Für was braucht man Ärzte?

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Jessy-81
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von Jessy-81 » 11.10.14, 14:57

Auch wenn man nicht mehr lesen kann nach einem Hirnschlag? Und was nutzt der Beipackzettel?
Dann ist das die Aufgabe der Angehörigen oder Pflegen Personen. Die sollte dann eben den Beipackzettel kennen.
Zuletzt geändert von Jessy-81 am 11.10.14, 15:44, insgesamt 1-mal geändert.

radfahrer55
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von radfahrer55 » 11.10.14, 15:10

Kann man jetzt auch nichts mehr daran ändern. Ich selbst hab gar nicht gewusst was die Großeltern alles an Pillen futtern. Bei Großmutters Bauchschmerzen in Kombination mit ASS wäre zumindest ich darauf gekommen, wenn ich gewusst hätte das die das jeden Tag nimmt. Der Hausarzt wusste es. Ein anderes Problem war auch, dass man mal bei ihren besonders starken Bauchschmerzen den Notarzt abends gerufen hat und als der da war die nur meinte "Ihr tut nichts weh, der Ranzen hätte nur etwas gezwickt". Vermute die Hatte angst vor einer Untersuchung.

schnuffeldi
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von schnuffeldi » 11.10.14, 15:28

radfahrer55 hat geschrieben:Es wäre schon ein großer Schritt getan, wenn Mediziner bei Häufung von Patientenbeschwerden die Arztzulassung komplett verlieren und die Ausbildungskosten an den Staat mit Zinsen und einer 500%igen Strafaufschlag zurück zahlen müssen. Dazu noch ein Ausreiseverbot damit die nicht im Ausland weiter praktizieren können. Das würde genug Druck ins System bringen...

Da gäbe es dann ruck zuck keine Ärzte mehr, die alten Omas Acetylsalicylsäure Präperate ohne die Magenschutztableten verschreiben würden. Meiner Großmutter hat man diese Billig-Magenschutztabletten vorenthalten ==> löcheriger 12Fingerdarm ==> Operation ==> Tod
Wenn sich der eine oder andere Arzt etwas zu Schulden hat kommen lassen und das nachweislich (da ist oft das Problem) und man es zur Anzeige bringt, wird man der Sache auch sicherlich nachgehen. Aber das Problem ist eben die Sache der Beweise. Nicht immer hat man einen Zeugen dabei, wenn der Arzt Korken gucken lässt oder grobe Fehldiagnosen stellt. Am Ende heißts dann wohl eher "ist eben auch nur ein Mensch".
"Patientenbeschwerden" könnten auch aus Gnatz passieren, daher wären Nachweise und Anzeigen der richtige Weg, denke ich mal. Und bei den Arztbewertungsportalen liest man die putzigsten Sachen, was dann aber wenig nützlich ist. Denn einfach nur "der ist unfähig" zeigt mir nicht auf, warum man ihn so bezeichnet. Was ist passiert? Und dann auch möglichst klare Unterteilung , ob GKV oder PKV denn gegenüber den GKV kann man Kompetenz auch gut ...äh verbergen, um es mal milde geprahlt zu beschreiben. Ein Privatpatient kann diesen selben Arzt aber bejubeln, weil sich der Arzt wirklich so bemüht, hat, ganz gleich, ob irgendwas nötig war oder nicht und es der Patient auch nicht bemerkt. Aber was nützen die Bewertungen? Höchstens den Privatpatienten, die nachgucken, ob und wie der Arzt bewertet wurde und ich würde dann auch gucken, wie die Bewertungen verfasst wurden. Einem GKV nützt es nicht viel, denn man fragt manchmal in Foren oder FB-Gruppen kaum noch "Welcher Arzt (Fachrichtung) ist hier in __ gut oder nicht", sondern eher, wer noch aufnimmt. Leider haben es, wie ich oben schon irgendwo beschrieben habe eben auch die unfähigen Ärzte, ne Chance Geld zu machen. Der Markt gibt es nunmal her und Gesundheitswesen war schon immer ein Markt, auch wenn es oft bestritten wird. Wir werden es sicher auch nicht mehr erleben, dass wir die Arztwahl wieder so haben werden, ,wie man uns seit Jahren vormachen will, es wählt der Arzt, wen er aufnimmt, so kann man "Arztwahl" auch beschreiben :lol: wir werden es auch nicht mehr erleben, dass die unfähigen Ärzte vom Markt verschwinden, weil sie nicht mehr aufgesucht werden. Guckt euch Regionen an, an denen Ärzte nicht aus reinem Heimatgefühlt da bleiben (manchen kann ich das ja noch abkaufen, wo man sich aber auch freut, dass der dageblieben ist) . Lilly G wird viellicht bissel kichern, wenn ich die Geschichte vom EX-OB als Vergleich nehme. nennen wir es mal "weggelobt". Die wenigen prima Ärzte, die sich rühren, die Menschlichkeit und Kompetenz beweisen, gehen leider immer mehr unter und dann in Regionen, in denen sie auch andere Bedingungen vorfinden. Lebensqualität ist nunmal ein Faktor, der uns hält oder vertreibt, je nach Bedingung.
"Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen." (Coleridge)

radfahrer55
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von radfahrer55 » 11.10.14, 16:47

Und bei den Arztbewertungsportalen
wird viel Zensiert und wird entweder erst gar nicht freigeschaltet oder verschwindet nach Monaten oder Jahren ganz plötzlich. Man ist längst in der Zeit angekommen wo man nur noch mit Rechtsanwalt und einem Video-Team zum Arzt gehen sollte und sich immer eine Kopie der Patientenakte aushändigen zu lassen... den die sind wenn es drauf ankommt, plötzlich unvollständig oder nicht mehr auffindbar.

dora
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von dora » 11.10.14, 17:00

seltsam was bei Internetportalen und Ärzten alles so verschwindet :roll:

jetzt lass mal die Kirche im Dorf, das wird ja immer bunter :twisted:

LilyG
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von LilyG » 11.10.14, 17:42

dora hat geschrieben:seltsam was bei Internetportalen und Ärzten alles so verschwindet :roll:

jetzt lass mal die Kirche im Dorf, das wird ja immer bunter :twisted:
Die Bewertungen der Internetportale lese ich schon, seit es die ersten gab. Wenn man längere Zeit an einem Ort lebt, kennt man den Ruf vieler Ärzte, weil es sich rumspricht. In den Anfangszeiten war die Übereinstimmung groß. Das hat mit Jahren immer mehr nachgelassen. Manche negative Beiträge, die ich gelesen hatte, findet man heute nicht mehr. Dafür tauchen jetzt bessere Bewertungen auf. Hier mal ein Bericht über ein anderes Portal:
http://www.kritischsein.de/?p=2411

LilyG

dora
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von dora » 11.10.14, 17:53

@ LilyG

aus deinem Link
Der erste Schritt nach einer solchen Missbrauchsmeldung ist laut den jameda-Betreibern dann immer gleich konsequent: Die Bewertung wird von der Seite genommen, zunächst offline geparkt und der Kritiker wird um eine Stellungnahme gebeten. Folgt darauf keine Reaktion, wird die Bewertung unwiderruflich gelöscht.

Bestätigt der User die Bewertung, wird zwischen Meinungsäußerungen und Tatsachenbehauptungen unterschieden. Das bedeutet, dass nach einer Bestätigung nur noch die Notenbewertungen und Meinungsäußerungen wieder online gestellt werden. Nicht belegbare Tatsachenbehauptungen dagegen werden nicht mehr freigeschaltet…
Das bedeutet dass Äußerungen die zu Recht gemacht wurden keinesfalls gelöscht werden, sondern nur welche die nicht belegbar sind, somit viellt. nicht stimmen, und das ist auch richtig.
Also das Portal das du andprichst löscht nicht ohne vorherige Nachfrage bei dem Verfasser.

LilyG
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von LilyG » 11.10.14, 18:12

@dora

Danke für das Zitat.

Bei diesem Portal vermiss ich eine Bewertung, die ich gelesen hatte und die ca. 1 Jahr später gelöscht war, d.h. auch die Notenbewertung war nicht mehr da. Die komplette Bewertung war zunächst online. Das offline-Parken haben die später eingeführt, wie viele andere Bewertungsportale auch.

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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von radfahrer55 » 11.10.14, 18:37

Ich hab auch mal einen Text geschrieben das der Arzt wegen Abrechnungsbetrug derzeit vor Gericht steht und konnte es mit diversen Webartikeln belegen... wurde trotzdem nicht veröffentlicht. Am ende wurde der verurteilt und durfte trotzdem nicht in dem Portal geschrieben werden. Zahnärzte die man mit Patienten quatschen hört, dass man das unvollständige Bonusheft einfach nachstempelt usw. der Arzt aus dem Maul stinkt oder Flapsige Arzthelferinin

Genau so wie Texte "Arzt grüßt einem nicht wenn man dem im Treppenhaus begegnet und ein "Guten Tag" sagt. Wenn solche Aussagen von Bewerter nicht geglaubt werden, dann sind die ganzen Lobeshymnen auf den Super Gottarzt mit Note 1.0 genau so viel wert, nämlich nichts.

dora
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von dora » 11.10.14, 18:51

das ist Unsinn.
Gerade in dem erwähnten Bewertungsportal gibt es genug Zuschriften wo ein Arzt oder sein Personal als unfreundlich arrogant usw. beschrieben werden.
Dass man Beiträge die beleidigend sind nicht veröffenrlicht ist wohl selbstverständlich.
Und den Stammtisch lässt man natürlich auch da wo er hingehört

radfahrer55
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von radfahrer55 » 11.10.14, 18:57

Wenn sich der eine oder andere Arzt etwas zu Schulden hat kommen lassen und das nachweislich (da ist oft das Problem) und man es zur Anzeige bringt, wird man der Sache auch sicherlich nachgehen.
Wie heißt das Sprichwort mit der Krähe und dem Auge?

Beispiel: http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%B6tun ... _Bamberski

Sind wie Politiker... die geben nur das zu was man nicht mehr leugnen kann.


Arzt gesteht behandlungsfehler ==> Google Ergebnise: 54.100
Arzt bestreitet behandlungsfehler ==> Google Ergebnisse: 485.000

Ganz zu schweigen von den Gerichtstorturen die Patienten oder Angehörige durchmachen müssen um von der Versicherung etwas ausgezahlt zu bekommen.

LilyG
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von LilyG » 11.10.14, 19:17

dora hat geschrieben:das ist Unsinn.
Gerade in dem erwähnten Bewertungsportal gibt es genug Zuschriften wo ein Arzt oder sein Personal als unfreundlich arrogant usw. beschrieben werden.
Dass man Beiträge die beleidigend sind nicht veröffenrlicht ist wohl selbstverständlich.
Und den Stammtisch lässt man natürlich auch da wo er hingehört
Es war nicht meine Bewertung, die ich vermisse. Es war eine kritische Wertung einer unzufriedenen Patientin, die keineswegs Stammtischniveau hatte. Statt dieser Wertung gibt es die letzten zwei Jahre eine Bewertung mit dem Wortlaut "die PERFEKTE ÄRZTIN". (Die Großbuchstaben sind dem Originaltext entnommen.) Mein Eindruck der letzten Jahre ist, dass man Stammtischbewertungen, die jeder als solche erkennen kann, stehen lässt. Nur positive Bewertungen kann man auch nicht publizieren.

Sinn oder nicht Sinn, das ist hier die Frage? Möge der geneigte Leser selbst entscheiden.

Ich gebe nichts auf diese Portale, wenn ich einen Arzt suche. Ich ziehe es vor meine eigenen Erfahrungen zu machen. Allerdings wenn Patienten im Wartezimmer ein starkes Mitteilungsbedürfnis haben und erzählen, dass sie eine Bewertung abgegeben haben, dann lese ich diese Bewertung schon.

LilyG

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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von dora » 11.10.14, 19:27

ich lese diese Bewertungen auch und habe festgestellt, dass sie meist zutreffen.
Hatten einen Orthopäden der genau aus den Gründen die mir auch aufgefallen sind negativ bewertet wurde, nur wusste ich zu diesem Zeitpunk noch nicht von diesem Portal, viellt. gab es dass dasmals auch noch nicht. Es gibt aber auch Ärzte die wirklich sich um ihre Patienten kümmern und das Personal auch freundlich ist, die bekommen halt gute Bewertungen.
Natürlich sollte man sich seine eigene Meinung durch einen Besuch bilden, aber ein Arzt der mhhrere negative Einträge hat die nicht übertrieben klingen, den würde ich meiden.

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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 12.10.14, 08:20

Guten Morgen,

Bewertungsportale für Ärzte sind - wie alle Portale dieser Art - mit Vorsicht zu geniessen.
Bewertungen sind immer persönliche Einschätzungen eines einzelnen Menschen.

Was ich selbst als "unfreundlich" oder "schlecht organisiert" empfinde, kann der nächste schon wieder als "professionell" und "fühle mich hier gut aufgehoben" einschätzen. Menschen sind in ihrem Handeln genauso verschieden, wie in ihren Empfindungen.

Nicht zuletzt ist so ein Portal niemals repräsentativ. In der Regel beschwert man sich schneller, als das man lobt. Außerdem muß man dann noch mit dem Internet umgehen können.. :wink:

Also schreiben dort Menschen:
  • - die wissen, wie man mit dem Internet umgeht
    - die sich gerne mitteilen wollen
    - die das Bedürfnis verspüren, ihren Arzt bewerten zu wollen
    - die überhaupt in der Lage sind, sich trotz ihrer Krankheit noch mitteilen zu können :!:
Ich behaupte mal: Die schwerkranke 84jährige Diabetikerin gehört genauso wenig dazu, wie die vielen Menschen im Altersheim oder der Krebspatient der gerade seinen 6. Zyklus Chemotherapie durchleidet.

Diese Menschen haben wahrscheinlich ihre Prioritäten etwas anders gesetzt. Aber meines Erachtens spiegeln die o.g. Gruppen die Mehrzahl der Behandlungsfälle in Deutschland wieder. Und über diese große Menge haben wir keine konkrete Rückmeldung. Also ist das Bild in Bewertungsportalen ein wenig verzerrt.

Daran sollte man immer denken, wenn man dort nachliest.

Der weitere hier angesprochene Punkt:
Arzt gesteht behandlungsfehler ==> Google Ergebnise: 54.100
Arzt bestreitet behandlungsfehler ==> Google Ergebnisse: 485.000
spiegelt m.E. die "Lebenswirklichkeit" wieder.

Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein, oder?

Wer von uns gesteht denn gerne ein Fehler ein?
Wieviel Autofahrer bemühen nach ertappter Tempo-Sünde zuerst ihren Rechtsanwalt?
Und erinnern wir uns mal an die Maßgabe der Versicherungen: Nie etwas zugeben! Sonst geht nämlich der Versicherungsschutz verloren...

Nicht zuletzt muß man sich dann auch noch die Frage stellen: Was genau ist eigentlich ein "Behandlungsfehler"? Wenn man so etwas googlet, sollte man auch mal nachsehen, wieviele der Vorwürfe am Ende auch belegt werden können.
So hat der MDK 2012 bei nur bei knapp jedem 3. Vorwurf auch einen Behandlungsfehler feststellen können.

A. Flaccus
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
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radfahrer55
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von radfahrer55 » 13.10.14, 20:55

Wer von uns gesteht denn gerne ein Fehler ein? Wieviel Autofahrer bemühen nach ertappter Tempo-Sünde zuerst ihren Rechtsanwalt?
Und erinnern wir uns mal an die Maßgabe der Versicherungen: Nie etwas zugeben! Sonst geht nämlich der Versicherungsschutz verloren...
Ließt sich so wie es auch mein gefestigter Eindruck von Ärzten ist.

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