Für was sind Ärzte da?

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Sulzi
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Für was sind Ärzte da?

Beitrag von Sulzi » 26.06.08, 00:21

Gibt es überhaupt noch Ärzte welche die Beschwerden eines Patienten ernst nehmen, oder sind diese alle nur da um einen Patienten mit ernsthaften Beschwerden möglichst schnell wieder abzuwimmeln, möglichst keinerlei Untersuchungen, Behandlung oder Beratung durchzuführen, oder bei Beschwerden nur Achselzucken übrig haben? Oder ist man als Kassenpatient nur noch ein Patient 3. Klassse.

Susanne.Reuter
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Re: Für was sind Ärzte da?

Beitrag von Susanne.Reuter » 26.06.08, 20:53

Sulzi hat geschrieben:Gibt es überhaupt noch Ärzte welche die Beschwerden eines Patienten ernst nehmen, (...)
Ja, solche Ärzte gibt es (noch).

Ich bin selber Kassenpatientin und bin nicht der Meinung, dass ich deshalb grundsätzlich schlechter behandelt werde. Natürlich gibt es mal die eine oder die andere Sache die dann nicht so rund läuft. Das hat dann - so wie ich es empfinde - meistens weniger mit meiner Krankenversicherung zu tun.

Hast du dich über (d)einen Arzt geärgert?

Susanne

Sulzi
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Beitrag von Sulzi » 27.06.08, 00:03

Hallo Susanne,
Nicht nur über einen Arzt sondern über so gut wie alle, die selbst bei ernsthaften nichts untersuchen und offensichtlich nur die Patienten möglichst schnell abwimmeln.
Nur zum Beispiel wurden monatelange Kopf und Nackenschmerzen nur ohne jede Untersuchung als Verspannungen abgewimmelt. Wochenlange Taubheiten mit Gehbeschwerden im Bein als nichts abgewimmelt. Nur nach Wochen einmal Blutzucker gemessen und mit das ist nichts wieder abgewimmelt. Monatelange chronische Durchfälle welche danach fast 4 Wochen nur noch völlig wässrig und schleimig waren wurden immer nur mit der Bemerkung ist nur psychisch abgewimmelt.
Mehrfache „Hexenschüsse“ bei denen ich nur noch auf allen vieren krabbeln konnte wurden auch nur immer abgewimmelt mit Bemerkungen, da kann man überhaupt nichts machen, ich soll erst wiederkommen wenn das Bein gelähmt ist.
Nach starken Schmerzen in der linken Brustseite, wurde immerhin mal beim nächsten Arzt ein Ruhe EKG gemacht, war i.O. ist nichts. Die teils unerträglichen Schmerzanfälle wurden über Wochen immer heftiger und kürzeren Abständen. Wieder nur bei mehrfachen Arztbesuchen nur mit Achselzucken und einmal Schmerzmitteln abgewimmelt. Nach "unerträglichsten" Brustschmerzen und massivster Aufforderung er soll doch endlich mal was tun ließ er sich nach Achselzucken zu eine Überweisung zu Orthopäden überwinden, könnte ja von der Wirbelsäule kommen. Noch am selben Abend landete ich mit massiven Herzinfarkt mit Notarzt in der Klinik.
Diese Liste mit verschiedenen allesamt achselzuckenden abwimmelnden Ärzten bei sämtlichen Beschwerden lässt sich über sehr viele Jahre mit einigen Ärzten endlos weiterführen.
Deshalb die ernsthafte Frage zu was sind Ärzte da, nur das Geld kassieren und den Patienten möglichst schnell abwimmeln anstatt vernünftig zu untersuchen.
Jedenfalls bin ich inzwischen schon lange von Ärzten kuriert und informiere mich besser selbst über alle Krankheitssymptome, denn den von den Ärzten so etwas zu erwarten wäre leider außer in der "Schwarzwaldklinik" zuviel verlangt!

birgittk

Beitrag von birgittk » 27.06.08, 06:42

Hallo Sulzi,

natürlich ist es unschön, wie es Dir ergangen ist und da ist auch Deine Frage berechtigt. Aber das kann ich aus meiner Sicht nicht so unkommentiert stehen lassen. Ohne Dich jetzt angreifen zu wollen, hast Du Dir mal die Frage gestellt, ob das auch ein ganz klein wenig an Dir liegen könnte? Wie Du den Ärzten gegenübertrittst. Wie Du vorher von Deinen Beschwerden erzählst?
Wenn Du länger hier im Forum wärst, würdest Du sehen, das es auch andere Ärzte gibt, die sich ehrenamtlich nach Feierabend um Patienten kümmern, ohne Bezahlung. Deshalb empfinde ich Deinen Beitrag hier ein wenig ungerecht. Von den geschätzten 30 Ärzten, bei denen ich jemals in Behandlung war, würden höchstens 2 zu Deiner obigen Beschreibung passen. Wenn mein Hausarzt sich nicht so intensiv und herzlich um mich all die Jahre gekümmert hätte, wäre ich schon tod.

Ich wünsche Dir, das Du auch bald einen Arzt findest, der Deinen Erwartungen entspricht. Und dann hier etwas besseres über Ärzte schreiben kannst.

LG
Birgitt

Susanne.Reuter
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Beitrag von Susanne.Reuter » 27.06.08, 19:15

Ich stimme Birgitt da zu.

Dass du entäuscht und höchst verägert bist, ist natürlich verständlich. Ich finde es jedoch falsch, wenn man alle Ärzte pauschal in so schlechtem Licht darstellt.

Ich kann gar nicht glauben, dass du nur an die "schlechteren" Ärzte geraten bist.

Susanne

Skyline
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Beitrag von Skyline » 10.07.08, 20:27

Möchte mich den beiden Vorschreibern anchließen.

Es gibt bestimmt schwarze Schafe in dem Beruf, wie es die in jedem anderen auch gibt und deshalb bin ich auch der Meinung, das man nicht alle über einen Kamm scheren darf.

Man kann deinen Ärger und Zorn verstehen, aber kann es evtl. auch zum Teil an dir liegen, denn du kannst doch nicht nur an schlechte Mediziner geraten sein. Wie schon zuvor Birgitt geschrieben hat, kann es auch an deinem Autreten liegen, denn es kommt immer darauf an, wie man dem Arzt gegenüber tritt. Es ist nicht böse gemeint!

Bei mir gab´s auch mal den ein oder anderen mit dem ich Schwierigkeiten hatte, aber überwiegend hatte ich Glück mit den Medizinern. Ein Beispiel ist einen Facharzt (Wechsel des Arztes, wobei ich meine Gründe hatte u. andere Med. mir es auch empfohlen haben) zu finden, was in der Regel mit einer Wartezeit von 2-3 Monaten zu erwarten ist. Ich habein einer Praxis (diesen Monat) angerufen und höflich zwecks Termin nachgefragt. Mir wurde gesagt, das noch ganz wenige Termine im September frei wären, ich müsse vorab vorbei kommen um die VK einzulesen, dann könnte man mir einen genauen Termin nennen. Was habe ich gemacht? Nach dem Telefonat bin ich sofort hingefahren, habe erwähnt das ich eben angerufen habe und die Arzthelferin war sehr Nett. Es gab ein kurzes Interview, wo ich gefragt wurde nach der Anamnese und ob es auch morgens um 08:00 h ginge. Da ich ein Termin brauche, habe ich sofort gesagt, das das kein Problem sei und schwupps habe ich noch in diesem Monat einen Termin erhalten.

Wünsche dir, das du bald den passenden Arzt für dich findest.

LG Sky.

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Re: Für was sind Ärzte da?

Beitrag von Beitragszahler » 27.07.08, 20:29

Sulzi hat geschrieben:Für was sind Ärzte da?
1. Für Notfälle.
2. Zur Beratung.
3. Zur akuten Behandlung von Symptomen psychisch und körperlich, besser immer in Kombination.
4. Nicht zum Zeitvertreib gelangweilter Bürger.
5. Oft nicht als Heiler.
6. Immer als Begleiter auf einen zum Schluß selbst zu gehenden Weg, mehr nicht.
7. Nicht zum Finden nicht vorhandener Krankheiten.
8. Zum Finden von Gesundheit.
9. Zur Förderung von Bewusstsein für Gesundheit.
10. ?

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lift23
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Ärtze

Beitrag von lift23 » 16.12.08, 11:10

Hallo zusammen,
also mir geht es so wie Sulzi. Ich bin schon über ein Jahr krank und keiner findet die Ursache. Und vorallem die Ärzte tun nichts, rein gar nichts. Ich investiere selber viel Zeit und Geld und mache die Untersuchungen die die Ärzte aus Kostengründen oder Desinteresse einfach nicht machen wollen. Und ich kann das auch nur bestätigen, dass das die Ärzte sobald es etwas komplizierter wird und sie einem nicht mehr einfach ein Rezept ausstellen können, einen ganz schnell abwimmeln. Die nachliegensten Sachen bzw. Untersuchungen werden nicht gemacht und später wird man dann auch noch blöd angemacht mit den Worten "Warum sind Sie nicht früher gekommen?".

Ich könnte jetzt ebenfalls wie Sulzi einige Beispiele aufführen und glaubt mir es gibt genaug. Aber das spare ich mir jetzt einmal. Ich bin mir auch sicher, dass wir hier nicht die Einzigen sind denen es so geht.

Sind wir doch mal ehrlich, das Deutsche Gesundheitssystem bzw. die Medizin wird immer so hoch gelobbt, aber was leistet sie im Alltag? Was tut sie für uns Normalbürger?

Dr. A. Flaccus
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Beitrag von Dr. A. Flaccus » 16.12.08, 19:52

Hallo lift 23,

Sie schreiben:
Ich bin schon über ein Jahr krank und keiner findet die Ursache.
Nun, so etwas schreibt sich sehr leicht. Beschreiben Sie doch mal, was Ihnen fehlt.
Und vorallem die Ärzte tun nichts, rein gar nichts. Ich investiere selber viel Zeit und Geld und mache die Untersuchungen die die Ärzte aus Kostengründen oder Desinteresse einfach nicht machen wollen.
Und ? Haben Sie jetzt eine Diagnose ? Gibt es jetzt Laborwerte/Untersuchungen, die eindeutig und klar darauf hinweisen, was Ihnen fehlt ? Was wurde am Ende gefunden ?
Die nachliegensten Sachen bzw. Untersuchungen werden nicht gemacht
Könnten Sie das konkretisieren ?
Sind wir doch mal ehrlich, das Deutsche Gesundheitssystem bzw. die Medizin wird immer so hoch gelobbt, aber was leistet sie im Alltag? Was tut sie für uns Normalbürger?
Ich behaupte: Trotz Geldknappheit leistet deutsche Medizin immer noch viel mehr, als vergleichbare Systeme anderer Länder. Sicher, es gibt einiges zu verbessern und "optimal" finde ich unser System schon gar nicht.
Aber ich wehre mich gegen Ihr Pauschalurteil, das Mediziner in Deutschland regelhaft schlapig arbeiten - so suggeriert es jedenfalls ihr Beitrag.

Aber vielleicht können Sie uns ja mal konkret sagen, was hier alles falsch läuft / falsch gelaufen ist ?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. A. Flaccus
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timmie

Beitrag von timmie » 28.12.08, 21:38

Ich muss Sulzi leider recht geben. Bis vor 1 1/2 Jahren war ich nie krank und jetzt kann ich selber zusehen, wie ich klar komme. Ich habe eindeutige Laborbefunde und ich habe eine Diagnose, aber ich habe keinen Kassenarzt, der mich behandelt. Gibt das Budget wohl nicht her. Ich habe einen Arzt gefunden, der mich unterstützt, allerdings keinen Kassenarzt, Beratung, Behandlung, Laborbefunde, alles muss ich selbst bezahlen und frage mich, wofür ich 25 Jahre lang Kassenbeiträge bezahlt habe. Sicher gibt es auch Kassenärzte, die ihrer Arbeit pflichtbewußt nachgehen, aber die muss man erst mal finden!
timmie

Renate02
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Beitrag von Renate02 » 29.12.08, 08:50

Also, auf meinen Hausarzt (Internist) lasse ich nichts kommen! Und auch zu meinem Psychiater würde ich jederzeit wieder gehen! Meine Frauenärztin genießt ebenfalls mein volles, uneingeschränktes Vertrauen.

Unser hiesiger Neurologe hat einen schlechten Ruf und von den Orthopäden konnte bisher auch keiner überzeugen. Aber ich weiß, dass es auch in diesen Fachrichtungen sehr gute Leute gibt.

Aber insgesamt finde ich, dass die Ärzte, auch (oder vor allem?) hier in Deutschland, eine hervorragende Arbeit leisten. Ausnahmen gibt es leider immer wieder, aber sie sind genau das: Ausnahmen!

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Beitrag von Dr. A. Flaccus » 29.12.08, 19:12

Guten Abend,
timmie hat geschrieben: Ich habe eindeutige Laborbefunde und ich habe eine Diagnose, aber ich habe keinen Kassenarzt, der mich behandelt. (...) Beratung, Behandlung, Laborbefunde, alles muss ich selbst bezahlen
Schon wieder so ein Pauschalurteil.
Welche Befunde?
Welche Diagnose ?
Was genau soll wie behandelt werden ?
Was genau soll selbst bezahlt werden ?

Anonym pauschale Vorwürfe ins Netz stellen kann jeder.
Das hilft aber niemandem weiter.
Also: Bitte werden Sie konkret!
Dann kann man die Sache evtl. gemeinsam aufklären.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. A. Flaccus
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timmie

Beitrag von timmie » 29.12.08, 21:30

Ich stelle hier keine pauschalen Vorurteile ins Netz, sondern berichte nur, wie es mir ergangen ist. Ich werde hier auch nicht meine komplette Krankengeschichte ins Netz stellen, erwarte ja auch keinen medizinischen Ratschlag.

Fakt ist, dass die Diagnose, die bei mir gestellt wurde, bei Ärzten umstritten ist. Gerne würde ich mich diesbezüglich eines besseren belehren lassen, dazu müsste ich jedoch erstmal einen Arzt finden, der bereit ist nach der Ursache zu suchen anstatt mir nur zu sagen, was ich nicht haben kann!

Dr. A. Flaccus
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Beitrag von Dr. A. Flaccus » 30.12.08, 10:38

Guten Morgen!
Fakt ist, dass die Diagnose, die bei mir gestellt wurde, bei Ärzten umstritten ist.
Aha! Also gar nicht so "eindeutig", wie sie es weiter oben dargestellt haben...

Werden Sie doch einfach mal konkreter, damit wir wissen, worüber Sie sich hier beklagen.
Das, was Sie schildern, ist abstrakt und für den Leser nicht zu verstehen.

So wollen also eine eindeutige Behandlung trotz umstrittener Diagnose ?

Gruß
Dr. A. Flaccus
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timmie

Beitrag von timmie » 30.12.08, 13:31

Ich habe geschrieben, dass ich eindeutige Laborergebnisse habe. Was die Diagnose anbetrifft, werde ich mich hier nicht weiter äußern. Es gab bereits einige Anfragen diesbezüglich in diesem Forum, auf die sich leider kein Arzt zu Wort gemeldet hat. Ein User hat allerdings geschrieben, dass Diskussionen hierüber nicht erwünscht seien. Dies werde ich natürlich respektieren.

Sollte Ihnen soviel daran liegen, meine Krankengeschichte und die Details zu erfahren, lassen Sie es mich wissen und ich werde Ihnen diese gerne per PN bzw. Mail mitteilen. Ich befürchte zwar, dass Sie als Anästhesist nicht der richtige Ansprechpartner sind, bin aber für jegliche Anregung und Hilfe dankbar.

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