Fußspezialist mit hoher Nase

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Magically
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Fußspezialist mit hoher Nase

Beitrag von Magically » 09.02.09, 22:00

Einen schönen guten Abend für Euch.

Bei manchen Erzählungen kann man ja wirklich nur noch mit dem Kopf schütteln.

Ich hatte vor ein paar Wochen auch so ein Ding!
Durch Schmerzen nach einer Hallux-Valgus OP habe ich einen Fußspezialisten aufgesucht. Ich hatte auch zuerst den Eindruck, dass er mir wirklich zuhört und auch gewillt ist, mir helfen zu wollen.
Nachdem ich mit den von Ihm "bestellten" CT-Aufnahmen wieder bei Ihm in der Klinik vorstellig wurde und er sich 2 Bilder von insgesamt mindestens 15 verwendbaren CT´s angeschaut hatte, meinte er, er könne mir nicht helfen.

Ich habe ihm nochmals meine Beschwerden aufgezählt und ihn nett und freundlich gebeten, mir eventuell einige Maßnahmen zu nennen, die ich noch anwenden könnte (Lymphdrainage, Krankengymnasig....).

Zitat:
Ich kann Ihnen nicht helfen! Manche Patienten merken weniger Schmerz und mache eben mehr Schmerz als wirklich da ist.
Und wenn sie eben nicht länger als 15 Minuten Gehen oder Stehen können, tja, dann...
denke ich, sollten sie sich einen Rollstuhl kaufen!
Auf Wiedersehen!

Naja, wenigstens hat er sich noch erniedrigt, mir die Hand zu schütteln, aber zurück blieb eine noch verunsichertere Patientin, die sogar noch mitleidig von der Arzthelferin angelächelt wurde.

Ich habe gott sei dank einen Hausarzt, der mich nach der Situation aufgefangen und aufgebaut hat.
Aber im ersten Moment hatte ich wirklich Rachegedanken.
Dieser Arzt hat den Titel "Gott in Weiß" irgendwie falsch verstanden!

Im Großen und Ganzen kann ich manche Ärzte wirklich verstehen.
Es kommen viele Patienten auf einen Arzt. Stress und Hektik. Die finanzielle Situation mag auch nicht gut aussehen, aber ganz ehrlich, finde ich nicht, dass sie das an den Patienten auslassen müssen.

Man denkt sowieso schon meistens,"...ach, für die Kleinigkeit gehste nicht zum Arzt. Das wird schon!"
Aber wenn wirklich was ist und man bekommt solche Sprüche an den Kopf, könnte man theoretisch doch gleich im Anschluss zum Psychater gehen.

Ich habe mich nicht bei der Kammer beschwert oder bei der Krankenkasse "gepetzt". Sondern bin einfach nicht mehr dort erschienen und habe es weggesteckt. Aber es gibt auch Menschen, die sowas nicht so einfach weg stecken! Und dann??!!

:shock:

Ich wünsche Euch einen schönen Abend und schicke internette Grüße mit

Magically

error6
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Beitrag von error6 » 09.02.09, 22:59

Hallo!
Du schreibst
Die finanzielle Situation mag auch nicht gut aussehen
Das sehe ich nicht so. Ein praktischer Arzt mit 4 oder 5 Sprechstundenhilfen und drei
Behandlungszimmern wird schon sehr gut zurechtkommen. In jedem Zimmer sitzt ein
wartender Patient, der Doktor eilt von Zimmer zu Zimmer, eine Behandlung dauert max.
10 Minuten, hochgegriffen.
Finanziell wird es bei richtigem Management gut aussehen.
Es sei ihm ja gegönnt, die Ausbildung war lang und nicht jder hat die Fähigkeiten dazu.
Das soll auch alles honoriert werden.
Aber der Patient darf dabei nicht zu kurz kommen oder gar auf der Strecke bleiben.
Wenn ich beim Arzt sitze, und das nur ungern, verkneife ich mir hier und da schonmal
die eine oder andere Frage, weil ich den Zeitdruck merke.
Aber wenn es mir wirklich schlecht geht, möchte ich adäquat behandelt werden.
Dann kann der Patient im Nebenzimmer ruhig etwas länger husten....
Ich persönlich meine, die Zeiten haben sich zum Nachteil der weißen Zunft verändert,
aber die Ärzte sind dem Weg gefolgt. Oder ich habe den Wandel verpasst.
:) error6

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Beitrag von Magically » 10.02.09, 09:58

error6 hat geschrieben:Wenn ich beim Arzt sitze, und das nur ungern, verkneife ich mir hier und da schonmal
die eine oder andere Frage, weil ich den Zeitdruck merke.


Ganz ehrlich:
Wo kommen wir eigentlich noch hin, wenn wir uns als Patienten schon zurücknehmen??!! Die Ärzte haben doch für die Patienten studiert...naja, zuminest, um den Patienten zu helfen. Sie wollen Leben retten.
Wie kann ich Leben retten, wenn der Patient sich nicht traut mir zu sagen, was los ist, weil ich ihm Zeitdruck vermittel?

Ohne den Patienten brauch die Welt keine Ärzte!

Naja, es sind ja gott sei dank nicht alle Ärzte unter Zeitdruck und helfen gern. Ich will auch auf keinen Fall alle über einen Kamm scheren, aber ich bin schon bissl entsetzt.

Liebe Grüße

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