wie auf fehler aufmerksam machen?

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Damiana
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wie auf fehler aufmerksam machen?

Beitrag von Damiana » 27.02.09, 23:53

Hallo,

klingt vielleicht banal, aber wie macht man seinen Arzt auf einen Fehler aufmerksam?
Es geht um einen Facharztbefund den auch mein Hausarzt kennt und in dem meiner Meinung nach die Blutwerte falsch ausgewertet wurden, was den Beiden nicht aufgefallen ist.
Mich hat der relativ gute Wert irritiert (der nicht zu meinen Symptomen passt) und hab irgendwann selbst nachgerechnet und komme auf einen Wert der deutlich schlechter ist...
Will aber auch nicht den Eindruck erwecken ich möchte alles kontrollieren oder besser wissen.
Soll ich erst den Hausarzt oder den Facharzt (von dem der Bericht stammt) ansprechen?
Wie spreche ich es an ohne das es als Kritik/Besserwisserei wirkt?

Viele Grüße Damiana

Angie111
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Beitrag von Angie111 » 28.02.09, 17:10

Hallo,

ganz einfach: sprechen Sie mit dem Arzt, der Sie z.Zt. behandelt bzw. den Sie als nächstes aufsuchen und erzählen Sie ihm, was Ihnen aufgefallen ist bzw. was Sie errechnet haben.
Ist doch kein Problem!

Angie111

Susanne.Reuter
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Beitrag von Susanne.Reuter » 28.02.09, 17:11

Mich interessiert, wie du selber einen Blutwert nachrechnen kannst? Nur weil ich neugierig bin. :)

Ich würde - da es um seinen Bericht geht - den Facharzt direkt ansprechen. Am besten fährt man sicherlich immer mit der freundlich-sachlichen Methode. Man sollte also nicht in der Art: "Sie haben einen Fehler gemacht" anfangen.

Natürlich gibt es das Risiko, dass du für besserwisserisch gehalten wirst. Aber meine Erfahrung ist die, dass auf eine höfliche Nachfrage meist auch keine patzige Antwort kommt.

Ausserdem geht es um dich und deinen Körper und da ist es dein gutes Recht, alles genau zu erfahren.

Susanne

Damiana
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Beitrag von Damiana » 28.02.09, 18:33

Mich interessiert, wie du selber einen Blutwert nachrechnen kannst? Nur weil ich neugierig bin. Smilie


Also Blutwerte kann ich auch nicht ausrechnen... :D
In diesem Fall geht es um den HOMA-Index der sich aus Nüchterinsulin und Nüchternblutzucker berechnet. Die Nüchternwerte waren im Bericht angegeben ein HOMA-Index auch (die Formel dafür allerdings nicht).

Weiss nur nicht wie ich erklären soll das ich extra die Definition der Formel nachschlage und nachrechne... (mach ich ja sonst auch nicht)
Zumal ich den Arzt absolut für kompetent halte und er mit seiner Diagnose bisher weiter kam als alle anderen davor und ich das Gefühl hab das es so langsam für mich in die richtige Richtung läuft... eben deswegen will ich ja nicht das er den Eindruck bekommt ich müsse ihn kontrollieren.

Hab in zwei Wochen einen Termin beim Facharzt (werd dann sagen wie es gelaufen ist...)

Viele Grüße Damiana

Susanne.Reuter
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Beitrag von Susanne.Reuter » 28.02.09, 19:58

Ich sehe jetzt kein Problem darin, dass du das nachgerechnet hast. Denn du sagst ja selber, dass dich die guten Werte im Zusammenhang mit deinen Symptomen stutzig gemacht haben. So würde ich es dem Arzt auch erklären und einfach um eine Erläuterung bitten.

Wer nicht fragt bleibt dumm, heisst es doch so schön. Und fragen kann man alles - man bekommt nur nicht unbedingt auf alles eine Antwort ;-)

Susanne

heidu
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Beitrag von heidu » 01.03.09, 12:48

hallo damiana

HOMA-Index Interpretation

< 1 normal
> 2 Hinweis auf Insulinresistenz
>2,5 Insulinresistenz sehr wahrscheinlich
>5,0 Durchschnittswert bei Typ 2-Diabetikern

liegt berechnungsfehler vor, dann arzt darauf ansprechen.

gruss rudi

Damiana
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Beitrag von Damiana » 01.03.09, 13:33

Hallo Rudi,
die Interpretation kannte ich schon. Trotzdem Danke!
Im Befund steht 1,9 ich berechne 3,3 (ist also schon ein Unterschied)

Mir gings eigentlich darum wie spreche ich es überhaupt an und wie erkläre ich meinem Arzt das und warum ich überhaupt nachgerechnet habe ohne dass der Eindruck entsteht ich möchte alles kontrollieren/kritisieren/besserwissen und damit in gewisser Weise die Kompetenz des Arztes in Frage stellen.

Gerade im Internet und auch hier im Forum trifft man immer wieder auf Patienten, die anscheinend überhaupt kein Vertrauen in die Arbeit ihres Arztes haben und solange nach einer anderen Meinung suchen bis ihnen irgendjemand sagt ja dein Arzt macht Mist :roll:

Wahrscheinlich kann man meine Frage auch gar nicht so genau beantworten wie ich es gern hätte und am liebsten wärs mir das alles wäre schon geklärt... Muss mich eben noch ein bischen gedulden bis ich denn Termin habe.

LG Damiana
Zuletzt geändert von Damiana am 01.03.09, 19:47, insgesamt 1-mal geändert.

heidu
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Beitrag von heidu » 01.03.09, 18:08

hallo damiana,

nach 12-stündiger nahrungskarenz wird morgens nüchtern aus
1 ml naf-blut (glucose) und 1 ml serum (insulin) der homa-index bestimmt.

dieser wert ist nie ganz genau, daher unerheblich ob 1,9 oder 3,3.

über 1 nur ein hinweis, dem weitere testmethoden folgen.

z.b. glucose-toleranz-test, c-pepdid-test, um eine prädisposition zum
diabetes mellitus typ 2 festzustellen.
auch kann es ein risikofaktor frühzeitiger arteriosklerose sein. u.s.w.

also in ruhe abwarten, lassen sie sich von ihrem arzt den hinweis
sowie weitere massnahmen erklären.

gruss rudi

Damiana
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Beitrag von Damiana » 01.03.09, 18:58

Hallo rudi,

dieser wert ist nie ganz genau, daher unerheblich ob 1,9 oder 3,3


??? (Geht zwar an der ursprünglichen Frage vorbei aber wenn dazu jemand Stellung nehmen möchte DASS interessiert mich)

Ich bin kein Arzt und lasse mich durch grenzwertige Werte auch nicht so leicht verunsichern, aber für mich besteht ein Unterschied zwischen einem HOMA-Index von 1,9 oder einem von 3,3...

Blutabnahme war nach 12h Nahrungskarenz
oGTT wurde gleich anschließend gemacht
Was genau Sie mit C-Peptid-Test meist weiß ich nicht, allerdings wurde bei dem oGTT zeitgleich neben Insulin auch C-Peptid bestimmt
(Ich denke nicht dass noch weitere Untersuchungen folgen werden :wink: )

Viele Grüße Damiana

Damiana
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Beitrag von Damiana » 01.03.09, 19:45

< 1 normal
> 2 Hinweis auf Insulinresistenz

über 1 nur ein hinweis, dem weitere testmethoden folgen.


Werte zwischen 1 und 2 würden mich nicht beunruhigen und auch keine weiteren Massnahmen erforderlich machen.

heidu
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Beitrag von heidu » 01.03.09, 23:29

hallo damiana,

der wert von 3,3 wurde von ihnen berechnet. wie?

der referenzbereich einiger labore unterscheidet sich oft.

http://www.labor-enders.de/353.0.html

gruss rudi

Damiana
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Beitrag von Damiana » 02.03.09, 12:31

Hallo Rudi,
ja 3,3 habe ich berechnet.
Mir ist völlig klar dass ich Werte von verschiedenen Labors nicht miteinander vergleichen kann. Da jedes Labor etwas andere Methoden und damit etwas andere Grenzwerte hat.

Aber es ging ja auch nicht darum wie der HOMA-Index bewertet wurde sondern wie er berechnet wurde.
Ich kenne nur eine einzige Formel mit der man den HOMA berechnen kann.
Unabhängig davon welche Werte mein Labor für noch normal, grenzwertig oder zu hoch beim HOMA-Index definiert, berechnet wird gleich!
Und mit meinen Insulin- und Glucosewerten kann ich keinen HOMA-Index von 1,9 berechen.
Wie dieser Wert interpretiert wird ist die andere Sache.

Aber ich sehe einen Unterschied zwischen einem HOMA-Index von 1,9 und einem von 3,3 wenn er sich auf die gleiche Messung beim gleichen Labor bezieht.

Aber ich mal nochmal auf meine eigentliche Frage aufmerksam:
Wie spreche ich es überhaupt an und wie erkläre ich meinem Arzt das und warum ich überhaupt nachgerechnet habe ohne dass der Eindruck entsteht ich möchte alles kontrollieren/kritisieren/besserwissen und damit in gewisser Weise die Kompetenz des Arztes in Frage stellen.


Antworten tu ich grad nur weil vielleicht manche die das lesen von solchen Aussagen
daher unerheblich ob 1,9 oder 3,3.

irritiert sein könnten und ich das nicht unkommentiert stehen lassen will.

Ansonsten belasse ich es jetzt dabei weil wie schon gesagt meine Frage bezog sich auf etwas anderes und
Wahrscheinlich kann man meine Frage auch gar nicht so genau beantworten wie ich es gern hätte und am liebsten wärs mir das alles wäre schon geklärt...

und melde mich wenn ich weiß wie das Gespräch verlaufen ist.

Viele Grüße Damiana

heidu
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Beitrag von heidu » 02.03.09, 18:42

hallo damiana,

bei mir wurde in einer woche, beim Hausarzt, beim diabetologen und in der klinik
3 verschiedene hba1c langzeitwerte ermittelt. was soll ich da meinen arzt fragen?

übrigens mein homa-index beträgt 4,6.

mit diesem rechner können sie ihren homa-index nochmals nachrechnen:

http://www.labor-enders.de/353.0.html

gruss rudi

Damiana
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Beitrag von Damiana » 02.03.09, 19:34

Hallo Rudi,
3 verschiedene Werte bei 3 verschiedenen Messungen noch dazu bei unterschiedlichen Ärzten ist nicht verwunderlich (ich stehe fats täglich im Labor und kann sowohl von Messgenauigkeit als auch Methodengenauigkeit ein Lied singen) Deswegen bestimmt man auch nicht dreimal in einer Woche einen HbA1C...
Viele Grüße Damiana

Damiana
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Beitrag von Damiana » 09.03.09, 18:59

Hallo Angie111
Hallo Susanne.Reuter
Hallo heidu

Meine Rechnung stimmt seine auch
Meine Rechnung bezieht sich auf die Originalformel von Metthews et al. Diabetologie 1985
(die gleiche Formel verwenden auch die von Rudi angegebenen Labore)
Seine Rechnung bezieht sich auf die verbesserte Formel von Levy et al. Diabetes Care 1998
(für die ein Computerprogramm nötig ist)

Vielen Dank für eure Geduld
Viele Grüße Damiana

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