Von der Sprechstunde des Betrugs bezichtigt und fertig gemacht worden

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Scoobyna
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Von der Sprechstunde des Betrugs bezichtigt und fertig gemacht worden

Beitrag von Scoobyna »

Ich würde gerne um Rat bitten, was wir machen können und ob eine Beschwerde bei der Ärztekammen hilfreich wäre.

Mein Mann ist aufgrund jahrelanger Krankheit voll erwerbsgemindert und verrentet und wollte zu seinem regelmäßigen Termin bei seinem Hausarzt.
Die Sprechstundenhilfe ist für freche und unpassende Kommentare bekannt und begrüßte meinen Mann mit den Worten, was er denn schon wieder in der Praxis wolle. Dann hatte er sich zu erklären, warum genau er zum Arzt wolle und ihr Rede und Antwort zu stehen, weshalb er verrentet sei.
Die Antworten schienen ihr nicht zu passen und sie wurde schnell sehr laut und immer unverschämter. Es folgten Kommentare wie, dass er ja nichts habe und arbeiten könne und er solle mal seinen Wohnortstatus und sein Leben auf die Reihe bekommen und sich einen Psychiater suchen
Das sind private Dinge die sie nichts angehen und wie kommt sie auf die Unverschämtheit zu behaupten, mein Mann könne ja arbeiten gehen? Sein Krankenverlauf ist in etlichen dicken Ordnern dokumentiert! Und das mit dem "Leben auf die Reihe bekommen" zielte darauf ab, dass mein Mann wegen seiner Erkrankungen auch eine LEICHTE Depression hat. Diese privaten Dinge hat sie lautstark rumposaunt und eigentlich dürfte sie das alles doch auch garnicht wissen wegen Patientengeheimnis?

Jedenfalls schaukelte sie sich immer weiter hoch und kündigte an, dass sie Kankenkasse und Rentenversicherung über meinen Mann informieren wolle und das neue Gutachten gemacht werden sollte. Also nach dem Motto, er sei ein Betrüger und sie will ihn jetzt anschwärzen.
Das alles in lautem Tonfal, so dass alle Leute es mitbekamen.
Mein Mann durfte dann auch nicht zu seinem Termin, was sie in eigenem Ermessen entschied und er verließ total geschockt die Praxis.
Später rief sie uns zuhause an, um meinen Mann anzugiften, dass sie jetzt mit der Krankenkasse "alles geregelt" habe und sie das ganze Praxisteam über ihn unterrichtet habe, dass er von ihnen jetzt nichts mehr bekäme und mit seinen Beschwerden sei er in der Praxis sowiso ganz falsch (es ist unser Hausarzt!). Dann beschwerte sie sich, dass er ihr die Mittagspause versaut habe,
Mein Mann war fix und fertig.
Wir dachten wir sind im falschen Film.

Ist das was sich diese Frau da geleistet hat überhaupt erlaubt? Völlig in eigenem Ermessen den Termin zu verweigern, den Patient des Betrugs zu bezichtigen und versuchen bei der Krankenkasse anzuschwärzen? Die Frau kennt meinen Mann doch überhaupt nicht und dürfte als Empfangsdame auch garkein Wissen über seinen Krankenverlauf haben. Darf sie einfach ohne Anordnung des Arztes bei Krankenkassen anrufen und meinen Mann verunglimpfen? Was können wir jetzt tun, außer die Praxis zu wechseln?
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jaeckel
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Re: Von der Sprechstunde des Betrugs bezichtigt und fertig gemacht worden

Beitrag von jaeckel »

Da es ja sicher um einen Vertragsarzt ging, einfach mal nach KV "Ihr Bundesland" suchen. Dort finden Sie eine Adresse und dort ist Ihre Beschwerde gut aufgehoben.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Klinische Akut- und Notfallmedizin
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL), ABS
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Von der Sprechstunde des Betrugs bezichtigt und fertig gemacht worden

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,
da ich Ihrem Schreiben entnehme, dass Sie sich über die Sprechstundenhilfe beschweren, wäre es sinnvoll, dem Praxisinhaber ihr ungebührliches Verhalten zu schildern. Vielleicht sind ihm auch ähnliche Beschwerden bekannt. Ich denke, die kassenärztliche Vereinigung wird Ihnen nicht viel weiterhelfen können, auch nicht die zuständige Bezirksärztekammer- beide Institutionen sind für Ärzte zuständig.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.
Humungus
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Re: Von der Sprechstunde des Betrugs bezichtigt und fertig gemacht worden

Beitrag von Humungus »

Prinzipiell ist die KV zuständig, weil sie der Ansprechpartner für die vertragsärztliche Versorgung ist. Wenn die Versorgung durch eine Angestellte der Praxis verhindert wird, fällt das in den Verantwortungsbereich des Vertragsarztes.

Ob dieser Weg allerdings effektiver ist als direkt den Arzt anzusprechen bezweifle ich. Auf eines möchte ich noch hinweisen: "Der Fisch stinkt vom Kopf." Ich gehe davon aus, dass der Arzt sehr genau weiß was für ein Früchtchen da am Schalter sitzt.

Ein weiterer Weg, seine Zähne zu zeigen, ist eine Anzeige wegen Beleidigung, wobei ich davon ausgehe, dass auf den Privatklageweg verwiesen werden wird, wenn nicht gerade jemand mit Langeweile bei der Staatsanwaltschaft sitzt. Wer streitlustig ist kann einen Anwalt damit beschäftigen.

Auch ein "nettes" Mittel ist es die Praxis bei der Datenschutzbehörde und dem Gesundheitsamt anzuschwärzen, weil die datenschutzrechtlichen Vorschriften offensichtlich verletzt werden.

Das alles - davon sollte man realistisch ausgehen - wird dazu führen, dass das Verhältnis des Patienten zu dieser Praxis erheblich gestört wird. Nur: wer will denn weiterhin zu diesem Arzt gehen?
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