardo
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