Kostengünstige Allzweckwaffe: Psychomatische Ursache

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Lillyfee78
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Kostengünstige Allzweckwaffe: Psychomatische Ursache

Beitrag von Lillyfee78 » 03.03.09, 14:05

da es hier auch gut hinein passt, meine Ansicht zur neuen "Generation" der allumfassenden psychsomatisch bedingten Krankheitsbeschwerden:

Hintergrund :
Patientin chron. erkrankt seit 10 Jahren nun zusätzlich aktuell
Osteochondrose an 4 Wirbeln, Bedrängung der Nervenwurzel bei L5 und beginndende Arthrose der ISG
(zuvor wurden die Beschwerden in Rücken und Beinen auf die Psyche geschoben - Diagnostik und MRT erfolgte erst später auf Hinwirken der Patientin )

>Momentan besteht meine einzig psychische Belastung darin, dass ich ohne jegliche Behandlung oder zumindest nur Tips für Behandlungen "abgeschoben" fühle oder man mit der Alzweckwaffe "Psychosomatik" schwingt,ehe überhaupt somatisch alles abgeklärt ist.
In meinen Augen ein mehr als riskantes Vorgehen !

Eein guter Arzt zeigt sich in meinen Augen darin wie schnell eher einen mit einem psychosom.Konsil abspeist bzw. nach Hause schickt.

3 Ärzte entgegneten mir im Übrigen auf meine Frage
"wenn sie meinen, dass das alle psychosomatisch ist, wie sieht denn dann der Plan B aus und wie soll es nun weitergehen" mit einem

" das ist leider nicht mein Fachgebiet"

ein guter Arzt beweist sich zum Einen, wenn er seine Grenzen/das Endes seines Fachwissens aufzeigt, ABER auch darin wie gut sein Netzwerk ist, wo er die Patienten mE weiter überweisen bzw. hinschicken kann und eben NICHT allein sich selbst überlässt. Hier kein eine simple Heilmittelverordnung für Physiotherapie - auch psychologisch ! - schon helfen.
Der Patient fühlt sich betreut und nicht abgeschoben. Er erlernt zusammen mit dem Physiotherapeuten wichtige Dinge für den Alltag, fühlt sich auch dort betreut. Lernt sich und seinen Körper neu kennen und kann mE auch erst so fehlerhafte Lebensführung entschlüsseln und ändern. Allein ist man hier bisweilen doch eher auf diesem Auge blind.

Es gibt genug Menschen, die sich dann nicht auf eigene Wege begeben, recherchieren, Selbsthilfegruppen kontaktieren u.ä -
zu Hause in ihren Schmerzen und Depressionen immer weiter nach unten fallen und am Ende alles noch schlimmer ist, wie es hätte sein müssen.

wie schon gesagt wurde:
rein wirtschaftlich auf lange Sicht nicht wirklich gut überdacht.

Ich arbeite auf GRund einer chron. Vorerkrankung selbst seit nun fast 6 Jahren in der Selbsthilfe und habe in den Jahren zig zum Teil erschütternde Geschichten von Betroffenen gehört.
Eine später nachweislich somatisch bedingt Erkrankung wurde Zeiten zuvor mit Einweisungen in psychsom. Kliniken behandelt oder Anti Depressiva verabreicht.
Der Patient selbst war später psych. wirklich am Ende, aber NICHT wegen seiner Erkrankung selbst, sondern vielmehr auch durch die lange Suche dahin und die vielen Fehlinterpretationen.

Patienten ihre Eigenverantwortung über ihre Gesundheit und ihren Körper zu entziehen, beginnt für mich schon damit, wenn man jegliche Möglichkeiten zur aktiven Gesunderhaltung nicht aufzeigt oder zu rein passiven Mitteln greift - wie zB eine Packung Ibuprofen, welche sich der Patient nach Lust und Laune regelmäßig für unter 5 Euro erwerben kann.

Wenn ich mein Auto mit einer kaputten Zylinderkopfdichtung in die Werkstatt bringe, hilft es mir auch relativ wenig, wenn der Meister mir sagt, dass ich vielleicht falsch gefahren bin oder nicht mehr so viel fahren sollte und überhaupt - vielleicht liegt es nur daran, dass ich noch Winterreifen drauf habe.
Mir als Kunden die Schuld geben, OHNE sich ein Gesamtbild zu verschaffen, geschweige die Ursache zu finden und zu beheben. Das kann es - für meine Begriffe - wirklich nicht sein.>

Andreas Püttmann schrieb darüber einen treffenden Artikel

http://www.christophervogt.de/fileadmin/puetti/pdf/borreliose/puettmann_Das_%20ist_wohl_psychosomatisch.pdf

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