Guter Patient

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Maria G.
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Guter Patient

Beitrag von Maria G. » 02.03.12, 23:46

Hallo zusammen,

ich kenne nun schon viele Texte mit: Wie soll/muss ein Arzt sein? Oder schreckliche Ärzte..
Ich bin aber super zufrieden mit meinen behandelnden Ärzten (gibt allerlei, weil ich chronisch krank bin). Finde, sie geben sich immer total Mühe, mir alles zu erklären und gute Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten zu finden. Damit meine ich sowohl Krankenhaus-, Fachärzte und natürlich meine Hausärztin.
Ich frage mich dann immer, was wünscht sich ein Arzt von seinem Patient? Was kann ich tun, um ihm seine Arbeit zu erleichtern?
Ich finde dazu nicht wirklich was bei Google, nur einige Artikel zu schwierigen Patienten. Aber rein der Umkehrschluss beantwortet meine Frage nicht. Deswegen frage ich jetzt mal hier..

Liebe Grüße
Maria

Bruder
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Re: Guter Patient

Beitrag von Bruder » 03.03.12, 08:43

Hallo Maria,

der Arzt wünscht sich, was auf der Hand liegt, daß Sie seinen Anordnungen/Empfehlungen voll nachkommen.
Ob es in jedem Fall ausreicht, daß der Patient auch seinen Kopf mit seiner Garderobe im Wartezimmer abgibt, darf bezweifelt werden.

Gruß

Brigitte Goretzky
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Re: Guter Patient

Beitrag von Brigitte Goretzky » 03.03.12, 11:42

Der Grosse Bruder kennt natuerlich alle Aerzte aus eigener Erfahrung... :roll:

In der Realitaet ist die Sache vermutlich viel komplizierter. Man moechte einen Patienten, der intelligent ist, gescheite Nachfragen stellt, sich informiert und beliest, dabei aber in der Lage ist, Polemik (siehe oben) von fundierten Meinungen und Information zu unterscheiden, der mit dem Arzt kooperiert, aber gleichzeitig Rat annimmt, der selbstaendig denkt, aber dennoch weiss, dass er ein Laie auf dem Gebiet ist, einen, der selbst unter Druck und bei schlechten Nachrichten und Stress ruhig, gelassen und heoflich bleibt. Und noch viele andere Dinge mehr, die den perfekten Patienten ausmachen.
And God promised men that good and obedient wives would be found in all corners of the earth.


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dora
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Re: Guter Patient

Beitrag von dora » 03.03.12, 21:40

@Brigitte G.

ich wünschte ich wäre so ein Patient, aber ich glaube du erwartest da zuviel ?

Dieser Patient müsste ja dann fast so viel wissen wie der Arzt :D

Brigitte Goretzky
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Re: Guter Patient

Beitrag von Brigitte Goretzky » 04.03.12, 00:42

:lol:

Die Frage war, wie ich als Aerztin mir den idealen Patienten wuensche. Die Frage war nicht, ob ich noch an den Weihnachtsmann glaube. :wink:
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Lieschen
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Re: Guter Patient

Beitrag von Lieschen » 04.03.12, 09:10

Ein Patient ist ein Kranker. Wie sollte man sich denn den idealen Kranken vorstellen? Gibts das überhaupt?

MaGa
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Re: Guter Patient

Beitrag von MaGa » 04.03.12, 13:53

Aus meiner Sicht gibt es weder den perferkten/idealen Patienten noch Arzt.

Wenn ein Patient zum Arzt geht hat er in der Regel ein akutes gesundheitliches Problem.
Seine Blickwinkel ist somit recht einseitig und subjektiv.
Wenn ich akute Bauchschmerzen habe oder mir gerade der Kopf blatzt wird es schwierig sein noch Google zu befragen.

Bei einer chronischen Krankheit gehe ich schon davon aus, dass sich ein Patient im Rahmen seiner Möglichkeiten über Therapien und Verhaltensweisen informiert.

Nun, bei mir ist es so, dass wenn ich 5 Minuten länger im Behandlungszimmer sitze als unbedingt notwendig bekomme ich dann schon ein schlechtes Gewissen dem Arzt die Zeit zu rauben. :-)

Andererseits bringt mein sein Auto auch in die Werkstatt ohne die Bordelektronik im Detail zu kennen. :-D

VG Maik

Absolute Arrhythmie
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Re: Guter Patient

Beitrag von Absolute Arrhythmie » 07.03.12, 21:42

Ich persönlich würde einen Patienten nicht mit den Eigenschaften "gut" oder "schlecht" werten. Selbstverständlich kann man sagen, dass Patient X informierter, aufgeschlossener, mehr complient usw. als Patient Y ist, jedoch verpflichtet man sich als Arzt weder ausschließlich die "guten" noch ausschließlich die "schlechten" Patienten zu versorgen. Wie bereits geschrieben wurde, sucht der Patient Hilfe in einer subjektiven Notsituation, mit der er selbst nicht mehr zurecht kommt und viele Pat. müssen sich ohnehin überwinden, um dann letztendlich Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Ein Pat. mit dem man nicht so gut eine Einheit bilden kann, nimmt natürlich auch mehr Zeit und Arbeit in Anspruch, was für viele Ärzte die unter chronischem Zeitmangel leiden ein Dorn im Auge ist, der im Sinne eines Stressors negative Gefühle hervorruft, aber in solchen Situationen muss man sich selbst reflektieren und versuchen die Position des Pat. zu verstehen. Solange man sich nicht von den Emotionen eines Pat. mitreissen lässt, hat man die Situation auch meist unter Kontrolle und kann die Situation genauso gut auflösen wie jede andere.
Ich weiß schließlich, dass ich nicht Arzt werde um nett rumzuschnacken - dafür habe ich Familie und Freunde.

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