Seminar über Arzt-Patient Beziehung

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Rebexha
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Seminar über Arzt-Patient Beziehung

Beitrag von Rebexha » 17.10.08, 10:38

Hallo,

ich studiere Psychologie und möchte eine Untersuchung zum Thema Arzt-Patient Beziehung machen. Durch Zufall habe ich dieses Forum entdeckt und glaube Sie könnten mir weiterhelfen. Mich interessieren Beweggründe, die Patienten veranlassen den Arzt aufzusuchen. Insbesondere solche, die nicht ganz offensichtlich sind, wie z.B. Suche nach sozialem Kontakt. Ich möchte einen Fragebogen erstellen und dazu noch mehrere Meinungen Außenstehender einholen was Ihrer Meinung nach Ziele und Beweggründe sind.
Eine weitere Frage, die mich beschäftigt hängt eher mit der Reaktion des Arztes zusammen. Wir in dem Seminar glauben, dass sich das Verhalten des Arztes verändert wenn er bemerkt, dass der Patient aufgrund anderer Ziele als die der Krankheitsmilderung bzw Beseitigung zu ihm gekommen ist. Wie sind da Ihre Gedanken und Meinungen darüber und wie, wenn überhaupt, glauben Sie verändert sich das Verhalten des Arztes. Vielleicht können Sie mir Ihre Ideen und Gedanken schreiben oder vielleicht hat von Ihnen schon einmal jemand so etwas erlebt.Es würde mich freuen und mir sehr helfen.
Vielen Dank,
Mit freundlichen Grüßen
Rebexha

muffin69
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Beitrag von muffin69 » 19.10.08, 07:59

Hi Rebexha,

wie meinst Du das??

Normalerweise geht man doch zum Doc um seine Beschwerden loszuwerden??

Bisher hab ich nur einmal drei verschiedene Ärzte - im kürzeren Zeitraum - aufgesucht um mir einen neuen Hausarzt zu suchen. Da hatte ich keine Beschwerden, sondern wollte den Doc einfach kennenlernen.

Meinen neuen Hausarzt hab ich so gefunden, obwohl ein einmaliger Besuch eigentlich ja nicht ausreicht um festzustellen ob ein Arzt gut ist. Und auch manche Beschwerden sind durch einen einmaligen Besuch nicht behoben.
Gruß muffin

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Re: Seminar über Arzt-Patient Beziehung

Beitrag von Beitragszahler » 20.10.08, 10:12

Rebexha hat geschrieben:...die Patienten veranlassen den Arzt aufzusuchen. Insbesondere solche, die nicht ganz offensichtlich sind, wie z.B. Suche nach sozialem Kontakt...

Nun ja, vor allem ist es von Zeit zu Zeit die Hoffnung, doch noch eine Lösung für ein zu lange ungelöstes Problem finden zu können, da die Lebensqualität und Arbeitsleistung zunehmend darunter leidet.

Damit einhergehend suche ich aber auch immer wieder die Aussprache zu anderen, rein psychisch belastenden Dingen der Vergangenheit, was mir früher gar nicht, heute sehr gut gelingt.

Durch viele eigene Experimente und zu vielen Überforderungen auf ärztlicher Seite mit meinem komplexen Fall habe ich durch solche Besuche ein immer ausgefeilteres System für eine immer besser funktionierende Patient:Arzt-Beziehung finden können.

Das wiederum spiegelt sich immer mehr in einer gezielteren und gleichzeitig umfassenderen Behandlung und Therapie in Einzelheiten meines leider zu komplexen Falles nieder.

Irgendwie ist es so, wie die Schaffung eines Erfolgskonzeptes mit Etappensiegen, wobei jede Seite da zufrieden werden kann.

Mit den eigenen Experimenten und Feinjustierungen im eigenen Verhalten ist Unruhe und Nervosität vergangener Tage mit den eignenen Überforderungen einer nun vorhandenen Ruhe und Konzentriertheit gewichen.

Rebexha hat geschrieben:...Wir in dem Seminar glauben, dass sich das Verhalten des Arztes verändert wenn er bemerkt, dass der Patient aufgrund anderer Ziele als die der Krankheitsmilderung bzw Beseitigung zu ihm gekommen ist...

Dies ist in der Tat so und für mich als Patient sehr begrüßenswert, wenn dann auch noch die Kompetenz zur Einlassung vorhanden sein sollte.

Die zeitliche Komponente möchte ich hier unerwähnt lassen, da ich nur Ärzte erleben konnte, die sich bei Notwendigkeit und gegenseitiger Kompetenz zu offenen und tiefgehenden Gesprächen, immer Zeit nahmen.

Das Verhalten ist insofern noch zusätzlich verändert, dass mich mein alt dienender Hausarzt in solchen unsicheren Zeiten fragt, wie denn mein Gefühl zu Krankheitserscheinungen bei mir ist und mir vertrauensvoll die Antwort überlässt.
Sonst behandelt er im Rahmen von üblicher Diagnostik und Therapie.

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Karina81
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Beitrag von Karina81 » 05.01.09, 15:46

Also ich kenne tatsächlich eine Person, die vermutlich auch wegen der Aufmerksamkeit des Arztes zu ihm geht. Denn bei kleinen Beschwerden macht sie sofort einen Termin. Andere "Beschwerden", unter denen sie schon lange leidet und die nur durch aufwendigere (und natürlich unangenehmere) Behandlungen zu bessern wären, verdrängt sie. Der Arzt kann ja nicht anders als sie einfach zu beruhigen...
Viele Grüße, Rina

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