Wirkstoffempfehlung für SIBO durch Milchsäurebakterien

Wechsel-, Neben-, Wirkungen, Einnahme- und Dosierungsempfehlungen, Haltbarkeit, Entsorgung von Arzneimitteln / Medikamenten

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ashwagandhaRoot
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Wirkstoffempfehlung für SIBO durch Milchsäurebakterien

Beitrag von ashwagandhaRoot »

Hallo,

ich behandle aktuell einen Patienten der an einer Dünndarmfehlbesiedlung durch Milchsäurebakterien leidet. Wir vermuten, dass es sich um Lactobacillus oder um Bifidobacterium handelt. Genau konnten wir dies leider nicht abgrenzen. Eine Behandlung erfolge mit Cotrimoxazol, welches nach Angaben des Patienten sehr gut gegen die Symptome half. Leider musste der Patient dies nach einigen Tagen wieder absetzen, da sich die Laborparameter der Schilddrüse auffällig entwickelten. Ich habe nun Schwierigkeiten einen geeigneten Wirkstoff auszuwählen und bin für Vorschläge offen. Bereits zum Einsatz gekommene Wirkstoffe, die sich leider als wirkungslos erwiesen haben sind:
-Rifaximin
-Metronidazol
-Amoxicillin/Clavulansäure

Vielen Dank für Ihren Rat
M. O.
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jaeckel
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Re: Wirkstoffempfehlung für SIBO durch Milchsäurebakterien

Beitrag von jaeckel »

Jedes Antibiotikum beeinflußt das Mikrobiom des Darms negativ. Nach 4 unterschiedlichen "AB-Kuren" hat der Patient a.e. einen dauerhaften Schaden, der Studien zufolge wohl eine Dysbaktrie für über 12 Monate zu Folge haben dürfte.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Klinische Akut- und Notfallmedizin
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Wirkstoffempfehlung für SIBO durch Milchsäurebakterien

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Abend,
was bedeutet " Fehlbesiedelung"? Wie kommen Sie darauf? Beide von Ihnen genannten Bakterienarten gehören ja-wie Sie sicher wissen- zu der normalen Standortflora im Darm. Wo soll der Sinn sein, diese nützlichen Bakterien mit diversen Antibiotika zu vernichten? Da ist mir einiges unklar. Wie wurde das Krankheitsbild diagnostiziert? Erfolgte die Einsendung einer Stuhlprobe? Welche Symptome?
Sie sehen, es stellen sich viele und wichtige Fragen. Ich sehe gerade, dass sich mein Beitrag nnit dem von Kollegen Jaeckel überschnitten hat-dennoch hilft die Beantwortung meiner Fragen evtl. weiter.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.
ashwagandhaRoot
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Re: Wirkstoffempfehlung für SIBO durch Milchsäurebakterien

Beitrag von ashwagandhaRoot »

Lieber Herr Fischer,
Lieber Jaeckel,

Hauptbeschwerde ist ein Nebel im Kopf oder auch Brainfog nach dem Essen, welcher nach 30 Minuten beginnt und einige Stunden anhält. Der Patient hat angegeben große Mengen an Probiotika über einen Zeitraum von 8 Monaten verwendet zu haben. Beschrieben werden diese Symptome in den Ergebnisse von Satish Rao. Verursacht werden diese durch eine Dünndarmfehlbesiedlung durch Milchsäurebakterien, dem Anschein nach ausgelöst durch Probiotika. https://journals.lww.com/ctg/Fulltext/2 ... een.6.aspx Daraufhin wurde beim Patienten D-Laktat vor und 90 Minuten nach dem Essen gemessen. Es zeigte sich ein signifikanter Anstieg, während L-Laktat im Normalbereich lag. Da D-Laktat im Gegensatz zu L-Laktat deutlich langsamer vom Organismus metabolisiert wird und zudem in größeren Mengen toxisch auf Nervenzellen wirkt (im Gegensatz zu L-Laktat welches auf natürliche Weise vom Körper selbst produziert wird) ist anzunehmen, dass die geschilderten Beschwerden in Verbindung mit dem D-Laktat stehen.
Getestet wurde der Patient bereits auf Lebensmittelallergien, die Blut-Hirn-Schranke wurde gemessen (mit Kontrastmittel), das MRT des Gehirnes zeigt keine Ausfälligkeiten, genauso wie das EEG. Als Vorerkrankungen gibt er lediglich Rosazea an. Er ist zudem in Behandlung bei einem Umweltmediziner bei welchem er eine Chelat-Therapie für insgesamt 10 Monate zwecks Schwermetallausleitung absolviert. Die Beschwerden traten nach 5 Monaten auf. Patient sieht nach eigenen Angaben keinen Zusammenhang mit den Infusionen, die in einem Abstand von einem Monat verabreicht werden. Auch vor dem Hintergrund der Chelat-Therapie erfolgte die neurologische Untersuchung.

Sie beide haben vollkommen recht. Die Situation für den Patienten ist allerdings mittlerweile kritisch. Er ist seit der Erkrankung aufgrund des Nebels im Kopf nach den Mahlzeiten anscheinend außer Stande zu Arbeiten. Er gibt außerdem an, dass die Beschwerden seine Lebensqualität inzwischen soweit heruntergesetzt haben, dass er selbstmordgefährdet ist. Er befindet sich inzwischen in psychischer Behandlung. Nachdem ich mir ein Bild der Verfassung des Patienten gemacht habe, muss ich sagen, dass eine Dysbakterie, auch für einen langen Zeitraum von 12 Monaten, hier anscheinend das kleinere Übel ist.

Vor diesem Hintergrund bin ich auf der Suche nach einem geeignetem Antibiotika welches gegen grampositive, anaerobe Bakterien wirkt, ohne einen weiteren Misserfolg auf Kosten der Gesundheit des Patienten zu erleben.

lg
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Wirkstoffempfehlung für SIBO durch Milchsäurebakterien

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,
das überschreitet meine Kenntnisse-sorry.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.
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